Einzelbild herunterladen
 

«®(ittne*teatJ*

SreiL:

M»r«ch 9 SR«Ä Wj. 4 St. 50 K.

MrrtrljührliS

8 'SUd 25 Ps« ?K? aiiltaörtig« Ssonnenten

»tt dem Setteffen« Ml Asstaufschlag. Ue rinjeSne Num­mer io @h.

Zmmier TWM

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial- Correspoudenz.

Iirsertirnr-

Pr-8:

Die lipaltigr ttnwnbjsüt cd, bereu Raum

10

Sie Sir alt. geile so Ä-z.

»teäisatogegeile 80 Pjz

M 249.

Freitag den 25. Oktober.

18V&.

ÄMtliches.

Durch die vielfachen öffentlichen Tanzvergnügungen, an denen vor­zugsweise die Bevölkerung aus den unteren Schichten sich betheiligt, wird erfahrungsmäßig der sittliche und materielle Ruin vieler Theil- nehwer derselben gefördert. Die Ortsvorstände wollen daher die mehr­fach ertheilten Vorschriften überall streng und sorgfältig handhaben. Falls dies nicht der Fall sein sollte, wird in Erwägung gezogen werden, ob die Zurückziehung der den Ortsvorständen ertheilten Ermächtigung zur Gestaltung der Tanzmusiken geboten erscheine, so daß die Erlaubniß von d.m Landrath selbst zu ertheilen ist. Die Zahl der Tanzmusik-Gestal­tungen ist, abgesehen von den herkömmlichen, soviel wie irgend möglich einzuschränken.

Hanau am 21. Oktober 1878.

Gefunden: Ein neues Deutsches Lesebuch, von A. Engelien u. H. Fechner. Ein gelber Manschettenknopf. Ein lederner Maulkorb. Ein ledernes Schürzfell. Am 20. d. Mts. in der Gemarkung Eschers- heim in der Nähe der Nidds: Ein Paar neue Schaftenstiesel, eine Tuchmütz', ein Spazierstsck; Empfangnahme bei Herrn Bürgermeister zu Eschersheim.

Hanau am 25. Oktober 1878.

_________________Aus Königlichem Landrathsamt.__________________

Bekanntmachung.

Bei dem Postamte in Elm wird am 23 Oktober d. Js. eine Telegraphenanstalt in Wirksamkeit treten.

Cassel, den 22. Oktober 1878.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector

In Vertretung:

______________Zur Linde___________________

Bekanntmachung.

Nächsten Sonnabend, den 26. dss. Mts.,

Vormittags von 9 llhr ab, sollen von dem vormaligen Grundstücksbestande des sog. Herrn- und Caducgutes der Gemarkung Bruckköbel einige hundert Bäume, nämlich die in der Bruchköbelcr Verkoppelungssache nicht nummerirten dürren Obstbäume, die noch verpflanzlaren jungen Obstbäume und die wilden Bäume, öffentlich meistbietend an Ort und Stelle verkauft werden.

Kauflustige werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß auf angemessene Gebote der Zuschlag alsbald im Termin erfolgt und die Zusammeukunst in der Lehning'schen Wirthschaft zu Bruchköbel statt- findet.

Hanau, am 23. Oktober 1878.

Der Königliche Domainen Rentmeister

Bell. 7585

NrrRdscha«.

R. F. Die Rückkehr des Kaisers in die Reichshauptstadt ist nun- mehr amtlich dem Berliner Magistrat auf den 4. Dezember angezeigt ttorben. Der Grund dieses verlange, t n Fernseins des Kaisers von Bcrlrn ist hauptsächlich in dem Umstände zu suchen, weil die Leibärzte onriethen, daß der Kaiser während des Monats November das milde Klima Wiesbadens genießen möge. Am 29. Oktober begeben sich der Kaiser und die Kaiserin daher zunächst von Baden Bade« nach Coblenz und einige Tage darauf reift der Kaiser nach Wiesbaden. Die Regie- rungsübe,nähme durch den Kaiser dürste, wie man erfährt, eventuell

Rührend dessen Aufenthalt in Wiesbaden und nicht erst nach dessen Rückkehr in die Reichshauptstadt erfolgen.

Seit dem Schlüsse des Reichstages, der in seiner letzten Sitzung vom Ekunab-nd mit 221 gegen 149 Stimmen das Socialistengesitz sanktirnnie, sind wir in unserer inneren Poletik in das Stadium ein getreten, welches mit den Ausführungen des Socialistengesetzes ousge« füllt wird. Am 21, Oktober trat der Br-ndesrMh unter dem Vorsitz deL FWen DiSwarck zu einer Plenarsitzung zusammen, um dem Co- ctaliflingejeße in der Fassung der dritten Lesung des Sccialistengesetzes auch ferne formelle Zustimmung zu gewähren. An demselben Tage

unterzeichnete noch der Kronprinz als Stellvertreter des Kaisers das Gesetz und am 22 Oktober wurde bereits das Inkrafttreten des So­cialistengesetzes durch dessen Publikation im Reichsanzeiger verkündigt. Auch sind vom Bundesrwhe bereits die Ausführungsbestimmungen des Socialistengesetzes, deren Schwerpunkt das Regulativ für die Recurs- instanz bildet, berathen worden.

