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Sbonnemeetl» Preis:

JSHrNch 9 Mark. H«rbj. 4M.SSP.

Bierteijährlich 2 Mark 26 Pfg. Kür auswärtige Wanncnteu mit dem betreffen­den Postaufschlag. Die einzelne Num­mer 10 Pfg.

Ijiinmitr Tmnaer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hana^

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Preist

Die IspaMge «armondzetle -». deren Raum 1» W

Die Sspalt. Seih

20 Pfg.

DieSspaltigeLeil, SO Pfg.

Nr. 13.

Donnerstag den 16. Januar

1879.

Amtliches.

Die Herren Ortsvorstände der Kreise Hanau, Gelnhausen und Schlächtern werden unter Hinweisung auf den § 4 unserer Bestimmun­gen über die Erziehung und Verpflegung von Waisenkindern in Familien daran erinnert, daß die Gesuche um Verpflegung von solchen Waisin auf Kosten des hiesigen Waisenhauses mit den tabellarischen Nschwei- suugen und den vorgeschriebenen Zeugnissen im Monat Januar bei den Königlichen LandrathSämtern anzubringen sind.

Hanau, den 8. Januar 1879.

Königl. Waisenhaus-Vorsteheramt.

Schrötter. Reinhard. Junghenn. WeiShaupt.

LaHeSfchkW.

Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktbr. 1878, Nach demR u. St.-A." Nr. 12 wurde unterm 14. Januar verboten: die Nummer 44 des im Verlage von A. Jhrlinger und Ge­nossen zu Budapest erscheinenden solzialökonomischen VollsblattesAr­beiter Wochen Chronik" vom 3. November 1878, sowie die Nummer 49 und 50 des im Verlage von Stephan Kohl und Genossen zu Wien er­scheinenden Central'Organs der sozialdemokratisch!» Arbeiterpartei Oester­reichsDer Sozialist"^ vom 3. und 7. Novbr. 1878, sowie die fernere Verbreitung derArbeiter-Wochen-Chronik" und desSozialist" im Reichsgebiete; ferner wurde unterm 10 Januar die Central-Kranken- und Sterbekasse der Tischler und verwandten Berufsgenossen, Filiale Wiesbaden, unter außerordentliche staetliche Kontrole gestellt.

Berlin, 15. Januar. (Abgeordnetenhaus.) In der heutigen (29.) Sitzung theilte der Präsident mit, daß die Kommission zur Vor- berathung des Entwurfs einer Schiedkmannsordnung gewählt sei und sich wie folgt konstituirt habe: Abgg. Witte (Vorsitzender), Dr. Eberty (Stelltz.), Bamschmidt, Schließer (Schristf.). Weiter theilte der Präsi­dent mit, daß von dem Abg. Frhin. von Heereman ein Antrag, betr. den dem Bundesrathe vorgelegten Gesetzentwurf über die Disziplinarge­walt des Reichstages gegen seine Mitglieder, eingebracht sei. Darauf trat das Haus in die zweite Berathung des Etats ein. (R. u. St.-A.)

Berlin, 14. Jan OfficiöS wird derKöln. Ztg." ge­schrieben:Wie wir heute mit Bestimmcheit mittheilen können, wird die Einberufung des Reichstages schon in der ersten Hälfte Februars er­folgen. Diese frühere Emberusung ist einmal durch den Wunsch der Reichsregierung veranlaßt, den deutsch-österreichischen Handelsvertrag baldmöglichst in gesetzlicher Kraft zu sehen, sodann in Rücksicht auf den Umstand, daß der Reichshaushalt von dem 1. April an in Gesetzeskraft treten muß. Wie wir hören, werden die meisten Etats des Reichshaus- Halts noch im Laufe der Woche dem Bundesrathe vorliegen. Wir be­merken hierbei, daß der bereits vorliegende Etat des Reichskanzlers und der Reichskanzlei sich in laufenden Ausgaben auf 103,780 Mark 1200 Mark weniger als im Vorjahre, an einmaligen Ausgaben auf 3000 Mark beziffert.

S. M. S.Ariadne", 8 Geschütze, Kommandant Korv.-Kapt. von Werner, ist, einem von Honkong eingegangenen Telegramm zufolge, am 20. Dezember 1878 von der Insel New-Jreland nach Apia (Samoa- Inseln) in See gegangen. S. M. S.Luise", 8 Geschütze, Kom­mandant Korv.-Kapt. Schering, ist am 28. Dezember 1878 von Malta in See gegangen, ankerte am 3. Januar cr. im Hafen von Port Said und beabsichtigte am 5. d. Mts. die Reise nach Suez fortzusetzen.

