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Wächtersbach. Auf Antrag eines Pfandgläubigers werden zur zwangsweise« Versteigerung der in der Gemarkung von Wächt-Mach gelegenen Immobilien des Tagelöhners Johannes Froeb und Ehefrau, Elisabeth, geb. Becker, dahier Termine und zwar erster auf den 38. Januar b. I.. event, zweiter auf den 25. Februar d. I. und dritter aus den 25. März b. I, jedesmal Vormittags 11 bis 12 Uhr, an Kgl. Amtsgericht Wächtersbach angesetzt.

Roth. Auf den Namen eines Pfandgläubigers ist der Zwangs- verkaut des auf den Namen der zweiten verstorbenen Ehefrau des Han delsmannes Michael Roßenthal zu Roth, Elisabeth, geb. Strauß, katastrirten Grundeigenthums erkannt und erster Verkaufstermin auf den 30. Januar 1879, hülfsweise zweiter und dritter auf den 27. Februar und 27. März 1879, jedesmal des Vormittags 10 Uhr, sämmtlich an Königl. Amtsgericht Gelnhausen anberaumt.

Börsennachrichten.

N—r. Hanau, 3 Januar 1879

In unserem den Jahresschluß umfassenden Berichte vom 1. dss gaben wir die Course bis zum;31. Dezember. Indischen liegt nur die gestrige Börse, die als recht festAszeichnet werden kann, ohne bemerkens- werthe Einzelnheiten zu bieten. Der Telegraph meldet eine weitere Kündigung Den 10 Millionen Dollars, doch ist die Gattung nicht nä­her bezeichnet. Nach allgemeiner Ansicht sind die 1887er gemeint.

Der Hauptzweck des Heutigen ist die durch denJ e-

dingte Aenderung einiger Notirungen " ^ichen. Zu Credit - actien erfolgte, da der 1878r Coupon noch nicht ab getrennt wird, ein Zuschlag von fl 8 auf den Cours. Oesterr. Staatsbahn ist rechnungs­mäßig st 3 niedriger zu bewwthen, weil der abgehende Coupon mehr beträgt als bisher für laufende Zinsen bezahlt wurde n. s. f.

31. Dezbr.

am 2. Januar

am

Course

4°/e Reichsanleihe

951/8

95s/i6

4e/o Bayern

94'/4

95

Oester. Creditactien

189^/4

199

Oesterr. Staatsbahnactie«

217s/<

216l/i excl.

Oesterr. Goldrente

62l8/ie

Ungar. Schatzbons II

995/8

ICO1/«

Ungar. Goldrente

723/8

727/i6

Russen von 1877

83

833/i6

Hess. Ludwigsbahnaetien

67^/4

677/s excl

Reichsbankactien

154u/i6

153^/4 „

Coupon.

Coupon.

Sociale Fragen und Antworten.

C l a; s e n k a m p f.

Ein schöner unentweih^er Nenn ist viel werth. Ich keinem Mensch n, daß er lieber Held als z. B. Hödel heißt.

Verdenk's Ich ver-

denk's auch d;r braven nassmischen Familie Kuheuter nicht, daß sie beim Herzog um einen andern Warnen einsam Der gnädigste Herr machte sich ein Späßchen und taufte sie Milch ack, und so heißt sie bis auf den heutigen Tag. Gott segne sie! Wir werden es keinem Vater verübeln, wenn er >ür sein Kind ein n recht wohlklingenden Vornamen aussucht, ? inem Eifinder und Fabrikanten, wenn er auf eine lockend; Bezeichnung seines Erzeugnisses sinnt, und statt „bittrer Shnaps" munter „alter Schwede" oder gar „Menschenfreund" sagt.

Eigmtlich soll Name und Wesen sich decken. Aber das ist auf dieser unvollkommenen Welt nicht immer der Fall. Und das Wesen bleibt doch die Hauptsache. Was hilft der schönste Name, wenn das Ding nichts taugt? Angenommen aber, jemand habe gar absichtlich einen schönen Nam°n für etwas recht Schändliches gewählt; er segele mit Bewußtsein unter falscher Flagge; er suche schlechten Bestrebungen ein gleißendes Mäntelchen umzuhängen und uns durch glatte Worte zu täu'chen. Verdenk n wir ihm das auch nicht? G wiß und mit voll-m Recht Ein ehrlicher Mann nennt ein solches Verfahren sofort mit dem richtigen Namen Lüge und Hinterlist.

Klingt Krieg verlockend oder schrecklich? Ist Krieg etwas G stes oder Schlimmes? Die Antwort kann kaum zweifelhaft sein. Wir alle wissen was Krieg bedeutet: Stocken der Geschäfte, Noth, Theuerung Verwüstung, und ach, tausend und abertausend der besten Männer zer-

schaff n, verkrüppelt oder tobt! Wenn Einer unter uns aufstände mb uNruchörlich Krieg! Kcieg! predigte, wi^ würden ihn niederichlagen oder ins Nirrenhans spitzen je nachdem. Nur in der äußersten Noth, nur gezwungen greift ein ve ständiges Volk zu diesem letzten, entsetzlichen Mittel, wie wir im Jahre 1870.

