Einzelbild herunterladen
 

*t»kiiemeuti* Preis:

ILMich 9 Mark H-lbj. 4 M. 50 P.

Vierteljährlich 1 Wart 25 Psg. Gür auswärtige

Abonnenten mit dem betreffe», den Pvstaufichlag. Sie einzelne Num­mer 10 Psg.

ferner Anjeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis «nd Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, Und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Insertivnr-

Preis:

Die Ispalttge Darmondzeile ob. deren Raum

10 Pfg.

Sie Lspalr. geile

20 Pfg.

DieSspaltigeZeile ' 30 Psg.

Nr. 49.

Donnerstag den 27. Februar

1879.

Amtliche».

Landwirthschastlicher Kreis-Verein Hanau.

Nächste Versammlung Samstag den 8. März 1879, Nachmittags 2Vr Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen zu Hanau.

Tagesordnung:

1) Beschlußfassung über eine event. an den Reichskanzler abzusendende Zustimmungsadresse, betreffend Zollpolitik.

2) Besprechung über Austausch von Saatkartoffeln. Die Besitzer von bewährten Sorten werden ersucht Proben in das Lokal des Herrn 9. Barischer in Hanau zu senden.

3) Besprechung, ob und wann eine Blumen-, Obst-, Frucht-," Ge- müse- und Maschinen-Busslevung in Hanau stattfinden soll.

4) Entwässerung der Felder. Referent: O. Mathes, Regierungs- Feldmeffer.

Um recht zahlreiche Betheiligung wird gebeten.

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Vor- fiehenden ersucht.

Hanau am 26. Februar 1879.

Der Landrath.

TkZeKtKa«.

Berlin, 26. Febr. Se. Majestät der Kaiser und König sind durch einen Kehlkopfkatarrh gezwungen das Zimmer zu hüten und wa­ren so verhindert, gestern bei dem Ballsest im Königlichen Schlosse und heute bei dem Trauergottesdierst für den veistvrbenen Eeneral-Feld- marschall Grafen von Roon zu erscheinen.

' Heute nahmen Se. Majestät den Vortrag^des Wirklichen Geheimen Raths von Wilmowski entgegen. (R. u. St.-A.)

Berlin, 26. Februar. (Reichstag.) Im weiteren Verkäufe der gestrigen (9.) Sitzung führte der Reichstag die dritte Berathung des Handelsvertrages zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn zu Ende.

Nachdem dann die allgemeine Rechnung über ben' Haushalt des Deutschen Reichs pro 1874 auf Antrag bis Abg. Rickert der Nech- nungskommission überwiefin war, folgte die erste Berathung des Gesetze entwurfs, betr. den Verkehr mit Nahrungsmitteln, Genußmitteln und Gebrauchsgegenständen. Nach längerer Diskussion wurde die Vorlage einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen.

Hierauf folgte die erste und zweite Berathung des Weltpostvertra­ges, des Uebereinkommens, betreffend den Austausch von Briesen mit Werthanga'e, und bis Uebereinkommens, betr. den Austausch von Post­anweisungen.

Das Haus genehmigte ohne weitere Debatte hierauf den Weltpest­vertrag, sowie die Uebereinkowmen, betr. den Austausch von Briefen mit Werthangaben und betr. den Ausiausch von Postanweisungen, worauf es sich um 33/4 Uhr vertagte. (R. u. St-B.)

Berlin, 25. Febr. Die sich in zunehmender Häufigkeit er­eignenden Trichinose-Erkrankungen sind Gegenstand erneuter Anregung eines Gesetzes zur allgemeinen Einführung der mikroskopischen Unter­suchung des Fleisches aller geschlachteten Schweine. Schon vor Monaten ist ein diesbezüglicher Antrag vom Reichsgesundheitsamt bei der Reichs­regierung gestellt, von der Mehrzahl der Bundesregierungen af er ab- l ehnend begutachtet worden, so daß eine Vorlage an den Bundesrach nicht Statt gesunden hat. Namentlich sollen die süddeutschen Staaten damals das Bedürfniß einer solchen Maßregel in ihrem Bereiche a's nicht vorhanden, Sachsen aber auf Grund der Erfahrung, daß trotz der in einzelnen Theilen des Landes eingefühiten Untersuchung dich zahl­reiche Erkrankungen an Trichinen-Lnfection vorgekommen seien, sich gegen die allgemeine Einführung jener Untersuchung ausgesprochen haben. Von Seiten Preußens ist die Angelegenheit als eine Frage der örtlichen Sanitätspolizei und daher außer dem Bereich der Reichscompetenz lie- , gend erachtet worden. Unter dem Eindruck der sich jetzt auch in Süd- Deutschland häufenden Beweise des Bedürfnisses einer allgemeinen Rege­

lung dieser Frage wird in Reichstagskreisen eine eingehende Besprechung derselben beabsichtigt. Der Entwurf über den Schutz nützlicher Vögel hat durch die Busschüsse für Handel und Justiz, Justizwesen des Bun­desrathes mancherlei Abänderungen erfahren. Die wichtigste geht dahin, den ersten Absatz des §. 1 wie folgt zu fassen: Das Zerstören und das Ausheben von Nestern oder Brutstätten der Vögek, das Todten, Zer­stören und Ausnehmen von Jungen und Eiern und das Feilbieten der gegen dieses Verbot erlangten Nester, Eier und Jungen ist untersagt.

