ISIS
den, beim Besuche einer inländischen Universität auch nur beabsichtigen, eine allgemeine Bildung für die höheren Lebenskreise oder eine besondere Bildung für ein gewisses BerufSfach sich zu geben, ohne daß sich sich für den eigentlichen gelehrten Staats« und Küchendienst bestimmen können aus Grund deS §. 36 deS Reglements vom 4. Juni 1834 auf hiesiger Universität immatrikulirt werden. Gesucke solcher jungen Leute um Immatrikulation an hiesiger Universität müssen schriftlich an das unterzeichnete Kuratorium gerichtet werden und haben Bittsteller ihrem Gesuche ein Zeugniß über ihre sittliche Führung, sowie ein solcher über die erworbene wissenschaftliche Ausbildung beizulegen. Die Immatrikulation erfolgt übrigens nur auf die nächsten drei Semester und wird diese Beschränkung bei der Immatrikulation sowohl auf der Matrikel, als auch auf der Erkennungskarte und dem Anmeldebuch vermerkt. Gesuche um Verlängerung der Matrikel sind vor Ablauf deS dritten Semesters bei dem unterzeichneten Kuratorium schriftlich unter Ueber« reichung der Matrikel, der Anmeldebuchs und der Erkennungskarte an- zubringen. Bahlen Schulz.
— Amberg. Es verlautet, daS vom Kriegsministerium Ordre gekommen sei, den Betrieb in der hiesigen Gewehrfabrik einzuschränken und zu diesem Behufe von den zur Zeit daselbst beschäftigten ca. 700 Arbeitern die Hälfte zu entlassen.
— In der Schweiz machen sich nach einer Richtung hin bereits die Folgen des zukünftigen deutschen Socialistengesetzes geltend Die Polizei dort befürchtet nämlich, es könnten demnächst zu viel Flüchtlinge in's Land kommen, deßhalb fängt sie bereits an, in der Ertheilung von Aufenthaltsbewilligungen Schwierigkeiten zu erheben. Ein deutscher Socialdemokrat, welcher im Frühsommer dieses Jahres ohne genügende Popiere nach der Schweiz kam und von der Schaffhauser Polizei weggewiesen wurde, hat sich von Brüssel aus in einer Zuschrift an den Leipziger „Vorwärts" bitter über die kühle Aufnahme ausgesprochen, die er bei den Schweizer Arbeitern fand. — Dazu bemerkt die „Fr. Zig.": „Es mag allerdings schmerzlich sein, bei Gesinnungsgenosse so kühl emfangen zn werden, aber der Mann sollte sich dies zu erklären vermögen. Las er denn je in einem amerikanischen Arbeiterblatte eine Einladung an die Brüder in Europa, nach Amerika auszuwandern? Die Interessen sind leider oft stärker als das Mitgefühl" (Trib.)
— DaS Journal du Loiret, das in Orleans erscheinende Organ des Elysöe, kündigt an, daß nächstens Documente veröffentlicht werden, die beweisen, daß Napoleon III. England die Besitzergreifung von Aegypt n gegen die Besetzung Maroktos durch Frankreich anbot und
ungeachtet der Weigerung Palmerston'S auf seinem Vorschläge beharrte. DaS nämliche Blatt meldet, daß der Herzog v Broglie am 25 Oktober unter dem Titel „Le secret du Roi“ zwei Bände veröffentlichen wird, worin die geheime Politik Ludwig'S XV. im AuSlande geschildert wird.
— Trotz eines anscheinennden D fizits von über 11 Millionen Franks, welches man für die Pariser Weltausstellung als Endergebniß herausrechnet, ist dies Unternehmen denoch von großem Gewinn für Paris und Frankreich gewesen. Der Rappel unternimmt es, an der Hand der bisher vorliegenden Ergebnisse und der Wahrscheinlichkeitsrechnung, in runden Ziffern die Bilanz der Pariser Weltaasstellung ziehen. Die bisherigen Einnahmen, sagt er, stellen sich, wie folgt:
Mai.......... 1,278,860 FrS..
zu
Juni..........
