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darf, schwerlich jemals zu verwirklichen sein würde. — Wir halten eS dringend geboten, daß hier Bestimmungen getroffen werden, welche die Neuanlage einer Straße überhaupt ermöglichen, etwa in der Weise, dab, wenn eine An ahl von Anliegern, deren Grund« stücke zusammen die Straße auf einen näher festzusetzenden Theil ihrer Länge berühren, gewillt sind, dieselbe anzulegen, die Stadt einstwei en die Straßenanlage längs der übrigen Grundstücke aus« ; führt, vorbehaltlich der Rückerstattung der Kosten durch die Grund eigenthümer, sobald diese auf ihren Grundstücken Wohngebäude errichten. — Nur in derartigen Bestimmungen, und da der Gemeinde allein das Recht zusteht, die für Anlage der Straßen bestimmte Grundfläche zu expropriiren, sehen wir die Möglichkeit einer Be bauung des dafür vorge ehenen Terrains, während wir außerdem in der Feststellung von Straßen auf dem Papier, ohne Möglichkeit einer Verwirklichung derselben, nur eine zwecklose Eigenthnmsbe- schränkung zu erkennen vermögen.
Hinsichtlich des § 6, der die nähere Art der Straßenher- stellung — ob Pflaster, ob Chaussee rc. —, in allen Fällen den Bestimmungen der städtischen Behörden unterwirft, erlauben wir uns, — ohne hier auf die Frage näher einzugehen, ob im §. 15 des Gesetzes v m 2. Juli 1875, betr. die Anlegung und Verände rung von Straßen usw, mit den Worten: „Die Freilegung, erste Einrichtung", auch die Ehaussirung oder Pflasterung, also die volle Fertigstellung der Straße zu verstehen ist, — untre Ansicht dahin auszu'prechen, daß wir es in Anbetracht des hier vorhan denen geringen Reichthums und daß es sich doch nur um außerhalb der eigentlichen Stadt belegene Straßen mit nicht geschlossenen Häuserreihen handelt, sich auf alle Fälle die Bestimmung empfeh en dürfte, daß bei Neuanlage von Straßen jederzeit die gegen Pfla sterung weit billigere Ehaussirung Platz zu greifen habe.
Indem wir einem verehrlichen Stadtrathe vorstehende Einwendungen und Erwägungen zu geneigter Berücksichtigung ergebenst empfehlen, glauben wir auf eine entsprechende Umänderung des aufliegenden Statuts umsomehr rechnen zu dürfen, a s wir unS in unsren Ansichten und Wünschen mit dem größten Theile der hiesigen Einwohner, auch deren Namen hier nicht unterschrieben sind, einig wissen, und verharren
Hochachtungsvoll!" (Folgen die Unterschriften.)
8. (Aufruf und Bitte.) Unsere Bögel sind kaum der Noth und Gefahr entronnen, welche ihnen der Wint-r geb acht, so naht sich ihnen auch schon wieder ein anderer Feind, der schlimmer als der Winter ist. Denn der Schülerverein zum Schutze der Bögel hat an der Hand des Thierschutzvereines alles aufgebottn um die beliebten Sänger unserer Anlagen rc. zu überwintern. Aber ruchlose Hände stellen Fallen um die armen Thierchen ihrer Freiheit zu berauben. So wurde gestern Mittag von einer aus der Schule kommenden Schaar Knaben in der Haingasse ein solches Mordinstrument gefunden und aufgehoben. Der Vogler war zu spät gekommen; unter seine Falle hatte sich eine Schwarzamsel locken lassen, welch: vor Angst und durch ihre Arbeit sich wieder los zu machen, so ermattet war, daß sie, als ihr die Freiheit wieder geschenkt wurde, kaum im Stande war fort fliegen zu können. Daß sich bei solcher Gefahr die Thierchen in unserer Nähe nicht wohl fühlen können und bald wieder das Weite suchen, liegt auf der Hand. Es ergeht deshalb an alle Edeldenkenden die Bitte: den Unholden, die ja meist bekannt sind, nachzugehen, ihre Fallen aufzuheben, dieselben im Betreturgsfalle bei dem Vorstände des Thierschutzvereins oder direkt bei der Polizeibehörde zur Anzeige zu bringen und so alles aufzubieten, um diesen ihr Handwerk legen zu helfen, damit wir endlich einmal auch in Hanau dahin kommen, wohin es schon so viele größere Städte gebracht haben, daß wir uns auch in den Anlagen und in unseren Gärten an dem herrlichen Gesänge der Vögel erfreuen können.
