dKHtl« *rt»:
MihrNch 9 Mari. tz«lSj.0 M-50P.
»irrteljährliS , Mar! 25 Ps, $fc au»wärtig« tonnnenten Mt dem betreffe», den Postaufschlag. Die einzelne Rum- mer 10 Pfg.
{jmiiiT inniger.
Z Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Anlage, und Samstags mit der Berliner Provinziell- Corre-pondenz.
Knserti»«»-
PreiS:
Die tspaltige Earmondzeile ob. deren Raum
10 Psg.
Die 2»att Betts
20 Psg.
Die SspaltigeZeile
30 Pfg
M 246. Dienstag den 22» Oktober. 1918.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Zur Verdingung der direkten Lieferung von Brod und Fourage an die Truppen in den nachstehend aufgeführten Gainisomn pro 1879 im öffentlichen AuSbietungs-Verfahren haben wir folgenden Termin anberaumt:
den 2. November b. I, Vorm. 9 Uhr,
zu Bocke n heim , Bureau des Proviantamts, für Butzbach Brod und Fourage, Hanau Fourage, Fnedberg Brod.
Geeignete Unterminier, welche sich über ihre Lieferungsfähigkeit und Zuverlässigkeit im Termin genügend aukzuweisin vermögen, werden aufgesordert, ihre Offerten, für jeden Garnisonort besonders, verschlossen, mit der Aufschrift „Subm'ssion auf Brod- (Fourage-) Lieferung pro 1879 für die @mnilm N. N " versehen, portofrei bis zur Teinnns- fiunde in das Termiurlokal einzuliefern. Des Lieferungsbedingungen, in welchen auch die speziellen Vorschriften sür die Form der Offerten und das Verdingungs-Verfahren selbst enthalten find liegen in unserem Bürcau, beim Proviantamt in Mainz und bei den Bürgermeister- Aemtern sämmtlicher Garnisonen aus, für welche Lieferungen ausgeschrieben sind.
Cassel, den 14 Oktober 1878.
Königliche Intendantur des 11. Armee- Corps.________
Gefunden: Eine defekte große Scheere. Am 14. ds. Mts. wurde im Main bei Höchst e n Candnachrn, s. g. Dreiloot, gelandet.
Hanau am 22. Oktober 1878.
__________________Aus Königlichem Landratbsamt.__________________
Der am 1. d. Mts. gegen den Schneidergesellen Adam Trupp von Neuensckmidlln wegen Unterschlagung erlassene Steckbrief wird als erledigt zurückgezogen.
Hanau, 17. Oktober 1878.
Der Staatsanwalt. Svorleder. _______ vt. Lucas.
R n K d s ch a «.
R. F. In Wiesbaden ist die ofncielle Nachricht eingt troffen, daß der Kaiser am 9. November von Baden-Baden über Coblenz reisend, in erstgenannter Stadt zu meh: Woche ntl chem Aastnthe lte e ntreffen wird. Einen officiellen Empfang wünscht Kaiser Wilhelm in Wiesbaden nicht, doch wird es sich die Bevölkerung der Stadt nicht nehmen lassen, dem geliebten Herrscher eine Serenade am Abend seiner Ankunft darzubringen.
Es geziemt sich wohl, noch in kurzen Worten auf bin letzten Geburtstag unseres Kronprinzen, der am Gedenktage der Völkerschlacht bei Leipzig begangen wurde, zurückzukommen. Eine eigentliche Feier des Geburtstages wie in früheren Jahren send wegen der Abwesenheit des Kaisers nicht statt, s-ndern die Feier beschränkte sich auf einen Herbst- ausflug der kronprinzlichen Familie, nachdem der Kronprinz am Vormittage die Gratulatronen der Mitglieder des königl. Hauses und der Hofstaaten entgegengemmmen hatte. Zahlreiche Glückwunschtelegramme gingen auch zum Gebrutsfeste des Kronprinzen von verwandten und befreundeten Fürstlichkeiten aus Deutschland und Europa ein. Die Städte Berlin und Potsdam hatten zu Ehren des Kronprinzen vielfach geflaggt.
