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letzten Nacht in Miskolez; eS wurden tausend Häuser zerstört. Hundert Menschen fielen zum Opfer.
— Der deutsche Turnverein in Paris wird am 7. Sept. in seinem Lokal in der Rue Samt Marc Nr. 8 eine Feier zu Ehren des 100jährigen Geburtstages deS Turnvaters Iah« halten. Eine größere Anzahl von Turnern werden zu dem Feste auS Deutschland erwartet.
- Rom, 29. Aug. (Köln. Ztg.) Der h. Stuhl sieht nicht ohne Besorgniß nach Belgien hinüber, mit dess n Regierung er jeden Conflict zu vermeiden wünscht. So ist denn der brüsseler Nncius be- schiedeu worden, den belgischen Episcopat anzuweisen, daß er bei dem Heiß entbrannten Streite der Parteien den päpstlichen Stuhl hübsch aus dem Spiele lasse und die Regierung nicht zu Matzregeln reize, die zum Schaden des Clerus und der ganzen Kirche ausfallen konnten.
— Rom, 1. Sept. Die „Stalle“ schreibt: Das jüngst in Um- lauf gewesene Gerücht. wonach einige italienische Freiwillige von Ancona nach Bosnien abg gangen wären, ist von dem Prälecien von Ancona auf eine Anfrage der Regierung für absolut unrichtig erklärt worden. — Das Ministerium hat der italienischen Bo-scbaft in Wien und der Gesandtschaft in Konstantinopel auf das dringendste empfohlen, schleunige Erkundigungen wegen der Ermordung des italienischen Cousuls in Scrajewo, Perrod, einzuholen.
— London, 2 Sept. (Köln Ztg 0 Nach einer Meldung des Reuter'schen Bureaus aus Konstantinop'l vom 31. August telegraphier der Sultan am 27. August au den Zaren und lenkte seine Aufmerksamkeit auf die Gewaltthaten, denen die Muselmänner von den Bulgaren ausgesetzt seien. Er bat dringend um Befehle des Zaren zur Abhülfe. Der Zar antwortete am 30., ec bebaute es, wenn Gewaltthaten vorge- kommen seien, er halte aber die Berichte für übertrieben, da die russischen Generäle und Kommissare die strengsten Befehle hätten, alle ge» Waltthätigen Handlungen zu verhindern und zu bestrafen.
— In Rußland leben gegen drei Millionen Juden, mithin mehr als im ganzen übrigen Europa zmammmgenommen. — Augenblicklich wird seitens der „alliance Israelite“ lebhaft für die „Emanzipation" derselben gewirkt.
— Egypten. Alexandrien, 30. August. Das amtliche Blatt veröffentlicht einen Erlaß des Khedive an Nubar Pascha, betreffend die Neuorganisation der Regierung. In demselben erklärt der Kyedlve namentlich, daß er die Regrerungsgeschäfte fortan nur mit und durch den Ministerrath leiten werde; ferner werden die Befuqwsse der Mmi- ster, die solidarisch verantwortlich sein sollen, näher festgestellt Das neu gebildete Kabinet besteht aus Nubar Pascha, Conseils-Präsident und Minister der Auswärtigen Angelegenheiten und der Justiz, Riaz, Pascha, Minister des Innern, Ratib Pascha, Kriegs-Minister. In einem von Numar Pascha erlassenen Cirkula schreiben wird gesagt, daß der Posten des Finanz-Ministers demnächst durch eine Persönlichkeit besetzt werden würde, w lche die öffentliche Achtung und das öffentliche Vertrauen genieße.
— Nrw - 2) ork, 30 August. Das Postdampfschiff „Donau" Kopt R. Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 18. August von Bremen und am 20. August von Southamton abgegangen war, ist am 29. d. M., 11 Uhr Abends, wohlbehalten hier angekommen.
— Baltimore, 30 Au ust. Das Postdampfschiff „Braunschweig," Kapt. C Undütsch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, weiches am 14. d. M. von Bremen abgegangen war, ist am 29. d. M. wohlbehalten hier angekommen.
