nicht so gefährlich, als eS Anfangs schien, und glaubt man, daß die Seuche (KleckewyphuS) bald erlöschen werde.
Die Verhandlungen Rußlands und der Türkei wegen Abschluß eines definitiven Friedeusvertrages sollen nunmehr soweit gediehen sein, daß die Unterzeichnung desselben bald erwartet wirb. Auch häUe die Pforte mit Montenegro ein Rsumungsemvernehmen abgeschlossen. Ebenso soll es der Türkei mit der R gnlinmg der griechischen Grenze Ernst sein. In einem schwierigen Stadium befinden sich indess n noch die kommissarisch-n Berathungen über die Gestaltung Numelikns.
In Spanien ist der General Espatero, Herzog von Vittoria, gestorben, ein Feldherr und Staatsmann, der um Spanien die größten Verdienste hat Espatero wurde geboren 1792 und betheitigte sich schon in früher Äugend an d n spanischen Freiheitskämpfen, spiter wurde er General und Berather der Königin Christine und als diese 1841 die Regierung niederlegte wählte man Espatero zum Regenten und Vormund der Königin Zsabella. Die extremen Parteikämpfe Spaniens beseitigten später Espatero von seimm Posten, doch hat er immer noch in schwierigen Lagen seinem Vateilande als Berather gedient
TagsKschKN-
— Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktbr. 1878. Nach dem „R u St.-A." Nr. 10 wurden unterm 28. Dezember v. I, sowie 10. und 13 Januar d. I verboten: die vom 11. Januar 1879 datirte Nr. 2 der von Johann Most redigirten und vom kommunistischen Arbeiter-Bildungsverein in London herausgegebenen pe riodischen Druckschrift „Freiheit, soziatdemokratisches Organ"; der Verein „Eintracht" in Langeridiebach (Kreis Hanau); die nicht periodische Druckschrift: „National- Oekonomisches". Vorträge von Joseph Dietzgen. Zweiter Abdruck. Leipzig, Druck und Verlag der G «ossenschaftsbuch- druckerei, 1877 ; der „Arbeiterwahlverein" zu Alt Chemnitz; sowie der Gesangverein „Heiterkeit" zu Worms.
— 28. Plenarsitzung des Hauses der Abgeordneten, am Dienstag, den 14. Januar 1879, Vormittags 10 Uhr. Tagesordnung: Dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die richterlichen Mitglieder der Grundsteuecentschädigungs-Kommi sion. — Berathung der Staatsver- träge mit verschiedenen Starten über die Begründung von Grrichtsge- meinschaften. — Erste Berathung d>s Gesetzentwurfs, betr. den Ankauf der Hamburger Eisenbahn. — Berathung der Uebersicht über die Verwaltung der fiskalischen Bergwerke, Hütten und Salinen während des Etatsjahres 1877/78. — Dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betr. die Reorganisation der drei vormals sächsischen Stifter Merseburg, Raum- bürg und Zeitz. — Fortsetzung der zweiten Berathung des Entwurfs des StaatrhaushaltS-Etats für 1879 80, und zwar: Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten: Dauernde Ausgaben Kap. 124 -129, exkl. 126a. Einmalige und außerordentliche Ausgaben Kap. 15
— Berlin, 13. Jan (Köln. Ztg.) In d n letzten Tagen sind, nachdem der Schriftsetzer Friedrich Robert M.lle schon früher ausgewiesen, auf Grund des Socialistengesetzes aus Berlin ausgewiesen worden: Schankwuth ö;to Dittmer, Kaufmann Oscrr Niedlich, Cigar- renarbeiter Friedrich Hilsemann, Schankwirth Friedrich Eduard Johann Wilhelm Schulze, Schlosser Adolph Zettritz. Die Gesammtzahl der bisher Ausgewiefcnm beträgt 62 Personen.
— S. M. Kanonenboot „Wolf", 4 Geschütze, Kommandant Korv. Kapt. Becks, is^am 24 Dezember 1878 im Hafen von Aden zu Anker gegangen. — S. M. S. „Ariadne", 8 Geschütze, Kommandant Korv. Kapt. v. Werner, ist am 16 Sept. 1878 von Sidney in See gegangen und ankerte am 8. Oktober 1878 im Hafen von Apia.
