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M 218 Donnerstag den 19. September. Ld?^

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„Hanauer Anzeiger"

(amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau)

Wir erlauben uns auf dasselbe mit dem Bemerken einzuladen, daß wir auch in diesem neuen Quartale alles aufbieten werden unser« geehrten Abonnenten die wichtigsten politischen Ereignisse, Wochen­übersicht derselben, amtliche, kirchliche und gemeinnützige Be­kanntmachungen, lokale und provinzielle Nachrichten, Cours- und Marktberichte, Geschäfts- und Privat-Anzeigen in reicher Fülle bringen zu können, auch wie bisher für gute und spannende Novellen und reichhaltiges Mannigfaltige sorgen werden.

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Die Expedition.

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Amtliches.

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Amtliche Verkaufsstellen für Freimarken, Postkarten rc. bestehen in:

1) Ostheim bei Kaufmann und Gastwirth Jakob Hartenfeller,

2) Roßdorf bei Gastwirth Heinrich Schneider,

3) Kilianstädten bei Kaufmann und Gastwirth Peter Zeh und

4) Oberdorfelden bei Gastwirth Philipp O h l.

Windecken, 18. September 1878.

Kaiserliches Postamt.

Bär.

Tagesschan.

— Berlin, 18 Sept. Das Befinden Sr. Majestät des Kaisers und Königs ist, wie dem „R u. St-A." aus Cassel gemeldet wird, ein fortgesetzt gutes. Se. Majestät haben auch gestern einen Spazierritt unternommen und Nachmittags die beiden Geschäftsführer der Natur- sorscherversammlung in Audienz empfangen und eine von denselben über­reichte Festschrift Huldvoll entgegen genommen.

— Berlin, 18. Septbr. (Reichstag) In der heutigen (6.) Sitzung, welcher der Präsident des Reichskanzler-Amts, Staats-Minister Hosmann und andere Bevollmächtigte zum Bundesrath beiwohnten, theilte der Präsident mit, daß die Kommission zur Vorberathung des Ges tz- entwurfs gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie gewählt sei und sich wie folgt konstituirt habe: Abgg. von Bennigsen (Bors.), Dr. von Schwarze (Stellv.), Hoffmann, v. Goßler (Schriftf.), Dr. Harnier. Dr. Laster, von Puttkamer (Fraustadt), Dr. v. Schauß, Dr. Gneist, Reichen sperger ^Olpe), Dr. Moufang, Dr. Frhr v. Hert- ling, Dr. Brüel, Graf v. Galen, Hauck, v Schmid (Württemberg), v. Kardorff, Frhr. Schenk v. Stauffenberg, Dr. Hänel, V. Helldorff (Bedra) und Ackermann.

Sodann gelangte der Antrag des Abg. Bracke zur Berathung, welcher lautet:

„Der Reichstag wolle beschließen:

den Reichskanzler aufzufordern, daß die gegen das Reichstagsmitglied Fritzsche bei dem Königlichen Stadtgericht zu Berlin anhängige Un­tersuchung wegen angeblichen Vergehens gegen das Vereinsgesetz auf die Dauer der gegenwärtigen Sitzungsperiode aufgehoben wird."

Nach Ablehnung des Antrages des Abg. Dr. Beseler auf Verwei­sung des Antrages Bracke an die Geschäftkordaungs-Kommission wurde derselbe angenommen. Die Wahlprüfungen wurden von der heutigen Tagesordnung abgesetzt. (Schluß 1 Uhr. Nächste - Sitzung unbestimmt) (R. u. St-A.)

— Berlin, 17. Sept. Zu den Mittheilungen und Andeutung m, welche die Kölnische Zeitung über die Verhandlungen mit der römisch n Curie gebracht hat, gestatten Sie mir wohl, einige Zusätze und Ergän­zungen zu machen. Der erste Brief Leo's XIII. an den Kaiser hat den Anknüpfungspunkt geboten zu vertraulichem Austausche, der seitdem nicht unterbrochen wurde. Der Besuch des Nuncius Masella in Kissingen beweist, daß der Papst ernstlich ein gutes Einvernehmen mit der preußi­schen Regierung will. Darin, daß der Papst den ersten Schutt über« Haupt that, den ersten sofort nach außen hin ersichtlichen ebenfalls vor- nahm, liegt bereits das Fallenlassen der Forderung, zuerst die „der Kirche feindlichen" Gesetze, wie die Ulrramontanen sagen, zu beseitigen, bevor Rom zum Frieden blasen könne. Rom hat zuerst um diesen angesucht. Dadurch zerfällt die Anschauung, daß die Verhandlung des Fürsten Bismarck mit dem Rune us eine Aenderung des vom Staate eingehaltenen Standpunktes sei. Von der Einhaltung eines Weges, der in ir> eno welcher Form einem Concordat ähnlich sehen würde, ist nicht entfernt die Rede, es handelt sich nur um einen modus vivendi auf dem Boden der gesetzlichen Thatsachen. Darüber ist man einig. Die Anzeige der Besetzungen bildet der Schritt, der zum Ziele führen muß. Ministcr Falk ist von Allem in Kenntniß gesetzt, sein Verbleiben im Amte nie in Frage gekommen. Wenn bisher noch keine weitere Erfolge erzielt sind, liegt die Schuld allerdings an der Haltung der ultramontamn Partei, die nach der Parole der Jesuiten handelt. (Köln Ztg.)

— S. M. gedeckte Korvette „Sedan", auf welcher Se. König­liche Hoheit der Prinz Heinrich die erste größere Reise unternehmen wird, hat nach Allerhöchster Bestimmung, zur Erinnerung an d n Prin­zen Adalbert und in Anerkennung der hohen Verdienste, welche Hoch- derselbe Sich um die Entwickelung und Förderung der Marine erwor­ben hat, fortan den Namen „Prinz Adalbert" zu führen. — S. M. gedeckte Korvette „Elisabeth", 19 Geschütze, Komdt. Kap. z. S. von Wickede, hat am 5. v. Mts. von Montevideo die Reise nach Plymouth fortgesetzt.

— Wien, 18. Sept. Ueber die angebliche Kooperation Oester- reich-UngarnS mit Serbien und Montenegro sind, dem „Telegraph n- Korrespondenz-Bureau zufolge, bisher keine Verhandlungen gepflogen, noch auch nur angelegt worden.

— P e sth, 18 Sept. (Köln. Ztg.) Die hiesigen Clubs ohne Unterschied der Partei veranstalten Monstre-Meetings in der Absicht, eine Adresse an den König zu erlassen, um die Einberufung des Reichs­tages und die sofortige Räumung Bosniens zu verlangen.

— London, 16. Sept. Die „Köln. Ztg." schreibt: Lord Ga- lisbmy hat es als unzeitgemäß abgelehnt, gemeinsam mit den übrige» berliner Vertragsmächten der Türkei die rasche Erfüllung ihrer einge- gangenen Verpflichtungen aus Herz zu legen, bezuh .ngsweise rhe Vor- Würfe über deren bisherige Nichterfüllung zu machen. In Folge dieser Weigerung des englischen Cabinets ist die beantragte gemeinsame Mahn predigt bis auf weiteres bei Seite gelegt worden. Weßhalb aber Lord Salisbury sie für unzeitgemäß erklärte? Ministerielle Kreise und But­ter geben auf diese Frage folgende erklärende Andeutungen. Es liege, so behaupten sie, zu einer Mahnanz, zu einem Vorwurf oder gar zu einer Drohung gegenüber der Pforte nicht die geringste Berawasstma vor. Genau betrachtet sei sie den in Berlin eingegangenen Verpflicht