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Einwobuern unseres Ortes ein Neujahrs präsent gewissermaßen dergestalt zu machen, daß dieselbe im lauf<nden Steuerjahr für ein Quartal keine Communal-Abgaben er^bep w Q. Die Verwaltur g befindet sich in der angenehmen Lage, daß sie sagen kann: „„Unsere Mittel erlauben uns das.""
— Arolsen, 7. Jan., Abends. (Köln. Ztg) Die feierliche V ruählung des Königs her Niederlande mit der Prinzessin Emma von Waldeck hm heute Abend um ßVz Uhr in der programmmäßig vorgesehenen Weise Statt gefunden.
— Schweiz. Die Bew gung.für Wiedereinführung der Todesstrafe nimmt imm r gri ß ren Umfang an und (so schreibt die Allg. Schweizer Ztg) „türfte bald einmal dazu führen, daß die Humanität, welche bisher die Mörser schützte, an den Schutz jener unschuldigen K «der, Frauen uns Männer denkt, welche an allen Ecken und Enden g schändet, mißhandeli, ze fl ischt, eiwü gt und toütgeschlagen werden" Die Schweizerische Handelszeitung fordert die Aufhebung des Artikcks 65 der Bundesverfassung, der die Todesstrafe abgeschafft und der, fügt sie hinzu, „wahrschünlich schon m hr als ein D etzend redlicher Menschen ermordet hat". „D e TodeSstiafe, das wünschen wir, mag (fährt sie fort) von allen erdenklichen S. r .ntieen gegen I rchum und Grausamkeit umgeben werden. Eins bl ibt sicher: sie muß im Ä-setz exist ren. Der Staat, welcher sie abg-schafft, steht außerhalb der Civilisation, zertritt das Recht, d ss n Handhabung 'ein: einzige oder doch wenigstens heiligste Aufgabe ist. Er löst die gesellschaftliche Ordnung und stellt das natllr- l'che Recht der Blutrache wieder her,"
— In den Niederlanden beabsichtigt men wider eine Anmhl von Canälen zu vertiefen und mehrere neu anzulegen. Bor Allen in- teressirt man sich für die Anlegung eines Canais von V-nlo zum „Holland ch Diep", zu welchem Unternehmen bereits namhafte Summen gezeichnet sind. Ferner schreibt n an cus Groningen und F iesland, daß sehr viele der ländlichen Pächter ihre Pachtung amgegeben. Die Pachtwmmen sind in den letzten Jahren auf eme unerschwingliche Höhe geschraubt worden.
— Paris, 7. Jan. Die Regierung betrachtet die von dem Bey von Tunis getrauen Schritte zur Beilegung der durch den Zwischenfall mit dem Grafen Saucy hervorgerufenen Differenzen nicht als ausreichend und hat der Regierung von Tunis eine sehr energisch gefaßte Noie zustellen lassen. In derselben wird die sofortige Ausführung folgender Bedingungen verlangt: Entschuldigung dem französischen Consul gegenüber, Absetzung der bei dem Zwischenfall kompromittirten Beamten und Untersuchung der Streitfragen zwischen den tunesischen Behörden und dem Graten Sauey. (R. u. St.-A.)
— London, 8. Jan. Am Kap glaubt man, daß ein Krieg mit den Zulus, drm mächtigsten Kaffernstämme, sich kaum mehr werde vermeiden lassen. Jeden Augenblick wird der Ausbruch von Feindseligkeiten erwartet. D:e an den Zulukönig Cetewayo entzandte Aufforderung, sich über seine Politik und Absichten deutlich zu erklären, läßt, obgleich sie ministeriellen Erklärungen nach nicht als Ultimatum aufzufassen ist, kaum Raum für eine ausweichende Antwort. Sollte Cetewayo sich abgeneigt zeigen, der Kapregierung nachzugeben, so bleibt kaum etwas anderes als Krieg übrig. Die Zahl und Ausrüstung der Truppm des KaffernhänptlingS aber, sowie die große Wahrscheinlichkeit, daß ein all gemeiner Aufstand der Kaffernstämme innerhalb und außerhalb der britischen Grenzen erfolgen könnte, würde den Krieg zu einer weit ernsthafteren Sache machen, als alle ähnliche Kämpfe in Südafrika bislang gi wesen sind.