— Gestern wurde uns ein kurz vorher gefangener, recht munterer Schmetterling (Tagpfauenauge Vanessa io) vorgezeigt. Wenn auch in den jüngsten Tagen die Witterung verhältnißmäßig recht milde war, so dürfte das zarte Geschöpf doch viel zu früh sein sicheres Versteck ver- lassen haben.
— (Turnerisches.) In gestriger gut besuchter Generalversammlung beschloß die Turngemeinde aus dem Maingau auszuscheiden und sich dem Gau Offenbach anzuschließen, und zwar aus dem Grunde, weil im Maingau eine Turngemeinde, einerlei wie stark die Zahl ihrer Mitglieder, nur eine Stimme abgeben kann, während im Gau Offenbach auf je 25 Mitglieder der betr. Gemeinde eine Stimme fällt, was bei wichtigen auf den Gautagen zu verhandelnden Fragen mitunter von großer Tragweite ist.
— Aus dem Kleiderschränke einer Wohnung der Altstadt entwendete gestern Abend ein etwa 13jähriger Junge 3 Mk. Des Thäter« ist man noch nicht habhaft geworden.
— In ein Hans der neuen Anlage hatte sich vergangene Nacht ein Bursche, jedenfalls in keiner lauteren Absicht, Eingang zu verschaffe»
gewußt. Die Dienstmädchen bemerkten dies und schlugen im Hause Lärm, der Bursche versteckte sich darauf in den Abort. Alt man später dortselbst dessen Verhaftung vornehmen wollt-, war er verschw«- den.
Bersteigerungs- und Verpachtung-- rc. Kalender für Donnerstag den 6. Februar.
Nachmittags 2 Uhr sollen im Gasthaus „zum Stern" in Groß« auheim 17 Eichen-Stämme verkauft werden (s. Nr. 28 „Hau. An;.").
— Für heute. Abends 7 Uhr: Gottesdienst in der Marienkirche, gehalten von Herrn Pfarrer Neuber. — Hanauer Stadttheater: Zum Benefice für unseren Komiker Herrn Vio Schwarz: „Ihre Familie", Volksstück mit Gesang in 3 Akten von Dr. Stinde und G. Engels, Musik von Michaelis (neu!); Anfang 7 Uhr. — M -R.: Abend« 81/« Uhr Turnen, später Stiftungsfest. — Abends 9 Uhr: Steiger- Corps bei Beck; Spritze Nr. 1 in den „3 Gänsen". — Turn- und Fecht-Club: Abends 9Vr Uhr Generalversammlung.
Eingesandt.
—e. Niederrodenbach, 3. Febr. Gestern Abend hielten einige Herren aus Hanau (Mitglieder des Vereins für Geflügel und Vogelzucht) hierselbst einen gediegenen Vortrag über Geflügelzucht im Allgemeinen und deren Rentabilität im Speziellen. Durch das zahlreiche Auditorium war bewiesen, was für ein reges Interesse die H esige Bevölkerung auch für diesen kleinen Theil der Oeconomie besitzt.
— Bockenheim, 4. Februar. Heute am zweiten Tage des Bestehens der Suppenanstalt hatt- man sich auf völlig hundert Liter gerichtet, dies lben waren aber schon um */,1 Uhr ausgegeben, so daß die später Kommenden nicht mehr befriedigt werden konnten. Es wird deshalb, so schreibt der „B. Anz.", für die Folge ein größeres Quantum vorgesehen werden müssen.
