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G- Kuhwetter. 70) L. Nötiger. 71) D. Marsch 72) J. Kroeger. 73) G. D'edrichs. 74) A. Schmidt. 75) G. Birnheim. 76) H. Hoh wann. 77) I. Schläger. 78) C. Niemann. 79) F. Stahlmann. 80) Moltz. 81) H. Ziegler. 82) H. Guntrum. 83) J. Hatz. 84) Pe­trusen. 85) Kurre. 86) Bogt. 87) Stein cke.

2. Passagiere:

53) G. H. Schurr. 54) W. Jesse. 55) Grube. 56) N. Jm- schinski. 57) y. Rabe. 58) D. Schmidt. 59) I. Reckelmann. 60) W. Schröder. 61) Th. Bliaht. 62) A. Simon. 63) Louise. Keß- wann. 64) Anna Wisel. 65) Sophie Holtzhausen. 66) Maria R-h- feldt, 67) und 68) deren Kinder. 69) Adolph Rehseldt. 70) Martin dlPPel. 71) Marcha Müller (ein Mädchen 4 Jahre). 72) ein Mäd­chen (3 Jahre), 73) ein Mädchen (9 Monate), Schwestern, Eltern un» bekannt.

— Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Ok­tober 1878. Nach dem „R. u. St.-A." Nr. 286 ist unterm 2. De­zember verboten worden: die nicht periodische Druckschrift: Eugen Düh- rings Umwälzung der Wiss-nicha?t. Philosophie. Politische Oekono- mre. Sozialismus. Von Friedrich Engels. Leipzig 1878. Verlag der Genossenschaftsbuchdruckerei.

~ Erlitt, 4 Dezember. (Abgeordnetenhaus.) In der heutigen (11.) Sitzung theilte der Präsident mit, daß an neuen Vorlagen einge­gangen seien: ein Gesetzentwurf, betr. die Aufbringung der Gemeinde- abgaben und der Entwurf einer Haubergsordnung für den Kreis Siegen. Darauf setzte das Haus die zweite Berathung des Etats des laudwirth- schaftlichen Ministeriums fort. ^R. u. St.-A)

Berlin, 4. Dezbr. Die Mehrzahl der Höfe hat ihre hiesigen Vertreter zu persönlicher Beglückwünschung des Kaisers bei seiner Rück­kehr beauftragt. — Zur Begrüßung des Kaisers sofort bei seiner An kunft in Berlin, wird das Staatsministerium sich am 5. Dezember auf dem Potsdamer Bahnhöfe einfindeu. (Trib.)

~ Der russische Reichskan-l-r Fürst Gortschakow wird auf feiner Rückreise nach Petersburg am 6. Dezember aus Stuttgart in Berlin erwartet.

' 3n Ellwangen explodirte eine in den Ofm gestellte Bett- flasche, an der die Schraube nicht abgenommen war. Die umherflieaen- den Stücke tödteten ein kleines Mädchen. Es mag dieser traurige Vor­fall bei der bevorstehenden Winterszeit zur Warnung dienen.

Karlsruhe, 4. Dezbr., Vormittags. Der gestern von den hiesigen Polytechnikern in der Festhalle verunstaltete Kaiserkommers war, nach dem „R. n St.-A.", von über 1000 Personen besucht. Der Groß- Herzog, der Erbgroßherzog, die Minister, die Präsidenten der Kammern, die Generalität, die Adjutanten Sr. Majestät des Kaisers und die Ver­treter der Stadtgemeinde wohnten demselben ebenfalls bei. Das Hoch auf Se, Majestät den Kaiser wurde ebenso wie das auf den Großherzog und die Großherzogin mit größter Begeisterung ausgenommen. Der Großherzog hielt eine Ansprache an die studirende Jugend, die mit ei­nem Hoch auf das Vaterland schloß.

— Aus der Schweiz. Der Notar Rutishauser in Thurgau hat Berufung gegen das ihn zu 11 Jahren Zuchthaus verurtheilende Erkenntniß eingelegt, weil drei Geschworene bei der Verhandlung des CapttalfalleS geschlafen hatten!!

