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schienemn Herrn Element aus Erfurt den Gegenstand des von jenem beabsichtigten Vortrags und wies hierbei dringend auf die Nothwendig­keit einer stärkeren Verbreitung der Verkoppelung in unserem Kreise hin. Diese Anregung gab Veranlassung zu einer äußerst interessanten und in sofern besonders erfreulichen Debatte, als es sich herausstellte, daß die Verkoppelung inzwischen viele Freunde gewonnen hat, daß sich frühere Feinde derselben von der Nothwendigkeit und Zweckmäßigkeit überzeugt haben und daß die Hoffnung auf eine schnellere Verbreitung dieser Vor­bedingung zu einer Besserung unserer landwirthschaftlichen Zuständeinicht mehr unbegründet ist.

Der landwirthschastliche Kreisverein beabsichtigt den? wesentlichsten Inhalt der Debatte durch den Druck besonders zu veröffentlichen.

Die Versammlung wurde nach Besprechung einiger weiterer Ein­gänge und Erledigung von Anfragen einzelner Mitglieder um 6 Uhr geschlossen.

Eingesandt.

In Italien und auch in anderen Ländern vermeiden erfahrene Rei­sende deutsche Wirthe, weil viele derselben gar zu sehr die Gutmüthig- keit und Unerfahrenheit der Landsleute mißbrauchten. Um so mehr füh- len einige Besucher der pariser Weltausstellung sich gedrungen, die Aus­nahme zu constatiren, daß Herr Hurth, Inhaber des Hotels de Tou- raine Nr. 73 Rue Taitbout in Paris in außergewöhnlicher Weise sür seine Gäste sorgt. Da voraussichtlich Viele in der Folge Paris wieder besuchen, so dürsten wohl einige Notizen von Interesse sein. Das Ho­tel liegt in der Nähe der besuchtesten Boulevards nicht weit von der großen Oper. Cafö, Wein, Dejeuner und Diner sind vorzüglich und die Zimmer reinlich und freundlich. In Pension auf kürzere oder län­gere Zeit zahlt man 8 bis 10 Frcs. per Tag. Die Bedienung spricht deutsch und da fast immer Landsleute des Wirthes aus der Saargegend dort verkehreu, so ist die Unterhaltung so lebhaft und anregend- daß man sich wie im eigenen Lande recht heimisch fühlt. Die liebenswürdige Absicht des Wirthes und der Wirthin, den Fremden in jeder Hinsicht behülflich zu sein, gleichsam als ob sie zu seiner Familie gehören, er­reicht den Zweck, daß die Gäste sich fast wie zu Hause fühle« und un­gern scheiden.

Mehrere Fabrikanten und Künstler aus Hanau und Offtzuhach,

— (Verwahret die G ansest älle.) Aus dem Hofe der Mittenber g er'schen Brauerei sind vergangene Nacht zwei und aus dem Hofe des Herrn Zimmermann Scherf (Leipziger Straße) eine Gans verschwunden. Der Vogelfänger ist man noch nicht habhaft ge­worden.

— Ein Dieb besuchte vergangene Nacht einen Laden in der Krä- merstraße und nahm die in der Kasse befindlichen 9 Mark an sich.

— Von heute ab kostet Rindfleisch bei Metzger Bruder 56 Pf. und Hammelfleisch bei Metzger E. Kunzmann 50 Pf. das Pfund.

Versteigerungs- und Verpachtungs - Kalender für Mittwoch den 20. November.

Vormittags 10 Uhr ist im Bureau Königl. Garnison-Verwaltung (Schloßstraße Nr. 9) Termin zur Vergebung der Lieferung von 30 Tischen, 40 Waschtischen und 300 Schemeln ohne Lehne, anberaumt (s. Nr. 259 „Han. Anz."). — Mittags 1 Uhr kommen im Rüdigheimer Pfarrhause wegen Wegzugs Möbel und sonstige Haushaltungsgegen- stände, worunter ein großer kupferner Waschkessel, zum Verkauf.

