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ASbrlich 9 Mark. H«lbj. 4 M. 50 P. vierteljährlich

8 Mark 25 Psg. Mir auswärtige Adonnertea mit dein betreffen, den Postaufschlag. Die einzelne Nunr- mer 10 Psg.

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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hana^

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Inserti»«1-

Preitr

Die lspaltige EarmondzeU« od. deren Sianin

10 Psg.

Die Sspalt. Keil«

20 Psg.

Die SsdaltlgeLeil, 80 Psg

Nr. 15.

Samstag den 18. Januar

1879.

Amtliches.

Die Herren Ortsvorstände der Kreise Hanau, Gelnhausen und Schlächtern werdin unter Hinweisunz auf den § 4 unserer Bestimmun­gen über die Erziehung und Verpflegung von Waisenkindern in FamililN daran erinnert, daß die Gesuche um Verpflegung von solchen Waisen auf Kosten des hiesigen Waisenhauses mit den tabellarisch n Nachwei- fungen und den vorgeschriebenen Zeugniffen im Monat Januar bei den Königlichen Landrathsämtern anzubrmgen sins.

$anuu, den 8. Januar 1879.

Königl. Waisi nhaus- Vorsteheramt.

Schrötter. Reinhard. Junghenn. Weishaupt.

Tagesscha».

Berlin, 17. Januar. (Abgeordnetenhaus.) Im weiteren Ver- laufe der gestrigin (30.) Sitzung setzte das Haus die Berathung über den Altrag des Frhin. von Echorlemer-Alft, Maßregeln gegen den Wucher betreffend, fort. Nach längerer Debatte wurde der Antrag ab gelehut.

In der heutigen (31.) Sitzung theilte der Präsident mit, daß die Kommission zur Vorberathung des Ersten Berichtes der Kommission für das Unterrichts Wesen über Petitionen gewählt sei und sich konstituirt labe: Abg. Dr. Lucius (Vorsitz nder), Frentzel (Steüv), Mahraun, Dr. RahtS (Schriftf.).

Darauf setzte das Haus die zweite Berathung des Etats des Kul­tus Ministeriums mit der Position de Seminare fort. (R. v. St.-A)

Berlin, 17. Ion. Dre Zeichnungen auf die zur öffcntlicken Subscriplion aufgelegten 55 Millionen Mark 4prccentiger preußischer Confols sind gestern Mittag 1 Uhrprogrammmäßig geschlossen worden. Die Gefammtsumme der sudscrilirten Beträge läßt sich zwar noch nicht mrttheilrn, da die Nackr cht n ton bin auswärtigen Zerchnungsstellen noch fehlen, unzweifelhaft ist aber, daß eine starke Uebir^utnung fiatt- gefunden hat, und taxnt man h er bin Gesavmtbctrag der Sub criptio- MN auf mindestens 100 Millionen Mark. (Trib.)

Das Betreten eines EchulzimmerS einer öffentlichen Schule zu einem bewußten widerrechtlichen £Wed selbst wenn der mit der Handhabung der Ordnung und der Wahrung des Haut rechts zunächst betraute Lehrer gegen dieses Betreten nichts einwendet, ist nach einem Elkenmniß des Odertribunals mm 11. Dezember 1878 als Hausfrie­densbruch zu bestrafen; dies gilt auch für den Fall, daß die Eintreten- den Schulvorsteher oder sonstige Schulbeamte sind.

Nach einem Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 7. Oktober v. J. kann die Leistung des Natur al-Quarliers an Truppen gegen die gesetzliche Entschädigung nicht als ein vertragsmäßiges Verhältniß, ins­besondere nicht als ein Miethvertrag zwischen dem Fiskus und dem zur Quartierleistung Verpflichteten angesehen werden. Es handelt sich dabei vielmehr um eine öffentliche Last. Hierin wird auch dadurch nichts ge­ändert, daß nach §. 1 des Gesetzes vom 25. Juni 1868 die Natural- Quartierlerstung nur gegen Entschädigung gefordert werden kann; denn letztere ist keine bedungene, zwischen den Betheiligten vereinbarte, sondern eine gesetzlich bestimmte, vom Privatwillen durchaus unabhängige. Das RechtSverhältniß unter den Parteien ist daher nicht nach den Regeln des MiethvertrageS, sondern lediglich nach dem Gesetze vom 25. Juni 1868 und den zu bieftm ergangenen besonderen Vorschriften zu beut» theilen.

DieKreuzzeitung" bringt eine ausführliche Mittheilung aus Petersburg, wonach alle Ministergerüchte, die in der letzten Zeit so häufig waren wie Sternschnuppen im August, unbegründet sind. Na­mentlich wird auch nicht daran gedacht, Schuwalow oder Walujew zum Ministerpräsidenten zu ernennen. Der einzige von sämmtlichen Mi­nistern, in Bezug auf welchen anscheinend mit einer gewissen Berech­tigung Rüchtrittsgerüchte circuliren, ist der Minister für den öffentlichen Unterricht, Tolstoi; als fernen muthmaßlichen Nachfolger nennt man den Fürsten Lieven.

