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zu geschehen hat und keine übelriechenden Stoffe durch den Kanal ab« geführt werden dürfen.
4 . Die Verlängerung des Vertrags mit Kunstgärtner Schulz wegen Unterhaltung der städtischen Anlagen auf weitere 3 Jahre gegen jährlich 750 Mark. (Es entspinnt sich hierbei eine längere Debatte über den Zustand des Bangert und wird am Schluß derselben ein Antrag des Hrn. Sanitätsratb Dr. NolI, dahingehend, den Bangert mit Rasen und BoSquets zu bepflanzen und denselben dem größtmöglichen Schutz namentlich des Publikums anzuempfehlen, angenommen), sowie
5 . Die Vorlage der Gaskommission, den Reservefonds und den Grweiterungsfonds wie bisher bis auf Weiteres zu dotiren.
— Die beiden Gemeinde-Ausschüsse, der engere und weitere, hielten zusammen gestern Sitzung und ergänzten dabei den letzteren durch die Herren Carl Borries, Julius Dörr, Heinrich Farr, F. D. Fritz, Gg. Kalb, Fr. Kreuter, Herm Lucas, I. Aug. Ohl, Ant. Pelissier, Jac. Wiedersum.
— (Versammlung des Hanauer Kreis-Lehrer- Vereins.) Die vorgestern in dem kleinen Saale der „Centralhalle" abgehaltene Versammlung des Hanauer Kreis-Lehrervereins erfreute sich trotz mehrfältiger amtlicher Abhaltung hiesiger und auswärtiger Mitglieder einer angemessenen Betheiligung. Nach Erledigung verschiedener Vereinsangelegenheiten hielt Herr Müller-Hanau seinen Vortrag über die „Hauptaufgabe der heutigen Schule in erziehlicher Hinsicht." Sehr treffend charakterisirt Referent daS sittenverderbniß der Neuzeit, nennt als HülfSfactor im Dienste der Bekämpfung sittlicher Gebrechen die Schule, deren Schwerpunkt neben unterrichtlicher Thätigkeit in pädagogischer Wirksamkeit begründet liegt. Wahrhaft sittliches ist jedoch nur bedingt durch gutes Beispiel des Erziehers, das sich, wie überall, so auch hier am wirksamsten erweist durch Unterricht, der in wahrer Bildung des Herzens gipfelt, durch Gewöhnung, die mit Liebe gepaart, die goldene Mittelstraße bei der erziehlichen Thätigkeit findet. Doch nur wahre Berufstreue, gewiss mhaufte Pflichterfüllung wird bei Handhabung genannter pädagogischer Mittel von lohnendem Erfolge gekrönt sein. —
Der wohldurchdachte, klar durchgeführte Vortrag fand allseitige Zustimmung und wurde dem Redner durch den Vorsitzenden der gebührende Dank ausgesprochen.
— (Straßenbegießungs-Angelegenheiten.) Der Berlin zur Begießung der Straßen und Anlagen dahier verfügte im Jahre 1878 über eine Gesammteinnahme von 2813 Mk 62 Pf., in welcher Summe der verzinslich angelegte Ueberschuß aus 1877 mit 730 Mk. 62 Pf., sowie der vom Vorsitzenden des früheren Vereins zur Besprechung öffentlicher und gemeinnütziger Angelegenheiten*), Herrn Aug. Elsaß, überwiesene Restbestand mit 9 Mk. 50 Pf. Inbegriffen sind. — Die Hauptausgaben im verflossenen Betriebsjahre bestanden in Anschaffung eines großen Fasses (geliefert von der hiesigen Firma A. Henrich und Söhne) zum Preise von 1185; für Wasserentn ahme an die Hess. Ludwigsbahn 475 Mk. 60 Pf.; für Fuhrlohn: an Fuhrunternehmer Bergmann 251 Mk. 75 Pf., sowie an Fuhrunternehmer Biermann 547 Mk 45 Pf rc. — Die Gesammtausgaben beziffern sich auf 2644 Mk 3 Pf., verbleibt demnach ein Rest von 169 Mk. 59 Pf- für das Betriebsjahr 1879, welcher Betrag einstweilen verzinslich bei hiesigem Creditverein angelegt ist. — Ausführlicher Bericht wird seiner Zeit den Vereinsmitgliedern zugestellt werden.
