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»IhrNq 9 Marl. tza»j. 4 M. 50 P.
Merteljährlich , »arl 25 Pf^ gär auswärtige Abonnenten seit dem betreffen, tot Postausschlag. Die einzelne Nummer 10 Psg.
UWW An;eiyer.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
Inserti»«»- PreiSt
Die ispaltige Varmondzeile od. deren Raum
10 Pfg.
Die Sspalt. Zeile
20 Pfg.
Dte3spa!tigeZeil«
30 Psg.
M 209. Montag den 9. September. 1878.
Amtliches.
Nach dem Reichsgesktze vom 26. Juni d. J. (Reichsgesetzblatt Seite 129) sind über den Tabakbau, die Fabrikation und den Handel mit Tabak und Tabakfabrikate im Deutschen Reiche Erhebungen zu der- anstalten. Dieselben sollen im Monat September geschehen und sind aufs Aeußerste zu beschleunigen.
Den Herrn Ortsvorständen des Kreises werden die nöthigen Formulare heute per Couvert zugefertigt. Gemäß der gegebenen allgemeinen Bestimmungen ist ungesäumt das Erforderliche auszunehmen, so daß Lkstimmt innerhalb 8 Tagen die Einsendung der ausgefüllten Formulare an mich erfolgen kann.
Die Herrn Ortsvorstände der Orte, in welchen sich Tabak- und Cigarrenfabriken befinden, erhalten außerdem noch die für diese Fabriken nöthigen Fragebogen zugesandt.
Für die Stadt Hanau werden 32, für die Stadt Wochenheim 15 Zählbezirke gebildet, die ländlichen Ortschaften sowie die Stadt Windecken bilden je 1 Zählbezirk.
Zu einer den Herrn Bürgermeistern etwa erwünschten Rücksprache wird der Dienstag Vormittag in nächster Woche bestimmt.
Hanau am 4. September 1878.
__________________________Der Landrath.___ Landmirthschastlicher Kreis-Vereill Hauau.
Nächste Versammlung Dienstag den 10. September, Nachmittags 2V2 Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen in Hanau.
Tagesordnung:
1) Obst-, Frucht-, Gemüse- und Maschinen Ausstellung in Hanau.
2) Beschaffung von Wintersaatgetreide.
3) Bericht über die Hochstädter Viehausstellung.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Vorstehenden ersucht.
Hanau am 31. August 1878.
__Der Landrath.___________________
Bekanntmachung.
Vom 1. September ab haben amtkche Verkaufsstellen für Postwerthzeichen übernommen:
1. Herr Philipp Baumann in Bruchköbel,
2. „ Georg Werkmann in Großkrotzenburg,
3. „ Wilhelm Maisch in Mittelbuchen,
4. „ Konrad Müller I. in Niederissigheim,
5. „ W. F. Mantel in Bergen,
6. „ L. W. Glück im Bischofsheim,
7. „ Friedrich Weil III. in Enkheim,
8. „ Valentin Höhl in Hochstadt,
9. „ Abraham Strauß in Wachenbuchen,
10. „ Wilhelm Gerk in Fechenheim.
Hanau, 7. September 1878.
Kaiserliches Postamt.
__I. V.: Buß.
Tages f ch a u. Zur politischen Lage.
