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Entscheidung bezöge, ist von dem Minister des Innern durch Spezml- erlaß vom 9 August d I. in letzterem Sinne entschieden worden. Bei der Bedeutung, welche auch den Gründen einer kollegialen Entsch idung beizum ssen sei, könne auf die Mitvollgiehung wenigstens zweier M t- glieder des Kollegiums nicht verzichtet wwden; es sei davon ausgegangen, daß die Beschaffung dieser Unterschriften, die auch für die Entscheidungen der Bezirksverwaltungsgerichte vorgesehen sei, sich ohne Ler- zögerung der Sachen werde bewirken lassen.
— Die „Post" schreibt: Wie gerüchtweise aber aus guter Quelle verlautet, wird Preußen in den nächsten Tagen einen Antrag auf Revision des Zolltarifs im Bundesrath einbringen
— Ein majvrenn gewordener Lieutenant in der Armee wird, nach einem mit den Rechtsprüchen des preußischen Ober Tribunals überein- stimmnden Erkenntniß des Reichs Oberhandelsgerichts, I Senat, vom 27. September 1678, im Geltungsbereiche des preußischen Allgemeinen Landrechts von der väterlichen Gewalt nicht dadurch befreit, daß er eine abgesonderte Wirthschaft im Sinne des § 210 Allgemeinen Land- rechtS, Theil IL, Titel 2 einrichtet, sondern er wird nur alsdann von der väterlichen Gewalt befreit, wenn er zu einem Posten avancirt (wenn er beispielsweise die Charge als Hauptmann oder Rittmeister erlangt), in welcher er der väterlichen Hülfe zu seiner Unterhaltung nicht mchr bedarf.
— Die Subscription auf 60 Millionen Mark 4procmtige Preußische consolidirte Staatsanleihe findet am 7. und 8. d M. bei den bekannten Firmen in Berlin, Frankfurt a. M., Köln und Hamburg statt. Der Emissiow cours ist auf 94,40 pTt. festgesetzt. Die Zeichner können die ihnen zugetbeilten Stücke vom 14 d. M. ab voll abnehmen, sind aber verpflichtet, 2/s der Stücke pätest ns bis 2. Depmier, 2/s bis 2. Januar 1879 uno Vs bis zum 3. Februar 1879 abzunehmen.
— Berlin, 4 Nro. Aus Anlaß vorgekommmw Einzelfälle ist den Standesbeamten die Ministerialverfügung über die Ehe-Ein- gehung russischer Unterthanen in Preußen mitgetheilt worden. Danach hab n Russm und Russinnen das Recht, sich mit Ausländern zu ver- herrathen, ohne verpflichtet zu sein, hierzu die besondere Genehmigung der russischen Staatsregierung emzuholen. Ebenso überträgt ein Russe die russische Unterthanschafr aus seine ausländische Ehefrau. Bei dieser Lage der russischen Gesetzgebung unterliegt eS keinem Bedenken, die Vornahme von Eheverbindungen russischer Staatsangehörigen innerhalb Preußens auch orn: Verb ingung des für AuSlänrer sonst vorgeschriebenen Heirathserlaubnißscherns der Heimathsbehö^de zu gestatten, zu welchem Zw ck die Minister der Justiz der geistlichen Angelegenheiten und des Innern die russtichen Staatsangehörigen von der B-ibriNj.ung jenes Erlaubnitzscheins bereits früher befreit haben.
— Berlin, 5. Novbr. Die Beschwerde-Instanz für das Socialistengesetz ist nun also im vollsten Umfang eingerichtet, so daß ihre Thätigkeit in jedem Augenblick beginnen könnte. Bis jetzt aber ist, nach der „Köln. Ztg.", noch keine einzige Beschwerde gegen die Anordnungen der Verwaltungsbehörd-n aus den betreffenden Krei en eingelaufen. Von diesem Vorgänge ist man überrascht; wenigstens scheint derselbe den allgemeinen Erwartungen zuwiderzulaufen — Privatnachrichten aus Petersburg wollen wissn, daß Graf Schuwalow zum Vicekanzler ernannt sei. Es werde dies nicht, wie bei uns, ein St-llvertreter des Kanzlers sein, sondern ein Titel, mit welchem das Amt des Kanzlers verbunden sei und den als Kanzler auch der Fürst Gortschakoff früher geführt habe. Nach einer andern Angabe sollte Graf Schuwalow das Ministerium des Innern übernehmen
— Berlin, 4 Nov. Die Altkatholiken sollen eine Eingabe an das Minist-rium gerichtet haben, in welcher sie um Gewäh ung einer jährlichen Unterstützung aus den für katholische Zwecke vorgesebenen Fonds des Staatshaushalts plaidiren. (Trib.)
