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isannner Ammict.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanar^

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage- und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Freitag den 10* Januar

1879,

Amtliches.

Allerhöchster Erlaß, betreffend die Bestimmung derjenigen militä­rischen Dienstouszeichnungen, welche außer dem Preußischen Militär- Ehrenzeichen zweiter Klasse neben dem Besitze des eisernen Kreuzes zwei­ter Klasse zum Bezüge der Ehrenzulage nach Maße des Gesetzes vom 2. Juni 1878 (Reichs-Gesetzbl. S. 99) berechtigen. Vom 19. Novem­ber 1878.

Auf Grund des §. 2 des Gesetzes vom 2. Juni 1878, betreffend die Gewährung einer Ehrenzulage an die Inhaber des eisernen Kreuzes von 1870/71, bestimme Ich:

In Bezug auf die Berechtigung zum Empfange der Ehrenzulage werden dem preußischen Militär-Ehrenzeichen zweiter Klasse die nach­stehenden militärischen Dienstouszeichnungen gleichgeachtet:

a) Auszeichnungen, welche in einem der feit 1866 mit Preußen verbundenen Landestheile vor der Vereinigung verliehen wor­den sind:

1. das im vormaligen Königreich Hannover verliehene Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Kriegerdienst", insofern dasselbe für Tapferkeit im Kriege verliehen worden ist; 2. das im vormaligen Kur- sürfieuthum Hessen verliehene Militär-Verdienstkreuz (von Silber).

b) Auszeichnungen, welche in einem der Bundesstaaten außer Preußen vor dem Kriege 1870/71 verliehen worden find:

3. das Königlich bayerische Militär-Verdienstkreuz; 4. die König­lich bayerische silberne und goldene Militär-Verdienstmedaille; 5. die Königlich sächsische silberne und goldene Militär-Verdienstmedaille des Militär St. Heinrichsordens; 6. die Königlich Württembergische silberne Militär-Verdienstmedaille; 7. die Großherzogl. badische Verdienstmedaille am Bande der militärischen Carl-Friedrich-Verdienstmedaille; 8. das Großherzoglich hessische silberne Kreuz des Verdienstorl ens Philipps des Großmüthigen; 9. die Großherzoglich hessische goldene Verdienstmedaille des Ludwigsordens mit der Inschrift:Für Tapferkeit"; 10. das mit dem Großherzoglich oldenburgischen Haus- und Verdienstorden des Her­zogs Peter Friedrich Ludwig verbundene Allgemeine Ehrenzeichen mit gekreuzten Schwertern; 11. das mit dem Herzoglich braunschweigischen Orden Heinrichs des Löwen gestiftete Verdienstkreuz erster und zweiter Klasse, insofern dasselbe für Tapferkeit im Kriege verliehen ist; 12 die dem Herzoglich sachsen-ernestinischen Hausorden affilirten Ehrenzeichen: das Verdienstkreuz, die Verdienstmedaille in Silber und die Verdienst­medaille in Gold, insofern dieselben für Tapferkeit im Kriege verliehen sind.

Potsdam, den 19. November 1878.

Im Allerhöchsten Auftrage Seiner Majestät des Kaisers und Königs: gez.: Friedrich Wilhelm, Kronprinz.

In Vertretung des Reichskanzlers:

gez.: Hofmann.

gez.: v. Kameke.

Am 1. ds. Mts., Abends zwischen 78 Uhr, ist bei Würzburg eine unbekannte Mannsperson im Mam ertrunken. Da die Leiche derselben bis jetzt noch nicht aufgefunden, so dürfte anzunehmen sein, daß dieselbe in Folge des hohen Wasserstandes mainabwärts getrieben ist Es wird um alsbaldige M.ttheilung ersucht, falls eine Leiche, wie oben bezeichnet, ländn sollte.

Hanau am 8. Januar 1879.

Zugelaufen: Am 5. ds Mts. ein weißer Pudel; Empfang­nahme bei Gastwirth Johann Friedrich Kaufmann zu Rückingen.

Gefunden: Ein Hundehalsband von gelbem Meffing. Ein Notenbuch. Ein Portemonnaie mit Geld. Ein weißer Uebelwurf. Ein Spazierstock.

Verloren: Ein Wagenschild mit der AufschriftI. Conradi Langendiebach".

Hanau am 10. Januar 1879.

Aus Königlichem Landrathsamt.

Der gegen den Dienstknecht Franz Martin Zöller von Wald- mühlbach unter dem 19. August 1875 erlassene Steckbrief wird wieder­holt erneuert.

