beschränken, mitzut heilen, was an demselben in allerletzter Zeit verändert wurde. In den Gru?tcewölben sind jetzt an den einzelnen Gräbern, in welchen etwa je 40 Gefallene ruhen, große schwarze Marmmtafeln angebracht, auf welchen die Anzahl der Beerdigten nach Trrppentheilm abgesondert angegeben finb. Jn^dem Gewölbe rechts, wo die Deutschen liegen, sind die gleichen Tafeln angebracht, bis jetzt noch ohn« jede Auf schrift mit Ausnahme einer einzigen auf welcher steht: Max v. Roeder. „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte." Eine bei dem Denkmal mit dem Verkauf von Pho- tographieen sich beschäftigende Frau berichtete mir darüber (ob wahr, weiß ich nicht), dies sei das Denkmal eines preußischen Oberst, welcher gewünscht habe, auf dem Schlachtfelde beerdigt zu werden. Ich möchte darauf aufmerksam machen, daß die leerstehenden Marmortafe'.n den Angehörigen von bei Champigny Gefall neu und Beerdigten eine schöne Gelegenheit bieten, das Andenken der Ihrigen zu wahren, wie dies von sranzös. Seite durch Eingraben von Inschriften rc. schon vielfach geschehen ist. Ich zweifle auch n'cht daran, daß die G nehmigung hiezu gerne ertheilt wird. Die f ierliche Einweihung des Denkmals soll am Montag den 2. Dez. stattfinden. Zu diesem Zwecke soll um 11 Uhr ein Gottesdienst in der Kirche von Cjampigny stattfinden, von wo aus die Anwesenden sich im Zuge nach dem Denkmal begehen werden, um der Einsegnung dtss-lben bnzuwoynen. (Schw. Merk.)
— (Die Spielhölle in Monaco.) Am 7. April hatten 2750 Bewohner der S:ealpm (Nizza) an den Senat eine Petition gerichtet, in welcher sie die Unterdrückung der Spielhölle von Monaco verlangen. Der Minister des Aeußern, an welchen diese Petition verwiesen worden war, richtete an den Petitwns-Ausschuß eine Antwort, aus der wir, nach der K. Z., folgende Stelle aushebm: „Es ist unbe sveitbar, daß die Nachbarschaft eines so beträchtlichen Spielhau'es, wie das von Monaco, Unbequemlichkest von mehr als einer Art für die Bewohner der Niederalpen, namentlich für die der Stadt Nizza barbietet Wie der Ausschuß des Senates selbst anerkannte, hat diele Spielfrage einen um so zarteren Charakter, als sie zu dem ausschließlichen R ffort des in Monaco regierenden Fürsten gehört. N-chts' ermächtigt mich, anzunehmen, daß in diesem Augenblicke angetnüpfte Unterhandlungen irgend welche Aussicht auf Erfolg haben würden, aber wenn sich irgend eine Gelegenheit bieten soll e, die mir gestalten würde, über diese Frage mit Nutzen zu verhandeln, so werde ich nicht verfehlen, sie zu ergreifen, und der Busschuß kann sicher sein, daß ich das an das Gesuch der Bittsteller geknüpfte Interesse nicht aus dem Auge verlieren werde."
— London, 3. Dez. Die Times meldet aus Philadelphia: Vier der in Amerika angekauften russischen Kreuzer sind zu sofortiger Seefertigkeit beordert. Ihre Abfahrt wird vor Weihnachten erwartet.
— Petersburg, 3. Dez. (Köln. Ztg) Der Regierungsbote veröffentlicht folgende Aniprache, welche der Kaiser Alexander bei dem gestrigen Empfang im Kreml Palast gehalten hat:
Ich bin sehr froh, meinen herzlichen Dank allen Ständen Moskaus für ihre Wohlthätigkeit während des letzten Krceoes persönlich zu wiederholen. Eurem edlen Beispiele folgte ganz Rußland Ich hoffe, daß der endgültige Friede mit der Türkei baldigst unterzeichnet werden wird. Ich danke auch für die Gefühle der Ergebenheit, welche ihr mir anläßlich der traurigen Ereignisse in PeierSburg und an anderen Punkten Rußlands ausgedrückt habt. Ich glaube an die Aufrichtigkeit dieser Gefühle und hoffe, daß ihr, wenn ich nicht mehr sein werde, dieselben auf meinen Sohn und besten Nachfolger übertragen werdet. Ich verlasse mich auf eure Mitwirkung, um die Jugend auf dem gefährlichen Wege aufzuhalten, auf welchem unzuverlässige Menschen dieselbe zu verleiten suchen. Gott möge uns dann helfen und uns den Trost geben, eine friedliche Entwicklung unseres theuren Vaterlandes auf dem gesetzlichen Wege sehen zu können. Nur auf einem solchen Wege kann die künftige Macht Rußlands verbürgt werden, welche euch wie mir theuer ist.
