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— AuS Bombay wird gemeldet, daß laut einer dort veröffentlichten Depesche aus Thull von heute früh die britischen Truppen Fort Rapion besetzt haben, ohne auf Widerstand zu stoßen; und daß der Feind sich zurückzog.

— London, 21. Nov. Die Bank. von England haWeute.den Diskont von 6 auf 5 pEt. herabgesetzt.

— New - Iork, 20. Noi. Der Hamburger Postdampfer „Gellert" ist heute Morgen 7 Uhr hier eingetroffen.

Z ü Z a l e s. ;

Hanau, 22. November 1878.

— Ein Lokalartikel in Nr. 267 dieses Blattes vom 16. d. Mts. enthielt die Mittheilung über die Bearbeitung eines Werkchens des Hrn. Polizei-Sekretair Baum, welches die Aufklärung der Gswecbetreiben- den, Gewerbegehülfen, Fabrikarbeiter. Gesellen und Lehrlings über ihre, durch die Gewerbe-Novelle vom 17. Juli er. bedingte Stellung zu einander, wie Schutz vor Contraventionen gegen diese neue Ordnung be- Zweckt. , ,

Auf vielseitigen Wunsch und mit Rücksicht auf das Bedürf­niß auch nach dieser Seite hin wird dies Werkchen sich auch auf die Vorschriften des Anmeldew esens wie auf ein Rrsumä der z. Z. noch gültigen Gesindeordnung erstrecken.

Gegenüber der seit Jahren bei einem großen Theil des Publikums herrschenden Unklarheit über alle die in dem rasch übersichtlichen Werk- chen zusammengefaßten, alle Bewohner des Reg.-Bezirks iniereffiren- den Fragen, können wir dasselbe im Interesse des Publikums sowohl als des Herrn Verfassers, nur bestens empfehlen.

Die rege Theilnahme der Subskription zeigt, daß die Herausgabe eines solchm Schriftchens zum Bedürfniß geworden ist. D.

— Das vergangenen Mittwoch Abend im Saale zum „Nürnberger Hof" startgehabte, leider sehr schwach besuchte Zither Concert der Damen Frl Elisabeth und Margarethe v. Hausen aus Dresden und Frl. Marie Floder aus Wien bot des Genusses viel; hier führten die Auftretenden den Namen Birtuosinnen, auf den für gewöhnlich nicht viel zu geben ist, mit Recht. Wenn der Kenner über die vollendete Technik und das seelenoolle Spiel sein Erstaunen auszudrücken nicht unterlassen konnte, so fühlte sich auch der Laie von dem Gebotenen wahr­haft hingerissen; dabei war ein Programm aufgestellt, das von großem Verständniß zeugte. Die Damen treten Sonntag Abend nochmals im „Nürnberger Hof" auf; wir rathen deshalb allen Musikfreunden an, sich diesen Genuß nicht entgehen zu lassen und können versichern, daß es zu den Seltenheiten gehören dürste Zither-Vorträge zu hören, die von so vollendeter Meisterschaft zeugen.

— Die noch rückständigen städtischen Abgaben und Schulgelder für die Monate Oktober, November und Dezember müssen bis spätestens den 23. Novbr. (emschl.) an die Stadtkasse abgeliefert werden; am 25. d. M. wird die Beitreibung der noch rückständigen Posten verfügt.

Eingesandt.

[? ] Am 17. d. M., Abends, kehrte durch den Lamboiwalde von seinem Berufsgeschäfte ein Privat-Forstaufseher (St.) nach der Stadt zurück. Als er in die Nähe der „Denkeiche" kam, bemerkte er einen großen Mann, der ganz anständig gekleidet war und einen runden Hut auf dem Kopfe trug. „Wo befinde ich mich hier?" rief er dem Jäger zu. Dieser sagte: „Wir sind ganz in der Nähe der Stadt, wenn Sie dahin wollen, so können Sie mit mir gehen" „Nein, ich möchte in das nächste Dorf!" „Nun, da müssen Sie nach Rückingen; da kommen ja 4 Leute mit einer großen Laterne, die sind daher, mit denen können Sie gehen "

