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1 War! 25 Pig. Kür auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postausichlag. Sie einzelne Num­mer 10 Psg.

ijiinntift AWaer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samnaas mit der Berliner Provinzial Correspondenz.

Jnsrrttonr-

PreiS:

Die ispaltige Earmondzeile vd. deren Raum

10 Pig.

Die Ljpalt. Zeile

20 Psg.

Die-NpaitigeZeile

SO Pig

M 196.

Freitag am 23. August.

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Amtliches.

Polizei- V erordnung.

Auf Grund des §. 5 der Verordnung vom 20. September 1867, die Polizei-Verwaltung betreffend wird nach Berathung mit dem Herrn Oberbürgermeister hier und im Einvernehmen mit dem Größtmöglich Hessischen Kreisawt Offenbach folg nde Polizei-Verordnung erlassen:

Beim Pasiren der neuen Faorbiücke über den Main und auf den Zusuhrwegen zu derselben haben Fuhrwerke aller Art und Reiter stets die rechte Seite zu nehmen. Wenn Vieh einzeln über die Brücke geführt oder in größerer Anzahl über dieselbe getrieben wird, darf die­ses ebenfalls nur auf der rechten Seite geschehen.

Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift werden mit Geldstrafe bis zu 3 Thalern oder ent prechender Haft geahndet.

Hmau am 10. Dezember 1874

Der Landiath: Schrötter.

Den Herrn Orisvorstärden bimt zur Nachricht, daß für die am 27. August relp. 2 September c. zu Dörnigheim, Bergen, Bilchofsheim, Großaubeim, Hvckstodt und Fechendeim einzuquartrerenden Pferde d>s Husar«n-Regiments Nr. 13 resp. Artillerie-Regiments Nr. 27, sowie für die am 4. Ok-oder c. zu Eichersheim, Ginnberm, Preungesheim, Eckenheim und Praunheim einzuquartierenden Pferde des ArtrUerie- Regimemr Nr. 27 der Kaufmann M. Sichel von Hanau dieFcuiage an Ort und Stelle liefern wird.

Von den mcht ausgeführten Marsck quartieren der Truppen der Königlichen 2 1. Division, von weicher der tägliche Bedarf 25 Ra­tionen n cht übersteigt, haben die Gemeinden die Fourage zu liefern.

Hanau am 22. August 1878.

Es fehlen noch einige Sammellisten für die Wilhelms Spende

Da der Abschluß jedenfalls zum 1. September cr. gemocht wer­den muß, so wird ersucht die lückständigen Sammellisten gefälligst sofort an den gefchä>tsmhr«ndeu Ausschuß für die Wühelmsspende zu Berlin abzusenden, auch die Beilräge an die früher bezeichnete Stelle oder auch an den Aus chuß abzuliefern.

Hanau am 21. August 1878.

Gefunden. Ene blaue Tuchmütze. Ein weißer baumwollener Kinturstrumps nebst Schuh. Ein lederner Kinderschuh. ®m gelber Sonnenschirm. Vor ea. 3 Woche» in einem hiesigen Barbiergeschäft stehen geblieben ein defekter Henkelkorb mit brauner Strickwolle. Ein Hundemaulkorb. Ein weißes Taschentuch.

Verloren. @me Korallenglocke mit Goldeinfassung.

Hanau am 23. August 1878.

_____________Aus Königl. Landrathsamt.

Bekanntmachu n^

Bei dem Postamt in Veckerhagen wird am 22. August d. J. eine Telegraphenanstalt in Wirksamkeit treten.

Gaffel, 21. August 1878.

Der Kaiserliche Ober-Postdirektor.

In Vertretung:

v R u m o h r

Rundschau.

R. F. Die Kur des Kaisers Wilhelm in Tetzlitz ist mit bestem Erfolge beendet worden und der noch weiterer Siärkung bedürftige Monarch wird sich, wenn sich nicht andere Ditpositionkn nothwendig wachen, nach d«m Rathe der Aerzte am 23. August nach Bad Eaftcin in Salzburg begeben, wo er wahrscheinlich bis zum Beginn der etwas später anxesetz'en Kaisei maröver des elfte n Airmecorps weilen wird. Seit d«m Beginn dieser Woche befindet sich auch Fürst Bremaick zur Kur in Soft ein und dürfte sich daher der bisher so seltene Fall ereig- bkn, daß bet Kaiser und sein Kanzler zur selben Zeit in einem Kurorte anwesend sind.

Die deutschen Bundessürsten haben beschaffen, bei Gelegenheit der

Manöver bei Kasiel zur Begrüßung des Kaisers zu erscheinen und w r- ben schon jetzt aus diesem Grunde in Kassel und dessen Umgebung große Vorbereitungen zu dem Empfange der Fürstlichkeiten getroffen. Auch rechnet man im klebrigen in Kassel auf einen großen Fremdenbesuch während der Kaisermanöver und dürfte allerdings der Andrang fremder Gäste, die den Leneitn n Kaiser wieder an der Spitze seiner Truppen sehen wollen, ein ungeheurer werden.