Die außermd niliche Session des Reichstages und mit ihr das Socialistengesetz, welches über vier Monate Deutschland bewegte, ist am Schlüsse der vergangenen Woche zur allgemeinen Zufriedenheit beendigt worden. Der Verlauf der beiden lebten Sitzungen war fehr einfach und glatt. Nach den vorsichtigen ErmmifsionSberathungen war die Entscheidung in den Cardina Punkten deS Socialistengesetzes bereits in der zweiten Lesung gefallen und über die noch vorhandenen Lücken halfen die zu einer Verständigung führenden Bestrebungen der conservativen und gemäßigt liberalen Parteien, die das Gesetz in einer wirksamen Form zu Stande bringen wollten, hinweg. Der betreffende Compro- mißantrag, welcher am letzten Freitag beim Beginn der dritten Lesung des Socialistengesetzes dem Reichstage vorgelegt wurde, lautete dahin, daß der §. 6 hinsichtlich der socialdemokratischen Druckschrifen nach dem CowmissionSbeschluffe und §. 16 in der Weise anzunehmen sei, daß die
Ausweisung eines gewerbsmäßig-n socialdemokratischen Agitators dann uneingeschränkt erfolgen könne, wenn derBetreffende seinen Wohnsitz noch nicht sechs Monate mne habe. Ebenso lag zu der in § 19 enthaltenen Recursinstanz ein Compromißantrag von der nationalllberalen Partei vor. Die der eigentlichen dritten Berathung vorhergehende Generaldis- emfion des Src allste ngesitzes weckte wieder den alten Antagonismus der Pwteien, indem die Abgeordneten Schorlemei-Alst und Liebknecht scharf gegen das Gesetz sprachen, wahrend die Abgeordneten v. Kardo-ff, v. Helldorff und Laster für dasselbe eintraten Darauf wird § 1 nach kurzer Debatte mit einem Anträge Schulze-Delitzsch zu 1 a a. angenommen. ebenso ohne Debatte der §. 2 und am Sonnab.nb § 3 und 4 § 5 (Verbot secier demokrat. Versammlung) wird nach Bekämpfung durch den Socialdemokrat Bebel ebenfalls genehmigt. §. 6, 7, 8, 9 -Verbot focialdemok Druckschriften) werden trotz der Gegenreden der Abg. Zimmermann, Reichensperger, Kurz und W-ndihyrst angenowm n Ohne sonderliche Schwierigkeiten gelangten daraus zur Annahme §. 10, 11, 12, 13, 14, 15 und §. 16 (AusLeisbesrimn-ung) wurde nach dem Compromißontrage BennigsenS angenommen. § 17 fällt als überflüssig aus und § 18 wird angenommen §. 19 (Recursinstanz) wird nachdem Cemprom ßantrag genehmigt, worauf §. 20 und 21 noch den Beschlüssen der zweiten Lesung rar Annahme gelangt. Beim §. 22 endlich wird der Con prom-ßamrag. der Lftsjährige Dauer des Gesetz.s empfiehlt, angenommen Nach dieser dritt n Durchb rachung des Socialistengesetzes vertagte sich der Reichstag auf kurze Zeit und trat Nachmittags 21ä Uhr zur Schlußsitzung zusammen. Durch Namensaufruf wurde in derselben über das ganz? ScciallftlNgefetz abgest mmt, wobei dasselbe mit 221 gegen 149, alw mit 72 Stimmen Majorität genehmigt wurde. Ohne Ausnahme stimmten für das Gesetz die Deutschconservativen, die Re-chspartei, die Nationalliberalen, die Gruppe Löwe un) mehrere zu keiner Fraktion zählende Liberale. Hierauf schloß der Reichskanzler Fürst Bismarck laut kaiserlicher Botschaft den Reichstag und erklärte sich mit Befriedigung über das Zustandekommen des Gesetzes. Die Bundesregierungen seien entschlossen, mit den in diesem Gesetze gewährten Mitteln einen aufrichtigen Versuch zur Heilung der socialdemokratischen Krankheit zu machen, obwohl dies schwerlich innerhalb 2'/- Jahren geling-n werde. Doch hofften für einen solchen Fall die verbündeten Regierungen auf ein ferneres Entgegenttmnun des Reichstages. Beim Scheiden der Abgeordneten brächte der Präsident des Reichstages dann noch ein dreimaliges Hoch auf den Kaiser aus.
So ist denn der Streit um das Für und Wider des Socialistengesetzes in unserem Vaterlande glücklich zu Ende und aus allen Kreisen her deutschen Bevölkerungen kommen Erklärungen, daß die Mehrheit der Nation vollkommen mit dem Gesetze einverstand n ist, wodurch auch die Wirkung desselben so ziemlich sicher gestellt ist, was bei einem Gesetze von politischem Charakter seine große Bedeutung hat.
Der deutsche Bundesrath wird in dieser Woche nach einer Sitzung über die Ausführung des Socialistenge etzes in die Ferien gehen, um kurze Zeit darauf seine Arbeiten für die nahende ordentliche Reichstagssession wieder aufzunehmen — Da schon im November der preußische Landtag zusammentreten wird, so ist die preußische Regierung in den nächsten Wochen vollauf mit ihren parlamentarischen Vorbereitungsar- beiten beschäftigt.
Die «ndgültige Lösung der österreichisch-ungarischen Miniserkrisen wird, wie bereits früher vermuthet wurde, erst nach der Berathung der bosni chen Frage in den Pariern nt.n von Wien und Pest erfolgen, da man auf diese Weise eine natürliche Klärung der Verhülln sie zu erzielen hofft. Der ungarische Reichstag wurde bereits am 19. Oktober formell eröffnet und am 20. Oktober fand die feierliche Eröffnung des Reichstages durch Verlesung der kaiserlichen Thronrede in der Hofburg statt. Die kaiserliche Regierung drück! in der Thronrede den Wunsch aus, daß nach der glücklichen Vollendung der Occupatirn Bosnuns die Zukunft dieses Landes in einer die Gesa« mtmonarchie nicht gefährdenden Weise entschieden werden möge. Der österreichische Reichstag wird in Wien am 22. Oktober eröffnet werden.
Die österreichische Circularnote als Antwort auf die unverschämten