— Für heute. Geflügelzuchtverein: Abends 8 Uhr Generalver­sammlung in der „Centralhalle" ; Tagesordnung : Abhaltung einer Ge­flügel-Ausstellung beriet rc. — Deutsche Fortschrittspartei: Abends 9 Uhr Versammlung der Parteimitglieder in der „Centralhalle"; Tages­ordnung : Delegrrtenwahl für den Parteitag in Berlin.

— Marburg, 18 Nov Es haben sich bis heute zur Imma­trikulation 143 Studirende angemeldet, darunter 15 Theologen, 39 Juristen, 36 Mediciner, 24 Studirende der Philosophie, Philologie und Geschichte, 17 Stud. der Mathematik und Naturwissenschaften. 12 Pharmaceuten. (Mrb. Tagbl )

— Rodenberg, 16. November. In unserem benachbarten Walde fand sich in der Nähe eines Dachsbaues, an einem von dem Jagdpächter B. sehr oft betretenen Wege, eine mit Kugeln, Rehposten und gehacktem Bler vollpfropster Flintenlauf an der Erde befestigt, ver­steckt und so gerichtet, daß die geringste Berührung der mit dem Ge­schütz in Verbindung gebrachten Zündschnur die volle Entladung des­selben auf den Ankommenden zur Folge haben mußte. Jagdpächter B. auf den es höchst wahrscheinlich abgesehen war, betrat auch in Gesell­schaft eines Andern die gefährliche Stelle, dieser Letztere, zufällig vor­anschreitend, berührt die Zündschnur, das Zündhütchen jedoch versagt, und so mißlingt der mörderische Anschlag, man findet auch die Mord­waffe. Möchte es gelingen, den Nichtswürdigen zu entdecken und an ihm durch harte Bestrafung ein Ezempel zu statuiren. (Tagespost.)

Aus der Umgegend.

— Der Frankfurter „General Anzeiger" schreibt unterm 18 Nov. auS Frankfurt am Main: Nach der geführten Untersuchung hinsichtlich

des Unfalles mit der Leiter der Berufsfeuerwehr und Prüfung der Akten hat die kgl. Staatsanwaltschaft sich dahin ausgesprochen, daß für sie kein Anlaß vorliege, gegen i g<nd Jemanden vorzugehen. — Der junge Schlosser aus Bornheiw, welcher kürzlich vor der Strafkammer weil er fortgesetzt seine Mutter mißhandelt hatte, zu drei Monaten Ge­fängniß verurtheilt worden war, wurhe auf deren Bitten von Sr. Maj. dem Kaiser dahin begnadigt, daß er sofort seine Strafe verbüßen muß, sobald er sich noch einmal unterstehe, sich an seiner Mutter zu vergrei­fen. — Gestein und heute wurden mahnenweise Wahlbriefe, im Ganzen cnw 11,000, zur Post getragen, welche die Briefträger im Laufe des heutigen Tages bestellen müssen

— Darm st adt, 18. Nov. Das Großherzogliche Hofth ater ist auf Allerhöchsten Befehl bis zum 23 November geschloffen. (Hess. Landesz.)

— Darm st adt, 18. Novbr. Nach dem heute früh um 9 Uhr ausgegebenen Bulletin ist der Großherzog andauernd fieberfrei; die ört­lichen Anschwellungen sind zurückgegangen, die diphteritiichen Auflage­rungen etwas verkleinert. Der Erbgroßherzog ist ebenfalls fieberfrei, die Membranen haben sich auf der rechten Seite größtentheils abge­stoßen; sie bedecken noch das Zäpfchen und die linke Mandel in größe­rer Ausdehnung; die Drüsenanschwellungen sind feit vorgestern ständig zurückgegangen. Die Prinzessin Irene ist fieberfrei, es sind nur noch geringe Anschwellungen vorhanden Die Prinzessinnen Victoria und Alice sind als genesen zu betrachten. Pros. Oertel aus München ist zur Konsultation hierher berufen worden. — Das Begräbniß der ver­storbenen Prinzessin Marie findet heute Nachmittag im 5 Uhr im Mausoleum auf der Rosenhöhe in aller Stille statt.