— Luxemburg, 13. Jan. Prinz Heinrich der Niederlande ist heute Morgen 5 Uhr am Schlagfluß gestorben. Prinz Wilhelm Friedrich Heinrich, am 13. Juni 1820 zu Soesidy? geboren, bekleidete den Rang eines Admiral Lieutenants der niederländischen Flotte, war Statthalter des Großherzogthums Lrxemburg und Chef der russischen zweiten Flotten Equipage. Am 19. Mai 1853 heirathete Pnnz Heinrich die Tochter des verstorbenen Herzogs Bernhard zu Sachsen Weimar-Eisenach, Prinzessin Amalia. Dieselbe starb am 1. Mai 1872. Vor noch nicht fünf Monaten, am 24. August 1878, vermählte sich Prinz Heinrich zu Potsdam mit P inzessin Marie, Tochter des Prinzen Friedrich Karl von Preußen (geb. 14 Sept 1855). Die Schwester des Prinzen Heinrich, Sophie, ist die Gatt'« des regierenden Großherzogs Karl Alexander von Sachsen- Weimar-Effenach. Der Tod des Prinzen wird sonach mehrere Höfe in Familientrauer versetzen. Der Verstorbene war in Luxemburg und der Umgegend — so auch in Trier, wo er Besitzungen hatte — sehr beliebt. (Köln. Ztg.)
— Rom, 11. Jan. (Schw. Merk.) Die päpstliche Enzyklika wurde vor ihrer Veröffentlichung allen europäischen Souveränen und den höchsten kirchl. Würdenträgern mitgetheilt. Alsbald nach Bekanntwerden des Aktenstückes erhielt der Papst von allen Seiten, besonders aus Deutschland, Beglückwünschungen. In kathol. Kreis n wird versichert, daß der Papst fest entschlossen sei, eine neue Aera zu vegmilden und Frieden und Eintracht zwischen den Nationen und der Kirche wie- derherzustellen. Die Zeitungen heben die hohe Bedeutung der Enzyklika
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hervor, welche die schwierigsten Probleme der modernen Gesellschaft in entschiedener Weite erörtere und auf deren Lösung vom Gesichtspunkte der Religion Hinweise. — Die Nachricht, daß der Papst ein ökumenisches Konzil einzuberustn beabsichtige, entbehrt der Begründung
— London. Im Kriegs-Ministerium wird der Plan erwogen, die Freiwilligen Corps sobald wie möglich mit der Martini-Henry-Büchse zu bewaffnen, da sich bei den mannichfachen Wettschießen der Freiwilligen dieses Gewehrsystem als das bessere Herausgestellt hat. Unter Ober« leitnng der Ambulanz-Abiheilung des Freiwilligen-Corps sind ferner m sämmtlichen militärischen Bezirken im Lande Einrichtungen zum Unterrichte der Freiwilligen im Ambulanzwesen getroffen worden.
— Petersburg, 13. Jan. (Köln. Ztg.) Der Reichsanzeiger veröffentlicht einen kaiserlichen Utol, nach welchem in Folge einer Vorlage des Finanzministers vom (29 Dezember) 10. Januar eine besondere hohe Commission unter dem Vsrsitze des Wirkt. Geh. Raths Abazar n-edergesetzt wird, welche die Mittel zur Verringerung der ReichSaus- gabe« erwägen soll. Die Commission besteht aus b:m Finsnzminister, dem Reichscontroleur, dem Reichsrath Graf Baranvw, d n S'aatssecre- tären Baron Nicolai, Sablotrkt, D ssiaetowski und Ostrowski; andere geeignete Personen können hmzugezogen werden. Der Senator Alexander Giers ist zum Gehülfe« des Finanzministers und der Senator Marty- now zum Gehülfen des Ministers des Innern ernannt worden. Dem Geh. Rath Schamsch n, ehemaligem Gehülfen des Finanzministers, ist auf sein Ersuchen der Ab chied bewilligt worden.
