Constituirvnz einer neuen Deutschen HandelStageS, an welchem auch das Aellesten-Kollegium der berliner Kaufmannschaft einen regen Antheil nimmt, dahin führen, daß die maßg-benden Hondelskammein Preußens den Keil bilden werden, der sich in die obnehin vnhaltbaren handelspolitischen Projekte d r wirthscha tlichen Reaction schi bi.*
— Berlin, 10. Jan. (Köln. Z!g.) Das KriegSgerickt in der Angelegenheit deS Großen Kurfürsten tritt voraussichtlich Ende deS Monats zusammen. Die über diese Angelegenheit umlaufmden Nachrichten sind vielfach unrichtig, namentlich daß das Kriegsgericht beim dritten Armeecorps abgehalten werden solle. Das Kriegsgericht w rd vielmehr voraussichtlich beim Gardecorps abgehalten. Selbstverständlich können die Mitglieder des Kriegsgerichtes auch andern Kreisen als dmGa'de- corpS entnommen werden. — Der Kaiser wird am 18. d. Vormittags im Schloß ein Capitel des Ordens vom Schwarzen Adler abhalün Erhalten haben denselben im vergangenen Jahre P-inz Heinrich von Hessen, General der Infanterie v. Boyen und Fürst Hohenlohe-Sch.l- lingsfürst.
— Nach der zwischen der österreichisch-ungarischen und der italienischen Regierung getroffenen Vereinbarung über die provisorische Regelung ihres Handelsvertragsverhältnisses bleibt für die Provenienzen Oesterreich-UngarnS und der übrigen Staaten, welche die Rechte der meistbegünstigten Nation genießen also auch Deutschlands, der seitherige italienische Konventionaltarif bis Ende Januar 1879 in Kraft.
Mit dem 1. Februar d. J. tritt der neue italienische Zolltarif mit denjenigen Modifikation, welche in dem neuen Handelsvertrag zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn vereinbart sind, für die Provenienzen Deutschlands und der übrigen Staaten in Kraft, welche die Rechte der meistbegünstigten Nation Italien gegenüber genießen.
— In Bremen ist die Stelle eines Branddirektors der städtischen BerusSfeuerwehr zu besetzen. Das Gehalt beträgt 4000 Mark, steigend bis zum Höchstbetrage von 5200 Mark. Bewerbungen nimmt die RegierungSkanzlei entgegen.
— St. Jngbert, 7. Januar. Heute wurde auf der hiesigen Aktien-Glashütte (Produktion von Flaschen) ein neuer Ofen in Betrieb gesetzt. In Folge dessen wurde auch die Zahl der Arbeiter vermehrt. ES ist dieses gercde jetzt gewiß eine angenehme Erscheinung auf dem Gebiete der Industrie.
— Stetten Das Leben des Menschen sieht sogar beim Essen in Gefahr, wie es der folgende Fall beweist: Der Maurermeister Schüller von hier nagte dieser Tage einen Schweineknochen ab und nn° glücklicherweise kam ihm ein Knöchelchen in d n Hals, weiches er j-doch leicht wieder her euS bringen kennte. Wahrscheinlich hatte er sich aber hin bei eine Verletzung beigebracht, denn der Hals schwoll an und neun Tcge darauf, am letzten Donnerstag, erlag er den grausamsten Schmerzen.
— Pesth, 10. Jan. (Köln. Ztg.) Der ungarische Finanzminister hat ein Uebereinkommen behufs Einlösung der ungarischen Schatzanweisungen zweiter Emiffion und Deckung seines sonstigen Bedarfs mit der Credit-nftalt und der Rothschild Gmppe abgeschlossen. Um die Ausgabe von Goldrente zu verringern und zur theilwerstn Einlösung der Schatz- anweisungen ist die Emission einer Staatsdomänen-Anleihe rm Nominalbeträge von höchstens 72 Millionen in Aussicht genommen, worüber bestinmie Beschlüsse im nächsten Monat Vorbehalten bleiben.