— Cassel, 4. Febr. Hiesige Lederindustrielle versammelten sich, nach der „H. M.", vorgestern Abend im „Hotel Royal", um über ihre Stellung den schwebenden Zollfragen gegenüber zu berathen. Dieselbe» beschlossen, eine Adresse an den Centralverband deutscher Lederindustrieller in Berlin zu richten, in welcher begründet wird, daß der Schutz einzelner Brancher fertiger Leder, sowie der fertigen Schuhwaaren dem überlegenen Auslande gegenüber zur Erhaltung unserer Industrie unbedingt geboten ist; daß aber die Besteuerung der Rohwaaren, namentlich der Eichenrinde, unter keinen Umständen gestattet werden kann.
— Fulda, 4. Febr. Nach dem „Schulblatt" wird der erste Lehrer an der evangelischen Schule dahier, Herr Cantor Hill, am 1. April cr. sein 50jähriges Amtsjubrläum feiern.
— Treysa, 1. Febr. Hier sind ansteckender Kinderkrankheiten halber die Schulen geschlossen worden. Es ist die Krankheit eine seit Jahren auftretende Erscheinung, welche jedesmal arge Lücken in die Kinderschaar reißt. Das Auffallende dabei ist, daß in den umliegenden Ortschaften die Kranlhut auf einzelne Fälle beschränkt bleibt, während sie hier jedesmal s uchenartig auftritt. Die Ursache liegt hier wahrscheinlich in den schlechten Brunnen, die ein verdorbenes, übel schmeckendes Wasser liefern. (H. B.)
Aus der Umgegend.
— Der Frankfurter „General-Anzeiger" schreibt unterm 4. Febr. aus Frankfurt am Main: Die Staatsanwaltschaft in Nordhause» hat an ver chiedene hiesige Geschäftsleute, welche mit einer bärtigen Firma in Geschäftsverbindung stehen oder gestanden, gegen welche der dringende Verdacht vorliegt, ihren Kunden ein Mindermag für voll berechnet zu haben, das Ersuchen gerichtet, etwa in ihrem Besitz noch befindliche F äss r derselben hier amt.ich aichen und auf ihre Kosten nach Nordhausen senden zu lassen. — Die ihrem Manse nach vollzogener Trausng in Berlin am Hochzeitstage mit 138,000 M. durchgegangene junge Frau wurde von der Polizei in einem hiesigen Hotel ermittelt und in die Arme ihres harrenden betagten Gatten zurückgebracht.
— Darmstadt, 4. Febr. Im weiteren Verlauf der gestrigen Sitzung 2. Kammer antwortete noch der Vertreter der Regierung auf eine deßfallsige Interpellation, daß sie für eine Kettensch'eppschifffahrt auf dem Main die Zinsgarantie nicht allein, wohl aber in Gemeinschaft mit den anderen Uferstaaten, zu übernehmen gesonnen sei; in Erwägung sei, die Aus pinnung eines solchen Unternehmens bis Würzburg zu ziehen. Ueber die Frage der Main-Kanalisation ist diesseits noch keine definitive Entschließung erfolgt und wird auf die obsch webenden Verhandlungen mit Preußen hingewiesen. (Hess Landesztg.)
— Man schreibt der „Hess. Landesztg." aus Gedern vom 1. Febr.: Donnerstag gegen Abend erschien hier eine große Anzahl Zigeuner mit 9 Wagen und 14 Pferden. Man wollte sie nicht einlassen, dieselben widerutzten sich jedrch den Gendarmen und der Poli.ei, bis es endlich mit Hülfe der herbeigeeilten Bürger Gederns gelang, sie zum Abzug zu zwingen.
Verlosungen.
— Antwjerjpenejr 100 Fr.-Loose von 1867. Ziehung