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gl) ein Entwurf betr. die Verwerthung der Forstnutzungm in den Staats­waldungen der vormals Kurhessischen Landestheile,

2) ein Entwurf betr. die Ablösung der durch Staatsvertrag vom 9. April 1876 auf den Preuß. Fiskus übergegangenen Gefalle,

3) ein Entwurf betr. die Abänderung der Wegegesetzgebung im Reg.- Bez. Cassel und

4) ein Entwurf betr. die Hessische Brandversicherungs-Anstalt.

Indem ich Ihren Arbeiten recht günstigen Erfolg wünsche und nach Kräften bemüht sein werde, dieselben auch meinerseits zu fördern und zu unterstützen

erkläre ich hiermit im Namen Sr. Majestät des Kaisers und Königs den 8. Kommunal-Landtag des Reg.-Bezirks Cassel für eröffnet. Alsdann richtete der Vorsitzende v. Schutzbar gen. Milchling an die Versammlung folgende Worte:

Sie haben die Botschaft, welche Se. Majestät der König durch den Mund unseres Herrn Oberpräsidenten an uns, die versammelten Stände des Regierungsbezirkes zu richten geruht haben, gehört.

Wir Alle — dessen bin ich gewiß — sind auf das lebhafteste von den Gefühlen der Anhänglichkeit, der Treue und Hingebung gegen Seine Majestät unseren Allergnädigsten Kaiser, König und Herrn durchdrungen. Wir wissen: das Ziel der unablässigen Bestrebungen Sr. Majestät ist das Glück und die Wohlfahrt des Volkes und haben erst eben wieder, als uns die hohe Ehre zu Theil wurde, Se. Majestät einige Zeit in unserem Kommunalbezirke weilen zu sehen, uns von Neuem überzeugen zu können, wie Se. Majestät der Kaiser und König seine huldvolle Absicht bei jeder Gelegenheit auf wahrhaft landesväterliche herzgewinnende Weise zu bethätigun gewohnt sind. Möge es Gott gefallen, unseren vielgeliebten Kaiser und König, über dessen theurem Haupte der Finger der Vorsehung schon manchmal sichtbar gewaltet hat, auch fernerhin in seinen allmächtigen Schutz zu nehmen und noch recht lange in voller Gesundheit und Geistesfrische ,zu erhalten, zum Heil und Segen unseres großen herrlichen Vater­landes, wie insbesondere unseres Hessischen Heimathlandes!

Das ist der Wunsch, welcher gemeinschaftliches Eigenthum aller Angehörigen des Kommunalbezirkes ist, der heiße Wunsch, welcher in diesem Bezirk alle Herzen erfüllt. Lassen Sie uns, die Vertreter des Communalbezirks, unseren gemeinsamen Gefühlen einen gemeinsamen Ausdruck geben, indem wir dieselben in einem „Hoch" auf Seine Majestät zusammenfassen. Seine Majestät unser vielgeliebter Kaiser, König und Herr lebe hoch!

Die Versammlung entsprach durch ein dreifaches begeistertes Hoch Dieser Aufforderung.

Hierauf constituirte sich die Versammlung und wählte die Abgeord­neten Rang und Eneccerus zu Schriftführern.

Von Letzterem wurde der Antrag gestellt: In Veranlassung der glücklichen Wiederherstellung S. M. unsers Kaisers und Königs und Ällerhöchstderselben jüngster Anwesenheit im Reg.-Bezirk Cassel eine Adresse an Se. Majestät zu beschließen, welche die Gefühle des Kommunalland- tags und des Reg.-Bezirks überhaupt zum Ausdruck bringen. Es er­folgte einstimmige Genehmigung.

Einem Anträge des Abgeordneten Klöffler, das Präsidium gtt be­auftragen, Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin zu deren heutigem Geburtsfeste die ehrfurchtsvollen Glückwünsche des Communal-Landtags telegraphisch darzubringen, wurde gleichfalls zugestimmt.

Nächste Sitzung morgen. (Heff.Mrgztg.)

— Fulda, 1. Oktober. Wir wir aus zuverlässiger Quelle er­fahren, ist die höhere Bürgerschule dahier vom Kultus-Ministerium zu Berlin als vollberechtigt anerkannt worden, so daß nunmehr den Schü­lern schon nach Absolvirung der Unter Sekunda das Zeugniß zum ein­jährigen Militärdienste ertheilt werden kann. (H. B.)

— Dem gi steigen „Staats-Anzeiger" ist in einer Extrabeilage das Reglement für die Sparkassen der „Preußischen Renten Versicherungs­Anstalt" zu Berlin beigefügt

Aus der Umgegend.

