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nunmehr ihre Berathungen beendet hat, wird die Regierungsvorlage mit unwesentlichen Veränderungen dem Landtage zur Annahme empfehlen.
— Hamburg, 10. Februar. Der Spruch des Seeamtes in der Angelegenheit des Unterganges der „Pommerania" ist heute gefällt worden. Derselbe mißt die ausschließliche Schuld an der Kollision den falschen Manövern der Bark „Moßl Eilian" bei. Die Besatzung der „Pommerania" trifft auch keine Schuld, diese falschen Manöver der Bark nicht früher wahrgenommen zu haben. Das Benehmen des Kapitäns, der Offiziere und der Mannschaft der „Pommerania" nach der Kollision war durchaus lobenswerth.
— Paris, 9 Febr. Das Fest, welches der hiesige Deutsche Turnverein gestern Abend zu Ehren von Lessing's 150. Geburtstag feierte, ist, wie die „Köln. Ztg " schreibt, so glänzend ausgefallen, daß es jeder derartigen Feier in Deutsch'and würdig zur Seite gestellt wer den kann Der Verein zeigte bei dieser Ge egenheit so recht, wie ernst er es mit seinen Bestrebungen meint, im Auslande deutsches Gemüth und deutsche Bildung zu wahren und zu fördern. Zu dem Fest, das gegen 9^2 Uhr seinen Anfang nahm, hatten sich ungefähr 250 Mitglieder und Gäste, unter diesen eine größere An ah; Mitglieder der hiesigen deutschen Botschaft so wie der bayerische Geschäftsträger, in den festlich geschmückten Räumen des Dereinslokals einge unden Der Festsaal war mit Fahnen geschmückt; im Hintergründe prangte ein Bi dniß von Les sing (von dem Vereinsmitglied Maler Begel in Kreide gezeichnet) und an den Wänden waren die Namen der Hauptwerke d s großen Deutschen auf gothischen Schildern zu lesen. Die Feier begann mit dem Übungen des Liedes „Deutsch and, Teutsch and ü^er Alles", worauf vier Mitglieder des Vereins die Ouvertüre zu Egm^nd auf zwei C avieren vor- trugen. C. Weißenburg, welcher in Abwesenheit des Präsidenten den Vorsitz führte, hielt hierauf die Lessing und seinem Leen gewidmete Festrede und wies darauf hin, wie die Feier in so recht eigentlichem Zusammenhang mit der Richtung und der Wirksamkeit des Vereins stehe, der als Hüter des deutschen Wesens im Auslande die besondere Verpflichtung hale, die großen Gedenktage des deutschen Volkes nicht g eich- giltig vorübergehen zu lassen. Die Versamm ung nahm mir großem Bei all die ernste, schlichte, aber zugleich freimüthige Rede des Vorsitzenden auf und sang dann das von dem Bibliothekar des Vereins gedichtete Festlied, welches die gehobene Stimmung der Versammlung noch vermehrte. Nachdem Manuel Jimenez (in Cuda geboren und in Leipzig musikalisch ausgebildet) mit großer Virtuvsität einige Elavierstücke vorgetragen, begann das eigentliche Festspiel mit einem von Maler Vogel verfaßten Prolog, worauf die Vereinsmitglieder Lorch, Mullner, Wirf, Ferber, Nenner, Sauvage (ein Deutscher mit französischem Namen) und Müller den ersten Bu'zug von Minna von Barnheim und einige Scenen aus dem Nathan vortrugen. Die Vereinsmitglieder ent edigten sich der ihnen gewordenen schwierigen Ausgabe zur Zufriedenheit Aller und ernteten reichen Beifall. Nach dem Festspiel war die vfsicielle Feier um lx/2 Uhr beendet, doch war man bis Tagesanbruch beisammen. Der Turnverein leistete gestern jedenfalls Großartiges, und es steht zu hoffen, daß er lange Jahre in diesem Geiste die hiesige deu sche Jugend bilden möge. — Challemel Lacour, der neue Botschafter der fran öaschen Republik in Bern, reist heute auf seinen Posten ab. Graf de Saint Vallier kehrt Dienstag oder Mittwoch nach Berlin zurück. — Der Admiral Saures, der neue Botschafter in Spanien, reiste vorgestern nach Madrid ab.