— New N ork, 7. Jan. (R. u. St -A.) Die Baumwollfabrik „Harmony" in Cohoes, welche gegen 350 J Arbeiter beschäftigt, hat seit gestern in Folge der gedrückten Geschäftslage die Arbeitszeit auf die Hälfte herabgesetzt; ein Gleiches hat die Baumwollfabrik in Newburg gethan, in welcher ca. 300 Arbeiter beschäftigt sind.
Lokales.
Hau au, 9. Januar 1879.
— Unsere Vieh- und Fruchtmarkt-Angelegenheit ist nicht, wie man hier und da meint, im Sande verlaufen; dieselbe war nur wegen der gegen Ende vorigen Jahres stattgehabten Neuwahl der städtischen Körperschaften aufge choben. Gestern Abend hielt das seiner Zeit gewählte Marklcomit^ eine Sitzung ab, über deren Resultat wir weiter berichten werden. Im Interesse unserer Stadt können wir nur wünschen, saß diese hochwichtige Frage eine recht günstige Lösung finden möchte.
— In verschiedenen Wirthschaften (wie wir hören 5) hier und in Kesselstadt ist die Feierabendstunde um 11 Uhr Abends eingeführt worden, und zwar aus dem Grunde, weil die betr. Wirthe ihre Lokalitäten den Gymnasiasten zur Pflege unerlaubten Verbindungen eingeräumt hatten. — In letzter Zeit wurden wieder mehrere Gymnasiasten wegen Theilnahme an solchen Verbindungen theils relegirt, theils mit Carcer- strafe belegt.
— Nach dem veröffentlichten Bericht des Handelsministers über den Stand und Fortgang der Hanau-Friedberger-Bahn besiegt Seitens der Behörde die ernstliche Aosicht, die Strecke Hanau-Windeckeu am 1.
Juli d. J. dem Verkehr zu übergeben. Hierzu bemerkt das „Hess. Volksbl.": wie lange die Fertigstellung des hessischen Theiles dieser Bahn noch dauern kann, ist nicht vorauszusehen.
— Dem Oberamtsrichter a. D C öfter dahier wurde von Sr. Majestät dem König der rothe Adlerorden vierter Classe verliehen.
BersteiPerungs- und Verpachtungs- rc. Ka enöer für Freitag den 10 Januar
Vormit ags 9 Uhr in der Rüfer'schen Wirthschaft zu Mittelbuchm : Verpachtung verschiedener hiesiger Präienz gehörenden Grundstücke in Mittelbucher «emarkunq (f. Nr. 6 „Han. An;."). — Von Vormittags 10 Uhr bei Wirth Lukas zu Niederrodenbach: Versteigerung großer und geringerer Partiten Kiefern, Eichen- und Lindenbrennholz, sowie 30 Küfern Stangen I. Klasse, in der Oberförstern Wolfga:g (s. Nr. 303 „Han. Anz." von 1878). — Nachmittags 3 Uhr im Distrikt Wolfsloch, Kesseistädter Gemeinde Waldung: Verkauf von 21 E^ch n-Stämmen; Zusammenkunft am Wilhelmsbaoer Stationshaus (s. Nr. 6 „Hau. Anz.").
7 - Für heute. Nachmittags 4 Uhr: Oeffentliche Sitzung des Gemeinde-Au-schussis im unteren Saale des Neustädter Rathhauses. — Homöopathischer Verein: Abends 8 Uhr Generalversammlung im kleinen Saale der „großen Krone". — Abends 9 U)r: Spritze Nr. 2 im „König von Schweden"; Nr. 3 bei Beck.
— Bockenheim, 8. Januar. Im hiesigen Amtsgerichtsgebäude wird außer der Beschaffung uns Herrichtung von weiteren Gerichts- zimmern auch noch das Gefängniß,skal vergrößert und zwar durch Anbau an das seitherige Gebäude. Bckhr Anz
— Der bisherige Pfarrer zu Höttengesäß, Emil Mörschel ist, auf erfolgte Präsentation zum zweiten Pfarrer an der Ooerneustädter- Gemeinde zu Gaffel bestellt worden.
