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düng zwischen dem Vatican und dem preußischen Tpiscopat und Sterns. Derselbe beräth die Curie in kleinen Angelegenheiten und Tagesfragen der geistlichen Verwaltung und vermittelt wiederum die Jnstructionen der Curie an den preußischen Sterns. Dieses zeitweilige Berm tilerver- Hältniß hat die Zustimmung Bismarck's. Der Papst belobte das kluge Verhalten des Erzbischofs von Neapel der Staatsgewalt gegenüber un­bestimmte ihm den Cardmalshut.

— Paris, 24 Nav. Der polnische „General" MierolawE ist gestern, wie die „Köln. Ztg" schreibt, gestorben. Derselbe stand be- kanntlich 1848 an der Spitze des Aufstandes in Posen, war 1849 Obergenkral der badischm Jnlurrektionsarmee und betheiligte sich eben­falls an dem Aufstsnse, der in Sizilien ausbrach. Es ist oft darüber gestritten worden, ob er mehr Narr od>r Militär gewesen sei; jeden­falls verstand er es ausgezeichnet, eine Sache, die er in der Hand hatte, zu Grunde zu richten.

— Versailles, 23. Nov. Die Devutirtenkammer hat in ihrer heutigen Sitzung das Budget des KnegZ-Ministeriums angenommen.

— Saragossa, 26. Novbr. In Folge der Entdeckung eines Komplotts, welches die Störung der öffentlichen Ruhe bezweckt, sind weitere zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden. Die Regierung hat energische Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung ange­troffen.

— Madrid, 25. Nov. (Köln. Ztg.) Die Epoca bemerkt bei einer Besprechung der Socialfftenfrage, Europa könne nicht dulden, daß das Asylrecht zur Straflosigkeit von Verschwörern gegen die oesellschait- liche Dränung ausarte. Das muffe auch die Schweiz ein ehm um be­greifen, daß jenes Achsrecht schwere Gefahren in sich trage.

— China. Ueber chstufische Verhältniße werden in einigen kalifornischen Zeitungen Korrespondenzen veröffentlicht, die aus der Feder eines intelligenten Eingeborenen des Himmlischen Reiches stammen und nicht nur Neues bieten, sondern auch viele bish-r als wahr ange­nommene Ansichten über jenes Land als durchaus irrig bezeichnen Demnach beträgt z. B. die Bevölkerung Chinas, welche bisher allgemein auf 450 bis 500 Millionen geschätzt wurde, nicht mehr als 100 bis 120 Millionen Seelen. (?) Die Entwicklung des Ackerbaues hat ihren Höhepunkt erreicht und sowohl die Kopfzahl der Bevölkerung als auch deren Wohlstand seit über 125 Jahren beständig abgmvmmen. Werden auS anderen Welttheilen nicht bald verbesserte Maschinen eingeführt, so ist das Volk nicht länger im Stande, für seinen Unterhalt zu sorgen; jetzt schon ist dasselbe in tiefste Armuth versunken und kann kaum die nothwendigsten Lebensbedürfnisse erschw ngen. Der Reichthum des Lan­des verlhnlt sich auf wenige B vorzugte.

— New-Aork, 26 November. Der Hamburger Postdampfer „Frisia" ist h-ute Morgen hier einzerroffen.

— Ueber den Untergang der „Pommerania" liegen folgende Meldungen des „W. T. B.- vor:

