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Zugleich Amtliches Orzs« für Kreis und Stadt Hanau.

s Gefchemt täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Donnerstag den 21. November.

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— Bekanntmachungen auf Grund des ReichsgesetzeS vom 21. Ok­tober 1878. Nach dem „R. u. St.-A." Nr. 274 sind unterm 16., 17, und 18. November verboten worden: die nicht periodische Druckschrift: Anti-Syllabus, Druck v. A Löschte. Chicago; die unter dem Titel „Sittliche Verw lderung" (Ein Gedenkblatt für das deutsche Volk) er­schienene, nicht periodische Druckschrift, auf welcher weder Name und Wohnort des Druckers, noch des Verlegers, noch des Verfassers oder Herausgebers genannt sind; die unter bemaltet „Opowiadanie o biedzie“ in Lwow (Lemberg) erschienene, nicht periodische Druckschrift, auf wel­cher weder Name des Druckers, noch der Name und Wohnort des Ver­legers, noch der Name und Wohnort des Verfassers oder Herausgebers genannt sind; die au denselben Mängeln leidende, unter dem Titel „Zamujerce opowiadanie“ in Posen erschienene, nicht periodische Druck- tchrrft; die Druckschriften: Anträge zur Generalversammlung des Allge­meinen Deutschen Arbeiter-Vereins 1874, Deutscher Arbeiter-Kalender des „Neuen Sozial-Demokrat" für 1875 ; die im Verlage von Rott- manner und Comp. zu München 1875 erschienene Druckschrift: „Die Foroerungen des Sozialismus an Zukunft und Gegenwart. Eine Schrift zur Vertheidigung und zum Angriff von Bruno Geiser, Redakteur des Zeitgeist"; die „Glauchauer Nachrichten"; die „Volkszeitung" für Hohen- stein Ernstthal, Oberlungwitz, Gersdorf und Umgegend" und der „Volks­freund für Lichtenstein Callnberg und Umgegend" ; der in Planitz be­stehende „Ortsverein"; der „Ortsverein" zu Langenbernsdorf und die neben demielben bestehende Sterbekasse daselbst ist unter eine außerordent­liche staatliche Kontrole gestellt; die Mitgliedschaften der sozialistischen ArbeiteiPartei Deutschlands in Mannheim und Heidelberg; sowie der Arbeiter- Sängerbund in Mannheim.

— Der „R. u. St.-A." Nr. 274 enthält eine Bekanntmachung des Reichskanzleramts vom 19. b. Mts, betreffend die Ausgabe von Schatzanweisungen im Betrage von 2 0,000,000 Mark.

— Berlin, 20. Nov. Die gestrige (1.) Sitzung des Hauses der Abgeortn-ten eröffnete der Piäsident von Bennigien um 1 Uhr auf Grund des § 1 der Geschäftsordnung, und berief zu provisorischen Schriftführern die Abgg. Haucke. Sachse, Dr. Lutteroth und Grütering. Hierauf hielt der Präsident folgende Ansprache an das HauS:

Meine Herren! In dem Augenblicke, wo der Landtag sich ver­sammelt, erreicht uns die Nachricht von dem zum Glück ohne ernst­haften Erfolg gebliebenen mörderischen Angriff auf den Herrscher ei­nes befreundeten Landes. Dieses Verbrechen ruft mit erneuter Leb­haftigkeit die Erinnerungen und die Gedanken in uns wach an die Schr ckcnstage des Frühjahrs, an die Gefahr, in welcher das Leben unseres Allergnädigsten Kaisers und Königs zu zweien Malen ge­schwebt hat, die Gefühle freudiger Dankbarkeit über die Erhaltung des Lebens Sr. Majestät, aber auch zugleich schmerzlicher Trauer darü­ber, daß bis heute die Folgen des zweiten Attentates den König ge­hindert haben, die Regierung selbst zu führen. Meine Herren, die ernsten und gefahrdrohend.n Zustände der heurigen Zeit drängen mit verdoppelter Kraft die Vertreter des preußischen Volkes, sich in Treue und Hingabe zu schaaren um die Monarchie, als die feste Grundlage unserer gesammten Staats- und Rechtsordnung, um den König und die Dynastie des Landes. Stimmen Sie deshalb beim Beginn unse­rer Geschäfte lebhaft mit mir in den Ruf: „Se. Majestät der Kaiser, König Wilhelm lebe hoch!"

Das Haus stimmte dreimal begeistert in diesen Ruf ein.

Weiter theilte der Präsident mit, daß folgende Vorlagen dem Prä- idium des Hauses zugegangen seien: die Gesetzentwürfe: 1) betreffend sie Aufführung der deutschen Civilprozeßordnung; 2) betl essend die lebergaugsbestimmungen zur deutschen Civilprozeßordnung und zur deut- chen Stratprozeßordnung; 3) betreffend die Zwangsvollstreckung gegen Benefizialerben und das Aufgebot der Nachlaßgläubiger im Geltungs­bereiche des allgemeinen Landrechts; 4) betreffend die Ausführung der Konkursordnung; 5) betreffend die Reorganisation der sächsischen Dom- stifter Merseburg, Naumburg und Zeitz; 6) ein Feld- und Forstpolizei­gesetz; 7) ein Nachtragsetat pro 1878—79; 8) Nachwei ung über die Erhebung der Einkommen- und Klassensteuer pro 1878—79; 9) Gesetz­entwurf, betreffend die Verwendbarkeit der unter Nr. 6 im §. 1 des

