Einzelbild herunterladen
 

174

laß scheint i» Z isamwenhang mit einer Beschwerde zu stehe», die der Abgeordnete Wüte am 14. Sanitär bei Berathung des KaltuSetatS vor- brächte. Nach dessen Mittheilung wich seit zwei Jahren am Gymnasium Frankfurt a. M. für den katholischen Unterricht ein Handbuch ge­braucht, welcher die Lehren der protestantischen Kirche auf unerhörte Weise verunglimpft und auch Friedrich den Großen einen vom sittlichen Standpunkt höchst verwerflichen Mmschm nennt Der R-zierunzs- comm'ssir bemerkte, daß kein Buch geduldet werden dürfe, in welchem systematisch Haß und Verachtung der anderen Konfessionen gepredigt werde; von diesem Standpunkte aus werde von dem Provinzialschul- kollegtun in Cassel Bericht eingefordert werden, und wenn die Sache ihre Bestätigung finde, sofort Remendur eintreten.

— Cassel, 6. Februar. Von dem Ausschuß des Kongresses Deutscher Landwirthe ist nach dem „Hess. Wochbl." unter dem 17. Jan. ein Schreiben an ca 1700 landwirtyschafttich: Vereine zur Versendung gelangt, welches in seinen wesentlichen Stellen folgendermaßen lautet: Die Berücksichtigung unserer Interessen bei der W rthschastsreform ist bei der bestehenden wirthschafttichen Situation eine Existenzfrage. Bei der Tragweite der richtigen Lösung derselben wird diese Frage einen Hauptpunkt der Tagesordnung des Kingresses Deutscher Landwirthe am 24. und 25 Februar 1870 bilden. Es ist von der höchsten Wichtig­keit, daß die Pläne des Reichskanzlers unterstützt werden durch den öffentlichen Ausdruck unserer Wünsche und Bedürfnisse. Versäumen wir den jetzigen Zeitpunkt, der in jeder Weise für uns günstig, so ist für lange Zm jede Hoffnung auf Besserung unserer ernsten Lage ver­loren. Da das Gedeihen der Landwirthschaft die Vorbedingung für die Wohlfahrt des gesammten Wirthschafts- und StaatSlebenS ist, so wird die Betonung unserer Interessen sogar zur Pfl cht dem Vaterland gegenüber. Wir beehren uns deshalb die landw'rthschaftlichen Vereine einznladiN und zu ersuchen, Delegirte zum nächsten Kongresse Deutscher Landwirthe zu senden, um an den Berathungen Theil zu nehmen, da­mit die Beschlüsse desselben möglichst die Anschauung der gesammten Deutschen Landwirthschaft darstellen. Dann werden diese Beschlüsse auch unstreitig nicht verfehlen, einen bedeutenden Einfluß auf die Ent­schlüsse der gesetzgebenden Versammlungen auszuüben.

Aus der Umgegend.

— Der Frankfurter „General-Anzeiger" schreibt unterm 7. Febr. aus Frankfurt am Main: Vorgestern versuchte Hier'elbft ein Frauen­zimmer durch Erhängen ihrem Leben ein Ende zu machen, wurde jedoch noch recht eilig entdeckt und angeschnitten. Dasselbe soll trotz seiner Jugend sch n häufig i estra t sein und z. Z. wieder einen längeren Au­fenthalt im Arbeitshause zu erwarten haben. — Wir erhalten aus zu­verlässiger Quelle die Mitthei ung, daß die Frankfurter Bolksküch Allerhei.igenstraße 26, im „Grünen Wa d" in ganz kurzer Zeit eröffnet wird.

Marktbericht.

Hanau, den 8 Februar. Der heutige, ziemlich gut befahrene Markt brächte folgende Preise: Butter kostete 90—95 Pf, Käse 4—5 Pf., Eier 7—9 Pf., ein Eänseei 15 Pf., dürre Bohnen 32—34 Pf, Linsen 34-36 Pf., Erbsen 40-45 Pf., Zwiebel 20 Pf , Welschkorn 25—26 Pf. und Kartoffel 12—14 Pf. das Doppelliter, letztere 100 kg 6 bis 6,40 M, Ka'anien 0,50 kg 25 Pf., Brod 2 kg 42 und 3 kg 56 Pf; Weißkraut 10-12 Pf, Rothkraut 15-40 Pf. und Blumenkohl 30—40 Pf. das Stück, ein Huhn 1,40 bis 2 M., ein Hahn 1,80 bis 2 M, Fische: gemöhn'iche Sorte 20 Pf., bessere 30 Pf, Barten 45-50 Pf und Hecht 1,10 bis 1,30 M. = 0,50 kg, Stroh 1,40 bis 1,60 M und Heu 1,80 bis 2,50 M. = 50 kg.

Verlosungen.

— Finnländische 10-Thl.-Loose von 1868. B i der am 1. d. in Helsingfors Statt gefundenen -Verlosung wurden folgende Serien gezog-n: 72 630 808 1139 1218 1250 1342 1483 1553 1570 1741 1966 2028 2042 2287 2288 2504 2612 2615 2616 2718 2732 2795 3333 3353 3443 3615 3824 3983 3986 4179 4187 4357

4378 4563 4822 4980 5< 83 .5125 5253 5298 5320 5432 5507

5769 5800 6099 6583 6659 6705 6707 6749 6805 6863 7004

7103 7116 7151 7269 7413 7431 7653 7723 7774 7860 8067

8073 8074 8079 8153 8245 8253 8361 8366 8553 8605 8733

8787 9050 9078 9098 9846 10079 10133 10173 10188 10344 10382 10533 10652 10660 10848 10879 10958 11621 11697 11724 11757 11832 und 11921. Die Prämienziehung erfolgt am 1. Mai.

