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MAeich Amtliches Orgs« für Kreis RRd Stadt Harmu.
Tsschrist täglich mit Ausnahme bet Gsnn- und Feisrtaas, mit belletristischer Beilage, " tmb Samstags mit der Berliner Prsvinziüh Lorrespondenz.
SafertisBe« Preis:
Die ifpaltige »rrmondzetlr si. leren Raum
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Freitag dm 15, November.
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UMiLiches.
Zugelaufen: Ein Schaf; Empfangnahme bei Herrn Bergmann, Wilhelmsbader Allee (im Hettrich'schen Haus).
Gefunden: Ein Paar graue Damentzandschuhs. Eine Knaben- mützr.
Hanau am 15. November 1878.
____________ Aus Königlichem Landratbsamt._______
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R. F. Es ist gewiß ein schöner Zug im deutschen Volksleben, daß die Verehrung der Ersten und Besten unserer Nation wie eine heilige Pflicht gehandhabt wird, zumal wenn es sich um eine Huldigung unseres erlauchten Kaisers, der Allen vorleuchtet an deutschen Tugenden und Thaten, handelt. Kaiser Wilhelm hatte sich zwar bei seiner am letzten Sonrabend staitgehabten Ankunft in Wirsbaden jeden offiziellen Empfang verbeten, aber trotzdem glich sem Einzug in genannter Stadt einem wahren Triumphzuge. Unzählige Hände hatten schon tagelang vorher die Häuser und Stroßcn Wiesbadens festlich geschmückt, sämmtliche Vereine und Zöglinge der Schulen Wiesbadens bildeten am Tage der Ankunft des Karsers Spalier und heller Jubel begleitete den erlauchten Monarchen auf seiner Fahrt vom Bahnhöfe nach dem Schlosse. Mag die Freude des Kaisers in Wiesbaden über den überaus herzlichen Empfang dazu beitragen, die Nachkur zu einer besonders glücklichen zu gestalten!
Bon dem Aufenthalte des Kronprinz-n des deutschen Reiches in Schlesien, wo er vergangene Woche einige Tage verweilte, seien hier einige charakteristische Züge erwähnt. Nach der Denkmalseinweihung in Brreg sandte der Kronprinz eine Deprqche an seinen kaiserlichen Vater nach Coblenz in welcher er sich mit Genugthuung über das Fest und das soeben enthüllte Denkmal Friedrichs des Großen ant sprach. Auch meldete die Bezirks- und Stadibehörve von Brieg dem Kaiser telegraphisch die Enthüllung des Denkmals Friedrichs des Großen, worauf der Kaiser dankend antwortete.
In unserer inneren Politik beherrscht die Vorbereitung für die nahe herangerückte parlamentarische Session der Ernzelstaaten und die unmittelbar darauffolgende ordentliche Reichstagssession vorwiegend die Lage. Die Session dea nächsten Dienstag beginnenden preußischen Landtages soll möglichst in der Mitte des Januar ihr Ende erreichen, damit der Reichstag nicht zu spät einberufen zu werden braucht oder Reichstag und preußischer Landtag neben einander eine Zeit lang tagen müssen. Uebereinstimmenden Meldungen zufolge wird die preußische Landtagssessirn daher auch einen vorwiegend geschäftlichen und kaum einen gesetzgebenden Charakter haben. Der preußische Landtag wird sich daher außer mit dem Etat wohl nur mit dem Communalsteuergesetze und vielleicht einigen beschränkten Eisenbahnvorlagen beschäftigen. Da der nächsten Reichstagssession die hochbedeutendsten Ausgaben auf dem Gebiete der wirthschastlichen Reform bevorstehen, ist die knappe Session des preußischen Landtages ohne Zweifel zweckentsprechend.
Nach Erörterungen in officwsen Kreisen zu schließen, wird sich ohne Zweifel der Reichstag in seiner nächsten Sitzungsperiode mit einer allgemeinen Tarifrevision, worauf ja auch die sorgfältigen Enqueten auf verschieden-» industriellen Gebieten hindeuten, beschäftigen. Eine derartige Maßregel muß in ihrer Wirkung auf die Zölle und Steuern auch als Vorbedingung der angestrebten Finanzreform gelten und es ist nur zu wünschen, baß im Interesse der Sache keine Verzögerung in den Revisionsbestrebungen eintriit
Die Handhabung des Socialistengesetzes ist auch in der letzten Woche ohne Schwierigkeiten und Zwischenfälle vor sich gegangen. Verboten wurden in Breslau und einigen anderen Städten einige socialdemokratische Zeitunzen, die unter anderen Namen forterscheinen wollten und außerdem wurde noch eine Anzahl socialdemokratischer Blätter in Dresden und Leipzig confiscirt.
Die deutsche Kriegsflotte ist wieder um ein stattliches Schiff vermehrt worden. Am letzten Sonnabend lief in Kiel eine neue Panzer- korvette vom Stapel, welche der Marrnemmister von Stosch im Namen des Kaisers „Württemberg" taufte.