Spezialtelegramme des „Deutschen Montags-Blatt"
— Wien, 1. Sept. Ich erhalte die Information, daß in maßgebenden österreichischen Kreisen auf eine sofortige Unterzeichnung der Konvention kaum mehr gerechnet wird. Wenigstens beabsichtigt Graf Andraffy, nach den von der Pforte gegenüber seinen neuesten Vorschlägen erhobenen Einwendungen, keinerlei Initiative für diese Verhandlungen mehr zu ergreifen. DaS Wiener Kabinet will es abwarten, ob die Pforte unter Umständen nicht schließlich doch den alten diesseitigen Entwurf acceptirt.
— Rom, 1. Septbr. Die Ermordung des italienischen Konsuls Perrod auf der Heerstraße von Brood wird durch ein Telegramm aus Serajewo bestätigt. — Der italienische Ministerresident in Tanger soll durch Sieinwürfe insultirt worden sein. — Der Minister des Aeußern, Corti, ist nach Vichy abgereist. Cairoli übernimmt interimistisch sein Ressort. Der Nuntius Jacobini nimmt seinen Landaufenthalt in Gen- zano. — Der Papst empfing in Peivataudienz den ersten offiziösen Sendling, der im Namen des chinesischen Kaisers betreffs eines Konkordates unterhandeln soll.
— Petersburg, 1. Sept. Der.Regierungsbote" veröffentlicht einen längeren Artikel, in welchem ausgeführt wird, daß angesichts der verbrecherischen Tomen einer Menge schlimmgesinnter Personen, welche in der am 16. August cr. erfolgten Ecmo dung des General Mensezow gipfelten, die Geduld der Regierung gänzlich erschöpft sei. Die Regie
rung erachte es für ihre Pflicht gegenüber jedem ehrlichen russische« Bürger das öffentliche und das Privatleben, sowie die Eiaenthumsrechte vor Rechtsverletzungen zu schütz-n, welche die ruhige und rechtmäßige Entwickelung des Staatslebens stören. Die Regierung werde fortan mit unbeugsamer Strenge diejenigen verfolgen, welche sich als schuldig oder mitschuldig an den gegen die bestehende Staatsordnung und die Grundlagen des öffentlichen und des Familien-Lebens, sowie gegen die Eigenthumsrechte gerichteten Plänen erweisen würden. Bei aller Energie der Maßnahmen der Regierung müsse letztere jedoch eine Stütze in der Gesellschaft selbst finden. Sie rufe deshalb die Hilfe aller S'ände deS russichen Volkes an, um das Uebel auszurotten, welches in falschen Lehren wurzelt. Das russische Volk und seine besten Vertreter müßten durch Thaten beweisen, daß in ihrer Mitte derartige Verbrecher keinen Platz haben, daß sie die Regierung unterstützen werden, um den gemeinschaftlichen Feind auSzurotten. Schließlich ermähnt die Regierung die studirende junge Generation die schweren Folgen reiflich zu überlegen, denen letztere sich aussetze, indem sie die in ihrer Mitte verbreiteten falschen Doktrinen annehme.
Lokales.
Hanau, 3 Septbr. 1878.