— Für die Besetzung Novibazars durch türkische und österreichisch-ungarische Truppen hat die Pforte nach der „Köln. Ztg." folgende drei Bedingungen gestellt: 1) Feststellung einer Frist für die Besetzung ; 2) Anerkennung der Oberhoheit des Sultans in den Gegenden, welche durch die^österreichischr Armee besetzt werden; 3) Aufhistung der türkischen Fahne neben der österreichischen.
— Lahore, 3. Dezbr. (R. u. St-A.) Am 30 v. Mts. fand zwischen den Truppen des Oberst Appleyard und dem Feinde ein lebhaftes Feuer statt. — Der Khyberpaß ist jetzt vollständig offen. Die Wagenzüge treffen in Alimusjid ein.
8 o r a L e K.
Hana«, 4. Dezember 1878
— In der gestrigen conftituirenben Sitzung des großen Gemeinde« Ausschusses wurde Herr Karl Kehl zum Ausschuß-Vorsteher und Herr Karl Jung zu dessen Stellvertreter erwählt.
Nächsten Donnerstag soll die Gemeinde-Ausschuß-Sitzung stattfinden, in welcher der neue Stadtrath erwählt wird.
— Wie wir hören ist der städtische Verwaltungs-Ausschuß mit der
Stadtbehörde wegen Erbauung der Wilhelmsbrücke in Verhandlung ge* treten und ist wohl kein Zweifel, daß eine Vereinbarung zu Stande kommt, wonach die Erbauung der in Frage stehenden Brücke sich recht bald realisiren wird.
— Bei der gestern von Sr. Königl. Hoheit dem Herrn Landgrafen von Hessen in der Fasanerie abgehaltenen Jagd, an welcher mehrere fürstliche Herren Theil nahmen, wurde vorzüglich geschossen. Von im Ganzen abgegebenen 162 Schüssen blieben auf dem Platze: 34 Fasanen, 11 LapinS, 5 Hasen und 1 Wildkatze.
— Herr Reichstagsabgeordneter Leop. Sonnemann zu Frankfurt a. M hält, wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, morgen Abend in öffentlicher Versammlung des demokratischen Vereins einen Vortrag über Schutzzoll und Freihandel. Wenn auch viele Hanauer den exclu- siven politischen Standpunkt Sonnemann's nicht theilen, so muß doch sein größter Gegner anerkennen, daß derselbe in Handelsiraaen eine Capazrtät ist; es dürfte daher der Vortrag, zu dem Gäste willkommen sind, des Interessanten viel bieten.
— Bei Metzgermeister Lorenz Schäfer. Schützengasse Nr. 24, kostet von heute ab das Pfund Kalbfleisch 58 Pf.
BersteigerungS» und Verpachtungs-Kaleuder für Mittwoch den 4 Dezember
Vormittags 11 Uhr sollen an Gerichtsstelle gegen Baarzahlung ver- kauft werden: Regulator, Nähmaschine, Drehbank, 4 Wacuenschränke und 1 Ladentisch.
Nachnnttags 2 Uhr sollen im Hofe der Steuerkasse II gegen Baarzahlung: 2 Kommoden, 1 Schränk und 1 Kuh verkauft werden. — Nachm 2Vs versteigert Herr Taxator W. Seiffert im Gasthaus zum „Nürnberger Hof" 7 Grundstücke (2 Wiesen, 3 Äecker und 2 Gärten). — Nachm. 3 Uhr soll durch den beauftragten Agenten Herrn Robert Fauerbach auf Anstehen der Erben das Haus Nr. 15 franz. Allee an Ort und Stelle verkauft werden.