(S. k SLw. Wert)
Die türkischen Ratifikationsurkunden des Friedensvertrages sind zwar endlich in Berlin ausgewechselt worden, die Pforte zeigt aber in der Ausführung der darin enthaltenen Bestimmungen nach wie vor die größte Saumseligkeit, ja Widerspenstigkeit. Alle Versuche, die Oestreich macht, um zu einer vertragsmäßigen Verständigung über die Besetzung Bosniens zu gelangen, sind an der Hinterhältigkeit der Pforte gescheitert. Im Rhodopegebirge, wo ein Aufstand wüthet, der die russische Armee bedroht, ist die Haltung der Pforte ebenso zweideutig, wie in Bosnien. Die Verhandlungen über die zu Gunsten Griechenlands festgesetzte Grenz- berichtigung haben noch immer nicht begonnen. Die Folgen dieses Man
gels an Vertragstreue seitens der Türkei machen sich allmälig in bedenklicher Weise fühlbar. Die Beziehungen zwischen Oestreich und der Pforte sind nachgerade so gespannt, daß die Verhandlungen über die Konvention als abgebrochen betrachtet werden. Für die Ausführung der Griechenland betreffenden Beschlüsse des Berliner Kongresses steht ein ernster Schritt der Mächte in Aussicht, bei dem Frankreich und Italien, also gerade diejenigen Mächte, welche nur auf eine passende Gelegenheit warten, um ihrerseits gleichfalls mit Ansprüchen auf die türkische Erbschaft offen hervorzutreten. die Führung übernehmen sollen. Selbstverständlich bleibt die russische Armee bis auf Weiteres unter den Mauern von Konstantinopel, und dieser Umstand wirkt wieder auf das Verhältniß zwischen Rußland und England in übler Weise zurück. Während nämlich ersteres seine Trupp n nicht eher zurückberufen zu können erklärt, als bis die englische Flotte, in deren Verweilen es eine Ermunterung zur Widerspenstigkeit für die Pforte sieht, das Marmarameer verlassen, will England seine Flotte umgekehrt nicht zurückziehen, bevor die russische Armee ihre bisherige Stellung aufgegeben. Wie ernst es Rußland mit der Behauptung seiner gegenwärtigen Stellung nimmt, um auf alle Fälle vorbereitet zu sein, beweist die Thatsache, daß es die eingeschifften Garden durch frische Truppen ersetzt. Beide Mächte stehen sich also noch immer gerüstet gegenüber. Zur Herstellung freundschaftlicherer Beziehungen zwischen beiden kann eine derartige Lage unmöglich dienen. Das obwaltende Mißtrauen ist denn auch kürzlich aus Anlaß des Berichtes der internationalen Kommission für das Rhodopegebirge, den der rufsische Kommissär (und mit ihm die Mehrzahl seiner Kollegen) wegen seines Rußland beschimpfenden Inhalts zu unterzeichnen sich weigerte, offen zu Tage getreten. England glaubt seinerseits um so mehr Grund zum Argwohn gegen Rußland zu haben, da es in Zentralasien, wo die russischen Agitationen fortdauern, die Frage von Konstantinopel in einer neuen Form auftauchen sieht. So ist der politische Horizont im Südosten, obgleich nicht einmal 2 Monate nach dem Abschluß des Friedens verflossen sind, aufs Neue so trübe geworden, daß man von einem abermaligen Ausbruch der Feindseligkeiten schon wie von einer möglichen, ja fast unvermeidlichen Sache zu sprechen anfängt. Gleichzeitig wird aber auch die Ueberzeugung immer allgemeiner, daß die Türkei die Folgen ihres Eigensinns allein tragen werde. Warum sollten sich auch Rußland und England, nachdem sie sich über die erste Theilung der Türkei gütlich verständigt, bei einer weiteren Zerstückelung derselben in die Haare gerathen?
— Gast ein, 7. Sept. Kaiser Wilhelm befindet sich fortwährend gut und hat sich heute nach Böckstein zum Diner begeben.
— München, 7. Sept. (Köln. Ztg.) Heute früh um 10 Uhr traf der Kronprinz in Jchenhausen ein, von Tausenden erwartet und enthusiastisch begrüßt. Das Manöver begann unmittelbar darauf. Die Parade fand um 2 Uhr auf dem Felde bei Oxenbrunn Statt. Die Haltung der Truppen war trotz der unerträglichen Hitze vorzüglich. Der Kronprinz fuhr mit General von der Tann im Wagen durch das reich beflaggte Jchenhausen nach Quenzburg. Sämmtliche Generäle sind für heute Abend zum Diner nach Augsburg geladen.
— Berlin, 7. Septbr. Se. Hoheit der Erbprinz von Sachsen- Meiningen befindet sich nicht, wie „W. T. B." irrthümlich meldete, in der Begleitung Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen, sondern nimmt als Major des 1. Garde-Regiments in Potsdam an den Manövern des preußischen Garde Corps Theil.
— Berlin, 6. Sept. Der Bundesrath hat gestern nach der Köln. Ztg." die Wahl der Commissarien vollzogen, welche im Reichstage bei der Vertretung des Socialistengesetzes assistiren sollen. Wie wir hören, sind folgende Herren gewählt worden: Geh. Regierungsrath v Brauchitsch (aus dem preußischen Ministerium des Innern), Geh. Justizrath Oehlschläger (aus dem preußischen Justizministerium) und Geh. Regierungsrath Jttenbach (aus dem Reichs-Justizamt). Es rst ein Mißverständniß, wenn in einigen Blättern die Grafen v. Stolberg, zu Eulenburg und Staatssekretär Friedberg als die vom Bundesrath