— Mainz, 16 Nov. Als gestern Mittag ein hiesiger Ge» schäftsmann ein Packetchen Banknoten im Werthe von 6000 Mark, schon seit Wochen zur Deckung eines Kaufstrillings bestimmt, aus der Kommode nahm, mußte er zu seinem Schrecken wahrnehmen, daß min­destens die Hälfte davon vollständig zernagt, die andere Hälfte stark beschädigt war. Das hatten die Mäuse gethan und der Mann hat durch diesen Streich einen erheblichen Schaden. (M. Anz)

Marktbericht.

Frankfurt a. M., 18. November. Der Zutrieb zum heutigen Viehmarkt war ziemlich. Angetrieben waren ca. 380 Ochsen, 160 Kühe und Rinder, 20Q Kälber und 700 Hämmel. Die Preise stellten sich für Ochsen 1. Qualität per Pfd. 70—73 Pf., 2. Qualität 66—68 Pf., Kühe und Rinder 1. Qualität 66—67 Pf., 2. Qualität 55—6d~’ Pf., Kälber 1. Qualität 62—64 Pf., 2. Qualität 58—60 Pf., Hämmel 1. Qualität 60—62 Pf., 2 Qualität 40—50 Pf.

Rügen und Wünsche.

Eingesandt,

— Zwischen dem Kivzigheimerhof und Roßdorf lagern auf ver­schiedenen Stellen des Trottöirs Baumaterialien, die bei der Verkop« pelung in der Gemarkung Bruchköbel Verwendung finden. Das Be­gehen dieses stark frequentirten Wegs ist an dunklen Abenden mit Ge­fahr verbunden; vergangenen Samstag Abend sind verschiedene heimkeh­rende Windecker Bauhandwerker gestürzt und sollen Einige Verletzungen davon getragen haben. Es sei deshalb der Rath ertheilt vom Kinzig­heimerhof nach Roßdorf die Fahrstraße zu benutzen, im Interesse des Verkehrs aber hiermit der Wunsch ausgesprochen, das Baumaterial bal­digst von diesen Stellen zu entfernen, oder, wenn dies nicht angehen sollte, wenigstens, wie es bei Neubauten auch Vorschrift ist, dieselben, genügend zu beleuchten. J. G. Ei. C.

Thermometerstand.

18. November. Höchster Stand + 41/8®, Abends 7 Uhr + 3° j 19. Novbr. Morgens 7 Uhr + 1°, Vormittags 10 Uhr + 3°.

AuSzüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regie­rung zu Cassel.

Mauswinkel. Zur Zwangsversteigerung der auf de« Namen der Konrad Löffler von Kuchbracht zustehende«, in der Gemarkung Mauswinkel gelegenen Grundstücke, sind folgende Termine anberaumt: erster Verkaufstermin auf den 13. Dezember d. I., event, zweiter auf den 10. Januar k. I., event, dritter auf den 7. Februar k. I., allemal Vormittags von 11 bis 12 Uhr, an Königl.. Amtsgericht Birstein an­beraumt.

Langendiebach. Auf Antrag eines Pfandgläubigers ist der Zwangsverkauf der auf den Namen des Johannes Schwindt 5r und dessen Ehefrau, Anna Margaretha, geb. Lörch, zu Langendiebach ka- tastrirten, in Langendiebacher Gemarkung gelegenen Immobilien erkannt und zu dessen Vollziehung Verkaufstermine und zwar erster auf den 2. Januar 1879, event, zweiter auf de« 30. Januar 1879, event, dritter auf den 27. Februar 1879, jedesmal Vormittags 11 bis 12 Uhr [6on» tumacirzeitff, an Königl. Amtsgericht Lenge«selbold anberaumt.