die ZuluS schließlich, wenn sie sich der englischen Taktik nicht m°hr gewachsen iüh en, eine friedliche Lösung der Frage vorziehen bür'ten.
Der Tod des Emirs von Afghanistan ist nun konstatirt, nachdem er früher von Seiten der afghanischen Abgesandten angezweifelt worden war. Ja'ub Khan, der Sohn Schir Ali's, soll den Engländern ein Freundschaftsbündniß angetragen HÄen, d ch sind die weiteren Verhandlungen noch nicht besannt; jedenfalls aber ist der afghanische Krieg durch den Tod Schir Ali's in ein anderes Stadium getreten.
TagessHsm.
— Bekanntmachung auf Grund des ReichSgefetzes vom 21. Oktbr. 1878. Nach dem „R. u. St.-A." Nr. 55 und 56 wurden unterm 1., 3., 4. und 5. März verboten t die Nummern 41 und 50 des gegenwärtigen Jahrgangs der in Chemnitz erscheinenden periodischen Druck- schuft: „Chemmtzer Abendblatt" sowie das fernere Erscheinen der ge nannten Druckschrift; die von dem Gr bad. Bezirksamte Heidelberg mit Beschlag belegt Nummer 1 der in Genf erscheinenden periodischen Druckschrift: Le R£vplt6 Organe soeialiste Imprimerie nouvelle ; bie am 1. März 1879 erschienene Nr. 1 der in Bremen heraus gegebenen periodischen Druckschrift „Bremer MorgenRettung“ (Druck und Verlag von Schäfer und Cassens) und gleichzeitig das fernere Erscheinen dieser Druckichrist; sowie die vom kommunistischen Arbeiier Bildungsverein in London herausgegebene und bei John Bale u. Sons in Marylebone ge druckt periodische Druckschrift „Freiheit- ebenso diejenigen Nummern dieses Blattes, welche unter der Aufschrift „Tessendorff" zur Ausgabe gelangen.
— Berlin, 6. März. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz ist gestern Nachmittag nach einer stürmischen Ueberfahrt wohl- behalten in Dover einaetroffen. (R. u. St»A.)
— Berlin, 5. März. (Reichstag.) In der gestrigen (15.) Sitzung führte der Reichstag die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betr. die Strafgewalt des Reichstages über seine Mitglieder zu Ende und erledigte hierauf noch einige Wahlprüfungen.
— Berlin, 5. März. Die Budgetcommission des Reichstags berieth heute den Marine Etat. Im Ordinarium wurde zunächst die zur Verstärkung des Seebataillons geforderte Summe abgesetzt. Desgleichen wurde bei dem Capitel „Judiensthaltung der Seeschiffe" 500,000 Mark gestrichen und in Folge davon bei der Naturalverpslegung 150,000 Mark. Endlich kam noch der zum Ersatz des Panzerschiffes Adalbert als erste Rate geforberte Betrag von 950,000 Mark in Wegfall Im Extraordinarium wurde abgesetzt die Forderung zum Bau der Panzerkorvette E, erste Rate 876,000 Mark. Die Verhandlung über die Forderungen für den Bau des Gebäudes der Seewarte in Hamburg und für den Bau eines Proviant-Magazins in Kiel wurde ausgesetzt.
— 16. Plenarsitzung des Deutschen Reichstages, Freitag, den 7. März 1879, Vormittags 11 Uhr. Tagesordnung : Zweite Berathung des Gesetzentwurfs,, betr. die Strafgewalt des Reichstages über seine Mitglieder. — Zweite Berathung des Ges tzentwurfs, betr. die Feststellung des Michchaushalts Etats für das Etatsjahr 187^/80.
— Im Schlußprotokoll zu Artikel XIIL des Handelsvertrages zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien vom 27. Dezember 1878 ist unter §. 3 die Gebührenfreiheit für die Ursprungszeugnisse vereinbart. Vermöge des Deutschland vertragsmäßig zust-henden Rechts der Meistbegünstigung werden deshalb auch die Ursprungszeugnisse für die aus Deutschland nach Italien gehenden Waaren gebührenfrei ausgestellt be> zichungsweise visirt werden.