(Köln. Ztg.)

B erlin, 25. Febr. Die Zolltarif-Commission hat gestern die Zölle auf Getreide und auf Vieh im wesentlichen nach den Anträgen der Herren Dedemann und v. Bötticher angenommen. Der schutzzöll- nerischen Mehrheit traten diesmal noch Baiern und Mecklenburg hinzu. Baiern wehrte sich im Interesse seiner Bierbrauer nur gegen den Zoll auf Gerste, jedoch vergebens.

Berlin, 25. Februar. Die Trauerfeier für Roon findet auf Kosten des Kaisers statt, der dadurch seiner Dankbarkeit gegen den Ver­storbenen Ausdruck zu geben wünscht. Es wird jetzt auch bekannt, daß der Kaiser, nachdem er die Nachricht von dem Ableben des Generalfeld­marschalls empfangen, der Wittwe einen Besuch gemacht hat, um ihr sofort sein Beileid auszudrücken. Erst am nächsten Tage erfolgte die offizielle und militärische Meldung vom Ableben des Grafen an den Kaiser durch den ältesten Sohn desselben. Das Fideicommiß, das seiner Zeit aus den Dotationen des Jah-es 1866 und 1870 gebildet wurde und zu dem auch die Rittergüter Crobnitz und Döbschütz bei Reichen­bach und Neuhof bei Coburg gehören, geht auf des Grafen ältesten Sohn über. Im hiesigen Jnvalidenhause lebt noch ein Officier, der vom Jahre 18181821 im berliner Cadettencorps Roon's Lehrer ge­wesen ist und denselben sines regen Fleißes wegen stets bevorzugt hatte. Es ist dies der 86jährige Hauptmann Schmach, der noch sehr rüstige Cbef der 5. Compagnie des hiesigen Jnvalidenbaiaiüons. Roon, der späterhin als Lieutenant mit seinem einmaligen Lehrer gleichzeitig Un­terricht am berliner Cadettencorps ertheilte, war diesem stets sehr gewo­gen. 26. Febr. Der kirchlichen Trauerfeier für den Feldmarschall Grafen v. Roon in der Garnisoniirche wohnten die Kaiserin, der Kron­prinz, sämmtliche Prinzen des Königshavses und alle hier anwesenden Offiziere der Armee und Marine bei. Die zur Trauerparade comman« dirten Truppen mit Musikcorps, florumhüllten Fahnen und Standarten waren zwischen dem Museum und dem Schlosse im Lustgarten ausge­stellt. Als kurz nach 12 Uhr von der Garnisonkirche her der Leichen- zug nahte, der von einer ambulanten Truppe: chaine umgeben war und welchem die Leidtragenden folgten, schlugen alle Musikcorps der Trauer­parade den Trauermarsch und setzten sich unter den Klängen des Cho« rals:Jesus meine Zuversicht!" dem Sarge voraus über den Schloß­platz, die Breitestraße nach dem Görlitzer Bahnhof in Bewegung. Eine dichte Menschenkette war in allen Straßen, welche der Zug passirte.

Berlin, 26. Febr. Der Bundesrath hat sich, wie dieTrib " erfährt, damit einverstanden erklärt, daß zum Zwecke des Eintritts des deutschen Reiches in den zwischen Preußen, Großbritannien, Oesterreich und Rußland bestehenden, die Unterdrückung des Negersklavenhandels betreffenden Vertrag vom 20. Dezember 1841 ein Uebereinkommen zwi­schen dem letzteren und Großbritannien nach Maßgabe eines vorgelegten Entwurfes, jedoch mit einer Bestimmung dahin abgeschlossen werde, daß der Austausch der Ratifikationen erst nach erfolgtet Zustimmung der beiden anderen betheiligten Staaten stattzufinden habe.

S. M. gedeckte KorvetteBismarck", 16 Geschütze, Komman­dant Korvetten-Kapitän Deinhard, ist am 24. Februar cr. in Valpa­

raiso ein getroffen. _ ,

Das Reichs-Eisenbahnamt hat nach demBerl. Tgm. unter Hinweis auf das Beispiel der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn, welche das Telephon im Bahnbetriebe mehrfach mit gutem Erfolge anwendet, die sämmtlichen Eisenbahnverwaltungen ersucht, solche Versuche gleich­falls anzuftellen, damit aus den Resultaten dieser allgemeinen Erpro- bung sich ein Urtheil bilden läßt, ob und in welchem Umfange dre Tele- p^one im äußeren Eifenbahndienste verwendet werden können. Ausd.nck-