— Wien, 3. Dezbr. Die amtliche „Wiener Zeitung" veröffent­licht ein Handschreiben des Kaisers an den Minister-Präsidenten, Fürsten von Auersperg, durch welches der Reichsrath zur Wiederaufnahme sei­ner Thätigkeit auf den 10 d. Mts einberufen wird.

, — P e st, 4. Dezbr. (R. u. St.-A.) In der heutigen Konferenz der liberalen Partei dürfte voraussichtlich der Ministerpräsident Tisza das rekonstruirte Kabinet vorstellen und sein Programm entwickeln.

Paris, 3. Dez. Herold (Republikaner) brächte im Senat einen Gesetzentwurf ein, dem zufolge in jeder französischen Rechtsfacultät ein Lehrstuhl für das „konstitutionelle Recht" gegründet werden soll. Die pariser Universität hatte von 1834 bis 1852 einen solchen Lehr- stuhl; das Kaiserreich unterdrückte ihn. Sein erster Inhaber war Rossi, der bekanntlich als päpstlicher Minister in Rom ermordet wurde. 1871 war dieser Lehrstuhl voriäufig wieder hergestellt worden.

— St. Petersburg, 4. Dezbr. Se. Majestät der Kaiser ist heute Vormittag um 10 Uhr hier eingetroffen und von der massenhaft versammelten Menschenmenge sowie von den aufgestellten Truppen en­thusiastisch empfangen worden. Die Stadt prangt im reichsten Flaggen- schmuck. (R. u. St.-A)

— Lah ore, 3. Dez. (Köln Zig.) Amtlich wird vom heutigen Tage gemeldet: Authentischen Nachrichten zufolge ist J-llilabad geräumt; bie nächsten afghanischen Truppen stehen in Kabul. Roberts hielt am 1. Dezember Ruhetag 3km von Pelwarkota und wartete die Zufuhren ab. Der Feind hat eine starke St llang auf einer Anhöhe des Peiwar- passes. Die Gesundheit und Stimmung der Truppen ist vorzüglich, da8 Wetter schön kalt. Es heißt, die von Kusch entsandten Verstärkungen seien nach Kabul zurückbeordert. AuS dem Khyberpasse ist kein Zu­sammenstoß gemeldet.

— New-York, 3. Dezbr. Der Hamburger Postdampfer „Her­der" ist heute Morgen 7 Uhr hier eingetroffen.

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Hanau 5. Dezember 878.

— (Stadttheater) „Im Hause des Commerzienraths", Schauspiel in 4 Akten, ist nach dem Marlitt'schen Roman sehr geschickt bearbeitet. Es ist eine von den wenigen Bearbeitungen, bei welchen man nicht höchst störende Lücken bemerkt. Die hiesige Aufführung er- sreute sich lebhafter Theilnahme und die Darstellung selbst war eine recht abgerundete, gute zu nennen. Am besten vertreten waren der „Sommer" durch Herrn Dir. Frey, „Doctor Bruck" durch Hrn. Me- bius, welcher den geraden biederen Mann recht wirkungsvoll gab, „Käthe" durch Fcl. Nötiger, die gewandt und sicher spielte und die „Suse", welche Frau Berthold recht lebenswahr gestattete. Fräul. Ihm und Fräul. Dorn schienen sich in ihren Rollen nicht ganz hei­misch zu fühlen und bekundete daher ihre Darstellung etwas Unfertiges.

Mittwoch den 27. November fand eine Wiederholung der „Ahn- frau" statt.

Das Salingrö'sche Volksstück: „Eine Geldheirath" ist eine Drama- tisirung der Max Ring'schen Novelle: „Das verkaufte Herz". Wenn­gleich Salingrs ein bühnengerechtes Stück durch die Umgestaltung der Novelle schuf, das ein paar Stunden angenehm unterhält und mehrere bedeutende und höchst wirkungsvolle Scenen enthält, so können wir uns doch nicht damit einverstanden erklären, daß er den Ingenieur Brand nicht — wie es in der Novelle geschieht — zum Schlüsse wieder ehr­lich gemacht hat. Brand, in dem Stücke doch die eigentliche Haupt­figur, verschwindet überhaupt so plötzlich, daß man nicht gan; befriedigt werden kann. Urkomisch ist die Scene der jüdischen Agenten mit „Weg- ner" und dramatisch am bedeutendsten ist die Rolle der „Rosa" ge­halten.