— Ein Frauenzimmer tituttrte gestern die Soldaten auf der Hauptwache mit allerlei Schimpfworten und trieb diese Gemeinheit so weit bis man sie in Haft nahm.
Bersteigerungs- und Verpachtung-- rc. Kalender für Samstag den 11. Januar
Nachmittags 3 Uhr wird der fiskalische Steinausladeplatz zwischen der alten und neuen Mainkur bei Fechenheim an Ort und Stelle auf weitere drei Jahre verpachtet.
— Für heute. Hanauer Stadttheater: Zum vierten Male: „Dr. Klaus", Lustspiel in 5 Akten von L'Arronge; Anfang 7 Uhr.— Oratorienverein: Abends 71/* Uhr Probe. — Hanauer Thierschutzverein : Abends 8 Uhr Vorstandssitzung im Gasthause „zur Post". — Marken Consum-Verein: Abends 8^2 Uhr Geneneralversammlung im vorderen Lokale deS „Frankfurter Bau's". — Dies academicus.
Eingesandt.
In Nr. 5 des „Hanauer Anzeigers" findet fich ein „Eingesandt", Milch betreffend. Zur Ergänzung desselben sei folgendes bemerkt.
Die Qualität der Milch wird bestimmt:
1) Durch die Race des Viehes, Gesundheitszustand desselben und die Art der Fütterung. Zu Feststellungen in dieser Richtung ist lediglich der Veterinärarzt berufen.
*) Diesem Verein gehörten laut vorliegendem Verzeichniß 59 Mitglieder an, Welaje je einen Beitrag von 1 Mk. eingezahlt hatten. Nach den Quittungen des Berelnscassirers Herrn Carl Wmkler sind für Inserate rc. 49 Mk. 50 Pf. verausgabt worden, somit verblieb ein Restbestand von 9 Mk. 50 Pf.
2) Durch die Garantie, die der Landwirth in Beziehung aus Reinlichkeit und Sorgfalt bei den verschiedenen Manipulationen bietet.
3) Durch die Unverfälschheit. Sie ist nicht so einfach zu consta- tiren, wie der Berichterstatter glaubt, es eigenen sich am besten in der Hand des Sachverständigen das Loctoscop von Pros. Fes er im Verein mit dem Lactodensimeter von Q u e v e n n e. Ersteres Instrument
beruht auf dem optischen Verhalten der Milch und zeigt den Buttergehalt; Letzteres zeigt das spec. Gewicht. Nur Beide vereint sind im Stande über die Unverfälschtheit einer Milch Aufschluß zu geben und
diene folgendes als Beispiel.
Wasser.
Lactoscop.
Laetodensimeter bei Milchtemper.
1) Milch von einer Frau vom Lande,
10 Cels.
die gleichzeitig mit Rahm zu
Markt war .... 894
2°
33/
2) Milch von einem Händler . 895.5
31 /*
27
3) „ „ Oekonom Emmerich dah. 860
31/2
32.«
4) „ „ Hrn. Hopff bezogen 878
3V2
32
5) „ „ „ Gerlach „ 874
31/«
32.
Bei Nr. 1 war der Rahm abgeschöpft; die Milch ungetanst geblieben.
Bei Nr. verdünnt.
2 war ber Rahm geblieben); die Milch mit 10 pet. Wasser
— In der morgen Nachmittag 2Vs Uhr im Gasthause zum „gold- nen Löwen" dahier siattsindenden Versammlung des landwirthschaftliche» KreisvereinS hält der Direktor der landw. Winterschule zu Marburg, Herr Dr. Hesse, einen Vortrag, über die Vortheile einer rationellen Fütterung der landwirtschaftlichen Nutzthiere. Dem geehrten Herrn Redner, der bei Denen, die ihn im vorigen Jahre gehört haben, gewiß noch in gutem Andenken steht, ist eine recht große Zuhörerschaft zu wünschen.
