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ÄMauer Weitzer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Anlage, und Samsta-zs mit der Berliner Provinzial Correipondenz.

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Die Ijpaltige Carmonbjink ob. beten biaum

10 Pfg.

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20 Pig.

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M 248 Donnerstag den 24. Oktober. MM

AMliches.

Soeben erschien im Selbstverläge des londwirthschaftlichen Central- Vereins für den hiesigen Regierungsbezirk derBauernfreund", illustrirter landwirthschaftlicher Kalender für die Provinz Hessin Nassau auf das Jahr 1879, 240 Seiten stark, zum Preise von 1 Mark. Dieses Buch, weiches seit seinem ersten Erscheinen im Jahre 1856 mit ungeteiltem Beifall ausgenommen wurde, bringt auch jetzt wieder eine reiche Auswahl von Aufsätzen patriotischen Inhalts, gediegene Abhand­lungen über landwirthschafiliche und andere gemeinnützige Gegenstände, Notizen und Tabellen, welche für den Gebrauch des praktischen Land- wirthö im täglichen Leben von Werth sind, und eine Reihe kerniger Erzählungen, welche meist auf hessischen Boden spielen.

Bei dem reichen Inhalte und dem äußerst billigen Preise hat der landwirthschaftliche Centralverein jedenfalls auf eine große Betheiligung des landw. Publikums gerechnet. Soll also das gemeinnützige Unter­nehmen nicht.ein bloßer Versuch bleiben, soll vielmehr derBauern­freund" ein jährlich wilderkehrender Gast aus jedem Bauernhöfe werden, dann muß derselbe durch eine recht stark« Theilnahme auch der kleineren Landwirihe unterstützt und gefördert werden. Wir wünschen, daß diese unsere Empfehlung zu einer ausgedehnten Verbreitung des nützlichen Buches welches seinen Namen durch die That verdient, beitragen möge.

Cassel, den 27. September 1878.

Königliche Regierung, Abth. des Innern.

Durch die vielfachen öffentlichen Tanzvergnügunaeu, an denen vor­zugsweise die Bevölkerung aus den unteren Schichten sich betheiligt, wird erfahrungsmäßig der sittliche und materielle Ruin vieler Theil- nehmer derselben gefördert. Die Ortsvorstände wollen daher die mehr­fach ertheilten Vorschriften überall streng und sorgfältig haben. Falls dies nicht der Fall sein sollte, wird in Erwägung gezogen werden, ob die Zurückziehung der den Ortsvorständen ertheilten Ermächtigung zur Gestaltung der Tanzmusiken geboten erscheine, so daß die Erlaubniß von bfm Landrath selbst zu ertheilen ist. Die Zahl der Tanzmusik-Gestal­tungen ist, abgesehen von den herkömmlichen, soviel wie irgend möglich einzuschränken.

Hanau am 21. Oktober 1878.

Von der im Jahr 1870 erschienenen Instruktion für die OrtZvor- stände zur Ausführung des Gesetzes vom 14. Mai 1852 über die vor­läufige Straffestsetzung wegen Uebertretungen und zwar 1 Bogen Text und SVs Bogen ausgesüllte Musterformulare (in starken Umschlag ge­heftet) ist von dem Verleger Joh. August Koch in Marburg ein Neu­druck veranstaltet.

Der Preis der Instruktion nebst Beilagen beträgt 60 Pfennige. Bestellungen darauf sind direkt bei dem Verleger zu machen.

Ich empfehle die Anschaffung des Werks den Herrn Bürgermeistern und Ortlpolizei-Verwaltern, sofern die frühere Ausgabe nicht mehr in deren Besitz sein sollte.

Hanau am 23. Oktober 1878.

Der Landrath.

einheitliche Trxe von 80 Pstnnig für alle Packete bis 5 Kilogramm eingesührt, mithin dieselbe Taxe, welche bereits für den Verkehr mit der Schweiz und mit Dänemark besteht. Die Verficherungsgebühr für Packete mit Werthangabe im Verkehr zwischen Deutschland und Belgien ist für die Deutsch-Belgische Beförderungsstrecke auf 20 Pfennig für je 600 Mark oder einen Theil dieser Summe herabgesetzt.

Für Packete nach Frankreich, sowie auch für Packete nach Groß­britannien, sofern die letzteren auf Berlanaen des Absenders über Rot­terdam Beförderung erhalten, treten gleichzeitig ermäßigte Portosätze ein,. über welche die Pokanstalten auf Befragen Auskunft ertheilen.

Berlin W., 19. Okivber 1878.

Der General Postmeister.

Stephan.