Die Nordd. Allg. Zeitung schreibt: Gegenüber einem wiener Telegramm eines hiesigen Blattes sind wir nach eingezogener Erkundig­ung in der Lage zu erklären, daß die Sprache der wiener Blätter über den Gesetzentwurf betreffend die Strafgewalt des Reichstags die deutsche Regierung zu keinem diplomatischen Schritt veranlaßt und daß der Prinz Reuß weder am 11. d. M. noch an einem anderen Tage weder amtlich noch nicht amtlich dem Grafen Andraffy den Gedanken nahe gelegt hat, auf die Urtheile der österreichischen Presse über den genannten Gesetz­entwurf oder andere innere Angelegenheiten Deutschlands einen Einfluß auszuüben. Die Vorlage über die Strafgewalt des Reichstages ist vom

Reichskanzler im Auftrage des Kaisers an den Bundesrath gebracht worden. Dieser Act der Einbringung ist nicht, wie behauptet worden, eine neue, sondern vielmehr wiederholt bei wichtigen Entwürfen zur Anwendung gekommen; unter Anderem war die Vorlage über die Stell­vertretung des Reichskanzlers im vorigen Jahre in derselben Art erfolgt. DiePost" meldet officiös: An der Nachricht einer hiesigen Corre- spondenz, daß im Finanzministerium bereits der Entwurf eines Quoti- sirungsgesetzes ausgearbeitet werde, ist kein wahres Wort. Für jetzt kann überhaupt nur von einer vorläufigen grundsätzlichen Erklärung die Rede sein. Jede gesetzgeberische Arbeit in den Einzelstaaten kann erst die Folge vsllzogkwr, nicht ab-r erst anzubahnender Steuerreformen im Reiche sein. Die grundsätzliche Stellung der Regierung wird voraus­sichtlich bald ihren Ausdruck in einer Erklärung des Finanzministers finden.

Seit Erlaß der Bekanntmachung vom 2 d. M. haben im Regierungsbezirk Gumbinmn neue Ausbrüche der Rinderpest nicht Statt gefunden. Dagegen ist der Ausbruch der Seuche amtlich fcstgestellt worden: im Regierungsbezirk Frankfurt a. d. O. am 3. d. M. in einem Gehöft zu Gartow, Kreis Ost-Sternberg; im Regierungsbezirk Merseburg am 6. d. M. in einem Gehöft zu Hartmannsdorf, Kreis Schweinitz.

Freiberg, 10. Jan. Gestern Abend gegen 8 Uhr begab sich, wie das hiesigeTgl." mittheilt, die Frau des Hüttenarbeiters Dschsel in ConradSdorf mit ihrem Kinde und einer Petroleumlampe auf den Dachboden, um dort Heu oder Stroh zu holen, warf dabei die Lampe um und bald standen die dort angehäuften brennbaren Stoffe in Flammen, welche so schnell um sich griffen, daß es der Frau, welche wahrscheinlich das Feuer zu löschen versuchte, nicht mehr gelang, sich mit ihrem Kinde zu reitn und Beide mit verbrannten. Das Haus ist vollständig niedergebrannt.

Einzig Schon vor mehreren Monaten entdeckte man in dem Keller des Gastwirths Fleischer in dem nahegelegenen Königsseld eine kleine Quelle mit einer stark nach Petroleum riechenden Flüssigkeit, welche sich auch bei genauer Untersuchung als solches herausstellte und auf einem Lichte ganz schön brannte. Anfangs schenkte man dieser Quelle wenig Beachtung, da dieselbe aber immer mehr zunimmt, ist man gegenwärtig mit weiterem Nachgraben beschäftigt.

Wien, 15. Jan. (Köln. Ztg.) Eine Abordnung des Ver­eins für kaufmännische Interessen brächte bei dem Handelsminister Chlumecky Klagen über die Nachtheile vor, welche die österreichische Industrie durch den französischen Generaltarif erleide. Der Handels­minister erwiderte, er habe das größte Gewicht auf den Vertragsab­schluß mit Deutschland und Italien gelegt und hoffe auf die baldige Schaffung eines Provisoriums mit Frankeich auf Grund der Rechte der meistbegünstigten Nation.

Paris, 15. Jan. Das Amtsblatt veröffentlicht heute die Ernennung des Senators Challemel-Lacour zum Botschafter Frankreichs in Bern.

Rom, 14. Jan. In der heutigen Sitzung der Deputirtenkam- mer wurden zunächst mehrere Regierungsvorlagen, darunter der neue Handelsvertrag mit Oesterreich eingebracht und sodann mit der Be­rathung des Budgets für das Ministerium der öffentlichen Arbeiten be­gonnen.

(Schutzzollbestrebungen in England.) Wie schon erwähnt, macht sich in dem ursprünglichen Heimathslande der Idee des Freihandels, in England, gegenwärtig eine Bewegung gegen die Handels­politik des Landes, gegen die Doktrinen Cobdens, Brights, John Siuart Mills bemerkbar, deren Wirksamkeit sich freilich vor der Hand noch nicht berechnen läßt. Thatsache ist, schreibt ein Londoner Korrespondent des B. Tagebl., daß eine Reihe von Klubs, welche in politischer Beziehung radikalen Ansichten huldigen, eine Agitation im ganzen Lande begonnen haben, deren Zweck in nichts Geringerem besteht, als die Regierung zu nöthigen, die seit 40 Jahren eingeführte Freihandels-Gesetzgebung abzu- ändern. Vor allem soll das Kabinet mit Denkschriften bestürmt werden, eine parlamentarische Kommission zu diesem Behufe einzusetzen. Dre