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M 263 Dienstag den 12, November. WM.
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Zugelaufen: Ein Eber; Ewpfangnahme auf hiesigem Sandhose.
G e f u n d e n: Ein Haarzopf. Eine Partie schwarzes Rockmch. Ein Portemonnaie. Ein Framnhewd mit Spitzenbesatz, mit den geschlungenen Buchstaben A V. 12 gez. Ein Messer.
Verloren: Ein schwarz-seidener Schirm (auf)deM Wochenmarkt stehen gelassen).
Entlaufen: Ein rauhhaariger schwarzer Pinscher mit gelben Pfoten, m. Geschl., mit Maulkorb, auf den Namen „Butz" ^hörend.
Hanau am 12. November 1878.
Aus Königlichem Landratbsamt.
NuAdscha«.
R. F. Es ist erfreulich, daß mit der Hebung der Gesundheit unseres zur Zeit in Wiesbaden weilenden Kaisers sich auck d-ssen frühere geistige Frische und Regsamkeit nach und nach wieder eiustellt. Boon- ders ist hervorzuheben, daß der Kaiser wie in den besten Tagen seiner früheren Gesundheit jetzt auch wieder noch einer großen Thätigkeit trachtet, was wohl ein ziemlich sicherer Beweis für seine müd-rgewom neuen körperlichen und geistigen Kraft«! ist. Aus diesem Grunde wird es wohl auch nicht nöthig sein, daß der Kaiser nach seinem Aufenthalte in WieSbad.n noch einen weiteren klimatischen Kurort aufzvsuchen braucht. Am Montage erhielt der Kaiser in dem Könige von Württemberg hohen Besuch in Wiesbaden und lief auch bei dreier Gelegenheit die Kaiserin aus Koblenz auf einige Tage in Wiesbaden ein.
Die Anwesenheit des Kronprinzen in Schlesien) während der Tage des 7., 8. und 9. November hat den Städttn Breslau, Beleg und noch mehreren anderen Ortschaften Gelegenheit gegeben, die Liebe zum Kaiserhause zum Aus drucke zu bringen. Bei vielen festlichen Geiegen- Heiten, zumal bei der Einweihung des Denkmals Friedrichs des Großen in Brieg wurde der Kronprinz nit dem Rufe: „Es lebe der Kaiser" begrüßt und der würdige Sohn des Kaisers hat es meisterhaft verstanden, seinen erlauchten Vater zu rcpräsinnnn.
In d.r bekanntlich noch mangelhaften Einrichtung des complicirten Reichsorganismus werden gegenwärtig noch mehrere wesentliche Schritte vorwärts gethan. Zunächst ist dies durch die Errichtung des Reichs- schatzamtes geschehen, wodurch das Reichskanzleiawt von einer Ueber-- bmdung von Geschäften frei und zu wirksamerem Eingreifen in andere deutsche und preußische Rrgikrunpsorgane fähig wurde. Es handelt sich dabei vorzugsweise um gew sse Vereinigungen^ preußischer RegmungS- instltute mit dem ReichSkouzleramte, da der leitende Minister sich nur auf diese Art eine gedtill che Behandlung der schwebenden Reformfragen verspricht Im preußischen Landtage, der nächste Woche eröffnet wnd, werden die betreffenden Angelegenheiten zur Ertscheedung kommen. Dieselben bett essen zunächst eine Abzweigung der Domänen und Forsten vorn Finanzministerium und deren Zuweisung zum lendwirthschaftlichlN MjnisteiiuM. ^ Ferner soll vom Handelsministerium die Abtheilung für Handel und Gewerbe abgezweigt und mit der betreffenden Reichsmsti- tution dmcd Perjonalumon des Reichskanzlers vereinigt werden; speziell soll der Präsident des Rerchskonzleramtes zur Zeit Staaiommrster Hofmann mit bei Wahrung der deutschen und preußrichen Handelsinte« reffen betraut werden. Dem bisherigen preußischen HandelsMinisterium blieb dennoch das Eisenbahnwesen, Berg- und Bauwesen, mithin dürfte das bisherige preußische Handelsministerium auch besser den Namen „Ministerium der öffentlichen Arbeiten" empfangen.
Der preußische Handersminister Herr Maybach soll die Absicht haben, bim preußischen Landtage in der bevorstehenden Session einen allgemeinen Uedersichttplcn über die vom Staate beabsichtigten Eiien- bahnbauten vorzulegen und soll auch der Handele minister verschiedenen Deputationen bie Erklärung gemacht haben, daß der Staat bestrebt sei, den Elsknbahnbau lebhat zu söedern und vom Landtage eine entsprechende Unterstützung erwarte. Da jedoch bie Ausgaben der bevorstehenden Preußischen Lani-tagSsession möglichst auf das Allernmhwendigste beschränkt werden sollen, so werden von den Eisenbahnvorlagen wahr- fcheinuch keine von einschneidender Wirkung im nächsten preußischen Landtage zur Berathung gelangen.