— Aus Schlesien. Um die Klagen und Wünsche der Gewerbetreibenden bezüglich des staatlichen Submissionswesens zur Kenntniß des Handelsministers zu bringen, hatte der Schlesische Cmtral- Gewerbeverein dem Minister eine Pstition um Abänderung des bisher üblichen Verfahrens mit Vorschlägen über die Umgestaltung überfenbet. Tür Mm ster hat dem Ausschusse nunmehr erwidert, daß diese Vorschläge, soweit sie nicht bereits durch die von ihm getroffenen Anord nungen erledigt sind, eine eingehende P üfung erfahren sollen. Inwieweit noch einzelne weitere Sachverständige zu hören sein werden, darüber behalte er sich die Entscheidung vor. (Trib.)
— Danzig. Wie in militärischen Kreisen verlautet, werden hier nach Fenigftellung des h esigen Hafens als dritter heutiger Kriegshafen noch umfassende neue Küstenwerke zum Schutze des Kriegshafens in Angriff genommen werden.
— Stuttgart, 5. Nov Die Ständeversammlung ist auf den 19. d. einberufen.
— Wien, 4. Nov. (Köln. Ztg.) Abgeordnetenhaus. Die Regierung kündigt eine Vorlage betreffs der Einverleibung Spizzas an und legt den berliner Vertrag auf den Tisch des Hauses. Der Präsident erklärte, denselben in Druck geben und geschäftsordnungSmäßig
behandeln zu wollen. Das HauS begann die Adreßdebatte; morgen wird dieselbe fortgesetzt.
— London, 5. Nov. (R. u St-A.) Der Finanz-Untersekretär im Departement deS Kriegs, Oberst Loyd-Lindsay, wohnte gestern einem in Abingdon veranstalteten Agrikultural-Diner bei und ninnte dabei als Forderungen, welche an den Emir von Afghanista: in dem demselben zugestellten Ultimatum erhoben worden seien, die Entfernung der russischen Gesandtschaft aus Kabul, und daß der Emir kein Bündniß mit Rußland schließen dürfe, sondern eine neutrale Haltung beobachten müsse.
— Athen, 5. Nov. (Köln. Ztg.) Die Kammer vwwarf mit 88 gegen 79 Stimmen d n Vorschlag des neuen Cannets, welches die Vwtamng der Arbeiten verlangte. Die neuen Minister haben ihre Entlassung nachgesucht.
— S t. Petersb urg, 5. Novbr. Das „Journal de St. P6- tersbourg' schreibt: In dem bot den russischen Truppen besetzten Ra- melien herrsche die vollständigste Ordnung. Die ruffischen Behörden hätten niemals zur Bildung von Banden oder Comil^'s ermuthigt, und die russischen Offiziere seien nirgends geneigt gewesen, an der aufständischen B wegung theilzunehmen. Kein einziger Russe befinde sich unter den Insurgenten in Macedonien, und Seitens der Russen habe keinerlei Aufreizung stattgefunden. Der Ober-Kommandant habe den Befehl an die Grenzbehörd n, die Ansammlung von Insurgenten zu verhindern, erneuert; ebenso seien die Gouverneure angewiesen worden, alle Comitä» Umtriebe zu überwachen, die übrigens durchaus keinen ernsten Charakter trügen. — Ein Telegramm des „Regierungsboten" aus Livadia, vom 4 d. M., meldet „Großfürst Sergej reifte am 2. d. M. mit dw Archt „Livadia" nach Odessa ab. In Folge des dichten Nebel und des heftigen Südwindes gerieth die D echt auf den Grund. Der Großfürst, sowie die Offiziere und die Mannschaft der „Livadia" wurden wohl- behalt'n ans Land gesetzt Die „Livadia" wurde durch den Wind auf Klippen geworfen und befindet sich in nahezu hoffnungsloser Lage.