Juli..........
Auqust.........
September (die ersten 18 Tage) .
1,278,860
FrS.,
1,954,103
1,823,176
1,969,335
1,639 580
Zusammen 8,665,054 Frs.
Ende September dürfte demnach die Ziffer von zehn Millionen schon erreicht sein, welche man in den Voranschlägen als äußerstes Gesammt- erträgniß aller sechs Monate angesetzt hat, und bis Ende Oktober dürften die Einnahmen sich auf dreizehn Millionen belaufen. Dazu treten noch folgende andere Einkünfte: Wiederveräußerung des Materials vom MarSfelde 7,000,000 FrS. Subvention der Stadt Paris........ 6,000 000 Rückkauf des Trokaderopalastes durch die Stadt PariS 3,000,000 Abgabe des Caför und Restaurants im Park. . . 4,000,000 Erträgniß der Trokaderokonzerte....... 1.000,000
Dazu die obigen . . . 13,000,000
w ff tt w
Zusammen . . 34,000,000 „
Da die Gesammtkosten sich auf 45,300,000 Francs belaufen, so würde also schließlich nur ein Defizit von 11,300,000 Francs verbleiben. Dahingegen hat sich das Erträgniß der indirekten Steuern, ohne Zweifel hauptsächlich in Folge der Weltausstellung, für die ersten acht Monate deS Jahres 1878 um 51 Millionen vermehrt und wird bis zum Ablauf des Jahres eine muthmoßliches Plus vcn 70 Millionen »rancs ergeben, während es in dem Budget nur auf 10 Millionen veranschlagt war. Jenem Ausfall von ca. 11 Millionen würde also
Gunsten der Weltausstellung ein Aktivum von 60 Millionen Francs Ztzenüberstkhen, wobei die sonstigen Vortheile, welche Handel und Ge- werbe von Frankreich aus diesem Ereigniß gezogen, noch nicht einmal Eingerechnet sind. (Berl. Tagbl.)
— New -Aork, 26. Septbr. Der Dampfer „Greece" von der Rational-Dampfschiff Compagnie (C. Mefsing'sche Linie) ist hier ringe« troffen.
Lokaler.
Hanau, 28. Septbr. 1878.
— Ueber daS Manöver ist nach dem „Hess. Wochbl." folgende Allerhöchste Ordre an den kommandirenden General des 11. Armeekorps v. Böse ergangen:
„Se. Majestät der Kaiser und König haben Mich zu beauftragen geruht, Ihnen heute beim Schluß der diesjährigen großen Herbstüdunqen wiederholt die ganz besondere Zufriedenheit Sr. Majestät mit den Leistungen deS 11. Armeekorps auszuspi ech«n. Se. Majestät haben die hohen Erwartungen, welche Allerhöchstdieselben betreffs des Zustandes des 11. Armeekorps unter seinem, in dieser Stellung schon vor dem Feinde ausgezeichneten kommondirendcn General hegen durften, überall und vollständig erfüllt gefunden und wollen Allerhöchstihrer lebhaften persönlichen Anerkennung für Sie noch durch Verleihung der anbei erfolgenden Dekoration deS Kreuzes und Sternes der Großkomthure des Königlichen HauSordenS von Hohenzollern befonderen Ausdruck geben. Demnächst sprechen Se. Majestät auch den sämmtlichen Generalen, Regiments-Commandeuren und Offizieren Allerhöchstihren Dank für ihre erfolgreiche Thätigkeit und Hingebung bei Ausbildung der Truppen aus und lasten auch den Mannschaften Allerhöchstihre Zufriedenheit mit ihren Leistungen zu erkennen geben. Indem Ich Ihnen Vorstehendes zur weiteren Bekanntmachung mitthnle, behalte Ich Mir vor, Ihnen im Allerhöchsten Aufträge noch weitere spezielle Enad.nbeweife für Offiziere und Mannschaften des Armeekorps zugehen zu lassen. Wilhelmshöhe, den 24. Sept. 1878. gez. Friedrich Wilhelm, Kronprinz.