Hanau, 26. Dezember 1878.

Der Staats Anwalt

Scbum ann. vt. Lucas.

Rundschan.

R. F Von unserem Kai,er kamen m d-n letzten Tagen recht gute Nachrichten. Der erland te Greis fühlt sich nicht nur recht frisch und gesund, sondern er ist auch m Stunde uno in der Stimmung d-n zur Repräsentation des kaiserlichen HoseS nothwendigen Festlichkeiten wieder durch seine Gegenwart einen höheren G'anz zu verleihen. Am letzten Srnuabend gab der Kaiser den am Berliner Hose bglaubigten fremd n Botschaftern und Gesandten ein Dmer, wobei der Monarch sehr wohl aussah und im lebhaften Gespräche mit se nm hoh.n Gästen sehr gute Laune zeigte. Auf Befehl des Kaisers wird auch das diesjährige Königs- und Ordensfest unter besonderen Feierlichkeiten am 19. Januar in bin Räumen des königlichen Schlosses stattfinden und der erste große Hofball soll cm 23. Januar abgehalten werten Auch die großen so­genannten Subscripticnsbälle, auf welchen der Hof und die feine Welt Berlins unser Zutritt der Bürgerschaft erscheinen .werden stattfinden.

Die Commftsion, welche im Stamm des Reiches mit der Prüfung des Zolltarifs betraut ist, hat nach zwei vorberathenden Sitzungen ihre Plenarsitzungen auf unbestimmte Zeit verschoben, da sich selbst für die Commission noch eine große Anzahl AuSschußderaihungrn wegen der Menge des vorliegenden Materials nothwendig machen. Inzwischen ist auch noch ein neuer Vertreter Preuß ns der Regierungspräsident von Völliger, welcher auch Reichstagsabgeordneter ist, in die C mmission eingetreten. Auch erfährt man hinsichtlich der Finanzpläne des R-ichs- kanzlers, daß derselbe nach einem Schreiben, welches er an den Vor­sitzenden der Zolltarifrevisionscommisfion richt.te, noch immer an dem Tabaksmonopol festhält, obwohl dre betreffende Commission sich dagegen erklärt hat. Auch andere der Regierung nahestehende Organe th.rlen mit, daß der Reichskanzler nach wie vor den Tabakszoll als den Mit­telpunkt seines Finanzplanes betrachtet.

In verschiedenen deutschen Staaten scheint die Agitation um Wie­dereinführung der Schulvhaft wieder einmal Boden zu gewinn n und sehr wahrscheinlich werden bald die parlamentarischen Körperschaften m t bezüglichen Petitionen behelligt werden. Es braucht kaum gesagt zu werden, daß dieser Ansturm der vergeblichste von allen ist, die auf die Wirthschastspolitik der letzten zwanzig Jahre gemacht worden sind und noch gemacht werden.

Die jo gefährliche Rinderpest, welche von Osten her sogar bis Mitteldeutschland vorgedrungen ist, kann leider noch immer nicht als erloschen betrachtet werden. In einigen Orten der Prov nzen Preußen, Brandenburg und Sachsen, wo die Seuche wüthete, ist sie zwar erlosch m, doch ist dieselbe auch in mehreren anderen Ortschaften der genannten Provinzen wieder ausgebrochen.

Bei den am vergangenen Sonntage in Frankreich stattgehabten Senatswahlen hat die Republik einen größeren Sieg davongetragen, als man voraussah. Nach dem vollständig vorliegenden Resultate der Se­natorenwahlen gewannen die Republikaner 64 Sitze. Sämmtliche frü­heren Senatoren der republikanischen Partei wurden wiedergewähir. Bon den seitens der conservativen Partei ausgestellten Candidaten wur­den nur 13 gewählt, da: unter der gegenwärtige Botschafter in Konstm- tinopel, Fournier. Unter Den nicht wiedergewählten früheren Senarorcir der conservatwlN Partei befinden sich der Marschall Canrobert, Depeye, General d'Espeuilles, Montgolsier, Dutreil, Belc ft l, Böhic, Pomcet und Meaux. Der neue Senat wird somit aus 119 Mitgliedern der confervanvkn und 176 Mitgliedern der republikanischen Partei bestehen. Die Republikaner haben im Senate somit eine Majorität von 57 Stim­men. Auch die in letzter Zeit etwas getrübten äußeren Ve hältn sie Frankreichs haben eine Besserung erfahren. In dem französisch-tun, st schen Konflikte hat sich der Bey von Tunis bereit erklärt, den Streit