Der Mann achtete jedoch nicht auf diese Worte, ging mit festen Schritten schweigend neben rc. St. Unweit der „Neuen Brücke" (Wil- Helmsbrücke) zog er aus einer Brusttasche eine kleine Flasche und reichte sie seinem Geleitsmanae mit den Worten hin : „Nun, so trinken Sie einmal mit mir!" St. dankte und sagte: „Wenn es Liqueur oder Brannt­wein ist, so pflegen gewöhnlich alle Jäger solches Getränk mit in den Wald zu nehmen — ich bin auch damit versehen." Der Fremde schien sehr beleidigt zu sein und ohne em weiteres Wort mit einander zu re­den, gingen beide über die Neue Brücke. An der „Stadt Friedberg" (Ecke des früheren türkischen Gartens) sprach St.: „Mein Herr, hier in diesem Hause können Sie wohl „über Nacht" bleiben, da Sie ja Loch' nicht mehr in ein Dorf gelangen werden!" Kaum waren diese Worte zu Ende, so machte der „unheimliche" Fremdling rasch eine Wendung, lief eiligst über die Brücke und war in der Dunkelheit verschwunden.

St. sagte zu mehreren seiner Freunde, ich bin „unzähligemale" bei Tag und Nacht in Feld und Wald allein gewesen und niemals hat mich die Furcht angewanorlt, aber in der Nähe dieses Unbekannten war mir nicht woql zu Muthe!" Sollte in der kleinen Flasche wirklich ein gutes Getränk gewesen sein?

0 Nachdem H-rr Pfarrer V o i g t in den verschiedensten Predig- ten über das Wesen der Religion, der Gottheit und deren Größe und Allmacht gesprochen wird nun derselbe nächsten Sonntag Nachmittag über

den Glauben an den persönlichen Gott predigen und verfehlen wir nicht hierauf aufmerksam zu machen.

— Für heute. Hanauer Stadttheater: Znm zweiten Male: „Ein Wintermärchen", Schauspiel in 5 Aufzügen von Shakespeare (der Besuch dieser Vorstellung kann bestens empfohlen werden).

Auszug aus dem Central^Handelsregiste-r.

(Eintragungen bei Kgl. Kreisgericht, L Abth., Hanau.)

Im HandÄsregister ist am 15. Novbr. eingetragen jdie Firma „G. C. tzisgen" zur Naßmühle bei Großkrotzenburg.Z Inhaber: Fabrikant Gg. Conrad Hisgen daselbst, welcher deutsche Oel-Glanz-Lack- und Far- ben-Fabrikation betreibt.

— Die vierteljährigen Apotheker- Gehülfen-Prüfungen im Iahte 1879 werden am 3. und 4. Januar — 4. und 5. April, — 4. und 5. Juli — 3. und 4. Oktober stattfindeu. Die Prüfungs-Commission zu CasselIfür die Jahre 1879 bis 1881 wird wie folgt zusammengesetzt sein: Vorsitzender: Regierungs- und Medizinal-Rath Dr. Rockwitz; Mitglieder: Medizinal-Assessor Dr. Kind und Apotheker Sander zu Gaffel.

Aus der Umgegend.

