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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.

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Die SspaltigeZeile 30 Psg.

M 284 Freitag den

6. Dezember. IBM

Amtliches.

Das Ausschreiben bem 15. v. Mts., betreffend den Aufenthalt der Dienstuaad Katharina Link aus Kressenbach, wird hiermit als erledigt zurückgezogen

Hanau am 3. Dezember 1878.

Oekonom Koch ist als Trichinenbeschauer für den Bruderdiebacher- und Bau?.! mieser Hof bestellt und vereidigt worden.

Hanau am 2. Dezember 1878.

Der Landrath.

Gefunden: Ein Filzhul. Eine Cigarren^pitze.

Verloren: Ein Portemonnaie mrt ca. 17 Mark. Ein goldener Ohrring

Entflogen: Eine weiße Taube.

Entlaufen: Ein großer gelber Hund, auf den NamenLeo" hörend. ®m grauer Hofhund.

Hanau am 6. Dezember 1878.

Aus Königlichem Landrathsamt.

DerR. u. St.-A." Nr. 287 enthält am Kopfe folgende Aller­höchsten Erlasse:

Nachdem durch Gottes gnädige Hülse Meine Gesundheit wiederher- gtstellt und damit die Behinderung fvrigefaüen ist, für deren Dauer Ich durch Meine Order vom 4. Juni d. J. Eurer Kaiserlichen und König­lichen Hoheit und Liebden Meine Vertretung in der oberen Leitung der Regürungsgeschäfte übertragen habe, will Ich diele Geschäfte mit dem heutigen Tage wieder Selbst übernehmen. Dem Reichskanzler und dem Staats-Ministerium habe Ich diesen Erlaß zur amtlichen Veröffent­lichung zugehen lassen.

Berlin, den 5. Dezember 1878.

Wilhelm.

Gr. zu Stolberg. Leonhardt. Falk. v. Kamele. Friedenthal,

v. Büiow. Hofmann. Gr. zu Eulenburg. Maybach. Hobrecht.

An des Kronprinzen des Deutschen Reichs und von Preußen

Kaiserliche und Königliche Hoheit und Liebden.

In der Anlage lasse Ich Ihnen beglaubte Abschrift eines von Mir an des Kronprinzen Kaiserliche und Königliche Hoheit gerichteten Er­lasses, Inhalts dessen Ich die Regierungsgeschäfte mit dem heutigen Tage wieder übernehmen will, mit dem Auftrage zugehen, denselben nebst gegenwärtiger Order durch das Reichsgesetzblatt zur öffentlichen Kennt- « zu bringen. Ich habe Meinem Herrn Sohne, des Kronprinzen Kaiserlicher und Königlicher Hoheit, für die mit voller Hingebung und mit sorglicher Beachtung Meiner Grundsätze erfolgreich geführte Vertre­tung Meinen Dank durch einen besonderen Erlaß ausgesprochen.

Berlin, den 5. Dezember 1878.

Wilhelm.

Gr. zu Stolberg.

An den Reichskanzler.

In der Anlage lasse Ich dem Staats-Ministerium beglaubte Ab­schrift eines von Mir an des Kronprinzen Kaiserliche und Königliche Hoheit gerichteten Erlasses, Inhalts dessen Ich die Regierungsgeschäfte mit dem heutigen Tage wieder übernehmen will, mit dem Auftrage zu- gehen, denselben nebst gegenwärtiger Order durch die Gesetz-Sammlung zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Ich habe Meinem Herrn Sohne, des Kronprinzen Kaiserlicher und Königlicher Hoheit für die mit voller Hingebung und mit sorglicher Beachtung Meiner Grundsätze erfolgreich geführte Vertretung Meinen Dank durch einen besonderen Erlaß ausge- sprochen.

Berlin, den 5. Dezember 1878.

Wilhelm.

Gr. zu Stolberg. Leonhardt. Falk. v. Kameke. Friedenthal, v. Bülow. Hofmann. Gr. zu Eulenburg. Maybach. Hobrecht. An das Staats-Ministerium.

Des Kaisers Heimkehr.

(St. D. Trib.)

Nicht nur das im Fesigewande prangende Berlin ist es, welches dem heimkehrenden Kaiser heute ein hunderttamendstimmißeSWillkom­men" entgegenruft mit ihm ist es das Land, das Reich, das seinen Wonmchen und Sckirmhnrn nach siebenmonatlicher Zurückhaltung von den Pflichten des Regierungsberufes als Herrscher freudig wieder em- pfängt. Die Laubgewinde in unserer Stadt, die Fahnen und Teppiche an unsern Häusern, sie winken dem Fürsten, der heut an die Spitze seines Volkes zmückkehrt, nicht nur den Dank und die Freude der ersten Bürgerschaft des Reiches zu, sie künd n ihm den Jubel der ganzen Na­tion, die diesen Festtag in geistiger Gemeinschaft met uns begeht.