— Paris, 10. Febr. Daß General Chanzy zum Botschafter in Petersburg ernannt werden wird, gilt als sicher.
— London, 11. Februar. (R.- u. St.-A.) Ein gestern von Kaufleuten der City abgehaltenes großes Meeting verhandelte über die kommerzielle Nothlage und beschloß die Ueberreichung einer Denkschrift an den Premier Carl Beaconsfild, worin die Einleitung einer Enquete darüber beantragt wird, bis zu welchem Grade der gegenwärtige Nothstand durch den Freihandel verschudet worden sei.
— London, 11. Febr. (Köln. Ztg) Laut vom Cap hier einge"aufenen Nachrichten vom 27. v. M. hat eine englische, aus einem Theile des 24. Regiments, 600 Eingeborenen und einer Batterie bestehende Truppenabcheilung von einem auf 20,000 Mann geschätzten Streithausen der Zulukaffern eine mit schweren Verlusten verbundene Nieder'age erlitten. Ein aus 102 Wagen, 1000 Ochsen, 2 Geschützen, 400 Geschützkugeln, 1000 Gewehren, 250,000 Patronen so wie vie en anderen Munitions- und Proviantvorräthen bestehender Transport fiel in die Hände der Feinde, eben so die Fahne des 24. Regiments. Die Schlacht fand in der Nähe des Flusses Tugela Statt. Die Zulus haten 5000 Todte, die englische Truppenabtheckung aber ist vollständig vernichtet. Der Verlust der Engländer an Todten beträgt 60 O-ficiere und 500 Mann. Port Natal ist von den Zulus ernstlich bedroht. Der General-Gcuverneur des Caplandes hat um Verstärlungen aus England gebeten.
— St. Petersburg, 11. Februar. (R.- u. St.-A.) Das amtliche Blatt veröffentlicht einen vom Ministerium des Innern er- gangenen Cirkularerlaß an die mit der Ausstellung von Reisepässen be- u. fragten Gouverneure, worin dieselbe» mit Anweisung versehen wer
den wegen der Certificate, die den nach Deutschland und Oesterreich Reisenden darüber anszustellen sind, daß sie innerhalb der letzten 20 Tage nicht in von der Epidemie heimgesuchten Gouvernemeuts sich auf- gehalten haben, und wonach die betreffenden Certificate von einem deutschen oder österreichischen Konsul visirt sein müssen.
— St. Petersburg, 11. Febr., Vormittags. Am Sonntag fand, wie der „Russische Invalide" meldet, in der Manege des Inge- nieurschloffes in Gegenwart Sr. Majestät des Kaisers eine Wachparave des Grenadier-Regiments statt. Nach derselben hielt der Kaiser eine Ansprache an die Offiziere, in welch >r er die erfolgte Unterzeichnung des definitiven Friedens mittheilte und den Anwesenden seinen Dank für die von ihnen geleist ten Dienste aussprach. Weiter gab der Kaiser der Hoffnung Ausdruck, daß es ihnen in Zukunft erspart bleiben möge, Blut zu vergießen, doch sei er überzeugt, daß die Truppen nöthig-nfalls das Vaterland zu vertheidigen wissen würden. — Am nächsten Sonntag findet anläßlich des Friedensschlusses mit der Türkei eine Parade im Wmterpala s statt.
— New-Aor k, 10. Februar. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Oder" ist hier eingetroffen.
Lokales.
Hanau, 12. Februar 1879.