Zwischen der deutschen Regierung und dem Vaticane finden, wie man aus bester Quelle erfährt, gegenwärtig ernste Verhandlungen statt und soll in dem Kirchenstreite ein erster Schritt zu einer Verständigung gethan worden sein.
In der auswärtigen Politik ist von allen Staaten in den letzten Tagen England in erster Linie in die Schranken getreten. Lord Bea- consfield, der erste Minister Englands, hat bei d m Lmdmayorsbankett in London eine Rede gehalten, in welcher er den englisch-afghanischen Konflikt in ziemlich rosigem Lichte beleuchtet, da durch die erforderlichen Maßnahmen gute Beziehungen mit den indischen Nachbarn wahrscheinlich herg-stellt würden, und hinsichtlich der Orientfrage strotzte die Rede des Lord of Beaconsfield förmlich von Zuversicht. Denn bezüglich der angeblichen Nichtausführung des Berliner Vertrages erklärte Lord of Beaconsfield, daß die Türkei der einzige Staat sei, welcher in seinen Verpflichtungen hinsichtlich des Berliner Vertrages zurückgeblieben sei, aber alle wichtigen Bestimmungen des Berliner Vertrages seien auf dem Wege der Erfüllung. Die Annahme, daß ein betheiligter Staat sich der vollständigen Durchführung des Berliner Vertrages entziehen werde, fei daher e ne irrige. Auch würde England fest auf die buchstäbliche Ausführung des Vertrages bestehen und nöthig-nfalls seine Hülfsmittel dafür einsetzm. Nach diesen Auslassungen des englischen Premierministers sieht es also jedenfalls in der Politik nicht so schlimm aus, wie es die Schwarzseherei der l tzten Wochen auSmalts.
Die Angelegenheiten des Orients selbst erscheinen zwar nicht im besonders günstigen Lichte. Rußland vermehrt unstreitig seinen Trup- penbeftand auf der Batkanhalbinsel und die Tink i muß ernste An- firengungen zur Dämpfung des bulgarischen Aufstandes, der noch immer im Wachsen begriffen ist, machen.
In der türkisch-griechischm Affaire sieht man trotz des Rundschreibens des französischen Ministers des Auswärtigen auch keinen Fortschritt. Italien, Rußland und Deutschland haben zwar die franzö fische Rundnote, nach welcher die Großmächte gemeinschaftlich die Türkei zur Erfüllung ihrer Pflichten ermähnen sollen, freundlich befürwortet, aber England, welches die Türkei stets schon nd behandelt wiss-n will, hat ausweichend geantwortet und erklärt, die Türkei hätte in den griechischen Provinzen jetzt noch mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen, so daß sie zur Zeit eine Grenzregulirung nicht durchführen könne. Hinsichtlich der türkischen Provinzen in Kleinasien hat jedoch England den türkischen Reformbestrebungen dadurch einen neuen Anstoß gegeben, daß durch englischen Einfluß der englische Midhat Pascha zum Generalgou- verneur von Syrien ernannt würde.
In Oesterreich Ungarn ist die Entwickelung der politischen Krisis wegen Bosnien und der damit verbundenen Finanzfrage nahezu auf ihren Höhepunkt angelangt Am Sonntag hck der Kaiser Franz Josef ist Pefth an die österreichischen und ungarischen Parlamentsdelegation n identische Ansprachen gehalten, in denen er hervorhebt, daß es dem Ber- l ner (Songreffe gelungen sei, die eminente Gefahr eines europäischen Kneges zu beschwören. Der Berliner Vertrag habe nun einen neuen Zustand in den Balkanländern ge chaffen und die allgemeine konsequente Durchführung diesis Vertrages, über welche auch Oesterreich-Ungarn wachen werde, sei im Stande tue Wiederkehr gefahrvoller Zustände zu verhindern. Zur Erreichung dieses Z-eleS habe Oesterreich-Ungarn d-e Occupation Bosniens, welche leider bet den gesetzlosen Zuständen dieser Provinz große Opfer gefordert habe, durchaeföyrt. Es fei nur das ernste Streben der Regierung, die großen Opfer mit der finanziellen Lage der Monarchie in Einklang zu bringen und hegt der Kaiser das Vertrauen, daß die Abgesandten der österreichisch-ungarischen Nation das Werk des Berliner Ernzresses vollenden werden. — Zur Beschwichtigung der Gemüther in Bosnien hat der Kaiser Franz Josef auch einen Gmeialpardon gewährt, wodurch fast sämmtliche Theilnehmer am bosnischen Aufstands begnadigt werden. Deputationen aller Konfessionen haben sich aus Bosnien auch nach Pefth begeben, um dem Kaiser ihre Huldigung darzubringen.
Ueber die politische Lage Rußlands läßt sich zur Zeit schwerl ch ein klares Bild geben, denn fast Alles, was über die Haltung Ruß-