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mne«e»t»> Preis:

Äch 9 Mari, jj. 4 $t. 60 $. -.erteljährlich at! 25 Pfg. r auswärtige bonuenten em betreffen. Postansschlag. einzelne Rum« uer 10 $fg.

\ 20.

Hmmer Ästiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hana^

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Freitag den 24. Januar

yttfcrneit»* Preist

Die IspaMg« Varwoadzelle od. deren Kam» 10 $fg.

Sie afpalt 3e«»

20 Pfg.

LieripaltigcLeU« 80 PW

1879.

Amtliches.

Der am 8. März 1877 g gen die Tienstmagd Theresia Moden- ch von NudrlpbShahn erlassene Steckbrief wird wiederholt erneuert.

Hanau, 18. Januar 1879.

Der Staat-anwalt.

Schumann. yt Lucas.

Rundschau.

E. F. Der Kaiser Wilhelm und d ss n erlauchte Familie sind rmüdlich in der Beantwortung der lryrlen Sinngebungen, d?e ihnen n Seiten der Berölkerung zu Theil werden. So haben noch nach- iglich die städtischen Behörden Potsdams für ihre Glückwun ehe zum un Iah e vom Kaiser, von der Kaiserin, vom Kronprinzen und der onprinze sin Dankschretben erhalten. In den Berlner Hoffi stlichkeiteu abermals e ne kleine Umänderung eingctreien. Das F st des hohen ;benS vom schwm z n Adler wird nicht nächsten Sonnabend, sondern t nächst:« Man ag vom Kai er avgehalten werden, da am Sonnabend feierliche Beisetzung der Leiche des Prinzen Heinrich der Niederlande ttfindet.

Der Reichs kanzler Fürst Bikmarck unterhielt in letzter Zeit auf nem Landsitze Friedrichsruh, in d ssen Nähe er j«tzt sogar durch An- f ein-s Hotels ein Absteigequartier für stine Gäste einger chtet hat, m sehr lebhaften Verkehr mit Ministein und hohen RegierungSbe- en, so daß man zu der Meinung gelangen muß, daß der Kanzler mit vielen wuchtigen Plänen hinsichtlich der nahend n Reichstags- on trägt. Auch hält der Reichstem,ler an seiner Absicht fest, im ufe der nächsten Woche seine Uebersiedilung von Friedrichsruh nach rlin zu bewerkstelligen.

Die verengten Ausschüsse des Bundesraihes für Justizwesen und Elsaß Lothrrngen hielten am 20. Januar eine Sitzung ab und steht > dieser Sitzung wohl eine kaiserliche Verordnung in Verbindung, onach der Landesausschuß für Elsaß- Lothrmgen für den 23. Januar Straßburg einberufen worden ist.

Zu d m Streite, welchen daS deutsche Reich seit einigen Monaten t den Samoainseln hat, erfährt man daß es nicht in der A-ficht der ichsregierung liegt, noch einige Knegsich-ffe nach den Samoainseln senden. Das deutsche Kriegsschiff Aciedne hält mit seiner Mann- ,aft bereits einen Theil der Samoainsel Upolu besetzt und hofft man irch diese Zwangsmaßregel die Regierung der Samoainseln zu nöthigen, m deutschen Reiche das vertragsmäßige Recht der in Handelssachen eistbegünstjgien Nation einzuräumen.

Die in Rußland trotz der anfangs günstigen Nachrichten in Be- rgniß erregender Weise auftretend-: Pestepidemre hat auch dre Aufmerk- .nkeit der Reichsregierung in Ampruch genommen und hat sich auf Treiben des Reichsgesuudheitkau tes und im Austrage des ReichSkanz- S der geheime Regierungsrath Finkelnburg nach Wien be geben, um it der österreichrschen Regierung gemeinschaftlich Schvtznaßregeln gegen .e im Osten Europas vorhandene P.st rankheit zu berathen.

Das Kriegsgericht in Sachen des Untergenges des Panzerschiffes großer Kurfürst" soll nun endgültig in dieser Woche unter der Therl- hme von zwölf Marineosficieren als Beisitzende in Berlin zusammen« ten.

In unserem Abgeordnetenhause sind die Berathungen des ultusetats außerordentlich in die Breite gelaufen und man hat Gegen- inde in die Diskussion gezogen, an die man früher im Parlament oh! kaum dachte. So mußte in letzter Zeit sogar die Musik als die iltur beeinflussend einen neuen parlamentarischen Stoff in unserem igeordmtenhause abgeben.

Das in Oesterreich Ungarn wieder begonnene parlamentarische Le- ' zeigt sich in mannigfachen Gestaltungen. Zunächst fand im öster-- Hstchen Abgeordnetenhause mehrere Tage lang eine Debatte über tun rliner Vertrag statt, wo der Justizmtnrster Unger unter dem Beifalle er Abgeordneten nachwieS, daß der Berliner Vertrag für Oesterreich­

Ungarn auch gelten müsse, wenn der österreichische Reichsrath dem Ber­liner Vertrage nicht zustimme.