Sonne und Wetter in dieser Zeit sind äußerm Feierglanze wenig Hold; das Jahr geht seinem Ende entgegen, das Leben der Natur be­ginnt fernen Winterschlaf. Die Empfindungen des deutschen Volkes aber folgen diesem natürlichen Lauf der Dinge nicht; sie feiern heute einen Frühlingstag, inffen grünende Hoffnung, dessen frohe Bewegung ihren Flug aufwärts nimmt, und denken in dem Gefühle überstandenm Lei­dens zurück an jene Tage, da das gegenwärtige Jahr in seiner Son­nenhöhe stand.

Wir mögen heute an den noch unvernarbten Wunden dieser trau­rigen Erinnerung nicht rühren; wir brauchen keinem Deutschen erst ein Charakterbild des Kaisers Wilhelm zu entwerfen, um zu zeigen, daß solch' erbitterndes Gedächtniß dem milden, landesväterlichen Sinne, des Monarchen selbst am Meisten zuwiderläuft. Das fünfzigste Lebensjahr hatte der jetzige Kaiser überschritten, als er sich gezwungen sah, seine Vorstellungen vom Staatsleben, von dem Verhältniß zwischen Fürst und Volk umzugestalten; das achtzigste Lebensjahr liegt hinter ihm heute, wo sein Vertrauen zum Volke die schmerzlich n Ereignisse der letzten Vergangenheit zurückdrängt, wo er durch das Wiedererschemen in unserer Mitte zeigt, daß das Bitterste ihn mcht zu verbittern ve möcht.

Auf dem Boden eines unerschütterlichen Pflichtgefühls wuchs jene ausdauernde Kraft, die in den greisen Jahren die Thaten dieses seltenm Regenten zeitigte. Auf demselben Boden des Pflichtgefühls ist auch der Entschluß gereift, aller persönlichen Gefahren zum Trotz nach wieder­gewonnener Gesundheit den Aufgaben seines schweren Berufs sich bis an's Ende zu unterziehen. Fürwahr, mehr noch als vor den errunge­nen Eriolgen beugt sich vor dieser unvergleichlichen Pflichttreue in Ehr­furcht j:der Sinn. Das eben ist das Geheimniß des unzerreißbaren Bandes zwischen diesem Monarchen und seinem Volke. Nicht Ruhm und weltgeschichtliche Größe, sondern edles Pflichtgefühl und mensch iche Herzensgüte verbinden ihn mrt dem letzten feiner Unterthanen, beides Eigenschaften, die auch der Kleinste, Aermste und Geringste erkennen und sich zum Vorbild nehmen kann.

Von der Stelle, wo der Kaiser heute den ,Fuß?zum ersten Male wieder auf den Boden seiner Hauptstadt setzt, bis zum Wiedereinrrltt in die stille Stätte seines Wirkens durchmißt er ein Spalier nach Hun- derttausendm zählender Massen. Furcht und Besorgniß vor verbreche­rischen Acten bei diesem Zuge habn manche erregte Phantasie in den letzten Tagen erfüllt. Die Polizei hat für die Herstellung der Sicher­heit gethan, was nach den ihr gegeben n weiten Vollmachten zu thun in der Möglichkeit lag. Die Hauptstadt mit den sie umgebenden Distrikten steht unter dem Druck eines polizeilichen Ausna in zuftandes, der, so wenig man seine Motive im Jnlande auch verkennt, von empfindlichen Folgen für Wandel und Verkehr nicht frei bleiben kann. An dem em­pfänglichen Gemüth des heiwkehrrnden Kaisers werden diese Eindrücke schwerlich ohne Spur vorübergehen. Es ist ein Schatten, der auf den festlichen Glanz dieses Tages fällt und auch die ehrwürdige Person dessen nicht unberührt läßt, vor dessen menschlicher Erhabenheit ichon die Mächte, die den Königsmord aus ihre Fahne geschrieben, zurückbroen müßten.

Die Geschichte Preußens beruht seit deuuMater unseres Kaisers auf dem Zusammenwirken zwischen Königshaus und Bürgerthum. Die rechten Formen zu finden, in denen dies Zusammenwirken dauernd möglich ist, war die Schwierigkeit, deren Ueberwindung unserm Küster