Die Vermählunijsfeierlichkeiten deS Prinzen Hemrich der Nieder­lande und der Pl-nzeisin Marie, der ältesten Tochter des Prinzen Friedrich Karl von Preußen, finden am 23., 24. und 25. d. in Pots­dam ftm. Der Kaiser Wi he m wird sich bei den Vermählungsfeiero l-chkeiien durch den Kronprinzen vertreten lassen, da er auf den Rath der Aerzte an dem hoh n Hochzeitsfxste nicht theilnehmen wird. Zur Berwählungsfeier des Prinzen der N eder-ande und der Prinzessin Marie werden in Potsdam eine Anzahl fürstlicher Henschasten ersinnen, von denen wir belonders den Bruder des fürstlichen Bräutigams, den König der Niederlande, erwähnen.

Der Eniwurf des Socialistensesetzes ist aus seinem vorberathenden Stadium herausgetreten und der Bundesrath hat in dielen Tagen im Plenum den Gesetzentwurf berathen und kann kein Zweifel sein, daß der Bundksrath den Entwurf, wenn auch mit einigen Umänderungen, an- mmmt. In wie nun auch im Reichstage d e Gesetzvorlage eine Mehr­heit erlangen robb, läßt sich noch Nicht mit absoluter Bestimmthnt Vor­aussagen, da vorausncktlrch die Ultramontanen, die Fort chrütsmänner und die kleiner n Oppositiousgruppen gegen die Vorlage stimm-n wer­den, es also lediglich bin Conservariven und Natronallibera-en zufallen sann, für das neue Soceaustengesetz ihr parlamentarisches Gewicht in die Waagschale zu werfen.

Die bei den Stichwahlen vielfach in frevelhafter Weise betriebenen Parteihetze;ei«n haben in d-m hannoverischen Wahlkreise gar bürg zu einer blutigen Episode geführt. In diesem Wahlkreise standen sich der bisherige nauonalhberale Vertreter Oberbürgermeister Gumbrecht und der welsische Candidat Graf Grote gegenüber, welcher letztere von den Socialdemok at n dieses Wahlkreises offen unterstützt wurde. Als nun bei der am 17. August ftaitgefmib nen Stichwahl der Sieg des Grafen Grote nicht mehr zweifelhaft war, veranstaiteten übermüthige Haufen in der Stadt Harburg einen Tumult, indem sie daS Rathhaus und das benachbarte Expedino. sgebäude der liberalenHarburger Nachrichten" mit Steinen dombardirten. E ne kleine Abtheilung Soldaten, die zur Zerstreuung der Tun ultanten einen blinden Angriff machte, wurde mit einem Steinhagel empfangen und als die Soldaten darauf Feuer gaben, wurden zwei der Aufrührer tödilich und ein anderer schwer verwundet. Die Ruhe ist in Harburg w ober hergestellt.

Durch das B-kanmwerd n der letzten Stichwahlen erlchnneu die Wahlresuliate doch in em m etwas anderen Lichte als uum ttelbar räch dem 30 Juli. Die Socialdemokraten gewannen nicht weniger als sieben Mandate in den Stichwahl« n und die socialdemokratischen Organe ge­stehen selbst zu, daß Dieses gute Resultat nicht eine Foege ihr«r Stärke, sondern eine Ursache der Zerfahrenheit ihrer Gegner sei. Wahrhaftig die Slcialdemokiaün haben recht, denn kein einziger derselben Hütte m einer Stichwahl siegen können, wenn die anderen Parteien gehörig zu- sammengehalwn ten.

Die Occupaüon Bosniens durch Oesterreich hat sich nunmehr ent­schieden zu @unft>n dieses Siaates gestaltet, obwohl die österreichi ch n Truppen bei ihrem Vorrücken in BoSnien mit ungeheuren Schwierig keilen M ringen hatten und in den fortwährenden Sümpfen gegen die zahlreich n JnsmgiNteuhauftn sogar eim^e Schlappen davon trugen. Aber bereits seit d-m 17. August genethen die Znsurg nten in eine immer mehr nach,heilige S-ellung und der Feldzeugmeiner Philippowitich rückte mit fen<n Oesterreichern näher und näher an Serajewo, die be­festigte jpciip stobt Brsmens, he- an. Diese Stadt mußte von den öster- re chlichen Tiupp-n-ml ch im Sturm genommen werden und es fand dann in Seiojewo auch noch ein heftiger Straß-nkampf statt an dem sich selbst Werber, ja rogar ve wundere und kranke Jasurgenien aus den Lazareihrn beteiligten. ' Durch die Energie der österreichischen Trupp u-