— Der Frankfurter „General-Anzeiger" schreibt unterm 21 Nov. aus Frankfurt am Main: Ja Paris und London ist zur Zeit bei der jungen Damenwelt eine schöne und bildende Beschäftignnz lehr beliebt. Es ist dies das Modelliern in Wachs und Thon, worin junge Damen nach kurzer Uebung die reizendsten Sächrlchen als: Porträts, Genre­bildchen, Blumenbouqrets und alle möglichen humoristischen und ernsten Gegenstände darstellen, die dann als Nippsachen ausgestellt, oder zu Ge­schenken verwendet werden. Neben einer sehr angenehmen Unterhaltung bietet das Modelliren zugleich ein ausgezeichnetes Mittel, das Auge für schöne Formen auszubilden und somit guten Geschmack und Kunstsinn zu entwickeln. Auch hier in Frankfurt ist jetzt durch einen tüchtigen achtunzs werthen Künstler Gelegenheit geboten, sich in dieser Kunstfertig­keit auszubilden, und wird sich hoffentlich dieses edle Vergnügen, welches Äugen und Brust bei weitem nicht so sehr anstrengt, wie z. B. ba3 Stricken, auch in unserer Damenwelt einb ärgern. — Zwei in Sachsen­hausen in einem Hause wohnende Frauen leben schon seit langer Zeit in Feindschaft. Gestern gerielhen sie wieder aneinander und ward aus dem Wort- ein Hmdzefecht. Dir Eine ergriff ein spanisches Rohr und bearbeitete damit Kopf und Rücken der Gegnerin; doch diese war am Pariren und Angreifen auch nicht faul, denn mit einem kräftigen Aus- fall bemächtigte sie sich des Lockenchignons der Rohrbewaffneten, worauf diese retirirte. Die Flucht sollte jedoch für sie verhängnißvoll werden, denn in der Eile stürzte sie hin, verstauchte sich den rechten Arm und fiel sich einen Schneidezahn aus. „Blinder Eifer schadet nur." — Kommenden Montag findet in Betreff der Niddaregulirung eine Con- ferenz der Interessenten mit dem zu diesem Zwecke ernannten kgl. Re- gierunzs Commissar Schmidt dahier statt.

— Darmstadt, 21. Nov Der Großherzog befindet sich in fortschreitender Besserung. Der Erbgroßherzog hatte gestern ein kurz andauerndes Fieber, die Heiserkeit war vermehrt, doch zeigten sich keine Husten und Athmungsbeschwerden. Bei Prinzessin Irene zeigten sich noch einige diphtherische Häute, das Befinden war jedoch besser.

— Darmstadt, 21. Nsvbr. Die jüngst gemeloete Entdeckung einer bedeutenden Veruntreuung zum Nachtheile der Hess. Ludwigsbahn dahier hat sehr eingeheuge, noch keineswegs gänzlich zum Abschluß ge­brachte Erhebungen und Revisionen zur Folge gehabt. (h. Landesztg.)

— Worms, 19. Noo. Vorgestern Nachmittag fand hier am Rheins unterhalb der Schiffbrücke die Taufe von etwa 6 Angehörigen der hiesigen Baptistm-Gemeinde statt. Der Prediger führte die im Alter von 6 bis 16 Jahren stehenden, nur mit einem wollenen Hemde be­kleideten Täuflinge in den offenen Rhein und tauchte dieselben wieder­holt unter Wasser, wobei er einige Sprüche herjagte. Die Getauften verließen den Fluß und kleideten sich wieder an, nachdem sie vorher im Kreise ihrer Angehörigen tüchtig abgerieben worden waren.

Vekloosungen.

— Freiburger 15-Francs-Loosevon 1861. Ziehung vom 15. November. Hauptgewinne. Serie 7104 Nr. 43 45,000 Frcs. S. 7103 Nr. 48 4000 Frcs. S. 7448 Nr. 37 1000 Frcs. S. 701 Nr. 27 S. 4032 Nr. 7, S. 6698 Nr. 23, S. 6823 Nr. 9, S. 7188 Nr. 38 u. S. 7229 Nr. 30 je 250 Frcs. S. 440 Nr. 50, S. 712 Nr. 39, S. 1050 Nr. 47, S. 2676 Nr. 29, S. 2659 Nr. 16, 19, S. 3600 Nr. 2, S. 4478 Nr. 12, 27, S. 5889 Nr. 6, S. 6032 Nr. 17, 22, 28, 32, S. 6325 Nr. 22, S. 6828 Nr. 42 je 150 Frcs.

Thermometer st and.

21. November. Höchster Stand + 4", Abends 7 Uhr 4-3°;

22. Novbr. Morgens 7 Uhr + 2°, Vormittags 10 Uhr + 2V46.