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300 Fr. Serie 133 Nr. 30, Serie 783 Nr. 6, Serie 2221 Nr. 38, Serie 3709 Nr. 43, Serie 6423 Nr. 39, Serie 6838 Nr. 34, Serie 7317 Nr. 46, Serie 7541 Nr. 33 a 150 Fr. S.rie 783 Nr. 3, Serie 2630 Nr. 40, Serie 3052 Nr. 27, Serie 4059 Nr. 46, Serie 3211 Nr. 17, Serie 4536 Nr. 21, Serie 5576 Nr. 8, Serie 5817 Nr. 35, Serie 6037 Nr. 42, Serie 6423 Nr. 40, Serie 7317 Nr. 14, Serie 7978 Nr. 25 a 100 Fr.
Marktbericht.
Frankfurt a. M., 6. Januar. Der beutige Viehmarkt war ziemlich gut befahren. Angetrieben waren ca. 390 Ochsen, 200 Kühe, 230 Kälber und 400 Hämmel. Die Preise stellten sich für Ochsen 1. Qualität per Psd. 68—70 Pf., 2. Qualität 63—65 Pf., Kühe und Rinder 1. Qualität 60-62 Pf., 2. Qualität 54-58 Pf., Kälber 1. Qualität 62—64 Pf., 2. Qualität 58—60 Pf., Hämmel 1. Qualität 62—64 Pf., 2. Qualität 54-56 Pf.
Briefkasten der Redaktion.
L. Schon am Vormittag, leider nach Schloß der Redaktion, kam uns eine diesbezügliche Notiz zu, die wir dankend annatmen, konnten deshalb die Ihrige, welche uns erst Nachmittags zuging, obgleich sie in manchen Stücken ausführlicher, nicht mehr berücksichtigen.
Thermomelerstand. — 6. Januar. Höchster Stand + 4°, Abends 7 Uhr 4- 2°;
7. Januar. Morgens 7 Uhr — Vs°, Vormittags 10 Uhr — V»0.
Sociale Fragen und Antworten. (Fortsetzung.)
Merkt der geneigte Leser was? kommt ihn nicht etwas cn wie bewundernder Neid solch altererbtem Wohlstand gegenüber, und wie mitleidige Rührung ob unserer eigenen Nrmu h? Ob sich wohl ein einziges Bauernhaus in ganz Deutschland eine silberne Kanne über dreihundert Jahre hindurch gerettet hat? Ach, und anno 1617 besaß dein Urahne vielleicht auch einen schweren silbernen Henkelkrug, und goldene Becher, und Ringe mit Edelsteinen, und ein festes Haus, und künstlich geschnitzte Truhen und Schreine voll Kostbarkeiten, und ich könnte, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre, meine Uhr statt an dem elenden Stahlkettchen an einer bid,n goldenen Halskette tragen. und wenn sich jemand über die seltsame Arbeit und die Schwere wunderte, herablassend erwidern: „Dafür ist sie auch fast dreihundert Jahre alt; mein Vorfahr hat sie samn t einer Schaumünze vom gnädigsten Herrn Kaiser erhallen, und die Münze hab' ich auch noch daheim." Aber wo sind jene Schätze geblieben? Ze stoben in alle vier W nde, geraubt, verbrannt, vernichtet im dreiß gjährigen Kriege; wir blieben zurück, ein arm, verschüchtert, hungrig Volk. Jahrelang haben wir unsre Wassersuppe mt Holz- und dann mit St djleffeln gegessen von schlechtem Geschirr, und sind sitzt endi-.ch mit Müh' und Noth zu Neusilber und anderen Zulomuens-tzuug'n gekommen, die wen gfttns im Anfänge hübsch glänzen. Wills Cot, und wir behalten gruben, o kriegen wir mt der Zeck auch wieder einen echten silbe.nen Löffel in die Hand; das Metall wird ja billiger, seitdem wir die Goldwährung eingesührt haben.
Das glückliche Schweden, das reiche England, das schöne Frankreich haben nie so lange in ihren eignen Eingeweiden gewüthet. Kein Wunder, daß sie uns noch immer an Wohlstand voraus sind!
Wenn nun jenar.d inkr uns ausstäude und allo sp'äche: „Die Zeiten l nd dort. Dre Geschäfte sehen schlecht. Wir arbeit n schwer,
Jeder Militairpflichtige, welch« m über seine Dienstpflicht eine endgültige Entscheidung der Ersatz-Behörden noch nicht ertheilt ist, hat sich in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar d. J. auf dem Rathhause zur Rekru- tirungs-Stammrolle zu melden, bei Vermeidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile.
Für solche Militairpflichtige, w lche ohne an einem andern Orte im Deutschen Reiche einen dauernden Aufenthalt zu haben, abwesend find, haben deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- oder Fabrikherren die Anmeldung zu besorgen, ebenfalls bei Vermeidung der im Gesetzte angeln ohten Nachtheile.
Hanau den 4. Januar 1879. 159
Der Oberbürgermeister
3. V.
Nickel.___________
Berichtigung.
Die Beleidigung, siehe Annonce Nr. 129 im ^Han. Anz " Nr. 4, War gegen die Wirthschaft zum rothen Männchen gerichtet gewesen. 173
Inserate.
Bei den heute vollzogenen Wahlen für Er. gänzuug der Handelskammer wurden für die nächsten drei Jahre gewählt die Herren: Wrl h«lm Eberhard, Heinrich Fues, Adolph Hopff und Friedrich Jung.
91 cd) § 15 des Gesetzes vom 24. Febru ar 1870, betreffend die Errichtung von Handelskammern, sind Einsprechen gegen die Wahlen binnen lOtägiger Frist dahier vorzubringen.
Hanau den 6. Januar 1879. 158
Die Handelskammer.