* Am vergangenen Donnerstag fand das vierte und in dieser Saison letzte Concert der Herren Wallen st ein, Heermann und Müller im Sacke des „Riesen" statt. Wenn wir auf die vier Concerte zurückblicken, so müssen wir rückhaltlos gestehen, daß wir den verehrten Herren Conc rtzebern, namentlich was ihre eigenen Leistungen anbelangt, eine ganze Fülle des reinsten, edelsten Kunstgenusses zu danken haben. Der vokale Theil der Concerte stand zu öfteren Malen nicht auf den gleichen Höhe.
Auf Einzelheiten einzugehen sei uns nur im Hinblick auf das letzte Concert gestattet.
Die beiden Trios von Beethoven und Haydn wurden, besonders das erstere, mit einer Vollendung zu Gehör gebracht, zu welcher die drei Vortragenden, die Herren Wallen st ein, Heermann und Müller, zu gleichen Theilen beitrugen und wie sie meisterhafter kaum zu erreichen sein dürfte.
Wir erlauben uns nur die eine Bemerkung, daß uns der Schlußsatz des Haydn'schen Trios im Tempo etwas zu rasch, fast überstürzt erschien.
Das Duo für Clavier und Violine über Oberon „von Vieuxtemps" und Wolff, von den Herren Heermann und Wallenstein vorgetragen, zeigte auf's n>ue, in welch außergewöhnlichem Grade die beiden Vortragenden ihre Instrumente beherrschen und daß ihre Technik über alle Schwierigkeiten erhaben ist.
Herr Joseph Beck, erster Bariton ist am Stadttheater zu Frankfurt, hacke den vokalen Theil des Concertes übernommen. Er sang : „Wie berührt mich wundersam" von Brendel, „Einst spielt ich mit Scepter" aus „Zaar und Zimmermann" von Lortzing, „Warnung vor dem Rhein" von Ph Härtung und „Komm" von Meyerbeer, außerdem noch ein sehr hübsches Lied als Zugabe. Herr Beck, weicher über eine, besonders in der höheren Lage, außergewöhnlich kraftvolle Stimme verfügt, leistete bei dem Vortrag der verschiedenen Lieder sehr Aner- kennenswerthes und wurde ihm reicher Beifall und Hervorruf zu Theil.
Wir können jedoch die Bemerkung nicht unterdrücken, daß bei ihm, wie bei vielen, anerkannt tüchtigen Bühnensängern, manche Härten in der Aussprache und Tongebung, die auf der Bühne nicht auffallen, ja sogar hier und da am Platze sein mögen, im Concert-Saal jedoch der Gesammtwirkung des Vortrags nicht günstig sind, zu bemerken waren. Die Wiedergabe des Brendel'schen und Meyerbeer'schen Liedes schien uns am besten gelungen.
®e§r erfreut waren wir auf dem Programm ein Lied zu finden von Ph. Härtung, dessen Kompositionen von hoher Begabung und gründlichem Studium zeugen und in hiesigen musikverständigen Kreisen schon länger volle Anerkennung und Würdigung gefunden haben.
Es will uns nun bedünken, als ob das uns genau be'annck, gerst- volle Lied, welches voll dramatischen Lebens ist, in Herrn Beck keinen glücklichen Interpreten gefunden habe, oder, als ob der Sänger nicht vertraut genug mit der Composition gewesen sei; wenigstens scheint das Außerachtlassen der sehr genauen Bezeichnungen, nicht weniger das von Anfang bis zum Schluß, bis zur Monotonie unveränderte, im Ganzen zu schlkppende Tempo unsere Meinung zu bestätigen. Außerd m trugen mehrere auffallende Aenderungen der Melodie, die wohl kaum mit Zustimmung des Componisten vorgenommen wurden, dazu bei, das Lied seine Wirkung verfehlen zu lassen.
Wir erlauben uns noch zum Schluß eine Bitte an die verehrten Herren Concertgeber. Wir hofften nämlich zuversichtlich auf dem Programm des Abschieds-Concerts unter den Instrumental-Nummern wenigstens eine der hervorragenderen Compositionen der neueren Meffter z. B. Brahms zu finden und bitten nun, mit einem herzlichen: „Aus