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Hanauer Tn^eiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hana^

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Die Ljp-ü. Aev»

20 Pf^

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Nr. 26.

Freitag den 31. Januar

1879.

Amtliches.

Gefunden: Eine gedruckte Schürze. Ein Knabenhemd. Ein gelber Hundemaulkorb.

Entlaufen: Ein gelber Doggenhund.

Hanau am 31. Januar 1S79.

Aus Königlichem Landrathsamt

Rundschau.

R. F. Das Krönuncs- und Ordens est fand w'e alljährlich im Schlosse zu Ber in unter den üblichen Feierlichkeiten statt, und der Kai­ser als Oberhaupt des hohen Ordens vom schvarzen Adler nahm wie« derum 2 verd enstvolle M änner als Ritter in denselben auF, nämlich den General der Jnfant rie v. Boyen und den Botschafter Fürst v. Hohensi he-Schill'ngs ürsi D e Zahl der Ordens erle Hunnen betrug 746, die sich in d e verschiedensten Graden abstufen vom schwarzen Ad er-Orden erster C-asse mit Eichenlaub und Schwertern bis ;um AU- gemeinen Ehren eichen. Ein Diner von 40 Gedecken im königlichen Palais bildete den Schluß der Fe'erlichke ten.

Das im Reichsjnftizamt aus^earbeitete Gesetz, betreffend die recht­liche Sicherung der Prior tätenbesitzer resp, das Pfandrecht von E fen- Lahnen ist dem Staatsmin sterium zugeganxen, während die früher ge­nannten drei Reichs. esetze, betreffend Eisenbahnrath, Eisenbahnverwal- tunssgericht und Re chseifknbahn. esetz, den ü rch en betheiligten Bundes« regierun en ü ermittelt werden sind; der letzterwähnte Gesetzentwurf ist dazu am.ethan, dem Reichseisenbahnamte für die Zuknn t einen umfas­senden Wir un,.s!re s und eine möglichst einflußreiche Stellung gegenüber dem gesammten Eisenbahnwesen zu schaffen.

H nsichtlich der Sck utzmas regeln gegen die von Rußland drohende Pest e ahr k ehen die beshe-lit sen Staaten energisch vor, nachdem in Wren bereits zwischen Bevollmächt'gten Oesterreichs, Dentichkands, Rußlands und Rumäniens eine pr ümpieve Vereinlgrung in Betreff jener Waß- receln getroffen war, trifft nun fehlt einzelne Staat seine Specialvor- kehrung-n. Der zur Wien r Pest-Commission gehörende Dr. Finkeinburg aus Berlin ber chtet von Wien nach Berlin, daß d e Ausdehnung der Pest über den ursprünglichen Seucheheerd nach officiellen Daten nicht konstatirt und d-e Adschließung der mrstuchten Lokalitäten durch ein n doppelten Sick erh-itskordon ins Werk gesetzt sei. In Berlin ist be­reits eine Pestcommission ernannt, welche aus dem kaiserlichen Geh. Oberregserungsrath Star e, denn kafferlichen Geh Regierungsrath und stellvertretenden Direkter des Gesundhe tsamtes, dem kaiser icken Lega­tionsrath Reichardt, den preuß en Geh. Obermed c nalräthen Dr. Eulenbnrg und Dr. Kerfandt und and.ren chhm Beamten und Aerzten besteht. D ese Cemm ssion wird unverzüglich Maßregeln hinsichtlich des Er nzverkehrs mit Rußland in Vorschlag br ngen, deren Ausführung nun bald gft erfolgen dür te.

D e Eröffnung des Reichstages in Berlin wird nun am 12. Fe­bruar erfolgen, da eine kaiserliche Verordnnng dmselben zu d esemtzTage einberuf n hat.

In unserem Staatsmin sterium sollen neuerdings wieder Erwä­gungen des V rmögens d.s vormaligen Königs Georg von Hannover an^eregt worden sein. Die Haltung des Herzogs von Cumberland, seines Sohnes, trägt bekanntlich nicht dazu bei, die Aufhebung der Se. quesiration zu bewirken und erscheint es als » ahrscheinUch, daß nun b-r Vertrag von 1857 selbst als aufmhobtN erklärt wird und die bisher m t B sch ag belegten Geid r nunmehr dem preußischen Staatssond zu geführt werden.

Wichtiger a^s die Berathungen unseres Abgeordnetenhauses selbst sind in letzter Ze t d e Berathungen und Beschlüsse der Kudgetcommis« sion un eres Abgeordnetenhauses geworden. Für den Eifenbahnetat Preußens haben de letzteren den Erfolg gehabt, daß sich die Mehrhet der Budetcomm ssion angesichts der schleckten Finanzer gegen den Ankauf der Pru attahnen aus prach. In der Frage nder Steuerquoti sirung hat sich hie Bud^etcomm ssion schljissig gemqckt, daß d c Klaffen- und Einkommepfteuer dah n abzuänhern ist, daß es möglich wird, jähp- hdj im Etat soviel dieser Steuern in Ansatz zu bringen, als zur Deckung

des jeweiligen Ausgabebedarfs nothwendig ist, und hinsichtlich der für das Re ch geplanten Vermehrung der eigenen Einnahmen wurde die Re o^ution avgegei en, daß d ese Vermehrung nur dann im Interesse Preußens liege, wenn dadurch d'e Matriku^arbeiträge herabcem'ndert und der dadurch für Preußen verfügbar werdende Betrag zur Herab­setzung der Klassen- und Einkommensteuer benuft werde.