— Auch an dieser Stelle sei nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß alle vom 1. September 1877 bis 31. Januar 1878 bei hiesiger Leihbank versetzten Pfänder spätestens im Laufe des Montag ausgelöst oder umgeschrieben werden müssen, indem solche am 1. Oktober verfallen.
— Morgen Abend 7 Uhr werden die restaurirten Säle „zur Reichskrone" mit einer Abendunterhaltunq, für welche gute Musik- und Ge- fangsvorträge vorgesehen sind, eröffnet.
Versteigerungs- und BerpachtungS-Kalender für Montag den 30. September.
Vormittags von 8 Uhr ab kommen in der Krämer'schen Wirthschaft zu Großkrotzenburg 7 Domanialgrundstücke dortiger Gemarkung, und von Vormittags 11 Uhr ab in der Haupt'schen Wirthschaft zu Niederrodenbach ein ebensolches Grundstück zum Verkauf (s. Nr. 224 „Han. Anz."). — Vormittags 11 Uhr werden an Gerichtsstelle dahier: Sopha, Schreibpult, Kommode, sonstige Stubenmöbel, Küchenschrank mit Glasaufsatz, Anrichte, Wanduhr, sechs Bilder, Büchergestell rc. gegen Baarzahlung verkauft. — Nachm. 2 Uhr versteigert Herr Taxator Aug. Berg in seinem Versteigerungslokal, Lothringerstraße Nr. 27, den Nachlaß des verstorbenen Herrn Verwalter Kümmel, bestehend in Möbeln, Bettwerk, Kleidungsstücken rc, ferner: Tafelklavier, Tische, Nachtschränkchen, Pfeilerschränke, Waschtisch und eine Partie Cigarren, gegen Baarzahlung. — Ebenfalls Nachm. 2 Uhr soll durch Herrn Taxator Ä. Seiffert die zum Nachlaß des verstorbenen Herrn Hopfer de l'Orme gehörige Bibliothek, in Büchern naturwissenschaftlichen und anderen Inhalts bestehend, gegen Baarzahlung verkauft werden.
— Für heute. Deike's Arena: Zwei große Vorstellungen; Anfang der ersten um 3 % der zweiten um 71/« Uhr. — Sparkasse bei Brehm, sowie im Consumverein, Sterngasse Nr. 28: Abends von 9 bis 10 Uhr Mitglieder-Aufnahme.
Wohin gehen wir morgen?
Vergnügungs-Anzeiger für Hanau und Umgegend.
Nachmittags von 31/» Uhr ab Concert auf dem Folsthaus, nach demselben Ball. — Großes Streich-Concert im „Deutschen Haus" — Große Tanzstunde: Abends 7 Uhr in der „Stadt Bremen", sowie in der „Schwedischen Krone."
Morgen Abend beginnt die Saison in unserem Stadttheater mit einer Novität: „Chemie für's Heirathen", Original-Schwank in 3 Akten von R. Kneisel; Anfang 7 Uhr.
— (Sehenswürdigke iten.) „Museum der Wetterauischen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet Sonntags von Vormittags 11 bis Nachm. 1 Uhr.
— Vom 1. Oktober ab beginnt der Dienst der Annahme- und Ausgabestellen des hiesigen Postamts um 8 Uhr Morgens.
— Die Kroßanheimer Turngemeinde hält morgen ihr Sommer« abturnen, an welcher Festlichkeit sich viele Hanauer Turner betheiligen.
DM- Im Unterhaltungsblatt unserir nächsten Mittwochsnummer erscheint das Preis-Räthsel für das 3. Quartal. Lösungen von Abonnenten oder deren Angehörigen sind in verschlossenem Couvert in unserem Redaktionszimmer abzugeben. Unter den ersten 6 richtigen Eingängen entscheidet das Loos.