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Jährlich 9 Slerl H»Wj. 4 & 50 P. »ierteljährlich

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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner. Provinzial- Korrespondenz.

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M 292 Montag den 16. Dezember. WM

Amtliches.

Die Vorschriften der Polizei-Verordnung vom 4. Dezember 1876, wonach nach jedem Cchneefall alsbald von dem Bütgersteig der Schnee entfernt werden und bei entstanden! m Glatteis längs der Häuser ein Pfad für Fußgänger mit Sand, Sägemehl oder Asche bestreut werden soll, bei Meidung einer Strafe bis zu 9 Mark, werden hiermit in Erinnerung gebracht.

Hanau am. Dezember 1878.

Der Landrath.

Verloren: Ein kleiner Gummischuh.

Zugelaufen: Ein großer grauer Hofhund.

Gefunden: Ein kleiner Portemonnaie mit Inhalt. Ein Porte­monnaie mit Geld.

Hanau am 16 Dezember 1878.

_________________Aus Königlichem LsndrathSamt._________________

Beta ii ii l in a ch it it i].

Unvollständige Frankirung der Briefe nach Ländern des Weltpostvereins.

Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß Briefe nach den­jenigen Ländern des Weltpostvereins, nach welchen die Taxe von 20 Pfennig für den einfachen frantirten Brief gilt, namentlich aber Briese nach der Schweiz, häufig mit nur 10 Pfennig frankirt zur Einlieferung gelangen. Auch werden Briefe nach Ländern der Westpostvereins, wenn sie das einfache Gewicht von 15 Gramm übersteigen, vielfach ohne Rücksicht auf das Mehigew'cht lediglich mit 20 Pfennig frankirt, wäh­rend die Brieftcxe für je 15 Gramm 20 Pfennig, mithin beispiels­weise für einen 16 Gi amm wiegenden Brief zweifaches Porto oder 40 Pfennig, für 31 Gramm 60 Pfennig beträgt u. s. w. Da in Fällen unzureichender Frankirung am Bestimmungsorte eine verhälinißmäß'g hohe Nochtax? in Anw ndung kommt, so wird von den Empfängern die Annahme der unzureichend frankirten Briefe nicht selten verweigert, wodurch Zweck und Werth der Briefe ver'oren gehen. Das General- Postamt macht hierauf besonders aufmerksam.

Berlin W., 11. Dezember 1878.

Kaiserliches General-Postamt. __________________ Wiebe.

TagessHau.

Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktbr. 1878. Nach demR n St.-A." Nr. 294 wurden unterm 9., 11. und 12. Dezember verboten: die Nr. 38 des II Jahrgangs der periodischen Druckschrift:Lavant-garde, Organe Collectiviste et Anarchiste, herausgegeben in Chaux-de-Fends (canton de Neuchätel, Suisse)", sowie die fernere Verbreitung des Blattes; die Nummer 488 des 11. Jahrgangs der periodischen Druckschrift:Le Mirabeau, Organe des Sections Wallonnes, herausgegeben in Berviers, sowie die fernere Ver- breitung des Blattes; die Diuckschristen: 1) die Volksschule und die Lage ihrer Lehrer in der Provinz Preußen. Eine Skizze von einem Ostpreußen. Leipzrg 1875. Verlag der Genossenfä astsbuchdruckerei und 2; Agitationsnummer. Zu beziehen von der Genossenschaftsküche Lruckerei in Leipzig, Färberstraße 12, II. Leipzig 1876. Verantwort­licher Redacteur: Jacob Morbach in Leipzig; sowie dersozialdemo­kratische Wahlverein" in Neu-Jjenburg (Kreis Offenbach).

Nach demR. u. St.-A." Nr. 295 legt der Königliche Hof für Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin von Hessen und bei Rhein die Trauer von heute bis inklusive 30. d. Mts. an.

Berlin, 15. Dezbr. Der jähe Tod der Großherzogin von Hessen, der Schwester unserer Kronprinzessin, hat auch am hiesigen Hofe die tiefste Trauer hervorgerufen. Die kaiserlichen Majestäten begaben sich sofort nach Empfang der Schreckensnachricht in das kronprinzliche Palais, woselbst nach englischer Sitte, als Zeichen tiefster Theilnahme und Trauer, die Stores sämmtlicher Fenster heruntergelassen waren.

Ihre kaiserlichen Hoheiten werden mit mehreren Mitgliedern des könig­lichen Hauses bei den Beisetzungsfeierlichkeiten in Darmstadt anwesend sein. Natürlich erfährt nun auch die Vermählung des Herzogs von Connaught mit Prinzessin Luise Margarethe, welche jetzt im engsten Familienkreise begangen werden wird, einen b.trächtlichen Aufschub; m»n spricht davon, daß die Hochzeit erst nach dem Osterfeste stattfinden soll. (D Mont -Black.)