Tagesschau. Zeitbetrachtungen. (K d. Schw. Merl)

Die Lage Europa's tobb immer unbehaglicher und es ist kein Wunder, daß Händel und Gewerbe sich nicht erholen können. Es ist n cht genug daß die orientalische Angelegenheit immer weitere Kreise zieht mt sich zur Lösung der slavischen Nationalitätsfragen zuspitzt, auch das Verhältniß zwischen Deutschland und Frankreich gestaltet sich wieder bed nNicher. Der Eindruck der französischen Rüstungen und Befestigungen gegen eine neueInvasion", und des WerbenS um neue Allianzen wird nicht verbessert durch die Ernennung des Graten Beust zum östreichischen Botschafter in PariS. Wenn ein Wiener Ofnziöser sich bis zur Behauptung versteigt, es liege kein Grund vor, den Grafen Beust für einen Feind Deutschlands zu halten, so sündigt er unbillig auf die Gedächtnißschwäche gedankenloser Zeitungsleser. Ist doch noch kein halbes Jahr verflossin, seit der Prinz Napoleon, der Herzog von Gramont und der General Türr durch ihre Veröffentlichungen den Gra­fen Beust als den erbittertsten Feind Deutschlands gezeichnet hab n (Revue des deux mondes 1. April 1878, Berliner Nationalz. 11. April, Schwab. Merkur 17. April, Journal des Debats 14 Mai). Macht man sich es in Wien nicht klar, was es heißt, in diesem Augenblick den mächtigst- n und aufrichtigsten Bundesgenossen von Oestreich zu be­leidigen? Sind denn die inneren Schwierigkeiten: die täglich wachsende Feindseligkeit der im Donaurerch zusammengesperrten Nationalitäten und die Finanznoth, ist nach außen hin die feindliche Stellug gegen Ruß­land, Italien und die Türkei nicht hinreichend, muß das Wiener Kabinet noch weitere Verwickelungen schaffen? Wenn wirklich nur die finanzielle Unzulänglichkeit den Grafen Beust für den Londoner Posten ungeeignet machte, so wäre die Pensionirung desselben der kürzeste BuSweg. Die englische Freundschaft ist ohne Werth für Oestreich und die französsichs nur um den Preis eines gemeinsamen Krieges gegen Deutschland zu erhalten. Frankreich will aber zugleich die Freundschaft Italiens, wäh­rend bte italienische Volksstimmung mit Heftigkeit gegen Oestreich sich erhitzt, und Niemand sagen kann, wohin diese Bewegung noch füh n mag. Wenn die Ernennung Beust's aufrecht erhalten wird, so ist zu fürchten, daß die östreichische Regierung sich zwischen zwei Stühle ge­setzt hat.

Bekanntmachung.

Packeiverkehr mit Oesterreich- Ungarn, Belgien, Frankreich und Großbritannien.

Vom 1. November ab tritt im Verkehr mit Oesterreich-Ungarn für Packete, Werth- und Nachnahmesendungen derselbe Tarif in Wnk- samkect, welcher für den innern Verkehr des Reichs-Postgebiets zur An­wendung kommt. In Folge biffen gilt künftig auch im Verkehr Deutsch­lands mit Oesterreich-Ungarn für alle Packete bis 5 Kilogramm die Einheit-toxe; und es kostet daher beispielsweise ein frankirteS Packet blS 5 Kilogramm von Hamburg nach Wien oder von Memel nach Fiume 50 Pfennig.

Von demselben Zeitpunkte ab wird im Verkehr mit Belgien eine

Berlin, 23. Okt. Das Kgl. Polizei-Präsidium hat auf Grund des Socialistengesetzes vier hiesige Vereine aufgelöst, und zwar: 1) den Verein zur Wahrung der Jntereffm der werkthätigen Bevölke­rung Berlins; 2) den Verein für kommunale Angelegenheiten des Nord-Ost-Distrikts; 3) den Deutschen Tabakarbeiter-Verein; 4) d n Verband der Deutschen Schmiede, mit dem Centralsitz in Berlin.

Berlin, 23. Okt. Fürst Bikmarck hat sich, wie wir bereits vor einigen Tagen angekündigt, gestern nach Friedrichsruh begeben. wird aber vor Eröffnung des Landtages noch zur Hochzeit seiner Tocht r nach Berlin kommen und dann auf längere Zeit auf seine Güter gehen. Gestein fand unter dem Vorsitz des Justizministers eine,Sitzung Rc Staatimimsteriums statt, bei der in erster Reihe die behufs Ausfüvrvw' der Reechs-Justizgesetze nothwendigen Landesgesetze zur Berathung^n-