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Wii Sem betreffen» tz-- PsstaugchM. Die einzelne Nummer 10 Pfg.
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Zugleich Amtliches Organ für Kreis «nd Stadt Haua«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, trnd Samstags mit der Berliner Provinzial-Gorrespondenz.
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10 Pf».
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SO Ptz.
Nr. 53.
Dienstag den 4. März
1879.
Amtliches.
Den Gemeindebehörden steht die Besugniß zu, im Weze des Statuts Abgaben von öffentlichen Lustbarkeiten im Betrage von 3 bis 10 Mark für jeden einzelnen Fall zur Gemein^ekosse zu erheben. Die Ortsvorftände werden veranlaßt, von dieser Besugniß namentlich bei Tanzmusiken den weitesten Gebrauch zu machen. Die beschränkenden Bestimmungen für Tanzmusiken sind genau zu befolgen. Die Tanzmusiken sind nur zu den ortsüblichen Zeiten, z. B. zu dem Kirchweih- fest, SedanStag und Kaisers Geburtstag zu gestatten. Sie sind aber auf die Dauer eines JahreS gänzlich zu versagen für Wirthschaften, in welche» bei Tanrmusiken oder bei anderen Gelegenheiten Schlägereien oder sonstige Störungen der öffentlichen Ordnung vorgekommen sind. Werden Tanzmusiken gestattet, so darf die Feierabendstunde im Sommer 11, im Winter 10 Uhr, nicht überschritten werden.
Hanau am 27. Januar 1879.
Für Thomas Carl Glaser aus Hanau ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen-Verbände, behufs Auswanderung nach England, nachgesucht worden.
Hanau am 22. Februar 1879.
Gefun d en: Ein goldener Ohrring mit blauer Glocke. Eine lederne Tasche, enth. ein Glas nebst altem Uhrgehäus, ein goldener Knopf mit dunklem Stein.
Zugelaufen: Ein kleiner schvarzer Hund, m. Geschl.
Hanau am 4. März 1879.
Aus König'ichem Landrathsamt.
Landwirthschastlicher Kreis-Verein Hana».
Nächste Versammlung Samstag den 8. März 1879, Nachmittags 2^2 Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen zu Hanau.
Tagesordnung:
1) Beschlußfassung über eine event, an den Reichskanzler abzusendende Zustimmungsadresse, betreffend Zollposttik.
2) Besprechung über Austausch von Saatkartoffeln. Die Besitzer von bewährten Sorten werden ersucht, Proben in das Lokal des Herrn I. Bau scher in Hanau zu senden.
3) Besprechung, ob und wann eine Blumen-, Obst-, Frucht-, Gemüse- und Maschinen-Ausstellung in Hanau stattfinden soll.
4) Entwässerung der Felder. Referent: O. Mathe s, RegierungsFeldmesser.
Um recht zahlreiche Betheiligung wird gebeten.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Bor- Kehenoen ersucht.
Hanau am 26. Februar 1879.
______________ Der Landrath. ________ Rundschau.
R. F. Der Kampf in unserer inneren Politik um finanzielle und wirthschaftliche Reformen ist nun glücklicher Weise auf die Bahn gebracht, w-lche höchst wahrscheinlich zu einer Verständigung in diesen großen Streitfragen führen wird, denn es muß kcnstatirt werden, daß sowohl die Regierung als auch die Führer maßgebender Parteien aus dieser Absicht kein Hehl machen. Fürst Vismarck selbst hat in der bei ihm am 1. März stattgefundenen Soiree vor zahlreich versammelten Mitgliedern des Reichstages in ausführlicher Wei e sein Wirthschaits- Programm entwickelt und die Nothwendigkeit einer Bermittelung und Verständigung in den entgegenstehenden Ansichten betont. Als die zur Vermittelung am meisten geeignete Persön ichkeit bezeichnete der Reichskanzler den ehema igen Präsidenten des Reichs anckeramtes und jetzigen Reichstagsabgeordneten Dr. Delbrück und der Kan ler hat in dieser Wunschäur erung ohnstreitig das Rechte getroffen, denn Telbrück gilt allgemein als eine der ersten Autoritäten auf dem Gebiete der Wirth- '
schaftspolitik und außerdem steht Telbrück vermöge, seiner langjährigen Ministerstellung über den Parteibestretungen, weiß also die realen Staatsbedürfnisse unparteiisch zu beurtheilen. Man hegt auch die Hoffnung, daß Delbrück die auf ihn durch die Lage der Verhältnisse gefal- ene Misston übernehmen werde.