— Amtlichen Nachrichten zufolge sind in den Distrikten von Smyrna, Sa'oniki, Cavalla, Barna, Rustschuck und Adrianopel Pest verdächtige Symptome nicht beobachtet worden, vielmehr die Gesundheits- Verhältnisse der dortigen Bevölkerung durchaus norMale. Dagegen herrscht im Vilayet Aibin (Smyrna und dessen Umgebung ausgenommen) die Rinderpest in ziemlich starkem Grade. (R. u. St - A.)
— Prinz Heinrich von Hessen, derzeit Brigade-CoMMandeur in Trier, ist zum Commandeur der großherzoglich hessischen 25. Division ernannt.
— Die in Oppeln behufs einer Kundgebung zu Gunsten der Wirthschaftspolitik des Reichskanzlers zusammengetretene oberschlesische Landesversammlung, welche von etwa 500 Theiinehmern besucht war, beschloß. einstimmig, dem Fürsten Bismarck den Dank Oberschlesiens ausmsprechen, sich für ichleunigÄ Wiedereinführung von Eisenzöllen zu erklären und an den Reichstag eine Petition zu richten, dem herrschenden Nothstände durch Erweiterung des Systems der indirekten Steuern, durch eine Umgestaltung des Tarffwesens und durch eine Aenderung der Handels- und Zollpolitik abzuhelfen.
— Metz, 5. März. (Köln. Ztg.) Es ist nunmehr endgültig bestimmt, daß die hiesige bayerische «efatzungs Brigade an dem Kaiser- Manöver des 15. Ärmeecorps Theil nehmen wird. Außerdem sind zur Theilnahme an diesem Manöver bestimmt worden das bayerische 5. Chevauxlegers Regiment so wie das 2. bayerische Jäger-Bataillon und der Stab nebst zwei Batterieen des 2. bayerischen Feldartillerie-Regi-
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ments. Die bayerischen Truppentheile werden auch an der Kaiserparade sich betheilige».
— Paris, 5. März. Tirard, Deputirter von Paris, ist zum Handelsminister ernannt worden und hat das Portefeuille übernommen, nachdem er sich mit dem Conseils-Präsidenten Waddington und dem Finanz Minister Löon Say über die Fragen der allgemeinen Tarife und der Handelsverträge verständigt hatte.
— (Der Pauperismus in England) Die Zahl der völlig Hilflosen in England und Wa es betrug nach der „Post" Ende deS- 4 Quarta s von 1878 im Gan,en 736,340. Ein Vergleich mit derselben Zeit des Vorjahres zeigt eine Zunahme von 51,122 (oder 7*/z pTt) und mit derselven Zeit des Jahres 1876 eine Zunahme von 62,207 (oder 91 /< p lt.). In den drei großen Fabrikdistrikten (Nord Midland, Nord Western und 2) wt) stieg der Pauperismus um 22 p®t. gegen das Vorjahr, und um etwa 30 pSt. gegen das Jahr 1876 In L mdon betrug die Zunahme etwa 2 pCt gegen das Vorjahr und l1/» pCt. gegen lb76.
— London, 6. März. (Köln. Ztg.) Die Corning Post will wissen, daß Lord Chelmsford in seiner Stellung als O 'ercommandant der englischen Truppen am Cap durch einen Dificier höheren Ranges, vielleicht durch den Generallieutenant Lysons, ersetzt werden soll.