Dover, 26. November, Nachmittags. Nach weiteren Meldungen hatte der gesunkene Dampfer „Pommerania" 350 Personen an Bord, als er N^w-Iork verließ; einige Pass lgiere waren in Plymouth ge­landet worden. — 23. November, Aoenos. Bon den geretteten Passa- greren und Mannschaften der „Pommerarna" find 109 nach London abgegangen. Das Schiff sank 15 Minuten nach dem Zusammenstoßt, weil es ein großes Loch an der Steuerbordseite hatte. Zwei Boote wurden bei dem Zusammenstöße zertrümmert; eins wurde beim Herab- lassm vom Wasser fortgespült, die übrigen 5 Boote nahmen 162 Passa­giere und Mannschaften auf, die dann vom Dampfer „Glengarry" an Bord genommen wurden Als der erste Steuermann Franzen mit dem letzten Boote von der „Pommeran a" abstieß, stand der Kapitän der letzteren auf der Brücke und forderte den Steuermann auf, möglichst nahe bei dem Sch ffe zu bleiben. Das Boot blieb in einer Entfernung ton 10 Iards von der „Pommerania", aber wenige Minut-n später ging das Schiff unter. Das Wrack liegt südwestlich ungefähr 12 Mei­len von Foreland.

London, 26. November, Abends. Nach einer Meldung der hiesigen Agenten der Hamdurg-amerikanischen Dampfschiffsahrtsgesellschaft hatte die „Pommerania" New Iork am 14 d. M. mit 37 Passagieren erster, 16 Passagieren zweiter und 95 Passagieren dritter Klasse ver­lassen, von denen 47 in Plymouth und Cherbourg gelandet wurden. Fünf weitere Passagiere fassten sich in Plymouth nach Hamburg ein.

Hamburg, 27 November, Vormittags. Ein Telegramm des Lloyd aus Maassluis (bei Rotterdam) meldet, daß der Dampfer „City of Amsterdam" mit dem Kapitän der „Pommerama", Schwensen, an Bord daselbst angekommen ist. Kapitän Schweiften gibt an, daß noch em anderer Dampfer in der Nähe der Stelle war, wo der Zusammen­stoß der „Pommerania" erfolgte, der, wie er glaube, etwa 60 Personen gerettet habe.

London, 27. November, Vormittags. Unweit Boulogne sind zwei Rettungsboote der „Pommerania" ausgefischr und nach Boulogne geb.acht wo.den. Der „Moel Ellian" hat bei der Kollision eine so ernstliche Beschädigung erlitten, daß eine Reparatur in Dover unmög­

lich ist. Mit der „Pommerania" gingen 20,000 Doll. verloren, welche verschiedenen Passagieren gehörten. Ebenso ist die deutsche Post ver­loren gegangen. Die Nrmm der in Plymouth gelandeten Personen sind noch nicht ermittelt.

Von „Punmerama" 110 Passagiere und Mannschaft gestern hier angenommen und unterqebrachk, zwei Passagiere weiter gereift; in Dover sind 53 verblieben, Leichen noch nicht angesch vemmt. Kapitän Schwen- sen in Maassluis gerettet angekommen Seeleute werden heute werter befördert, Passagiere morgen nach Hamburg. (R.- u. St.-A.)

Lokales^

Hanau, 28. November 1878.

— (Theater.) „Das verkaufte Herz", Erzählung von Max Ring, mit vielem Geschick zu einem Voltsstück umgeschaffen von dem genialen Verfasser (Die Reise durch Berlin in 80 Stunden) Sa- lingrä, wird nächsten Freitag zum ersten Male gegeben. In Berlin wurde das Stück am Belle-Aüianye Theater 40 Mal yintereinander auf­geführt. (Die Erzählung findet sich im llnterhaltunqsblatt zum „Hanauer Anzeiger" Anfangs dieses Jahres abgedruckt. D. Red.)

— Ebenso wie viele Hanauer gerne am 1. November Fcankmrt besuchen, scheinen auch die Frankfurter am letzten Freitag des November (Frankfurter Bußtag) seit einigen Jahren mit Vorliebe Hanau zu ihrem Ausflugsorte gewählt zu haben. Wie wir bereits meldeten trifft mor­gen das Schuler'sche Quartett aus Frankfurt mit einer großen Gesell­schaft Herren und Damen bahier ein um sich in den Sälen zur „großen Krone" einen vergnügten Mittag zu machen, dem Abenos ein Tänzchen folgen wird. — Weiter veranstaltet, wie wir vernehmen, eine Frank­furter Gesellschaft in den Sälen zum „Nürnberger Hof", die zu diesem Zwecke von Herrn Jean Zeh unentgeltlich zur Verfügung gestellt wur­den, eine theatralische Äbenüunterhaituug, zu welcher Jedermann (auch Hanauer) freien Zutritt hat.