— Paris, 10. Jan. (Köln. Ztg.) Osficiel. Nachdem der Bey von Tunis alle ton Frankreich gesonderte Genugthuung bewilligt hat, ist der Fall eines Confl ctS als bes itigt anzusehen. — Die Nachgiebigkeit des BeyS von Tunis soll dem Vernehmen nach durch den Umstand hervorgerusen worden fein, daß der fron Mische Consul nit Abreise drohte und sich anschickte, seine Obliegenheiten dem spanischen Consul zu übertragen.
— S t. Petersburg, 10, Jan. (R. u. St. N.) Die „Vgence Russe" erklärt die Meldung des „N. Wiener Tagebl." von der bereits erfolgten Unterzeichnung des russich-türkischen Separatfriedens für verfrüht. Die Unterhandlungen darüber würden vielmehr noch fortgesetzt, nähmen aber einen befriedigenden Verlauf und würden voraussichtlich in der allernächsten Zeit zum Ziele führen. Auch in Bezug auf die Meldung von der Ernennung Rustem Paschas zum Gouverneur von Ostrumelien seien die Zeitungen zu eilig. Rustem Pascha entspreche persönlich zwar den Bedingungen, die der Berliner Vertrag enthalte, in einer Weise, daß die Pforte den Mächten seine Ernennung habe zur Genehmigung vorschlagen können, aber Rustem Pascha sei Katholik, und die Bevölkerung Ostrumeliens gehöre dem orthodoxen Glauben an, seine Ernennung sei deshalb vorläufig noch aufgeschoben worden. — Der Leiter des Ministeriums des Innern, Staatssekretär Makow, hat eine Bekanntmachung erlassen, in welcher das vom „Golos" gebrachte Telegramm, wonach auch in Zaritzin die Pest aufgetreten sein sollte, als eine vollständige Erfindung bezeichnet wird. Zugleich weist der Staatssekretär Makow auf die gegen die Verbreitung der Epidemie ergriffenen Maßregeln hin und erklärt, daß sonach kein Grund zu übertriebenen Besorgnissen vorhanden sei. Schließlich lenkt der Staatssekretär die Aufmerksamkeit der Redaktionen der Zeitungen auf die Nothwendigkeit
einer vorsichtigen Auswahl ihrer Mittheilungen, da die Veröffentlichung erfundener Nachrichten die schwersten Folgen haben könnte.
— Kalkutta, 9. Jan. G-neralRoberts griff mit drei kleineren Tnpp-nabtheilungen den Feind an, welcher bedeutende Streilkräfte zu- sammengezogen hatte. Der Feind wurde unter bedeutenden Verlusten vollständig geschlagen. Die englische Kavallerie machte einen erfolgreichen Angriff, tcbLte gegen 300 Mann, machte 100 Gefangene und erbeutete viel Vieh und Getreidevorrathe. Tie Verluste der Engländer sind unbedeutend.
Lokales.
Hanau, 11. Januar 1879.
— (Hau auer T hi ersch u tz v er ein.) In gestriger Vo fiands- sitzung wurde der Beschluß gefaßt, die diesjährige Generalversammlung Freitag den 21. Februar abzuhalten, die Tagesordnung zu derselben wird rechtzeitig zur Veröffentlichung kommen. — Aus dem Bericht des Futtermeisters ist zu bemerken, daß in dem Heurigen strengen Winter das Füttern der Vögel schon das Doppelte der hierfür im Budget ««gesetzten Summe erforderte, und es vorerst noch gar nicht abzusehen ist, was es bis zum Eintritt der besseren Jahreszeit noch kostet; in diesem Punkte kann und darf unter allen Umständen nicht gespart werden.
Bei dieser Gelegenheit fei wiederholt darum gebeten, alle Abfälle des Tuches (Brod- und Weckkrumen, Kartoffel, Gelberüben, Fleischreste rc.) zum Füttern zu verwenden, insbesondere seien Diejenigen, welche entfernter von der Stadt wohnen, recht dringend ersucht, in dieser Sache zu thun, was in ehren Kräften steht.
