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Pierleljährtich » Markus Pf^ gilt auero artige

Lb-nnenten mit bem betreffen» »m Postaufschlag. Die einzelne Rum» H mer 10 Psg. E

Donnerstag den 6. März

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial- Correspondenz.

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Amtliches. MA

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 28. Januar er. in Nr. 24 desHan. Ayz " ersuche ich die Herrn Standesbeamten und Schul Vorstände, welche die Listen der pro 1879 zu impfenden Kin­der noch nicht anher abgegeben haben, dies alsbald zu bewerkstelligen.

Haüdu.am 4. März 1*79

Am 29. v. M. hat sich der Goldschmed Karl Stein von hier ohne Vorwiffen seiner Angehörigen entfernt und ist bis jetzt nicht zurückgekehrt. Am Tage v rher hat derselbe sich auf dem Bürger- meiner i Bureau dahier eine Paßkarte ,ur Reise nach Saarbrücken aus stellen lassen, in der sein Signalement wie folgt angegeben ist: Alter: 48 Jahre; Statur: mittlere; Haare: dunkel; besondere Kennzeichen: keine.

Etwa am 7. d. M. wurde er in St. Jngbert und einige Tage später in Z oei Brüden gesehen

Da die Fannie sehr besorgt und die Rückkehr desselben dringend nöthig ist, so werden alle Civil w d göltet Behörden erge^enst ersucht, insofern ihnen envas über den Aufenthalt des Karl Stein bekannt werden sollte, nach hier gefälligst sofort Mittheilung machen zu wollen.

Overstein, den 26 Februar 1879

Der Bürgermeister: Sch äfer.

Wird veröffentlicht.

Hanau am 6. !

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Ter Landrath.

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Oestreich und Rußland.

(A. ö. Schw. Merk.)

Wien, 1. März Die Beziehungen zwischen Oestreich und Ruß­land haben seit einiger Zeit eine eigenartige Gestaltung angenommen. Die beiden Nach arreiche verkehren nach wie vor in scheinbar ungetrübter

Die beiden Nach arreiche verkehren nach wie vor in scheinbar ungetrübter Freundscha t miteinander üyd offiziell wird wan sicher ich keinerlei Ver- schlimmerung des Verhältnisses zwischen densel eu zugeben wollen. Aber es ist gleichwohl eine Thatsache, daß man in Wien gegen Rußland, und in /Petersburg gegen Oestreich ziemlich tief verstimmt ist. Es liegen hiefür auch sehr deutliche Beweise vor. Dieselben bestehen hauptsächlich darin, daß die Presse der beiden Staaten mit gegenseitigen Anklagen (zuweilen in sehr scharfem Tone vorgedrachts gär nicht in hr au hören zu wollen scheint Aber auch an anderen drastischeren Anzeichen für die Spannung zwischen Wien und Peterslurg fehlt es nicht. Hier sei zur Erhärtung des ^efag-en nur der eine Umstand hervorgehoben, daß öst­reichische politische Kreise, darunter auch solche, die man als amtliche bezeichnen sann, entschieden behaupten, Rußland schüre und hetze gegen Oestreich in Konstantinipel, in Belgrad, in Cettin>e, ja sei st in Athen, kurz, auf der ganzen Backanhalbinsel. Daß die vor einiger Zeit an­geblich schon dem Abschlüsse nghe gewesene östreichisch türkische Konven­tion über Novidazar abermals gescheitert ist und heute genau auf dem Flecke steht, wo sie im vorigen Sommer gestanden, wird nur der russi­schen Einwirkung auf die Pforte zugeschrieben; daß Serbien und Mon­tenegro in auffallend intime Beziehungen zur Pfor e geltsten sind, daß die letztere eben jetzt mit größter Beschleunigung Novibazar verschanzt und in aller Stille Truppen auf Truppen in dies s Pa'cha ik entsendet; daß die Belgrader Regierung sich gegen Oestreich störrig erweist, die Handelsvertragsverhandlungen versch eppt, und in Bosnien, wie man in Wien genau weiß, lelhaft inttiguirt; alles das wird aus die russi­sche Gegnerschaft zurückgeführt. Selbst die Ausstreuungen, daß in Ma kedonien opreichifche Emissäre angeblich Unruhen stiften, werden als russische Erfindungen bezeichnet, darauf berechnet, Oestreich vor Eulipa als den Störenfried hinzupellen. Und die ganze zur Schau getragene Vertragstreue Rußlands, seine zum Theil skrupulöse Eriüuung der Be­stimmungen-des Berliner Bertrags wllen nichts Anderes sein als der Ausdruck des Gegensatzes zu Oestreich, als eine Durchkreuzung der ge­heimen Absichten des letzteren, weil dieselben angeblich daraus hinaus- liefen, den Berliner Vertrag durch Andere brechen zu lassen und ihn dann selber auch zu brechen. Inwieweit diese Anklagen begründet sind, ist sehr schwer>u entscheiden. Thatsache ist, daß man in Wien nicht blos sehr verstimmt gegen Rußland ist, die erwähnten Beschuldigungen

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1879.

