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Nr. 5. Dienstag den 7. Januar 1879.

Amtliches.

Die Vorschriften der Polizei-Verorinung vom 4. Dezember 1876, woncch nach ybtm Cäneesall alsbild ton beut Vürgersteig der Schnee entfernt teerten und bei entsten^enem Glatteis längs der Häuser ein Pfad für Fußgänger mit Sand, Sägemehl ober Asche bestreut werden feil, bei Meidrng einer Strafe bis zu 9 Mark, werben hier mit in Erinnerung gebrachst.

Hanau am 12. D-zember 1878.

Der Landraih.

Rundschau.

R. F. Ueber des Befinden des Kai'eis Wilhelm erfahren wir, daß derselbe sich gegenwärtig noch besser und haftger suhlt als es seit den Tagen seiner Erkrankung der Fall gewff n ist. Deshalb werden auch die alljährlich um diese Zeit abzuhalünden Hofirstlichkeiten pro grammmäßig sattsin en, drch wird der Keiser dem Nah; seiner Aerzte folgend früher als gewöhnlich ton den giften znrückkehrin. Trotz der großen Rüstigkeit big Kaisers ist es ihm jedoch nicht möglich, an bin Hosjagden i heilzunehmen, weil der rechte Arm des Kaisers großer Schonung bedarf. Der ritterliche Menarch hat rber diesen Umstand fein großes Bedarern autg« drückt.

In unserer inneren Politik befinden wir uns nicht mehr in dem Stadium der Nenj hrt Hoffnungen, so-dein bereits in dem hingen der unmittelbaren Erwartung!«, die sich an die energisch betriebene Zoll- und Finünzresvrm knüpfen. Die Berathungen der Zolltari revistevs- commvsion, welche in ihren Resul aten «nt'cheibend Wirken müssen, hobln zwar vorläufig e n.n vertraul chen Charakter und man ist auch noch n cht über die Borbera h-ngen hincusg kommen, doch hofft man bald interessante Streift chter aus ben später-n Berathungen erhalten zu könn n

Von Seiten des Bundesrathes ist zwar die Denkschrift des Reichs­kanzlers über die Zolltansrevision enstinmig der betriff-oben Commis- sien ützn wiesen wo.den, doch fanden es die Vertreter Beye ns, Sach­sens, Badens, Brauvschweigs, Sachsen-Weimars, Anhalts und der Hansestädte für nothwndig zu erklären, daß ihre Zustimmung zur Üeberweisung der Denk.chreft an eine Commission nicht gleichbedeutend mit ihrer Zustimmung zum Inhalte c er Denkschrift sei.

Auf Antrieb ds Reichrkanzlers soll der Vereinfachung wegen die bisherige preußische Staatsdruck-rei in Berlin mit der Reichsdrrckerei vereinigt, resp, vom Reiche übernommen werden und ist man bereits mit den betreffenden Unterhandlung n beschäftigt.

Im Anschluß an die für das deutsche Reich geplante Zoll- und Steuerreform beabsichtigt der Finanzminister Preußens einen Plan für die 91-form der direkten Steuer n auszuarbeiten, wobei es sich um eine Vermnderung derselben handeln soll, da dieselben vielfach als sehr drückend empfunden werden. Sobald die Steuerrevision für das Re ch wirklich eine zuversichtliche Zukunft hat. werden die Finan.minister der übrigen deutschen ® anbei floaten wahrsche nlich auch nach ähnlichen Re- formb strebungen wie die preußischen Finanzminister trachten.

Im deutsch-österreichischen Eisenbahnverkehr hatten im Oktober vorigen Jahres die betreffenden Ba nen beschloss n daß die Frachtsätze für ®itreibe und Mehl um fünf Prrcent zu ermäßigen se en. Der preußische Hanrelsmimster hat jedoch dem Beschlusse b.r bdreffenben deutschen Bahnen seine Zustimmung nicht ertheilt, wodurch natürlich der ganze Beschluß hinfällig wurde.

In Sachen der deutschen Handelsverträge war irrtümlich die Nachricht verbreite^, daß alle mit dem deutschen Zollverein in früheren Jahren abgeschlossene Verträge gekündigt werden sollen. Diese Nach­richt teduzirt sich jedoch dahin, daß nur denjen-gen Staaten g> kündigt werden soll, welche mit D utschland in einem Tarifverhältniff; steten. Solche Verträge bestehen unsererseits nur mit Belgien und der Schweiz und sind diese Handelskonvtnrionen am 31. Dezember v. I. von der deutschen Regierung gekündigt worden.