— (Hamburg-Amerikannche Packecfahrt-Aciien-Gesellschaft.) Dieser Gesellschaft wurde Seitens des Kaiserlichen General-Postamts in Berlin die Befugniß ertheilt, die Bezeichnung „Kaiserlich Deutsche Post" zu führen
— Ri chmond, V., 16. Okt. Während einer Trauung in einer Farbigen Baptistenkirche zu Lynchburg fielen Stücke Gyps von der Decke herab, was unter dem Auditorium, welches die Kirche bis zum Erdrücken füllte, eine fü chterliche Panik hervorrief. Die Leichen von 10 Frauen, die in dem Gedränge erdrückt wurden, sind bereits herausze- drachl worden Die Zahl der Verwundeten ist ungeheuer.
— New- Dort, 1. November. Das Postbampfschiff „Main", Kapt. J. Barre, vom Norddeutschen Llvyd in Bremen, welches am 20. Oktober von Bremen und an 22. Oktooer von Southampton abgegangen war, ist heute 9 Uhr Morgens woh behalten hier angekommen. — 2. November. Dr Dampfer „France" von der National Dampf- schiffs-Compagnie (C. Mesüngsche Linie) ist heute hier eingetroffen.
— New - Dork, 4. Novemb-r. Der Dampfer „Egypt" von der National-Lampffchiffs Compagnie (C. Messing'sche Linie) ist hier eingetroffen.
Lokales.
Hanau, 6 November 1878.
— Die Wahl zum Gemeinde-Ausschusse fiel, sicherem Vernehmen nach, für die Neustadt wie folgt aus
In den engeren Ausschuß wurd-n gewählt die Herren: 1) August Deines. 2) August Elsaß. 3) Jean Nioth. 4) He mich Herold. 5) Pfarrer Dr. Heuser. 6) Aug Hoffmann 7) Carl Jung. 8) Carl Kehl. 9) Sanitätsrath Dr. Noll. 10) Carl Pannot. 11) Ernst Spatz. 12) Georg Treusch 13) Wilhelm Una. 14) C F. Weber 15) Heinr. Weishaupt. 16) Martin Wirth. 17) Heinr. Friedr. Ziegler.
Für den weiteren Ausschuß war das Resultat folgendes. Es wurden gewählt die Herren: 1) Carl Döring. 2) Wilh. Eberhard. 3) Carl O. Fues. 4) W Heräus. 5) Adolph Hopff. 6) Corn. Huber. 7) Carl Karr. 8) Carl Lucan. 9- Heinrich Nickel. 10- C. E Fr. Ohl. 11) Fr Pelisfier. 12) Carl Schroeter. 13) Wilhelm Stengel.
14) Adam Voltz. 15) Wilh. Wolfs. 16) Jac. Friedr. Zimmermann. 17) Aug. Schleißner.
Nach Vorstehendem ist der gelbe Zettel mist unwesentlichen Aenderungen durchgegangen und fand sonach .der neue Modus wenig Sympathie bei der Bürgerschaft.
— Für heute. Hanauer Stadttheater: Zum ersten Male: „Mädchenschwüre", Lustspiel in 3 Akten von G. v. Moser (neu); Anfang, 7 Uhr. — M-R : Turnen. — Abends 9 Uhr: Steiger-Corps bei Beck; Spritze Nr. 1 in den „3 Gänsen".
— (Te st ament s - Trö ffnung.) Morgens 9 Uhr wird bei Kgl. Amtsgericht zu Windecken das Testament des Wilhelm Bauscher von Niederdorfolden eröffnet (s. Nr. 251 „Han. Anz.").
— G elnh ausen, 5. November. (Privattelegramm der „Post"). Bei der heutigen Landtagswahl im Wahlbezirke Schlüchtern- Gelnhausen