Die Darstellung war eine fast durchweg gute. Der „Bandemeier" des Herrn Schwarz ist eine höchst originelle Leistung und der „Ren­tier Flunker" ds Herrn Salomon ist wirklich bedeutend zu nennen. Frl. Nötiger entwickelte als „Rosa" sehr viel Wärme und Gefühl und Herr Mebius verdient als „Brand" unser ganzes Lob. Fräul. Sy lta war als „Wütwe Braun" recht nett. Der „Pickenbach" des Herrn Dumont war manchmal etwas zu unbeholfen. Das Juden- quintett, durch dieHerren Bernig s ha us e n, Srgismuno, Korn- vlum, Tschirch und Schnelle ganz vorzüglich vertreten, machte ei­nen besonders heiteren Eindruck.

Frl. Bleier war als „Natalie" sehr anerkennenswerth.

Den Leiern unseres Blattes, welche sich der im laufenden Jahre gebrachten Novelle von Max Ring: „Das verkaufte Herz" erinnern, möchten wir bei etwaiger Wiederholung den Besuch der Vorstellung an- rathen

— Das Berliner „Fremdenblatt" schreibt: Mit dem neuen fünf- aktigen Lustspiel „Doctor Klaus" von Ab. L'Acronge hat die Bühne des Wallner-Theater ein Stück erworben, das auf lange Zeit das Haus füllen und und der Kasse Segen bringen wird. Daß ein solches Stück geschaffen werden kann, spricht am besten gegen die häufigen Klagen über die unfruchtbaren Dichter der Jetztzeit, und daß der Dichter dieses Lust­spiels ein Deutscher ist, erfüllt uns mit speziellem Stolz (Die Auffüh­rung des Stückes ist hier in Vorbereitung begriffen.)

— Wie man uns mittheilt findet der Vortrag des Herrn Reichs­tagsabgeordneten Leop. Sonnemann aus Frankfurt a. M., über Schutzzoll und Freihandel, wegen eines eingetretenen unvorhergesehenen Verhinderungsfalls hente nicht statt; Näheres wird bekannt gemacht.

— Für heute. Hanauer Stadtth-acer: Einmaliges Auftreten des 11jährigen Biolin-Vlituosen Maurice Dmgremont (an allen Octen, wo bis jetzt der jugendliche Virtuose aufgetreten, drücken d:e Berichte vollstes Erstaunen über die Leistungen dieses gottbegnadeten Künstlers aus): 1) Trovatore, Grande Fantasie von Slvori. 2) Die Versuche- rin, Lustspiel in 1 Akt von G. v. Moier. 3) Romanze von L. v. Beethoven. 4) Die Sünderin, Lustspiel in 1 Akt von G. v. Moser. 5) Erinnerung an Haydn von Leonard; Anfang 7 Uhr. — Homöopha- tischer Verein: Abends 8 Uhr Monatsversammlung.

— Dem Regierungs- Assessor Grafen Matuschka Greiffenklau ist die Vertretung des Landraths v. Trott in Gelnhausen während der Dauer der Landtagssesston übertragen worden.

— Cassel, 4. Dezbr. Dem Vernehmen nach sind die Vorarbei­ten für eine Secundärbahn von Station Eölbe über Biedenkopf nach Laasphe abgeschlossen und werden nunmehr die Verhandlungen mit den Local-Jnteressenten wegen Betheiligung der Antagekosten beginnen. — Ein von Gladenbach ausgegangener Wunsch, daß eine Bahn von Lollar oder Frontzausen durch das Satzbödethal nach Gladenbach auf Staats­kosten gebaut werde, hat nicht berücksichtigt werden können. (H. W.)

— Marb urg, 3. Dezember. In diesen Tagen hat in Marburg (Provinz Westfalen) eine Berathung von Interessenten für das Bahnpro­jekt Marburg-Marburg stattgefunoen, bei welcher Gelegenheit beschlossen wurde, eine Petition zur Unterstützung des Planes an üas Abgeordne­tenhaus abzusenden. <H. M.)