Sömmerda. In der v. Dreysc'schen Gewehrfabrik scheint sich mit Tinrritt des neuen Jahres wieder etwas mehr Leben bemerklich

zu machen. Ueber 200 Arbeiter, zum Theil Schlosser, zum Theil Dreher und Rohrzieher, sind in den letzten Wochen eingestellt worden. Es wird hierdurch, wenigstens zum Thrrl, die unter den früheren Ge­wehrarbeitern herrschende Noth in Etwas gemildert. Nur für die Holzarbeiter (Gewehr schäfter) ist der Hoffnungsstern noch nicht aufge­gangen.

Luxemburg, 17. Jan. (Köln. Ztg) Die Leichenfeierlich- keiten für den verstorbenen Prinzen Heinrich sind hierselbst auf den 22. dss. anberaumt worden; die Beisetzung der Leiche findet zu Delft am 25. dss. statt. Deputationen der Stadt und des Landes werden der­selben auf ihrer Fahrt das Geleit geben und der König wird sich dem Zug unterwegs anschließen.

Paris, 17. Jan. Die Amtsz. veröffentlicht eine Note, be­treffend die Begnadigung von 2245 Kommunarden in Neukaledonien. Es bleiben noch 1067 Berurtheilte. Die republikanischen B älter er­achten die ministeriellen Erklärungen für ungenügend. (Schw. Merk.)

Paris, 17. Ion. (R.- u. St.-A.) In Parlament« ischen Kreisen wird eS trotz der abfälligen Urtheile der republikanischen Jour- nale über die gestrigen Erklärungen des Ministeriums doch als ziemlich sicher angesehen, daß dasselbe in der Kammer für sein Programm eine Majorität finden wird.

Großbritanniens Zollein'ünfte lieferten, derAllg. Corr." zufolge, im abgelautenen Jahre einen Bruttoertrag von 20,191,526 Pfd. Sterl. oder 351,205 Pfd. Stert. mehr als in 1877. Tabak, du größte Einnahmequelle, brächte 8 470,650 Pfd. Sterl. oder 389,869 Pfd. Sterl. mehr; Spirituosin lieferten 5,414,049 Pfd. Sterl. ober 96,089 Pfd. Sterl. weniger; Thee 3,942,315 Pfd. Steel, oder 160,424 Pfd. Sterl. mehr; Weine I,o25,231 Pfo. Sterl. oder 134,926 Pfd. Sterl. Weniger; getrocknete Früchte 510,414 Pfd. Sterl. oder 31,461 Pfd. Sterl. mehr; Kaffee 208,789 Pfö. Sterl. oder 3517 Pfd. Sterl. mehr als im vorhergch nden Jahre. Der Reinertrag der Zolleinkünfte in 1878 stellte sich auf 20,087.561 Pfd. Sterl., d. i. ein Zuwachs vrn 351,350 Pfd. Sterl. gegen 1877.

Athen, 16. Jan. Der griechischen Regierung ist noch immer keine Nochricht darüber zugegangen, an welchem Orte bie Kommissarien zur Feststellung der griechisch-link schen Grenze zusammentrelln sollen. Auf alle ihre diesbezüglichen Anfragen ist ihr nur geantwortet wo den, daß der Zusau mentritt an dem Anfangs von der Pforte bezeichneten Orte nicht stattfinden solle. Die Regierung erblickt dann ein neues Zeichen, daß die Pforte die Erledigung der Frage verzög rn will.

Petersburg, 17. Jan Amtlich wird mitgetheilt, daß Tele­gramme aus Astrachan und Saratow eine Besserung der dortigen epi­demischen Zustände melden. Nachdem in sechs Dörfern alle Erkrankten gestorben, sind daselbst keine Kranke mehr vorhanden. Gegenwärtig ist die volle Aufmerksamkeit der Regierung auf das Dorf Wetlianka ge­richtet, um der unzweifelhaft ansteckenden und meist tödtlich verlaufenden Seuche ein Ende zu machen.

Washington, 16. Januar. Ti: Repräsentantenkammer hat heute das Gesetz betreffend die Umwandlung aller öprocentigen und kprocentigen Bonds in 4procentige angenommen.

Eingesandt.

Den vomBadischen Beobachter" ausgegangenen und auch von andern Blätter nachgedruckten Artikel über die bevorstehende Ver- Heirathung des Bischofs Reinkens und dessen Uebertritt zur anglikanischen Kirche, sind wir durch einen uns vorliegenden Briefe in dieser Ange­legenheit, von Herrn Reinkens selbst, in der Lage als Erfindung zu erklären.

Herr Bischof ReinkenS schreibt darin:So lange ich in meiner Stellung bin, werde ich auch den Verläumdungen------

------ausgesetzt sein. Sobald ich gegen die eine Lüge ein'chreite, wird man alle andern, zu denen ich schweige, weil sie mir etwa nicht zu Gesichte kommen, für wahr halten. Wenn Sie durchge­macht hätten, was ich für die Sache seit einer Reihe von Jahren er-