— G a f f e 1, 7. Jan. Gestern, als am Todestage des Kurfürsten, waren die kurfürstlichen Gräber pietätvoll namentlich von den B rwandten Sei Hauses Brobanr, mit Blumen und Guirlanden geschmückt.
— Hosgeismar. Im Jahre i878 haben in Ho geismar 30 Brände stuttgelunden. In 24 Fällen sind 34 Gebäude und 5 Fällen 5 Gebäude abgebrannt.
— H omber g, 4. Jan. Nachdem die Gemüther über die in hiesiger Gegend verübten Grausamkeiten, Mord in Homberg und Körper, Verletzung mit tödtlichem Ausgang in Oberhülsa, kaum beruhigt sind- sitzt ein neues Ereigniß die GegenS in Schrecken. Ein Herr, anständig gekleidet, angeblich Goldarbeiter aus Kesselstadt, wurde am 2. d. Mts. mit bedeutender Kopfwunde todt in der Gemarkung Wernswig aufze- funden. Derselbe hat Verwandte in der Gegend zwischen H un) Z:e- genhain besuchen wollen, ist Abends vorher noch in W gesehen-m»H Ssm folgenden Morgen todt an einem Weidenstock, ganz surchnäßt, zufällig entdeckt worden. Ob hrer Mord vorliegt, wird die gerichtliche Unter» suchung klarftellen. Bis heute undurchsr ngUches Dunkel. (9. M.)
— Asterode, 5. Januar. Dieser Tage kam hier ein dreijähriger Knabe auf eine höchst traurige Weise um'S Leben Der Kleine spielte mit andern Kindern in der Wohnstube seiner Eltern und fiel rüälmgs auf einen Topf voll heißen Wassers. Hierdurch zog er sich der« tige Brandwunden zu, daß er nach 24 Stunden unter schreckUchen Leisen den Geist ausgab. _______________________
Aus der Umgegend.
— Der Frankfurter „General-Anzeiger" schreibt unterm 8 Januar aus Frankfurt am Main: Diese Woche findet in der „altdeutschen Trinkstube" zum Barfüßer-Eck eine Besprechung behufs emes dahier abzuhaltenden Burschenfest-Tages statt. — Wegen der Wahlen zum Landtag waren heute die Schulen, welche am Montag ihren regelmäßigen Unterricht wieder begonnen hatten, geschloffen. — E-n Metzger bemerkte, daß er bestohlen werden müsse und legte sich lange auf die Lauer, ohne den Dieb entdecken zu können. Gestern cnolich glückte es ihm nicht allein die Diebe und den Hehler za entdecken, sondern auch Den Weg, auf welchem sie ganze Würste, Solber rc. foctschafftenDie Burschen wählten nämlich, von dem Gedanken ausgehend, „Wasser macht Alles wieder sauber," den HaustanU, steckten die Objekte hinein und stießen sie dem auf oer Strafe harrenden Hehler entgegen.
— Mainz, 7. Jan Um 2 Uyr in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag hörten Eiseabahndedienftete, welche vor oem Nmtyor seitwärts dir Poterne ranzirten, Jammerlaute und Hilferufe und alsbald nahmen sie waär, daß unter der Brücke, angeklammert an einen Mauer-Borsprung sich ein Mensch befand, dessen Situation bei dem hohen Wafferstano gefährlich genug war. Zw-t der Bahniedtensteten machte« sich sofort an das R-'.tungsw-rk, das ihnen nach einiger Anstrengung gelang. Der Gerettete, ein junger Kaufmann von hier, erzählte feinen Rettern, daß er schon um 11 Uhr NachtS in das Wasser gefallen wäre. ------------- ('-1^*. Azgr.)
Gedenket der Vögel;
der Winter ist hart. Obgleich unser Thierschntzverein in vollem Maße seine Schuldigkeit thut, immerhin reicht es zar Erhaltung dieser nützlichen Thiere nicht aus.