— (Theater.) Das erste Bemfice ist gewesen und so wollen wir in hergebrachter Weise auf das zweite aufmerksam machen. Frl. Rött- ger, die seit mehreren Jahren, sowohl im Dienste der heiteren als der ernsten Muse, uns manchen genußreichen Abend bereitet, hat am Mittwoch den 15. dss. ihren Ehrenadend. Frl. Nötiger hat dazu ein älteres Schauspiel „Die Tochter des Gesangenen" gewählt. Das Stück ist vor ungefähr 10 Jahren auch hier gegeben worden, und hat stets allgemeinen Beifall gefunden. Obwohl das Stück nicht mehr neu genannt werden kann, so wird es doch überall noch aufgeführt und findet überall denselben Beifall wie früher Wir wollen hoffen unb wünschen, daß ein volles Haus Frl. Nötiger an ihrem Benefiz-Abend begrüßen möge.
— Am 9. d. Mir. r-staurirte sich ein israelit. Viehhändler bei Gastwirth Nicolaus Botzum zu Großanheim. Nachdem derselbe ae- zecht, ging er ohne bezahlt zu haben, von bannen, ließ aber seinen Rock zurück. D.m Wirth wurde das lange Ausbleiben des Gastes bedenklich, weshalb das Gehöfte durchsucht werde, woselbst man endlich den Verschwundenen im Aborte, welcher von innen verriegelt war, erhängt fand. Der Unglückliche hatte eine nicht unbedeutende Summe Geldes bei sich. Das Motiv zu dieser That ist bis jetzt unbekannt — Es wird vermuthet, daß es der Handelsmann Fritz Steig er w ald aus Dörnig- Heim, zuletzt in Kesselstadt wohnhaft, ist.
BersteiAerAngs- und Berpachtungs- rc. Kalender für Montag den 13. Januar
Vormittags 9 Uhr kommen durch Herrn Taxator W. Seiffert in der Heßler'schen Behausung, Steinheimerstraße Nr. 43: Porzellan- und Glaswaaren, sowie Haushaltungsgegenstände gegen Baarzahlung zum Verkauf. — Nachmittags 2 Uhr werden im Hause vor dem Frank - furterthor Nr. 12: 36 Zentner Heu gegen Baarzahlung verkauft — Ebenfalls Nachm. von 2 Uhr ab soll durch Herrn Taxator Aug. Berg theilungshalber das der Firma Horn und Götz dahier gehörende Wohnhaus, Langstraße Nr. 86, an Ort und Stelle verkauft werden. — Nachm. 3 Uhr versteigert Herr Taxator W. Seiffert in der Kaiser'schen Gaftwirthschast das zum Nachlaß des verstorbenen Rentners Herrn Mc. Guthmarm gehörige Grundstück im neuen Mühlseld.
Wohin gehen wir morgen
Vergnügungs-Anzeiger für Hanau und Umgegend.
Wegen Mangels an Raum verweisen wir auf den Inseratenteil.
HM- Schöne Eisbahnen sind auf dem Teich und auf Häuser's Wiese zu finden.
— Cassel, 9. Jan. Voraussichtlich wird am 1. April b. J. — vorläufig versuchsweise — der wirtschaftliche Beirath der Central-Eisen- bahn-Verwaltnng, Landes-Eisenbahnrath genannt, ins Leben treten. Der Landes-Eisenbahnrath hat die Bestimmung, den Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten als dessen regelmäßiger Beirath in der Förderung des Eisenbahnwesens zu unterstützen. Derselbe hat auf Verlangen des Ministers in wichtigeren, das Eisenbahnwesen betreffenden Angelegenheiten sein Gutachten abzugeben. Hierzu gehören unter Anderen: Gesetzentwürfe, betreffend das Eisenbahnwesen, Vorschläge — nicht technischer Art — Aenderungen des Bahnpolizei- und Betriebsregle- ments, die Zulassung von Ausnahme- oder Differentialtarifen, Fusionr- oder Mitbenutzungsverträge und dergleichen mehr, sofern die begutachtenden Fragen von besonderer Bedeutung für die grundsätzliche Regelung deS Eisenbahnwesens, für das allgemeine VerkehrS-Jnteresse oder für die