— Der Frankfurter „General-Anzeiger" schreibt unterm 1 Okl. aai Arantsuin am Main: Auf der Boruheim-r Haide entstand gestern Nachmittag ein großer Men'chmauflauf. Dichte Gruppen umstanden ein s der neu gebauten Häuser an der äußeren Bergerstraße und blickten Nach einem der oft «stehenden Fenster, aus welch-m ein heftiger Wort­wechsel und gleich daraus ein markerschütternder Hilfeschrei vernommen wo»d n war. Schutzleute waren bald zur Stelle und nun ergab sich der Sachverhalt her sich leider als en höchst brutaler Act mit sehr

beklagenswerthem Ausgang darstellt. Ein Miether (mehrfacher Familien­vater) kam zum Besitzer des betreffenden Hauses, dem Bauunternehmer Müller, um die fällige Miethe zu entrichten. Beim Aufzählen des Be­trages sollen nun 3 Mark gefehlt und sich darüber der Streit entspon­nen haben. Wie dies indeß so weit kommen konnte, daß der Hausherr e n Instrument ergriff und den Miethw derart auf den Kopf schlug, daß dieser zu Boden stürzte und mit einer lebensgefährlichen Wunde hinweggetragen werden mußte, ist nicht recht aufgeklärt. Man erzählt, daß der Thäter, welcher sofort in Haft genommen wurde, ein aufbrau­sender, jähzorniger Mann sein soll. Die bereits eingeleitete Unter­suchung wird das Nähere feststellen. — Ein Spenglergeselle, welcher in ein-m Hause der Gutleutstraße beschäftigt war, hatte gestern das Unglück, auf ein nicht gcnügend befestigtes Brett zu treten, in Folge dessen auszugleiten und von der Dachkupptl in den ersten Stock herab- zustürzen. Hier wurde er schwer verletzt aufgehoben und in das Hospital geschafft.

— Mainz, 30 Sept. Wie wir aus Abeeordnetenkreisen ver­nehmen, wird in btr ersten Sitzung der zweiten Kammer ein Antrag bezüglich der Einführung des directen Wahlrechtes bei den Wahlen zu dem" hessischen Landtag eingebracht werden Gleichzeitig mit diesem Antrag wird auch eine Abänderung der Wahlbezirke empfohlen, be­ziehungsweise wir d eine gerechte Vertretung der größeren Städte in der Kammer befürwortet. Währenddem beispielsweise Mainz mit einer Be­völkerung von 50,000 Seelen nur durch zwei Abgeordnete in der Kam­mer vertreten ist, wählen Heitre Orte von 5 — 6000 Seelen einen Ab­geordneten in den Landtag. — Heute 8V2 Uhr Abends ertönte das- Sturmsignal. Die weithin renommirte Chocolade Fabrik von Joh. Ph. Wagner ist ein Raub der Flammen geworden; genährt durch die vielen brennbaren Stoffe, als Cacao, Zucker rc, stand das ganze großartige Fabrikgebäude bald in Hellen Flammen. Nur den größten Anstrengun­gen gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken und von den benachbarten Häusern abzuwenden (Hess. Landztg.)

— Gießen, 1 Oktober. Wie sehr auch die Pfuscherei in die ärztliche Prax!s auf dem Lande getrieben wird, zeigt nachstehendes Scciptum, welches uns gestern in einer Wirthschaft zu Rödgen in die Hände fiel. Wir wollen vorläufig den Namen des Heitkünstlers ver- schweigm, machen denselben aber daraus aufmerksam, daß er in Gießen nicht als Specialist sondern als Colporteur angemeldet ist. Das Publikum auf dem Lande warnen wir hiermit, sich nicht allzu ver- trauensselig den Versprechungen h nzugeben, sondern bei vorkommenden Fällen einen wirklichen Arzt zu Rathe zu zieh n. Die Offerte der Specialisten lautet:

P P.

Einem verehrlich-n Publikum die ergebene Anzeige, daß ich am 29. Aug c. dort eintreffeu werde um denen, welche äußere und offene Wunden, trockene und nasse Flechten, kranke Augen- lieder, wenn anch schon vera'tet, durch meine Heilmethode Linde­rung und Genesung zu verschaffen.

Bei Nichrcrfolg zahle ich den Betrag zurück. Achtungsvoll

N N., Specialist, Gießen.

Ich bin z» sprechen bei Wirth Erd, aas Wunsch komme ich auch m's Haus. (Gieß. Anz.)

Berloosuugeu.

Braunschweiger LO-Thir.-Loose von 1868. Gewinn Ziehung vom 30. September. Hauptgewinne: 120,0t 0 M. Serie 7625 Nr. 16; 15 000 M. S. 4555 Nr. 3; 9000 M. S. 3557 Nr. 46; 2500 M. S. 8754 Nr. 45.

Karlsruh e, 30. Sept. Ziehung der badischen 35 fl.-Loose von 1845. Der Gewinn von 40,000 fl. fiel aus Nr. 203011, 10,000 fl. auf Nr. 108795 je 4060 st auf Nr 336244 und 394906 je 2000 fl. auf Nr. 37427 158694 160446 und 371098, je 1000 fl. auf Nr. 8106 108761 162316 162324 176325 176331 207641 255042 281453 293880 331454 und 398170.

Wien, 1. Okt. Bei der heutigen Ziehung der 4proc. österr. Loose von 1854 fiel der Hauptgewinn von 40,600 fl. auf Serie 1464 Nr. 47, 5000 fl. fielen auf Serie 1479 Nr. 1.

Thrrmometrrstand.

1. Oktober. Höchster Stand -4- 15®, Abends 7 Uhr 4- 11°;

2. Oktbr. Morgens 7 Uhr 4 71/»8, Vormittags 10 Uhr 4 9'/-'

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