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ML dem,betreffende« Bostaufschlag. 'Wie einzelne Nummer 10 Psg.
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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und SamnaaS mit der Berliner Prövinzial-Correipondenz.
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Die ripalt. Zeit»
20 Ptg.
Die SivalliaeZeii«
80 $fg.
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Samstag den
7. September.
1878
Amtlicher.
Nach dem ReichSgesetze vom 26. Juni d. I. (Reich? gesetzblatt Seite 129) sind über den Tabakbau, die Fabrikation und den Handel mit Tabak und Tabakfabrikate im Deutschen Reiche Erhebungen zu ver. anstalten. Dieselben sollen im Monat September geschehen und sind aufs Aeußerste zu beschleunigen.
Den Herrn Ortsvorständen deS Kreises werden die nöthigen Formulare heute per Couvert zugefertigt. Gemäß der gegebenen allgemeine» Bestimmungen ist ungesäumt das Erforderliche aufzunehmen, so daß bestimmt innerhalb 8 Tagen die Einsendung der ausgefüllten Formulare an mich erfolgen kann.
Die Herrn Ortsvorstände der Orte, in welchen sich Tabak- und Cigarrenfabriken befinden, erhalten außerdem noch die für diese Fabriken nöthigen Fragebogen zugesandt.
Für die Stadt Hanau werden 32, für die Stadt Bockenheim 15 Zählbezirke gebildet, die ländlichen Ortschaften sowie die Stadt Windecken bilden je 1 Zählbezirk.
Zu einer den Herrn Bürgermeistern etwa erwünschten Rücksprache wird der Dienstag Vormittag in nächster Woche bestimmt.
Hanau am 4. September 1878.
Der Landrath.
Gefunden: Ein weißes Taschentuch. Eine goldene Vorsteck- nadel. Ein Spazierstöckche» mit silbernem Knopf. Eine schwarze Or- leanschürze. Eine Knabenmütze.
Zugelaufen: Ein junger schwarzer Hahn.
Verloren: Ein 20-Markstück.
Entlaufen: Ein Neufundländer.Huud, von gelb-rother Farbe; dem Wiederbriuger eine Belohnung.
Hanau am 7. September 1878.
AuS Königlichem Landrathsamt.
TageSscha«.
Von der Großmacht Italien.
R. F. Die internationale Höflichkeit hat seit mehreren Jahren, wenn wir uns recht erinnern, seit der Besitzergreifung Roms durch die Truppen des Königs Victor Emanuel im Jahre 1870, dem italienischen Königreiche den schmeichelhaften Namen einer sechsten Großmacht gegeben, doch wenn zum Range einer Großmacht noch mehr gehört, als durch die Gunst der Verhältnisse 25 Millionen Menschen unter einen politischen Hut gebracht zu haben, so sind diejenigen, welche Italien auf die Rangstufe eines England, Deutschland oder Frankreich erhoben haben, leichtfertige Schmeichler oder hirnlose Schwätzer gewesen, denn wir treffen bei keiner Nation Europas mehr falschen und erborgten Glanz als bei der italienischen. Schon die angebliche politische Größe Italiens erregte bei den meisten Politikern Kopfschüttel», da die italienische Einheit auf der einen Seite durch Hülfe und auf der andern Seite durch glückliche Umstände, in die sich jedoch eine Anzahl von Italien gegen Oestreich verlorener Schlachten mischen, erreicht wurde. Denkt man dabei noch an die unverschämte Agitation, die sich vor einen Monate in Italien zum Zwecke der Losreißung Trieft- und des Triden- tino von Oesterreich kund gab, so wird man von der politischen Größe Italiens wohl genug haben. — Nun sollte man doch wohl meinen, daß die Tugenden der italienischen Großmacht auf anderen Gebieten zu finden sein würden, aber da kann man auch mit dem besten Willen nichts „Großmächtlichei" entdecken, wenn man die Höflichkeit und sonstigen galanten Eigenschaften der Italiener nicht etwa als großmächt- liche Auszeichnungen gelten lassen will. So werden z. B. die parla- tarischen Zustände Italiens gerühmt und wer sich von der äußeren Form bestechen läßt, mag von ihnen begeistert sein, dem kein italienisches Ministerium vermag einen Tag zu leben, wenn es in den Kammern nicht die Mehrheit hat. Was aber die parlamentarischen Leistungen der italienischen Kammern anbetrifft, so frage nicht, Du wiß< begieriger Mann! Das dolce far niente (süße Nichtsthun) der Jta- Uener dominirt auch in den italienischen Kammern und wenn die Ses