— Ganz programmmäßig fand trotz theilweiser Ungunst der Witterung unsere diesjährige patriotische Feier am Sedantage statt; gleich von vornherein sei bemerkt, daß der Fahnenschmuck an den Häusern diesmal reicher als in den Vorjahren ausgefallen ist. Die Feier wurde am 1. September mit Festgottesdienst in allen Kn chen (in der Synagoge bereits am Tage vorher) und Abends von 7 bis 8 mit Glockengeläute eingeleitet, dem Dank des freundlichen Entgegenkommens der Mllitair- behö de großer Zapfenstreich, von sämmtlichen Tambours und der Kapelle des 80. Hess Jnf.-Reg ausgefüh-t, folgte; verschiedene Straßen, tu ch welche sich der Zapfenstreich bewegte, waren bengalisch beleuchtet, wodurch ein imposantes Bild hervorgerufen wurde. Am frühen Morgen des 2 September kündigte Reveille den Festtag an, von 9-10 Uhr fanden in sämmtlichen Schulen auf den Tag bezügliche Festakte statt, dem insbesondere in der Realschule eine zahlreiche Bürgerschaft beiwohnte. — Der ernsteste Theil der Feier: Zug nach dem Friedhof, da'elbst Gesang, F strebe, Umzug um die Gräber der verstorbenen Kameraden und Schmücken derselben trug ein ernstfeierliches, überaus würdiges Gepräge, nur schien uns der Festzug, jedenfalls des sehr zweifelhaften Wetter» halber, nicht so ausgedehnt als früher. Gerade die zweifelhafte neckische Witterung stellte noch Nachmittags gegen ^2 Uhr die Abhaltung des Volksfestes in Wilhelmsbad sehr in Frage, aber im letzten Augenblick fing der Himmel an ein freundliches Gesicht zu machen; nun gab es aber auch kein Zaudern mehr: mit wahrer Hast wurde die Völkerwanderung nach Wilhelmsbad angetreten und hier entwickelte sich sehr schnell, trotzdem an ein längeres Sitzen des feuchten Bodens halber nicht zu denken war und der halb der allenthalben gelieferte gute Stoff meisten» in Stehschoppen genossen werden mußte, ein recht heiteres Bild. Es verdient lobende Erwähnung, daß sowohl die Regimentskapelle der 80r Füsiliere wie unsere Müller'sche Kapelle hier recht fleißig concertirten und ganz Vorzüglich-s leisteten. Der Glanzpunkt des Festes gipfelte in dem das Fest be;chließenden Feuerwerk, weiches auf der Wiese hinter dem Colonadenbau mit Einbruch der Nacht abgebrannt wurde; dasselbe war brillant und so reichhaltig, wie wir es in Hanau lange nicht gesehen, dabei erhöhten die verschiedenen Kriegsscenen m t obligatem Klein- gewehrfeuer, das Sp-elen der Kapelle und das Abfangen patriotischer Lieder noch ganz entschieden den großartigen Eindruck' Alles in Allem: das Fest verlief in weit schönerer Weise als man bei der zweifelhaften Witterung anfangs zu glauben berechtigt war und alle Theilnehmer sind gewiß betriedigt heimgekehrt. ES sei hiermit schließlich denen, die an dem Zustandekommen dieses schönen und patriotischen Festes mitgewirkt, der beste Dank gesagt.
— In der Synagoge wurde Samstag den 31. August als Vorbereitung zur Sedanfeier über Deuteron 20, 2—4 eine treffliche Rede gehalten und die gewöhnlichen Ausführungen erörtert und wiederholt die Einigung der deutschen Stämme als Folge des denkwürdigen Sedanta- ges dargestellt.
— Dem Ober-Amtsrichter Cöster in Hanau ist die nachgesuchte Dienstentlassung mit Pension ertheilt worden.
— Vorgestern Morgen gegen 11 Uhr versuchte ein alter Mann in der Nähe der Hellerbrücke sich im Marne zu ertränken. Derselbe wurde aber noch rechtzeitig von Herrn Badeanstaltsbesitzer Dechert und seinem Gehülfen aus dem Wasser gezogen.
— Seit dem 1. d. M. sind 5 Mann zur Verstärkung der Gendarmerie in unserem Kreise in Dienst gestellt, und zwar je ein Mann dahier, in Bergen, Großauheim, GinnherM und Langeadiebach stationirt.
— In der Nacht von Sonntag auf gestern wurden verschiedenen Ladenb sitzern in der Nürnbergerstraße von einigen rohen Burschen die Marquifen durchgeschnitten. >
— Gestern, gelegentlich der Feier auf dem Friedhofe, zog ein Mädchen einer Dame das Portemonnaie aus dem Gretchentüschchen, wurde