Mit d:M letzten Sonntage ist für die Republikaner Frankreichs endlich der ersehnte Tag gekommen, an welchem durch die Senatswahlen die Republik vollständig auf dem französischen Boden befestigt werden

soll. Wahrscheinlich werden die Republikaner ihre gute Ernte bei den SenatSwohlen wachen, denn sie haben es verstand-n, Stimmung für sich zu machen, und dann sind auch tha sächl'ch die monarchischen Par­teien Frankreichs wegen ihrer Zersplitterung nicht so regierungsfähig wie die Republikaner. Umwälungen in den französischen Regierungs- Verhältnisfin werden die für die Republikaner siegreichen Senatswahlen wahrscheinlich Wcht herbeiführn. Im Ministerium wird bis auf Wei­teres Alles beim Alün bleiben und nur vielleicht der Kriegsminister Borel, der sich durch einige Maßregeln die Gunst der Republikaner ve-scherzt bar, dürfte Neigung haben, st n Amt niederzuleg n. In dem Konfl kte, welchen Frankreich wegen Beleidigung feiner Flagge mit Tunis hat, wird noch fortwährend viel Staub aufgewirbelt und fall bald Italien, bald Deutschland feine Hand mit in der Affaire (haben) und den Bey von Tunis argen Frankreich aufgehetzt Hab-n. Es bedarf aber wohl kaum ener E- ung, daß Deutschland die.er Affaire cänz- lch fein steht.

In Oesterreich ruht gegenwärtig n ch die äußere Peltik und hin­sichtlich der inner; n geschützt wer er nichts, als daß sich die einzeln n Parüien auseinander zr setzen suchen. In der österreichischen Hälfte scheint es, als ob sich die deutsch österreichische Verseffnn>tPartei mit den Czechen aussöhnen werde. Es heißt, man wolle auf diese Weise das i ngarsiche Joch abschütteln, und die Czechen, welche allein nichts au» richten könn n, sind d esme l nicht abgeneigt, mit den Deulsch-Oester­reich in einen Bund zu schließen. Die Ungarn sind natürlich üb r die­sen beabsicheigt-n Bund wüthend, aber immerhin wäre die Aussöhnung der Parteien in der österreichischen Hälf e wünschenswerth, da für Oesterreich-Ungarn d r natürliche Schwerpunkt diesseits und nicht jen­seits der Lenha lie^t.

Ln England beschäftigt die dort herrschende Handelskrisis fort­während alle Kreise. Lord Derby wohnte cm Donnerstag Abend dem Jahr Sbanket des Rochdaler Arbeiterklubs bei, und hielt eine Rede, in welcher er Grund i nb Uisache des pegenmörtigen Notl standts beleuch­tete. Hauptsächlich trage die Ueber Produktion und die thörichten Dar- leih-n an msolv nie Sroaten so2ie der Mangel an Vertrauen in die Erhaltung b;8 europäischen Friedens die Schuld an der Krisis. Mäßig­keit und Auswanderung würden dieselbe bald beseitig n h lsen.

In Afghanistan vacht-n die cnglisch-n T-upp n wieder einige Fortschritte und besetzten ohne Kampf die Statt Khost.

Beim Beginn des neuen Jahres findet nun es in Rußland am Platze das russische Verhältniß zu Europa zu elläwein. Die russische ton der Regierung inspirirte Zeitung ^Nere Zen" schreibt darüber, daß die I olntheit Englands und die Ohnmacht Frankreichs es ermög­licht tm, daß Rußland gegen die Türkei ohne eine emoiäi che Eoa- lition gegen sich zu hab n, habe kämpfen können. Das geeinigte Deutsch­land habe Rußland große Dienste im letzten Jahre erwiesen ind so die guten D enste vergolten, welche Rußland im Iah e 1870 dem deutschen Reiche erwiesen habe. Doch glaube man in Rußland, daß Fürst Bis- marü eigentlich mehr für Rußland hätte thun sollen, als er gethan hat.

Die Orirntsrage zeigt, wie schon seit einig n W chen, auch jetzt noch ein freundliches Gesicht. Der definitste rufft ch- fische Friedens­vertrag ist sein m Abschluß nahe, da Ruß and euch in der Kriegskosten­frage nachgegeben hat, und der bulgarische Aufft nb ist durch Soli Pascha beendigt worden.

In Spanien ist d'e seit einigen Togen erwartete M nisterkrisis ausgebrochen. Aus Madrid wird unter dem 3. gemetöit: Nachdem der König Alfons den Wünschen der Regierung entsprochen und das Dekret zur Auflöfung der Cortes unterzeichnet hat, ist die auf d e><s Ereigniß verschobene Ministerkrisis zum AuStreg gekommen. Der Justizministir ist von seinem PosttN als Piäsident des obersten GerichishofeS zurück­getreten und durch einen herro rag nden Recht-gelchn^n eisetzt w wden. Weitere ministerielle Veränderungen stehen bevor. Die V-nrichiung des spanischen Hochver.äihers Moncast erfolgte, neueren Nach ichün zufolge, am 4. Januar lei versammelter Volksm ng?, ohne jede Ruhe­störung.