Gesetzes vom 17. Juni 1876 für den Bau der Eisenbahn von Dort- mnnd nach Oberhausen resp. Sterkrade nebst Zechenbahnen bewilligten Geldmittel; 10) betreffend die Erweiterung der durch das Gesetz vom 20. April 1869 für das Anlagekapital einer Eisenbahn von Finnentrop über Olpe nach Rotte Mühle im Biggethale übernommenen Zinsgaran­tie; 11) betreffend die Erwerbung von Grundstücken zum Neubau der geburtshülflichen Klinik der Universität zu Berlin; 12) eine Benach­richtigung des Präsidiums und des Hauses bezüglich der im Laufe b § Jahres stattgefundenen Veränderungen in der Zusammensetzung des Staats-Ministeriums

In der heutigen (2.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten theilte der Präsident die seit dem Schlüsse der vorigen Session vorgekommenen Veränderungen in dem Personalbestände des Hauses mit.

An Vorlagen sind eingeganzen: Von dem Finanz Minister eine Uebersicht über die Staatseinnahmen und Ausgaben des Rechnungsjahres 1. April 1877/-8 und der Rechenschaftsbericht über weitere Ausführung des Gesetzes vom 19 Dezember 1869, betr. die Konsolidation preußi­scher Staatsanleihen. E n Schreiben des Präsidenten des Herrenhauses gelangte sodann zur Verlesung, welches dem Hause die gestern erfolgte Konstituirung des Herrenhauses notinzirte.

Auf tun Borschlag des Abg. Windthorst (Meppen) wurden sodann durch Akklamation gewählt: zum ersten Präsidenten der Abg. v. Bm- nigsm, zum ersten Vize-Präsidenten der Abg. Klotz (Berlin), zum zwei­ten Vi-e-Präsidenten der Abg. Graf Bethusy-Huc und zu Schriftführern die Abgg. Beisert, Delius, Dr. Frhr. v. d Goltz, Grütering, Haucke, Dr. Lutteroth, Sachse und Graf v. Schmising-Kerssenbrock (Pi ckum).

Der Präsident nahm in seinem und der übrigen Gewählten 9h= men diese Wahl dankend an und ernannte sodann zu Quästoren die Abgg. Haebler und von Liebermann. Der Präsident erbat und erhielt sodann vom Hause die Ermächtigung, daß der Gesammtvorstand des Hauses Sr. Majestät dem Könige im Namen des Hauses die Gefühl- des Schmerzes, der Dankbarkeit und Theilnahme wegen der beiden Attentate in geeigneter Form ausdrücke. (R.- u. St.- A.

— Der k deutsche Botschafter bei der Hohen Pforte, Graf v Hatzfeldt, ist nach Beendigung des Sommeraufenthalts in Bujukdere mit dem Botschaftspersonal nach Pera zurückgekehrt.

— Kiel, 20. Nov. (Köln. Ztg.) Die Untersuchunascommission in der Angelegenheit tus Großen Kurfürsten hat das Zeugenveihöc beendet und den Schiffsbaudirektor Zeysing und Direktor Haack ale Sachverständige vernommen.

— Straßburg, 18. Nov. In dem reizend geschmückten Saele des Tivoli beging am letzten Samstag die hiesige Studentenschaft bi ■ Feier der glückuchen Genesung des Kaisers. Erschienen waren ungefähr 450 Personen, darunter der Kurator d r Univ., Bezirkspräs. Ledtterhoir, der Rektor, eine g ößere Zahl Professoren und, als Vertreter der ein- gelademn Militärbehörde, die Generale Bauer und v. Zirmietzky Ais das erste Lied, das Goethe'sche „Hier sind wir versammelt zu löblichen! Thun" beendet war, ergriff Gering cand. jur. das Wort. Er wies in feuriger Rede auf die Bedeutung des Festes hin und schloß mit einem Salamander auf ferneres, langes Wohlergehen Sr. Maj des deutschen Kaisers. Tann intonirte die Musik „Heil Dir im Siegeskranz" uns Alles stimmte stehend in die Kaiserhymne ein. Hierauf wurde eine vo-n Studentenausschüsse au'gffetzte Depesche an Se. Majestät vo gelesen un ? demnächst abgesandt. Sie lautet wörtlich: „Versammelt beim Kommeis zur Feier der glücklichen Wiedergenesung Ew. Majestät erlaubt sich die Studentenschaft der Kaiser Wilhelm-Universität «Herunter tyänigst Ew. Majestät das Gelöbniß des stehn Festhaltens an ihrem Wahlspruche: Deo, Caesari, patriae zu ern uern, zugleich mit dem Wunsche, daß Ew. Majestät noch lange das glorreiche Szepter zum Heile des deutsch n Vaterlandes führen möge. Ew. Kaiser!. und K. Majestät unten t^än^t gehorsame Studentenschaft der Kaiser-Wilhelms- Univeffilät Straßburg. Im Auftrage: Der Ausschuß". Auf einen ihm gebrachten Trinkspruch erwiderte der Rektor, Prof. Holtzmann, mit einem Hoch auf die aka­demische Jug°nd, indem er die Hoffnung aussprach, sie werde die Er­rungenschaften der Väter bewahren. Pros. Goltz sprach hierauf wenige Worte, die in gewohnter Weise mit feinem Humor darchwürzt waren. Er erzählte einzelne Episod.n aus seinem Leben als Beweis des früher herrschenden Partikularismus und schloß mit der Hoffnung, dieser werde