Im ungarischen Abgeordnetenhause wurde die Regierung wegen der Organisation der Verwicklung Bosniens interpellirt, doch hat sie sich ihre Antwort noch vorbehalten. Ferner wurden die beiderseitigen Re- gtenng-n im öst,rreichichen und ungarisch n Abgeordnetenhause wegen zu tvffender Vorkehrungen gegen die in Rußland au?g4rochme Pest interpellirt, worauf die Regierungen die Erklärung abgaben, daß sie All-s thun wecd-n, um die Epidemie von den Landesgrenzen fern zu halten.

Die Befürchtung, das Ministerium in Frankreich, mit dem Mi- nisterp äfidcnten Dusanre an der Spitze, werde von der repubManisch.N Partei gestürzt werden, hat sich nicht verwirklicht. In der Deputir^n- kammer wurden, wider Erwarten, die Erklärungen des Ministerptäst- d-nten seitens der anwesenden ca. 250 republikanischen Deputirten mit Beifall begrüßt. Im Verlauf der Sitzung brächte Ferry folgende Ta­gesordnung ein: Im Vertrauen auf die Erklärungen des Minist riums und in der Erwartung, daß das Ministerium rucht zögern wird, Ge­nugthuung zu geben, nam-ntlich bezüglich der Verwaltungsbeamten und des R:chterp?rsonülS, geht die Deputirtenkammer zur Tagesordnung über. Die Regierung sprach "sich für die Annahme dieser Tagesordnung aus, we che denn auch mit 223 gegen 121 Stimmen angenommen wurde. Der Verlauf der Sitzung war ein äußerst gemäßigter und das Resultat zeigt das einheitliche Streben der verschieden!« Parteien.

In England mehren sich fast von Woche zu Woche die wirth- Laftl ichkN Kalamitäten und trotz der Nothlage finden auch noch Arbeits­einstellungen statt. In Liverpool und Umgegend, wo verschiedene Eisen- Werke und Eisen chiffbarWerften eine Lohnermä^igung von 7V» Procent o «kündigten, befürchtet man stark tun Ausbruch eines Strikes. Die streitige Angelegenheit Englands mit dem Zulukönig Cetyway ist noch immer nicht ganz beigelegt; derselbe erklärte sich zwar bereit, einige ihm tnglrscherseits bezeichnete Personen auszuliefern und die auferlegte Strafe zu bezahlen, aber versicherte, die übrigen Forderungen des cnglisch-n Gouverneurs nicht annehmen zu können. Da nun die Frist für die definitive Antwort des Kön gs Ceiywcy abgelaufen ist, so steht der Ausbruch von thätlichen Feurdseligketten zu erwarten. Ueber den Emir von Afghanistan erfährt die W-.lt wieder einmal nach langer Zeit etwas Neues. In den letzten Londoner Nachrichten heißt e?, seine Ab­reise während des Krieges sei nicht so sehr eine Flucht, als ein wohl- überlkgter und freiwilliger Schritt gewesen, um sich persönlich mit dem General Kauffmann zu verständigen und ihn zur Erfüllung der Erwar­tungen auf eine Unterstützung von Rußland zu veranlassen, welche ihm die russische Mission reichlich in Aussicht gestellt hatte.^

Zw'schen Rußland und der Türkei ist nun endlich eine Verein­barung über die türkische Kriegskostenentschädigung zu Stande gekommen, nach welcher der Betrag der Entschäd gung auf 300 Millionen Sstber- Rubel fixirt ist. Die Zahlungsmodalitäten resp, die von der Pforte zu strllmde Garantie aber wurde einer späteren Abmachung vorbehalten. Ueber den definitiven Friedensabichluß ist noch nichts Bestimmtes be­kannt geworden, doch soll sich derselbe durch Anfragen und Erörterungen, welche das Petersburger Cabinet bei den übrigen Signaturmächten ge­halten hat, verzögert haben.

In den türkischen Provinzen ist die Ruhe auch noch nicht ganz wieder hergestellt und in einer derselben, Ostrumelien, wird eine Agi­tation gegen die Wiederherstellung der türkischen Herrschaft noch dem Abzüge der Russin ins Leben gerufen. Das Actionscomit^ beabsichtigt, eine Petition an die Großmächte einzureichen, um die Ernennung eines europäischen Generalgouverneurs zu bewirken.

In der Thronrede, mit welcher der König von Schweden vor wenigen Tagen den Reichstag eröffnete, hob er hervor, daß bei dem gegenwärtigen Stand der financiellen Angelegenheiten Einschränkung in allen AuLgab-n dringend geböten sei.

Wle aus Spanten gemeldet wird, beabsichtige der König von Portugal, sich zum Zwecke einer Zusammenkunft mit dem Könige von Spanien nach einer Grenzstadt zu begeben.