und noch andere, deren Aufröhlung hier zu weit führen würde, nicht nur aufrecht't, sondern auch, daß man diese Dinge sehr ernst beur­theiltOestreich", äußerte in den letzten Tagen ein östreichischer Staatsmann, scharf sich sticht täuschen darüber, daß es einer schweren Prüfung entgegengeht. Einzig und allein Deutschland ist sein aufrich­tiger Freund, und das mag noch sein Trost sein, sonst ist es buchstäb- tich von Feinden umringt." Man wird den Ernst, mit dem in Wien bie ißage *^ finden können, wenn man sich erinnert, daß Oestreich in Bosniep allein zur Bekämpfung der Mohnnedaner mehr.als 150,060 Mann gebieten mußte Und doch ^en die Christen sich dama s ruhig, zum Theil sogar freund ich gegen Oestreich verhalten und die Pforte konnte nicht offen als Gegner Oest­reichs au treten, war auch- noch anderwärts engagirt, hatte mir Rußland keinen Frieden geschlossen. Wenn es Rußland, wie man in Wien be» ürchtet, gelingt, die Pforte gegen Oestreich aufzustacheln, die Christen in Bosnien zur Empörung zu treiben, so daß diese mit den Mohame- dauern gemeinsäESache machen, und wenn dann Serbien und Mon­tenegro einMifens DwM dies erste sehr bedenkliche Wendung für Oestreich, auch wenn Rußland selbst vorerst, was allerdings wahrschein­lich ist, Ruh- hielte- Daß ernstere Ereignisse in großem Umfange so­fort oder auch in eiM kurzen Zeit schon ausbrechen sollten, befürchtet man allerdings nicht; aber die Spannung mit Rußland kann zu solchen führen, darüber bestehen in Wien wirkliche und ziemlich tiefgehende Besorgnisse. -------j

Berlin, 5. März. (Peichstag.) In der heutigen (15.) Sitzung setzte das Haus die gestern abgebrochene erste Berathung des Gesetzent­wurfs, betr. die Straf geaast des Reichstages über seine Mitglieder, fort--?

4 Berlin, 3,.März. Die zKöln. Ztg." schreibt: Mit dem gestrigen Jubiläum, das Minr Karl (Brüder des Kaisers) als Ge- neralfeldzeugmeiber begangen, steht auäj in Verbindung, daß der Kaiser damals fast gleichzeitig feine Ernennung zumGeneralobersten der In- faneerief erhalten hat Die letztere Verleihung datirte nämlich vom 1. März 1854. Beide Verleihungen erfolgten deßhalb, weil bis 1870 kein Prinz des Regentenhauses zum Generalseldmarfchall ernannt wurde und den beiden besonders wieder aüfgenomtnenen Titulaturen den Rang als Generaffeldmarschall zugefügt wurde. Ein Generaloberst der Cavallerie wurde vor 25 Jahren nicht erWUt, tine solche Verleihung nahm Kai­ser Wilhelm erst nach dem letzten Kriege mit dem Prinzen August von Äurtteülberg, dem commanbirenben General des Gardecorps, vor, wäh- rend der regixrepdp Oroßherzog von Mecklenburg Schwerin. des Kaisers Neffe, die Charge erhielt, welche der Kaiser selbst bis zu seinem Regie­rungsantritt inne gehabt hatte. Früher wurde das Herkommen, daß ein Prinz nicht Feldmarschäll werden konnte, so genau beobachtet, daß der Herzog Karl von Mecklenburg (der 1837 gestorbene Bruder der Königin Luffe), langjähriger .cornmandirender General des Gardecorps, diese Würde nicht erhalten hat. Der gegenwärtig und seit dem Juni vorigen Jahres mit Wahrnehmung der Functicnen eines Oberbefehls­habers in den Marken bean tragte Prinz August von Württemberg dürfte demnächst diese Stelle endgültig erhalten, sobald dieselbe etats- mäßig geworden sein wird. Schon vor dem Ableben Wrangel's war sie eingezogen. ,

Berlin, 5. März. (Köln. Ztg.) Die Centrumssraction berieth in ihrer Kwgestrigen Sitzung den Antrag des Abg Reichens perger-Olpe gegen den Wucher. Der Hauptentwurf enthält ein voll­ständiges Gesetz gegen den Wucher; ein eventueller Antrag, der im Falle der Ablehnung des ersteren vorgelegt werden soll, schlügr einen Straf- rechtspävagrsphen gegen Wucher, (263 A) und einen Zusatz zum Reichs­gesetz' betreffend die vertragsmäßigen Zinsen vom 14. November 1867 vor, wonach ein Maximum für die Zwangsvollstreckung angesetzt werden soll. Der Hauptentwurf stellt u A. einen ge etzlichen Zinsfuß fest, be­schränkt die vetüragsmäßigey Vereinbaruügen höherer Zinsen auf Han­delsgeschäfte, nimmt die Dailehnsgeschäste des Staates aus und ent­hält, abgesehen von den Strafbeftimmungen, Vorschläge, welche sich auf die Befchzünlung der Wechselfähjg'eit beziehen.

Zur Anseltigong der generellen Vorarbeiten für eine normal-« spurige Eisenbahn minderer Ordnung von Quersurt nach der Halle-