— Für heute Abendgotterdienst in der Marienkirche, gehalten von Herrn Pfarrer Sopp; Anfang 7 Uhr. — Hanauer Stadttheater: Gastspiel des Herrn Dr. Hugo Müller und Frau Clara Müller: „Wartesalon erster Classe", Lustspiel in 1 Akt, von dem Gaste selbst; hierauf: „Man sucht einen Erzieher", Lustspiel in 2 Akten von A. Bahn; Anfang 7 Uhr. — Spar- und Sprelkasse bei Herrn Ed. Dörr: Abends x/s9 Uhr Statutenberathung und Vorstandswahl. — M.-R: Abends S1^ Uhr Turnen, später bei Beck. — Abends 9 Uhr: Steiger- Corps bei Beck; Spritze Nr. 1 in den „3 Gänsen". — Turn- und Fecht-Club: Abends 91/» Uhr Generalversammlung
— Für morgen. Hanauer Frauenverein: Nachmittags 2 Uhr im Saale zum „Nürnberger Hof": Versammlung aller verehrt. Frauen und Jungfrauen hiesiger Stadt, welche geneigt sind bei einer zu veran- stalteten WeihnachtSbtscheerung für arme Kinder mitthätig zu sein.
— Beim Herannahen des Weihnachtsfestes kommt mahl mancher Familienvater in Verlegenheit, durch welches Gesch.nk er seine Angehörigen am meisten erfreuen könnte und es ist in der That auch zu- w ilen schwer, das Praktische und zugle ch das Angenehme herauszufin- den. Wir erlauben uns daher, ein Geschenk in Vorschlag zu bringen, an das zwar Mancher nicht denkt, aber das dennoch wohl einer Beachtung werth erscheint und dies Geschenk ist eine Lebensversicherungspolice. Unter dem strahlenden Christbaum, umgeben von jubelnden Kindern, denkt wohl der Vater nicht an das Steiben, aber wie? wenn bald nachher der Tod plötzlich an die Thüre klopft? Das Gefühl, für die Seinen nach dem Tode gesorgt zu haben, würde befriedigend noch in den letz en Lebensstunden wirken und am Weihnacht» feste sollte jedem Familienvater dies gegenwärtig fein und ihn an die Erfüllung der Pflicht mahnen, sein Leben zu versichern, ehe es zu spät ist.
— (Berichtigung) Bei den Fällen der dritten Schwurge« richtsperiode, veröffentlicht in unserer gestrigen Nummer, muß es heißen: gegen Handelsmann Samuel Löb Heß in Bergen, wegen Urkundenfälschung, und nicht wegen Unzucht, was hiermit berichtigt wird.
— Das Königliche Konsistorium für den Regierungsbezirk Cassel erläßt folgende Bekanntmachung:
„Die für den 5. Dezember d. I. in Aussicht genommene Rückkehr Sr. Majestät des Kaisers und Königs in die Landeshauptstadt und die von Allerhöchstdemselben beabsichtigte Wiederaufnahme der Regrerungs- geschäfte werden von dem gesummten deutschen Volke als ein sichtbarer Beweis von der völligen Genesung Sr. Majestät freudig begrüßt und als Ereignisse erkannt werden, welche ganz besonders geeignet sind, in einem allgemeinen Dankgottesdienste von den evangelischen Gemeinden gefeiert zu werden. Für alle Provinzen der Monarchie ist deßhalb die Anordnung getroffen worden, daß in sämmtlichen evangelischen Kirchen und Gemeinden aus Anlaß der durch Gottes Gnade so glücklich erfolgten, hocherfreulichen Genesung Sr. Majestät des Kaisers an dem ersten Sonntage nach Allerhöchstdessen Rückkehr nach Berlin ein feierlicher Dankgottesdienst abgehalten werde. So richten wir denn an alle evangelischen Gemeinden unseres Bezirkes die Aufforderung, an der bevorstehenden Feier, über deren Abhaltung die Ortsgeistlichen in ihren Gemeinden das Nähere bekannt machen werden, mit dankerfülltem Herzen