Der Schwerpunkt der letzten Reichstagsberathungen lag in dem wegen des Beginns der BudgeUerathungen Dem Reichskanzleramtspräsidenten Hofmann gegebenen Erläuterungen der finanziellen Lage und in der Interpellation der Abgg. Thilenius und Genossen über den Stand der Pest. Lstnfich lich unserer finanziellen Lage erfuhr man durch den Mund des Reichskanckeramtspräsidenten Hofmann, daß das Deficit nicht 14, sondern nur 11 Millionen Mark betrage und daß aus diesem Grunde und wegen der nothwendigen Mehr^orderungen für einige Reichsinstitute die Regierung eine Erhöhung der Matriku'arbeiträge, resp, eine Reichsanleihe beantragen müsse. Mit Staunen vernehmen die Reichstagsabgeordneten aus den ferneren Aus'assungeu des Staatsministers Hofmann, daß das Deficit von der Verminderung der Einnahme bezüglich Zölle und Verbrauchssteuern herrühre und eine Reform muß daher in dieser Beziehung unter allen Umständen als geboten erscheinen. Namens der nationalliberalen Partei erklärte auch der Abg. v. Benda, daß die Na« tionalli eralen sich der Einsicht nicht verschlossen, daß die Finanzreform auf dem Ee'iete der indirekten Steuern gesucht werden müsse, doch sei es nothwendig hierbei die wirthschaftlichen und finanziellen Fragen streng auseinander zu halten. Von der ersten Nerathung des Reichshaushalts- etats sprachen mehrere Abgeordnete von ihrem Parttistandpunkte zu dem Finanzwesen. T er Abg. Reichensperger Creseld verlangte eine Verminderung des stehenden Heeres, der Abg. v. Kardorff brach eine Lanze für die Z llerhöhungen und der Abg. Bamberger trat diesen Ausfüh rungen entgegen; der Reichskanzler war in dieser Sitzung (Sonnabend) anwesend, doch sprach er nicht. Die Interpellation ü-er die Pest hatte nur eine principielle Bedeutung. Die Abgg. Thilenius und Genossen wollten Angesichts der drohenden Pestgefahr wissen, was die Reichs- regierung für Mittel gegen die Ausbreitung der Pest ergriffen habe, und verlangten die Einsetzung einer internationalen Seuchencommission. Im Namen der Reichsregierung theilte dann der Reichskanzleramtsprä-- sident Hofmann die schon früher bekannt gewordenen Maßregeln gegen die Pest mit und erklärte noch, daß die Regierung Alles daran setzen werde, um eine weitere Ausbreitung der Epidemie zu verhindern.
Vom Reichsgesundheitsamt erfährt man übrigens, daß dasselbe den Entwurf einer internationalen Seuchencommission ausgearbeitet hat und daß auf Anregung Deutschlands wahrscheinlich eine solche unter Betheiligung sämmtlicher europäischer Staaten ins Leben gerufen werden wird.
Die Arbeiten der Zolltarifcommiision gehen in demselben Umfange vorwärts, als es erwartet werden konnte. Nichtsdestoweniger hält man es für schwer erreichbar, daß die Resultate der Commissionsberathungen vor Ostern an den Reichstag gelangen können.. Es wird in diesem Falle die Session eine Ausdehnung erfahren, welche sich in diesem Augenblick ums-weniger übersetzen läßt, als man nicht annimmt, daß alle I Vorschlöge der ©Immission einfach abge'ehnt werden möchten. Die | Reichsregierung soll darauf rechnen, die Resultate der Berathungen bereits für die Aufstellung des nächsten Etats auszunutzen.
Lie europäiche Gefahr, welche in der Gestalt der orientalischen Pest von Seiten Rußlands den übrigen Staaten droht, bewegt sich zur Zeit in großen Gegensätzen. Nach den Mittheilungen des Generals Loris Melik ff ist im südöstlichen Rußland die Seuche so gut wie erloschen, doch schreckte plötzlich die Nachricht den Erdtheil auf, daß in Petersburg, also mehrere hundert Meilen von Astrachan, ein leichter Pest all bei einem Hausknecht vorgekommen sei. Darauf haben jedoch zwei ärztliche Commissionen in Petersburg erk-ärt, daß die Krankheit des betreffenden Hausknechts keine Pest, sondern sekundäre Syphilis fei.
Die Verhandlungen, welche das österreichische Ministerium im Anschluß an die von der Wiener Commission festgestellten Beschlüsse, betreffs Fernha'tung der Pestgefahr, mit der serbischen Regierung führte, sind nun a geschlossen. Es wurden bei den Verhandlungen auch Punk» tationen bezüglich der Dampfschifffahrt auf der Donau unterhalb Orsowa