sionen derselben auch auf ein Jahr ausgedehnt würden, so dürften die Budgetarbeiten der Kammern doch niemals wirklich zu Ende gebracht werden, denn Finanzprüfungen sind für jeden Italiener das „Mene Teckel uphrasin" und die Pump- und Pauschalwirtschaft gilt im italienischen Budget als Privilegium. Diese finanzielle Größe Italiens hat nun auf einem anderen Gebiete auch ihre Früchte getrieben, denn fast alle italienischen Städte, die mehr als 10,000 Einwohner haben, sind thatsächlich seit einem halben Jahre bankerott, weil das wirthschaftliche Beispiel der Regierung und die finanziellen Naivität ihrer Beamten die italienischen Gemeindeverwaltungen schalten und walten ließen, wie sie eS für gut fanden. Um sich einen richtigen Begriff von den Wirth- schaftlichen Zuständen in Italien zu machen, so stelle man sich eine italienische Gemeindeverwaltung mit ihren HelfersHel'ern als ein Gründer- consortium aus der deutschen Schwindelperiode vor. Unter dem Vorgeben für die gute Stadt die segensbringendsten Einrichtungen zu schaffen, wurden von der Gemeindeverwaltung und ihrem Consortium Theater erbaut, kostspielige Wasserleitungen angelegt, ganze Straßen erpropriirt, niedergeriffen und wieder neugebaut, um die Stadt zu verschönern, ja auch neue Schulen und Akademien errichtet, für diese schönen Sachen hat die Stadt aber kein Geld und nun wurde eine Anleihe nach der anderen gemacht, wobei das Gründerconfortium seinen Gewinn einstreicht und die Stadtglmeinde an den Bettelstab gebracht wird. In der italienischen Stadt Florenz hatte der auf diese Weise herbeigeführte Bankrott die schlimmste Höhe erreicht und wenn von der Regierung dieser Stadt nicht einige Millionen vorgestreckt worden wären, so hätte Florenz seit Monaten keine Gasbeleuchtung, keinen Unterricht seiner Schulen und keine Polizeibeamten mehr, da die Stadtverwaltung in Florenz keine Lire mehr auftreiben konnte. Mit derselben Kalamität ringen die meisten anderen italienischen Städte und dieser Zustand ist jetzt das hervorragendste Charakteristikum der italienischen Großmacht.
— Berlin, 6. Sept. Das Befinden Sr. Majestät des Kaisers und Königs ist, laut Meldung des „R. u. St.-A." aus Gastein, ein gutes. — Se. Majestät gedachten heute in Böckstein das Diner einzu- nehmen, zu dem mehrere Einladungen an Badegäste ergangen sind.
— Ulm, 5. Sept. Der deutsche Kronprinz in Begleitung seines Schwiegersohnes, des Erbprinzen von Meiningen, traf 6^ Uhr hier ein. Am Bahnhöfe empfangen von den Spitzen der Militär- und Ci- Vilbehörden, fuhr er durch die reich beflaggten Straßen unser dem Jubel der Einwohnerschaft zum Gouvernementsgebäude. Abends 9 Uhr fand Beleuchtung des Münsters Statt und Gesang sämmtlicher Vereine im Münster so wie Besuch desselben durch den Kronprinzen.
— Der Termin zur Berufung des Landtages wüd sich jedenfalls erst bestimmen lassen, wenn die Reichstagssession geschlossen ist; sie wird aber aller Voraussicht nach nicht vor dem 28. Oktober und vielleicht erst sogar in der ersten Novemberwoche erfolgen. Früher wenigstens ist der Etat kaum fertig zu stellen. — Der Minister des Innern — dies steht bereits fest — wird keinen Entwurf bezüglich der Ausdehnung der Verwaltungsreform vorlege«. (Trib.)
— Steele, 3. Sept. Gestern brach hier vor dem Postgebäude ein Anfireicherstellage, wobei drei Anstreicher aus einer Höhe von 2'/, Stock aus's Pflaster stürzten. Zwei (Meister und Geselle) waren sofort todt. Der dritte (Lehrling) erlitt erhebliche Verletzungen.
— In Laufenburg hatte der Bezirksamtmann den Muth, die dortigen Metzger in die Finger zu nehmen. Was geschieht? Als dessen Magd Tags darauf Fleisch holen wollte, erklärten die Laufenburger Metzger, daß sie dem Amtmann kein Fleisch gäben.
— Eine der größten Sorgen Leo's XIII. ist nach der „Trib." in diesem Augenblicke die protestantische Propaganda in Rom. Seit 8 Jahren haben sich in der Hauptstadt Italiens 4 protestantische Secten festgesetzt und unter der eiiheimiichen Bevölkerung Rom's gegen 2600 Proselyten gewacht. Jede dieser Secten hat bereits ihre Cultushäuser und eigenen" Schulen, und an Sonwagen sind die Tempel der Evangelischen, wie die Protestanten in ganz Italien bezeichnet werden, ziemlich