Berlin, 14, Dezbr. Mit der interimistischen Führung der Geschäfte der hiesigen Kaiserlich und Königlich österreichisch ungarischen Botsckaft nach Abberufung deS seitherigen Botschafters Grafen Karolyi ist bis auf Weiteres der Botschafis-Rath Graf Wollenstem Trostburg als Geschäftsträger betraut.

Berlin, 14. Dezember. (Abgeordnetenhaus.) Im weiteren Verlaufe der gestrigen (17.) Sitzung mürbe die zweite Berathung des Etats des Ministeriums des Innern fortgesetzt.

In der heutigen (18.) Sitzung theilte der Präsident mit, daß an Regierungsvorlagen eingegangeu feien: Die allgemeine Rechnung über den Staatshaushalt von 1875, eine Nachweisung über den Stand und Fortgang der im Kultus-Ministeru m seit dem Jahre 1872 begonnenen Staatsbauten und eine Denkschrift über das technische Unterrichtswesen und die Aeußerungen der Sachverständige über die Porzellanmanufak- tur Darauf setzte das Hans die zweite Berathung des Etats des Mi­nisteriums des Innern fort. (R u. Et -A.)

Berlin, 13. Dez. DieKöln. Ztg." schreibt: Wer haben vor einigen Tagm melden können, daß die Conferenzen über die deut­schen und österreichischen Handelsbeziehungen vor Ablauf dieser Woche ihren Abschluß finden würden. Gestern Abend 7 Uhr ist der neue Ver­trag auf dre Dauer eines Jahres abgeschlossen worden. Drselbe har die Clausel der Meistbegünstigung ausgenommen, was nicht ausschließt, daß Oesterreich seinen autonomen Tarif vom Juni dieses Jahres am 1. Januar 1879 einführt. Das ZoLcartell bleibt erhalten, eben so daS Veridlungsverfahren im Princip mit den Beschränkungen, die von Preußen zum Zwecke sicherer Conirole bewilligt werden, ohne an die österreichi chen Forderungen ganz heranzureichen. In Bezug auf den Rohleinenverkehr hat Preußen die Errichtung neuer Märkte in letzter Stunde zugestanden. Die österreichischen Bevollmächtigten sind mit sichtlicher Befriedigung abgereist. Die Commission für das Com- munalsteuergesetz wird am Montag ihre Arbeiten beginnen und hofft dieselben in fünf Sitzungen abschließen und noch vor Weihnachten an den Bericht gehen zu können, so daß der Gegenstand gleich nach Wie­deraufnahme der Arbeiten im Januar das Haus würde beschäftigen können. Es wird dies um so mehr zu ermöglichen sein, als die vor­jährigen Mitglieder der Commission fast vollzählig wiedergewählt worden sind. Der zweite Schachzug des Centrums, die Wiedereinführung der aufgehobenen Verfassungsartikel 15, 16 und 18, der das Abgeordneten­haus am künftigen Mittwoch beschäftigen soll, wird ohne Zweifel noch schneller im Sande verlaufen als der neulich«. Man wird von vorn­herein fruchtlose, lanzathmige Debatten durch den Antrag auf einfache Tagesordnung abschneiden, der diesmal sofort eingebracht werden soll. Nach einer amtlich veröffentlichten Uebersicht über die Verwaltung der fitcalischen Bergwerke, Hütten und Salinen im Jahre 1877 ist in denselben die Gesammtproducron der Montanindustrie beträchtlich ge­fallen und außerdem eine erheblichere Werthvermmdermig der Producle als im Vorjahre eingetreten. Die Produciion sämmtlicher Berowerte Preußens mit Einschluß der Steinsalzwerke betrug 1877 933,022 122 Ctr. zum Werthe von 278,670,886 Mark gegen 948 211 648 Ctr. zum Werthe von 320,379 288 Mark im Jahre 1876- Im Jahr 1877 wurden 178 Bergwerke weniger betrieben wie im vorhergehenden Jahre, in welchem die Zahl der betriebenen Werke gegen 1875 schon um 198 gefallen war. Insgesammt standen, einschließlich der in Schlesien unter Aufsicht der Regierung stehinden Eisensteingruben, 1881 Bergwerke im Betriebe gegen 2059 im Jahrl 1876.

Ueber den Fortschritt der Verhandlungen wegen Ankaufs Der» fchiedener gi oßer Privatbahnen für den Staat hat in jüngster Zeit nichts Sicheres mehr verlautet, doch wird noch immer als höchst wagt.