— St. Petersburg, 5. März. (R. n St.-Ä.) Der Reichs- kanzler Fürst Goitscha'off empfing heute den neu ernannten englischen Botschafter, Ea-l Duff-rin. — Nach vier eingegangener telegraphischer Nachricht sind die deutsch n und di- österreichischen Aerzte in Weiljanka ein getroffen und hatten bereits eine Konferenz mst dW Ür. Ktassöwsky. — 6. März. Lord Loftus hat sich gestern von Sr. Majestät dem Kaiser verabschiedet. — Der Minister des Innern hat der deutschen „Petersburger Zeitung den Straßen verkauf entzogen. — Nach einem Telegramm der „Internationalen Telegraphen Agentur" aus Täschkend, vom 5 d. M, entstand nach dem Tode Schir Alr's am 21. Februar in Mazarischeriff ein Autruhr, aus dem schließlich Jacub Kahn siegreich hervorging. In Jerabad cirfulirt das Gerücht, neben Jacub Khan wüiden Schir Ali's Sohn, Ibrahim Khan, und Schir Ali s Enkel, Achmed Khan, als Prätendenten ängsten.
— Nord-Amerika. Einem Privatbrief aus Bufialo vom 3. Febr. l. I. entnimmt die „Rh." Folgendes: „Bei uns stellte sich der Winter ziemlich spät ein; die Kälte war nicht außerordentlich, aber es hat eine große Masse Schnee gegeben. Die Ernte ist fast Hverall gut ausgefallen, so daß alle Lebensmittel bedeutend wohl-eiler sind, als draußen bei Euch. Auch wird hier so viel Wein fabrtsirt, daß die Weinbauern klagen, sie könnten nicht mehr bestehen unk müßten ihre Weinberge ausreißen." Also auch in Nordamerika dieselbe Kalamität, Mir der Weinschmiererei wie bei uns.
— Washington, 5. März. Der Kongreß ist durch eine Proklamation des Präsidenten Hayes auf den 18. d. Mts. zu einer außerordentlichen Session einberufen worden.
— New Aork, 5. März. Der Dampfer „Holland" von der National Dampfschifss-Eompagnie (C. M?ffingsche Linie) ist hier eingetroffen.
Lokales.
Hanau, 7. März 1879.
— Die Vorträge im Kunstindustrie-Verein fanden für diesen Winter gestern ihren Abschluß, indem Professor E. Schmidt auS Straßburg über Bü.rgerthum und Dichtung im 18. .Jahrhundert sprach. In lebendiger, nach allen Seiten orientirender Darstellung wies er den Weg nach, auf welchem, nachdem derselbe pyn England o!st- gebahnt und von Frankreich weiter verfolgt worden, allmählich in den drei Haüptrichtüügen des Journalismus, des Romäns und des Dramas das Bürg erthum im Gegensatz zu der bis dähin vorzugsweise domini- renden höfischen Poesie seitte Stellung nahm find gewann Als Einzelbilder kamen dabei zur Erscheinung die Sachsen, namentlich Gellert und Weiße, dann Klopstock, Lessing, Jffland, Kotzebue, die Romantiker Pch'e- gel und Tieck, Schiller und Göthe.
— Dem Vernehmen nach ging bei der Stadtkaffe die Rechnung des Herrn Ingenieur Gordon aus Frankfurt a. M. für Ausarbeitung und Aufstellung des Kanalisationsplans der Stadt Hanau in der Höhe von 5900 M. ein. Obgleich die Summe als eine große erschemen mag, so soll sie doch der gelieferten ausgezeichneten Arbeit nach eine angemessene sein. Da die städtischen BehördSn den Bsschlyß gefaßt von der Ausführung der Kanalisation abzustehen, so werden diese Pläne zunächst zurückzölegt werden müssen, aber immerhin — da die AusW^ rung für hiesige Stadt nur eine Frage der Zeit bleibt — als schätzbares Material in Zukunft Verwendung finden können.
; — Der Kriegerverein beschloß in seiner gestrigen Versammlung auch in diesem Jahre wieder das Geburtsfest Sr. Majestät des Kaisers und Königs festlich zu begehen. Wegen Mangels eines Musikcorps am eigentlichen Festtage, den 22. März, wird die Feier 8 Tage säter (am 29.) im Saale der „Centcalhalle" abgehalten und ist, wir wir hören,