— Konstantinopel, 13. Jan. (R. u. St.-A.) Savfet Pascha soll dem Präsidenten Mac Mahon mit dem Großkreuz des Medjidie« Ordens in Brillanten zugleich ein Handschreiben d-s Sultans überreichen, in welchem die freundschaftlichen Gefühle des Sultans für Frankreich ausgedrückt werden.
Lokales.
Hanau, 14. Januar 1879. Eingesandt.
D. Als Ergänzung unserer früherer Einsendung und in Vervoll« ständigung der in Nr. 8 d. Bl. enthaltenen Correspondenz sei noch folgendes bemerkt. Wenn auch mit Hilfe des optischen Verhaltens, deS specifischen Gewichtes der Milch, der Buttergehalt, der Prozensatz an Castla festgestellt worden, so reicht das alles nicht aus, eine Milch für Säuglinge empfehlen zu können, denn jede Mutter weiß, daß es einen Unterschied macht, ob die Milch von einer Kuh, die gefahren wird, oder einer solchen, die ruhig steht, herrührt. Es kommt ferner auf die Race und ganz besonders auf die Art und Weise der Fütterung an.
In Frankfurt geht man sogar so weit, daß man das Heu von den Alpen aufkauft und damit daS Vieh füttert.
Neben der Fütterung ist die Ventilation und Reinlichkeit in den Stallungen mit in Betracht zu ziehen.
Daß nicht alle Factoren, die bei Beurtheilung einer Milch maßgebend sind, nur allein mit Hilfe des Mikroskopes oder chemischer und physikalischer Untersuchungen festgestellt werden können, geht wohl daraus hervor, daß es bis jetzt nicht gelungen ist, Veränderungen der Milch bei Frauen, die ihre Kinder selbst stillen, nachzuweisen, welche durch irgend eine Gemüthserregung afficirt worden sind.
Oder wie kommt es, daß Tausende und abermals Tausende Mütter beim Stillen alle und jede Kost vertragen, bei sehr Vielen aber bei ganz kleinen Abweichungen in der Diät bei den Säuglingen mehr oder weniger heftiges Unwohlsein hervorgerufen werden? Und sehr überraschend schnell nach irgend einer ungewohnten Mahlzeit tritt diese Störung ein.
Warum werden den« die Ammen in den Familien so sehr überwacht und häufig trotz ihrer — Liebenswürdigkeit behalten; doch nur weil die Mutter des Kindes wegen häufig genug sich Zwang auferlegt.
In unserem Eingesandt haben wir erklärt, daß als Hauptsache eine strenge, systematische Ueberwachung des Viehstandes und der Fütterung nach unseren jetzigen Erfahrungen als Hauptsache für alle Milchkur-Anstalten geboten ist. Ich glaube bei dieser Ansicht beharren zu müssen. Denjenigen, welche eine solche Anstalt einmal aus eigener Anschauung kennen lernen wollen, empfehle ich einen Besuch der Milchkur-Anstalt zu Frankfurt.
— (Stadttheater.) Wir machen nochmals auf daS morgige Benefice von Frl. Lina Nötiger, welche Dame schon mehrere Jahre unserer Bühne angehört und während dieser Zeit stets Gutes geleistet hat, aufmerksam. Frl. Nötiger hat es in jeder Beziehung verdient, daß ein reich besetztes Haus sie an ihrem Ehrenabend begrüßt.
— Seit Neujahr ist die letzte der früher hier bestandenen kleineren Krankenkassen, nämlich die im „goldnen Herz" eingegangen. Die Mitglieder derselben sind den hierorts bestehende« größeren Anstalten beigetreten, und zwar 74 der Central-Kranken- und Sterbekasse (eingeschrie« bene Hülfskasse) und 19 der Allgemeinen Kranken- und Beerdigungskasse.
— Die Zeit ist da, wo nach dem Gesetze Bäume, Sträucher und Hecken von Raupennestern rc. gereinigt werden müssen, was wir zur Vermeidung von Unannehmlichkeiten zu bemerken uns erlauben.
— Vor einigen Wochen wurden in einem hiesigen Gasthause Anker-