— Cassel, 9. Januar. Die Frankfurter Centralstelle des Ausschusses der deutschen Handelskammern für die Tabaksteuersrage erläßt eine Einladung an die Delegirtm des genannten Ausschusses zu einer Versammlung auf Sonntag den i2. Jan in Frankfurt a. M (Frankfurter Hof). Gegenstand der Berachung wird die Nachoersteuerung deS Tabaks bei Erhöhung des Gewichtszolles sein Das Referat übernimmt Herr Thorbecke-Mannheim, das Korreferat Herr v. GrieSheim-Caffel. — In der am 8. Dezember des verflossenen Jahres zu Berlin abgehaltenen Direktionssitzung deutscher Baugewerkmeister wurde auf Einladung des hiesigen Baugewerbevereins beschlossen, d n am 23,24. und 25. Februar d. J. statutenmäßig zu haltenden Deiegirtentag nach Cassel zu verlegen. Wiederholt wurde somit unserer Vaterstadt die Ehre zu Theil, eine große Anzahl Fremder in ihren Mauern begrüßen zu können, hoffen wir, daß auch diesen Gästen der Aufenthalt hier so angenehm wie möglich gemacht wird, daß aber auch diejenigen, welche die Veranlassung hierzu sowohl Seitens der städtischen Behörde als auch bei brnjenigen Baugewerbtreibenden Unterstützung finden, w lche bisher dem Verband deutscher Baugewerksmeister nicht angehören. (H. Mrgztg.)
— Witzenhausen, 7. Januar. In dem zwei Stunden von hier entfernten Dorfe Bornhagen wurden am vorigen Freitag in zwei Schweinen, im Gesammtgewicht von ungefähr 500 Pfund, Trichinen vorgefunden; ein Gegenbeweis gegen die vielfach verbreitete Ansicht, als seien die fetteren resp. schwereren Schweine selten ober gar nicht trichinös. (H. Mrgztg.)
— Fulda, 9. Jan. H-rr Maschinenmeister Fischer tritt am 1. Februar alsWilssarbeiter in die Direktion der Frankfurt-Bebraer Bahn und siedelt in Folge dessen nach Hanau über.
Aus der Umgegend.
— Der Frankfurter „Generalanzeiger" schreibt unterm 9. Januar aus Frankfurt am Main: Wie wir aus guter Quelle vernehmen, wird der berühmte spanische Violinvirtuose Garasate fein ständiges Domicil in Frankfurt nehmen. — Ein Kellner, welcher des Lebens müde war, machte am Dienstag einen Selbstmordversuch und schnitt sich mit dem Rasirmesser in den Hals. Die Wunde war jedoch nicht groß und tief genug, um die beabsichrigte Wirkung zu erzielen. Er stillte sich das Blut, legte sich eine Binde um, und ging wieder an die Arbeit, bei welcher es ihm unwohl wurde. Man öffnete ihm den festanliegenden Halsverband und entdeckte die That, wonach die Ueberführung nach dem Spital erfolgte. — Wie wir vernehmen, wurde ein etwas mehr als 16jährig'r junger Mensch, den die mütterliche Liehe mit einem reichen Taschengeld ausstattete und der am Vorabend se neS Examens steht, aus einer hiesigen höheren Lehranstalt wegen seines Verhaltens zu einer darstellenden, gleichfalls jugendlichen Künstlerin nach fruchtlos vorausgegangener Ermähnang seiner Erzieher entlassen.
— Darmstadt, 8. Jan. (Die Aussichten für Prinz Batten- berg.) Nach einer Mittheilung der „Presse" schätzt man die Stimmen» veriheilung bei der bulgarischen Fürstmwahl dahin, daß der Prinz von Battenberg 180, Fürst "Dondukoff 15 und General Jznatirff 10 Stimmen erhalten dürfte. (M- Landesztg.)