In der letzten Hälfte des November wird der deutsche Bundesrath bereits seine Arbeiten wieder aufnehmen und zwar werden die Zoll-- und Steuerausschüsse mit ihren Berathungen beginnen. Der Arbeits- plan des BundeSrakhes ist überhaupt derartig eingerichtet, daß der Reichstag zu seiner nächsten ordentlichen Session schon beim Beginne des Februar zufammentreten kaun. Wie man erfährt, wird die nächste Session des Reichstages auch eine sehr inhaltsreiche sein. Denn eußer der Fertigstellung des Budgets wird er sich noch mit den Steuergefetzen, Ergänzungen zur Justizresmm und wahrscheinlich auch mit einer weite­ren Revision der Gewerbeordnung beschäftigen.

Der preußische Landtag soll erst in der zweite Hälfte des Novem­ber einberufen werden, und es ist auch durchaus billig und zweckmäßig, nach der großen Anstrengung und Aufregung der hinter uns liegenden Reichstagssession d.n Abgeordneten eine längere Frist zur Erholung zu gönnen. Der Landtag wird sich nach Allem, was bisher verlautete, in der bevorstehenden Session außer dem Etat nur mit gesetzgeberischen Arbeiten zweiten Ranges zu beschäftigen haben, namentlich mit einer Reihe von Ausführung«- und Ergänzungsgefetzen zu den Justizgefetzen.

In der auswärftg-n Politik will man zur Zeit viel von einem Intrigenspiel wissin, dessen Fäden in Wien, Paris, London und Co- pentzagen ihre Anknüpfungspunkte Ratten und dessen Ziele eine große Allianz der westlichen Mächte gegen Deutschland und Rußland fei. Als Beginn der Intriguen stellt man dabei die geplante Versetzung des in keinem guten Rufe stehenden österreichischen Botschafters Grafen Beust von London nach Paris hin,-dann gilt auch die Verlobung des Herzogs von Cumberland, welchen Titel der Sohn des letzten Königs von Han ­nover führt, mit der Prinzessin Thyra von Dänemark als ein dahin gehöriger Coup und ferner betont man in politischen Kreisen zur Zeit mit großem Nachdruck das zärtliche Einverständniß Englands und Franl- reichs und die Hinneigung Italiens zu Frankreich. Ob man es aber wirklich mit einer im großen Stile geplanten politischen Intrigue zu thun hat, das muß wohl mmdestens noch abgewartet werdeu.

In den österreichischen Regierungskceisen ist man über den Verlauf der Occupation Bosniens ungemein befriedigt. denn der Kaiser Franz Josef drückt in einem Handschreiben an den Ministerpräsidenten Auers- perg seine hohe Befriedigung über die Schlagfertigkeit der Armee mtb die Opferwilligkeit der Bevölkerung aus.

Der ungarische Reichstag ist, nachdem derselbe unter feinem Alters­präsidenten Tages vorher zusammengetreten war, am Sonntag von dem österreichisch ungarischen Herrscher, dem Kaiser und König Franz Jmes, in der Hofburg zu Ofen mit einer Thronrede begrüßt worden. Die Thronrede lenkt die Aufmerksamkeit des Parlam nts nur aus zwei Ge­genstände hin, deren wenigstens provisorische Erledigung in kürzester 3 als nothwendig erscheine, und zwar auf die die Wehrkraft betreffende Verfügung und auf die mit den Königreichen Croatien und Slavonien abzuschließende finanzielle Cvnoention, da die Wirksamkeit der betreffen­den beiden Gesetze mit dem Ende des Jahres abläuft. Weiter heißt eu in der Thronrede: Wir haben auf dem Berliner Congreß bezüglich der Occapation und der Verwaltung Bosniens und der HerzegoroinK enl europäisches Mandat angenommen; wir müssen unser Bedauern aus» drücken, daß eine Lösung nicht auf friedlichem Wege bemüh werden konnte. Dank der die größte Anerkennung verdienenden Haltung der tapferen Armee kann der erste The^l der Aufgabe als beendet betrachtet werden. Ueber den zweiten Theil der österreichischen Aufgabe hinsicht­lich Bosniens wird nach der Thronrede der Minister des Äeußern Auf­klärungen geben und hofft die Regierung, daß auch dieser Theil im Einverständnisse mit allen Großmächten erledigt werden könne. Die Plysiognvime des ungarischen Reichstages und bereits in demselben ge- haltene oppositionelle Reden zeigten übrigens, daß wegen d-r vorer­wähnten Fragen sich in Uttga n ein sehr hochgehender politisier Kampf entwickeln wird, dem man in Oesterreich, wo auch der Reicheralb am 22. Oktober eröffnet wurde, nicht ruhig zusehen wird. Es soll sich