Thermometer st and.

7. Februar. Höchster Stand + 7°, Abends 7 Uhr + 6°:

8. Februar. Morgens 7 Uhr + 7°, Vormittags 10 Uhr + 7°

Börsen» ach richte».

N—r. Hanau, 7. Februar 1879.

Geshäftsstill und uninteressant Biaenn die Woche. Nachdem das mäfige Animo, mit dem die vorige geschlossen, verraucht war, erlahmte das Geschäht und die Course begannen langsam zu weichen Die Be­richte vem Heerde der Seuche in Südrußlan' mit ihren stereotypen 3 Fieberkranken erinnerten lebhast an den einen gefallenen Kosaken der russischen KriegsbulletinS. Die Abmachmg zwischen Berlin und Wien betr. Art 5 des Wiener FriedenS berührt keine auf der Tazesordnung stehende Fraze. Der Regierungswechsel in Frankreich ist eine abgethane Sache und da die Pariser Börse zufrieden erscheint, so ist es nicht an den andern Plätzen sich da-über Sorge zu machen.

Erst gestern kam etwas mehr Zag in das Geschält auf die von Wien eingelaufene Meldung, daß der russisch türkische Sepa-atfrieden, bet lange erwartete, endlich abgesch'offen s-i und daß die Türken Grie- ch mland, Persien und Montenegro gegenüber wenn auch zögernd eine nach der andern der St'pulationen des Berliner Friedens zur Ausführung bringen werden. Bei be'ebtem Geschäfte siegen die Course ziemlich rasch, ohne jedoch wie unsere Vergleichstabelle zeigt, viel mehr als die im Anfang der Woche erlittenen Verluste einzuholn.

Deutsche S'aatspap'ere waren lebhaft begehrt und ze gen verhält- nißmäß'g erhebliche Besserung.

Abermals sind neue gekündigte Nummern der 87er Amerikaner be­kannt geworden. Die letzt Erreichten find

ä Doll. 50 Nr. 75,000 ä „ 100 „ 115,000 ä „ 500 „ 75,000

ä „ 1000 „ 114,000.

Die so raf fi sich folgenden Kündigungen haben den Cours der 6 pCt. und 5 pCt. Amerikaner stark gedrückt.

Geld ist reichlich und Prima Disconten ansehnlich unter Banksatz zu placiren.

Frankfurter Course

am 30. Januar

am 6. Februar

4% Reichsanleihe

956/i6

95n/i8

4°/o Bayern

95s/i6

955's

Oester. Creditaetien

192'/,

193 ‘/*

Oesterr. Staatsbahnactie«

208'/,

210

Ungar. SchatzbonS

10118/ie

102

Ungar. Goldrente

71s/8

71’/s

Russen von 1877

839/ie

839/ie

Hess. Ludwigsbahnaetien

66 */<

66

15118/ie

152

Reichsbankactien

AuSzüge aus dem Amtsblatt der Königliche» Regie­rung zu Cassel.

Niedergründau. Auf Antrag eines Pfandgläubigers ist der Zwangsverkauf der auf den Namen des Schmieds Heinrich Dietz (Hein­richs Sohn) zu Niedergründau und in dessen Gemarkung gelegenen Im­mobilien erkannt und erster Verkaufstermin auf den 6. März d. I., hülfsweise zweiter und dritter auf den 3. April d. Js. und 1. Mai d. I., jedesmal Vormittags 10 Uhr, an Königl. Amtsgericht Gelnhausen anberaumt.

Hellst ein. Auf Antrag eines Pfandgläubigers werden zur zwangsweisen Versteigerung der in der Gemarkung von Hellstem ge> gelegenen Immobilien des Martin Kalbfleisch zu Hellstem andere Verkaufstermine und zwar erster auf den 4. März d. I., zweiter auf den 1. April d. I., und dritter auf den 29. April d. I., jedesmal Vormittags 11 bis 12 Uhr, an Königl. Amtsgericht Wächtersbach an­gesetzt.

Sterbfritz. Tagelöhner Johannes Hohmann von Sterbfritz ist nach seiner glaubhaften Anzeige überschuldet und wird deshalb Ter­min auf den 20. Februar l. I., Vormittags 10 Uhr (Tontumacirzeitj, an Kgl. Amtsgericht Schwarzenfels anberaumt.

Somborn. Auf Antrag eines P^andgläubigers ist der Zwangs­verkauf der auf den Namen des Konrad Streb 3r (Johann Georg Sohn) zu Somborn katastrirten, in Somborner Gemarkung gelegenen Grundstücke erkannt und zu dessen Vollziehung erster Verkaufstermin auf den 12. März 1879, event, zweiter auf den 9. April 1879, dritter auf den 14. Mai 1879, jedesmal von 11 bis 12 Uhr Vormittags, an Kgl. Amtsgericht Meerholz anberaumt worden.

Bockenheim. Zum zwangsweisenVerkaufe der auf den Namen des Mechanikus Philipp Müller für sich und seinen minderjährigen Sohn Wilhelm Müller z Z. in Hausen katastrirten, in hiesiger Ge­markung belegenen Immobilien ist erster Steigerungstermin auf den 13. März d I., event, zweiter und dritter auf den 9. April und 8. Mai d. I., jedesmal Vormittags 11 Uhr, an Königl. Amtsgericht Bocken- Hemu anberaumt.

Niedergründau. Auf den Antrag eines Pfandgläubigers ist der Zwangsverkauf des auf den Namen des Waldschützen Friedrich Merz von Niedergründau, dermalen in Gettenbach, in Niedergründau und dessen Gemarkung katastrirten Grundeigenthums erkannt und erster Ber-