Aber es gibt noch etwas S hrecklicheres im Völkerleben als Krieg überhaupt, das ist der Bürgerkrieg. Wird doch auch Familienha- ber, einmal arsgebrochm, g'me'mglich der giftigste und schlimmste von allen! Die innigste Liebe schlägt in den tödilichsten Haß um. Wer im Stande ist, mir das Leben am angenehmsten zu machen, gerade der vermag mich auch am empfindlichsten zu kränken. Ein Chinese in Hong­kong kann mich auch schädigen, wenn er mir z B. für gutes Geld schlechten Thee schickt, den er schon einmü abgebrüht hat, aber er ver­mag mich schwerlich je so zu ärgern, wie ein feindlicher Bruder im nämlichen Hmle, mit dem ich Geld und Gut der Eltern theilen und täglich fast stündlich Zusammentreffen muß.

Aehnli h verhält es sich mit dem Bürgerkriege, der Angehörige desselben Volkes und Staatswesens gegen einander bewaffnet. Er hebt die süße Sicherhe t auf, an die wir alle so gewöhnt sind w e an Luft und Lrcht. Er schleudert uns zurück in den Urzustand bildungsloser, ungesitteter Stämme. Nm w: einer mehr ob er seinem Nachbarn, seinem täglich: z^no y trauen darf. Jeden A rgen stick muß man

ergste gefaßt sein. Aus jedem Winkel droht ein Feind her- vorzubrech n. Freunde. Bettern und Brüder verwanden sich, von Parteisucht ergriffen in erbarmungslose G gnw. Es ist unbehag ich, unter wilden Thieren zu leben aber Tiger und Schlangen können uns niemals so vi:l schaden, wie verfeindete Menschen. Im Bürgerkriege muß auch der Friedlichste auf seiner Hut sein und oft genug se n Hand­werkszeug ni d erlegen und zur Waffe greifen, um sich und die Seinigen zu schützen. Unterdessen werden d e Saaten zerstampft, von deren Ernte wir leben sollten, dir Wohnungen in Brand gesteckt, welche uns Obdach gewährten, die Vorräthe für den W nter vor der Zeit verbraucht, die kostbaren Arbeitsmittel welche in geschickter Hand tausend Wunder ver­richteten, achtlos verwüstet und zerstört. Wenn endlich selbst die Wil­desten erschöpft und des Kämpfens, Schlachten? und B ennens müde sind, ist aus der blühenden Heimathflur eine Einöde giworden, und J chrz hnte, vielleicht Jahrhunderte gehören dazu, sie wieder auf den Punkt vor d m Beginn aü-r dieser Greuel zu bringen.

Unser deutsches Vaterland hat einmal die Wuth eines Bürger­krieges in voller unbarmherziger Schärfe ersahen. Das war vor dritte- halb Jahrhunderten in dem sogenannten Dreißigjährigen Kriege. Noch zeugen zahlreich: Namen gänzlich vom Erdboden v rschwundener Dörfer von jener fürchterlichen Zerstörung. Erst in diesem Jahrhundert sind wir allmählich an Wohlstand und durchsch« ttlichem Lebensgenuß wieder dahin gekommen, wo unsre Altvordern vor jenem ent'etzachea Kriege bereits standen. Nähere S hilderung thut hier nicht noth: die Eine« von uns wissen unmittelbar aus den Büchern der Geschichte, wie es von 1618 bis 1648 bei uns herging, und waS für Opfer an Gst und Blut, an Lebens! aft und Lebensfreude uns dies dreißigjährige Plün­dern, Sengen und Todtschlagen gekostet hat; die Andern haben Hinlänz- lich davon reden hören oder es spukt ihnen gleichsam vom Urgroßvater her noch unheimlich genug in ben Knochen, so daß sie gleiches Grauen empfinden. Wer sich aber alles noch einmal lebhaft vergegenwärtigen will, der lasse sich das folgende artige Stücklein erzählen:

Einer meine: Freunde war einst in Schweden bei einem schlichte« Bauer über Nacht. Am nächsten Morgen brächte ihm der Hausherr den Frühtrunk in einer schweren silbernen Kanne. Der Gast betrachtete das alterthü nliche, werthvolle G fäß aufmerksam und bemerkce schließ­lich: „Aber es ist ungestempelt, und so viel ich weiß, hat doch schon Gustav Wasi befohlen, daß der Goldschmied jedem Werke seiner Hand das RüchSwappen, die drei Kronen, aufprägen soll!" „Ganz recht," schmunzelte der Alte, „Ihr wißt Bescheid." „So habt Ihr also das Gesetz übertreten?" sagte mein Freund. „Das that ich w ssentlich noch nie bis jetzt", versetzte der Bauer ernst. „Nein, junger Herr," fügte er stolz hinzu, „die Kanne braucht nicht gestempelt zu sein: sie war schon manch liebes langes Jahr vor Gustav Wasa in unserm Hause!" (Forts. folgt.)

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Inserate.

Die pr. 2. Januar 1879 fälligen Zinsab­schnitte unserer Vereins-Obligationen werden von diesem Tage an bei Herrn I. Benjamin hier eingelöst. 43 Der Vorstand des Vereins für gemeinnützige Zwecke:

J. F. Zimmermann. Aug. Hoffmann.

A. Hengsberger.

HKin kleines HauS, womöglich mit Bleichplatz, zu miethen gesucht. Näh. i. d. Exp. 8

ÖYl-einen geehrten Kunden die ergebene An- zeige, daß ich jetzt Erbsengasse Nr.

12 wohne.

30 Achtungsv ll u. ergebenst

Martin Schädel,

Flaschenbierhändler.

^^urgaffe 18 ein Zimmer mit Möbel und ein Ö Zimmer ohne Möbel zu vermiethen. 5

QTltqaffe Nr. 2 eine kleine Wohnung an ruhige

** Leute. 3