Bersteigerungs- und Verpachtungs-K alender für Freitag den 29 November.

Vorm. 10 Uhr versteigen Herr Andc. Dönch aus der Bach'schen Concursmasse im hiesigen Gerichtsgebäude gegen Baarzahlung 68,000 Stück Cigarren in Pactieen zu 500) und 10,000 Stück. — Vorm. 11 Uhr wird bei Kgl. Amtsgericht, Abthl. III, Termin zum freiwilligen Verkauf des den Kindern des verstorbenen Oekonomen Wilh. Hoffmanu gehörigen Grundeigenthums, bestehend in Wohnhaus mit Anb m rc., Rain und Hausgarten, Bcaudvers.-Nc. 33 am Wallweg, abgehalten (s. Nr. 276 „Hau Anz.").

— Für heute. Abends 9 Uhr: Spritze Nr. 2 bei Beck.

— (Patent - Er th eil un g ) Nr. 4030. Beweglicher Kühl- apparat für Gährbortiche, F. Scheid, Ciml-Jugenieur in Frankfurt a. M., vom 24. April 1878 ab. Kl. 6.

— Prov isorisch angestellt wurden: Köhler aus Hüttengesäß als Lehrer an der ev. Schule zu Gettenbach, Kr. Gelnha rsen; Lo tz aus Ostheim als Lehrer an der evang. Schule zu Wettges, Kr. Gelnhausen ; Weider aus Windecken als Lehrer an der evang. Schule zu Schön­stem, Kr. Ziegenhain.

— Der Etat des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten setzt zum Bau der Brücke über die Fulda bei Münden als letzte Rate der Staats­beihülfe 200,00) Mk. aus; zu den Gesammtkosten von 519,000 Mk. tragen die Interessenten 268,000 Mk. bei; zum Neubau des Regierungs­gebäudes in Süffel sind als dritte Rate 700,000 Mk. ausgeworfen. Das Gebäude soll im nächsten Jahre fertig werden.

— Süffel, 26. Noo. Gestern verschied, nach der „H. M", im hiesigen Landkrankenhause ein Mann, dessen Persönlichkeit vor fernem Ableben nicht mehr festgestellt werden sonnte uns der vor einigen Tagen hülflos um mit Blut überströmt an der Böschung bei Rotyenditmold aufgefunden wurde. Mehrfache verdächtige Anzeichen, besonders eine über das Gesicht und eine andere im Nacken befindliche Wunde, scheinen darauf hinzudeuten, daß hier ein Verbrechen vorliegt.

— Vor einigen Tagen ist, nach dem „C. T.-A.", eine Denkschrift der Kasseler Elementallehrer, betreffend die von ihnen erstrebte Besser­stellung dem Herrn Oberpräsidenten, der königl. Regierung und den städtischen Behörden zugegangen.

— In einem, von dem Schäfer Baumbach in Salden geschlach­teten Schweine sind Trichinen gefunden worden.

Aus der Umgegeud»

— Der Frankfurter „General- Anzeiger" schreibt unterm 27 Nov. auS Frankfurt am Main: Von den Concert Gefellschartm, welche sich im Trocabero-Palais der Weltausstellung pcoducirt haben, ist wohl keine so sehr ausgezeichnet worden, als Die Tyroler Sängergesellschaft des Ludwig Rainer aas Achensee. Dieselbe mußte ein zweites Concert im TcocaderoSaal geben uns ergibt Einladungen zu Privat-Soireen beim deutschen Botschafter, bei Baron Hirsch und anderen Rotamlitäten der Pariser Gesellschaft. Die musikan;chm Kritiker der We tstadr fpenben dem unvergleichlich präcisen, ebenso zarten als humoristisch kräftigen Gesangsvortrag der Tyroler das auszelchnendste Los. Dieselben geoen