Die Enquetecommissionen sind gegenwärtig in voller Thätigkeit. Seit dem 4. November tagt im Reichstagsgebäude die Tabaksenquete und wird dieselbe ihre Sitzun en wahrscheinlich bis zum Ende des Ko- nats ausdehnen, und se i dem 9 November halten im ReichStagsge- böude auch die Commissionen für die Leinwand- und Baumwollenenquete Sitzungen ab, die wahrscheinlich bis Ende Dezember dauern werden da Hunderte von Sachverständigen in der Angeleg nheit vernommen werden.
Die ftanzösische Deputirtenkammer hat sich in letzter Woche eines argen Schreihalres entleoigt, ob auf die Dauer, das muß freilich noch abgewartet werden Es wurde nämlrch bei den Wah'p^üsungen auch die Wahl des bonapa tisti-chen A.itators Paul de Caffagnac beanstandet und schließlich für ununitig erklärt. Kochend vor Wuth hat Taft sagnac darauf die Deputirtenkammrr verlassen. Das den französischen Kammern vorgelegte Gelbbuch hat doch einigen Werth für die Politik, d-nn die französische Regierung zeigt in den betreffenden diplomatischen Aktenstücken, daß sie hinsichtlich der auswärtigen Änzelegenheien, resp, d-r Orentfrage eine Politik verfolgt, welche Frankreich erlaubt, seine Neutralität aufrecht zu er halten und sich bei allen aus die Erhaltung des Friedens gerichteten Bestrebungen zu betheiligen.
©;e Telegat-onen des österreichisch n Reichsrathes und des «nga- ri'hen Reichstages pflegen seit dem Ende der letzten Woche gemeinschaftlich Berathungen in Pesth, um die Schwierigkeiten der politischen und nnanziellen Lage Oesterreich-Ungarns in vertraulichen Verständigungen zu heben. Der Kanzler Graf Andrasty hat den DeleMtronnr das gesammte Budget vorg-legt und wird dasselbe von einer Commission, die aus 21 Mitgliedern besteht, vorberathen. Hinsichtlich der finanziellen Schwierigkeiten Oesterrnch Ungarns verlautet noch, haß die Bedeckung der laufenden Bedürfnisse und der Occapationskoste« durch eine von dem Rvttzfchild'jchen Confortium vorzunehmende Finanz-pera- tion erfolgen wurde, für welche die Staatsgüter als Unterlage dienen sollen. Die definitiven Abmachungen werden erst nach Erledigung der polnischen Haupifragen erfolgen.
Ueber die V-'hältn sie in Rußland sind seit einiger Zeit sehr unzuverlässige Nachuchien im Umläufe und weiß man auch gegenwärtig noch keinen endgültigen Bescheid. Während in voriger Woche mit Bestimmtheit verlautete, daß der Graf Schuwaloff nunmehr definitiv zum Nachfolger des Reichskanzlers Fürst n Eortschakoff ernannt worden sei, heißt es gegenwärtig, daß Graf Schuwaloff am 18. November auf seinen Posten als Botschafter nach London zurückkehren werde. Angeblich sollte er auf dieser Reise auch eine Musion nach Wien zu erfüllen haben, doch wird auch diese bezweifelt. Es treibt eben in der russischen Politik, wie es scheint, gegenwärtig alles ohne festes Steuer umher.
Die neue Krisis in der Orientfrage emwickelt sich auch immer mehr. Thatsache ist, daß der bulgarische Aufstand in Macedonim größere ©iminfionen angenommen hat und daß die Pforte darauf bedacht fein muß, mit einer großen Kraftanstrengung dem Aufflande zu begegnen, wtnn sie desselben noch Herr werdiN will. Rußland trifft im Orient auch allerlei SicherhertSmaßregeln denn bei Adrianopel stehen gegenwärtig wieder 60 000 Mann Russin und auf der Linie Demot ca- Media Burgas befinden sich 180 000 Mann Russen. Auch concenirirM die Russen Truppen in den Donaustädten Silistria, Widdin und Schumla
England macht zu den Orientverhälinissin ein sehr böses Gesicht und hat sich der letzte am Donnerstage abg» haltene englische Cabinets- rath mit sehr ernsten Dingen befaßt. Die Zeit ist wieder einmal gekommen, wo Englond mit den Zielen feiner Orientpolitik fchärfer her- vortreten wird, denn in den engst chen Regierungstreuen geht die Meinung dahin, daß Rußland nicht nur sich seinen durch den Berliner Vertrars eingegangenen Verpflichtungen entziehen wolle, sondern daß es sich auch bimuhe, das Feuer des Ausstandes in den der Türkei wieder zorückgegebenen Provinzen aufs Neue anzufachen. Dazu kommt noch die Affaire Englands mit Afghanistan, wo die englische und russische Eifersucht auch die Haupttriebfedern sind, so daß man der Entwickelung der Dinge zwischen Rußland und England, beziehentlich im Orient mit Spannung entgegensehen muß.
In Griechenland macht sich auch immer mehr die Wirkung der Orientkrisis bemerkbar, denn kein Ministerium kann eS in der auswär-