__________________U n a.__________________ Auch Sardinen, ertrafein,
„ „ n Sorte,
Anchovis in Iüßchen, ächte Anchovis in Luchsen, 167 bei_______ Adolph Hopff«
rschergasse 6 eine hübsche Wohnung per 1.
März oder früher. 161
unb verdienen wenig. Um das alles gründlich zu bessern, wollen wir einen gehörigen Bürgerkrieg anfangen. Der hat uns früher schon einmal so herrlich weit gebracht, der wird's wieder thun. Aus! Zu den Waff n! Bürgerkrieg! Bürgerkrieg!" Würden Viele gläubig auf seine Worte lauschen? Wurde er großen Anhang finden? Schwerlich, und ob er sich heiser schriee.
Das wissen alle Parteien in Deutschland s hr wohl. Mit dem Orgerfriege wagt keine zu drohen, selbst wenn sie sich der Verzweiflung nahe fühlt und am Ende ihrer W«fth it und Stärke angekommen ist.
DaZ misstn auch die socialdemok atischen Agitatoren sehr wohl. Da sie aber den Bürgerkrieg dennoch wolln, und als Durchgang? Punkt der von ihnen verfolgten ausschweifenden Pläne nothweud g wollen müssen, so geben sie dem vervehmten Begriff klüg ich eine noch n chl so schwarz gestemp.lte Bezeichnung. Sie sagen statt Bürgerkrieg einfach Classenkampf. Das klingt harmlos; es ist ein noch ziemlich neues, unverbrauchtes Wort, vor dem friedliebende Leute nicht sofort wie vor „Krieg" oder gar „Bürgerkrieg" zurückschaudern; es hat zugleich einen gelehrten Anstrich, und das ist ja ein weiterer Vortheil.
Aber wir wollen das Wort einmal es trug genauer betrachten. Sein erster Theil ist undeutsch. der Abstammung und dem Begriffe nach; C l a s s e n^gibt'^ bei uns in den Schulen; das Volk aber zerfällt nchtinClass n, sondern in Stände. Undeutsch^s Wesen, blindes Herübernehmen fremder Gedanken und Worte, Nachahmung, ja Nachäfferei ker nze chn-t überhaupt das Gebühren unsrer ®cch Ibemolraten. Im letzten und vorletzten Jahrhundert französelten die deutschen Fürsten, Stutzer und Schriftsteller. Der eitle König Ludwig XIV. hatte se neu Willen durchgefetzt und zu Versailles, in einer von Natur nicht schönen Geg nd, ein prachtvolles Schloß bauen lassen, mit groß n Gärten im steifen Geschmack der damaligen Zeit. Jeder kleine deutsche Herzog wollte es ihm nachmachen und legte sich ein Versailles im Klein« n an, mit prunkvoll überladen gebautem Schlosse, stersgeschnitten-n Gartkn- hecken und unna ürlichen Wasserkünsten. Der modische Geck biß aus alle Art den Pariser heraus, und in unsre gute deutsche Gw ache hatte sich eine Menge französischer Wörter und Wendungen eingeschlichen. Nach- d m alle Ucbrig n diese kindische Liebhaberei glücklich wieder abgestreift haben, ist sie an der Socialden okratie Has en geblieben. Schon ihr eignet Name zeugt dafür. Ihre Fahne ist die rothe der alten Pariser Communisten vom Jahre 1793. Ihr Schlachtgesano, die deutsche Arbeiter-Marseillaise, hat Namen, Versbau und Melodie den dem wilden französischen Liede entlehnt, und regt doch bei weitem nicht an sein Vorbild hinan. Die scheußl che Pariser Commune gilt als Muster echter Freiheit und Menschlichkeit, und Bei den Festen der Socialdemokratie werden die Führer auf die Schulte-n gehoben unter dem Gesänge des Petroleum liedes. Ihre Anhänger nennt sie Proletarier, ihre Gegner Bourgeois; aus dem ehrlichen deutschen Bürger thum, dem sich nicht so leicht etwas Schnödes anyöngen läßt, hat sie eine beliebig zu verunstaltende Bourgeoisie gewacht. Das widert ein n n d)hn deutsch n Mann cn. der den Erdg ruch seiner Hkiwathsck olle und die Man art semer Pate stadt noch liebt. Ich habe diese Sp ache l tzthin wedr einmal vernommen nach langer Ze t, und b e Amen sind mir feucht und das Herz warm geworden dabei. Der Soc aldemokratie bürfen wn's dag gen vielleicht nicht so sehr verargen. Sie ist ja International"; sie achtet die hr ligen Schranken von Voiksthum und Vaterland nicht. Sie we«ß, wie wir geseh n hüben, recht wohl, warum sie statt Bürgerkrieg lieber Classenkampf sagt. ($o ti foUt)
Hanauer Frauenverein.
Von nächstem Mittwoch den 8. d. M. an, Mittags von 12 big 1 Uhr, ist in der von uns gegründeten Volksküche — Erb«engaffe Nr. 1 — täglich, mit Ausnahme des Sonntaüs, eine kräftige nahrhafte Suppe zu haben, das Liter zu 10 Pf., das halbe Liter 5 Pf. Auch können — zur Beitheilung an Hülssbedürstige — von Frau Emilie Walt her (Frankfurter- straße Nr. 24) Gutscheine auf 1 und auf *4 Liter dieser Suppe läutend, zu dem angegebenen Preise gegen Barzahlung bezogen werden, was wir als ein sehr zweckmäßiges Mittel der Privat Wohlthätigkeit empfehlen. 171
Han u den 6. Januar 1879.
___________Her Vorstand.
Schweizerkräuter- u. Blumenthee, beliebtes Linderungsmittel bei Husten, bei 168
Adolph Hopff.