Der kayersche Re chsrath hat de vier Aus'ührungsge'etze zu den ReiSsjustizgeseeen angenommen und wurde dabei der von her Abgeord­netenkammer gestrichene Artikel 55, betreffend die Besetzung der Amts- anwaltscha t, wieder hergestellt.

Im österreichischen Abgeordnetenhause sind nun endlich die raft dreiwöchentlichen Debatten ü-er den Berliner Vertrag zu Ende geführt worden, in denen es n-ckt an den He tigsten Beschu digungen gegen das Min sterium und an anderen tumn tarischen Scenen feh le, b'e in der vor exten Sitzung sogar Grund des Schlusses der elben wurden. Mit 154 gegen 112 Stimmen ist nun end.ü t g der Antrag: »Dem Ver­trage von Ber in die versassuncsmäßige Zustimmung zu ertheilen", an- gencmmen worden. Am Allgemeinen wird man m Oesterreich zusr eden fein, daß die Ance'egenheit endlich zu Ende geführt ist; der Rücktr tt des Ministeriums dürfte in den nächsten Tagen erfolgen. In der letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses in Pest wurde der Handelsser« tra i m t Italien genehmAt, welcher bei der jetzigen handelspolitischen Lätze dem Lande bedeutende Vortheile bringen dürste. Auch in Italien erfolgte die Genehmigung desselben Vertrages.

Seitdem die Wehrhe t der französischen Republikaner den Entschluß kund gegelen haben, mit dem gegenwärtigen Ministerium auf gutem Fuße zu leben, nehmen die polituchen Angelegenheiten Frankreichs einen lehr ryhiM Ver auf und werden, wenn nicht e ne Spa tung in der repubickan schen Partei selbst eintreten sollte, was nicht unwahrscheinlich ist, zu euer allgemem lesriedigenden Lage des Landes führen. Die Ent ernung der reakticnären Beamten aus den einflußreichsten Stellen n mmt ihren Fort ang. So trat an Stelle des Seinepräsekten Ferd nand Tuvals der SenatorHorald" und zum Münzd rektor wurde der Senator Calmon ernannt; zwei der einflußreichsten Aemter gingen h erm t in die Hände der Republikaner über. Auf Se te der Ultra- m ntanen ist man äußerst entmuthiot durch d e unverhoffte Wendung, welche die inneren Pont schen Zunände Frankreichs erfahren haben.

Die einzige Frage, welche jetzt in Rußland auf der Tagesordnung steht und alle andern verdrän t, ist diePest Fratze". Das Vorhan- dense n der Kranche t sann nicht mehr geben net werden, nur handelt es sich um deren möglichst räumliche Einschränkung. Auch von dem Auftreten zah reicher anderer epchemischer Kran Hellen wird aus Ruß­land ber.chtet.

Die Stre tsraze, welche England schon seit längerer Zeit mit dem Könige Eetyway, Beherrscher der Zuiukafferu, d s'utirt, hat sich nach den letzten Berichten, welche allerd ngs 3 Wochen a t sind (vom Cap der guten Hoffnung bis London gehen Nachr chten 3 Wochen lang), zu offenen Feindseligkeiten zuge'p tzt und könnte in d esem Aurenblicke b e Entscheidungsschlart schon ftattge'unben hwen An Afghamstan hat sich die va^e der D nge sehr rerändert, da Ja'ub Khan, der Sohn des Em rs, sich ge. en keine au ständischen Nachbarn vertheidigen muz und seine volle Au merksam^eit nicht mehr der englischen Armee zuwenden sann. Neuesten Nachriäten zufolge soffen denn auch die Engländer mehrere »tädte in Afghanistan ohne Widerstand eingenommen haben.

Während die Unterzeichnung des definAioen russisch-türkischen Friedensvertxages nur noch von der Bewilligung einer Summe von 400,000 Francs ür den Unterhalt der türkischen Gefangenen abhängt, ist durch eigenthüm iche Maßnahmen der Pforte eine neue Verschlep­pung in den Aroeiten der griechischen Grenzregulirungscommission ein- getret n. Die Worte verweigerte nämlich der Corvette Olga mit den grsechischen Commissären an Bord die Einfahrt in den Golf von Aota, woran, dieselben bei Vonitza landeten, um sch nach Olnio zu Lande zu lege reu Der Sultan soll, nach Nachrichten aus Constantinopel, be­denklich erkrankt sein.