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19. August. Mb:

Amtliches^

Bewerber um die erledigte zweite Schulstelle in Seckbach, mit welcher neben freier Wohnung ein Enikowm-n von 990 Mark und noch 90 Mark für Feuerung verbunden ist, wollen ihre Bewerbungsgesuche bald gst einreichen.

Hanan am 15. August 1878.

Der Landrath.

Tagosschau.

Berlin, 17. August. Se. Majestät der Kaiser und König haben, wieW. T. B." aus Teplitz m-ldet, gestern mit der Großher- zoglich dadischen Familie eine Spazierfahrt in die Gegend von Dvx gemacht und empfingen Nachmittags um 3 Uhr den Hosmm schall Grafen zu Eulenburg, wllcher von Homburg eingetroffen ist. Das Befinden Sr. Majellät ist fortdauernd ein gutes.

Berlin, 17 Brunst. Hofschauspieler Theodor Döring ist heute früh äVa Uhr gestorben.

Im Justizausschuß des BundeLrathes ist der Entwurf les Socialistengesetzes durchberathen. Hierbei ist wohl eine Reihe neuer- Gesichtspunkte hervorgetreten, welche die Einholung weiterer Jnforma tionen von e nzelnen Regierungen erforderlich gemacht haben dürfte. Wenigstens ist eine zweite Lesung aneeraumt worden, welche am Mitt­woch ihren Anfang nehmen soll. Es scheint, daß über die Institutionen eines Reichsamts für Bereinswese» und Presse ein endgültiger Beschluß noch aus steht. So viel nach Aeußerungen in Bundesraths kreisen ge­schlossen werden kann, wünscht man hier und da die Ausführung des Gesetzes auSschiüßiich in die Hand dir Verwaltungsbehörden gelegt zu sehen und das richterliche Element ganz firn zu halten. Andererseits gibt sich Neigung kund, die Beschwerdeinstanz in den Bundesrath zu verlegen. Inzwischen wird doch wohl schließlich der Entwurf ziemlich unverändert angenommen werden. <Trib.)

DiePost" schreibt:Die europäische Commission, welche nach Artikel 18 des berliner Vertrages die Organisation Ost-RumelienS aus- arbeihn soll, wird, wie wir hören, am 13. September in Konftantino- pel zusammentreten. Am nämlichen Tage tritt auch in Bulgarien an dem Orte, an welchem der russische Kommissar seinen Sitz nimmt, die Commission für Bulgar en zusammen."

Mit dem 1. Januar k. I. erfolgt die Einführung der neuen Eisenbahn Frachtbriefe. Bei der Feststellung des Formulars sind die Anträge des Vereins deutscher Eisenbahn-Verwaltungen, des Ausschusses des Deutschen Haudelstages und der deutschen Handelskammern berück­sichtigt worden. Auch hat eine Verständigung mit der österreichisch - ungarischen Regierung stattgefunden.

Das preuß. Militärwochenbl. meldet: An der polytechnischen Hochschule zu Stuttgart ist ein Lehrstuhl für Militärwissenschaften ein- geführt und dem Vernehmen nach der preuß Major z. D. Scheibert, zuletzt Jngenieurofsizrer vom Platz Küstrin, als Privardozent für den­selben bestellt worden. Es ist dies der erste Fall, daß an einer deut­schen Hochschule d.e KriegEwissenschaften in das Unterrrchtsprogramm Ausnahme finden, obgleich Beispiele in andern Ländern schon längst vorlregen und das Bestehen der allgemein Wehrpflicht eine solche Em rich'ung befürwortet. Schon seit längerer Zeit sind in den Ver. Staaten Noidameruas an mehreren Hochschulen Lehrstühle für Kriegswissen schaslen entblut und zur Besetzung derselben werden aktive Offiziere seitens der Regierung tommanbirt; in neuer er Zeit ist die Schweiz diesem Vorgänge gefolgt und hat an dem Polytechnikum zu Zürich eine Plosessur für die militärischen Disziplinen gegründet. (Schw. Merk.)

DieStrals. Ztg." schreibt: Bisher kosteten die in großen Mengen hier (in Stralsund) eingehenden schwedischen Zündhölzer keinen Eingangszoll.. Ganz neuerdings aber ist von dem Königl. Finanz­ministerium eine für die inländischen Zündhölzer-Fabrikanten außerordent- lrch günstige Entscheidung dahin getroffen, daß fortan die schwedischen Zündhölzer wegen ihrer Verpackung in den bekannten Schachteln mit einem Zoll, von 12 Mark für den Centner versteuert werden sollen,

Diese Entscheidung ist darin begründet, daß die zur Ausbewahrung jener Zündhölzer dienenden Schachteln aus Holzspan in nicht unwesentlicher Verbindung mit Papier sich befinden; selbige sind nämlich mit blauem Papier beklebt . haben außerdem ein gelbes Tbckelschitd mit Inschrift; wegen dieser Papier-Verbindung sollen die an sich zollfreien Schachteln aus Holzipan fortan mit 12 Ma k pro Centner zur Verzollung gezogn werden, und in Folge dessen müssen auch die in diesen nunmehr zoll­pflichtigen Schachteln versendeten, ebenfalls an sich zollfreien Zündhöl er nach dem'elben Zollsätze von 12 Mark pro Centner versteuert weid-.n.

Laut einer Bekanntmachung der obersten Verwaltungsbehörde der britischen Kolonie der Straits Settlements vom 27. Juni d. I. hat der Königlich niederländische Konsul zu Penang dieser Behörde an« gezeigt, daß die Blokade von GighiN (Atschin) nicderländischerseits auf­gehoben und dieser Hafenplatz wieder für den Handel, ausgenommen den Import von Reis, Waffen und Munition, offin erklärt worden ist.

In den deutschen Münzstätten sind bis zum 10. August 1878 geprägt worden, an Goldmünzen: 1,230,987,560 Mark Doppel- kronen, 365,296,020 Mark Kronen, 27,969,845 Mark halbe Kronen; hiervon auf Privatrechnung: 304,802,900 Mark; an Silbermünzen: 71,652,4 5 Mark 5-Markftücke, 98,501,398 Mark 2-Markstüöe, 148,847,743 Mark 1-Markstücke, 71,486,388 Mark 50-Pfennigstücke, 35,717,718 Mk. 20 Pf. 20-Pfennigstücke. Die Gesammtausprägung an Goldmünzen betrug: 1,624,253,425 Mark; an Silbermünzen: 426,205,662 Mark 20 Pf.

Der die jährige XI. deutsche allgemeine Protestantentag wird vom 810. Oktober d. I in Hildesheim statifinden. Als erster Ge­genstand der Hauptverhandlungen ist das Thema:Die kirchliche Lpr- freiheit und das Gemeinderecht" in Aussicht genommen Das einleitende Referat haben die Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses, Kam- mergerichts-Rath Schroeder-Beriin und Prediger Richter-Mariendorf übernommen. An zweiter Stelle wirddie grundlegende Bedeutung der Religion für das Volksleben" vom Kircheninspektoc Dr. Spaeth aus Breslau besprochen werden, woran sich eine Beleuchtung der praktischen Aufgaben des Vereins in der gegenwärtigen fokalen Lage knüpfen wird. Die Festpredigten werden Prof. Dr. Pfleiderer aus Berlin und Pastor Klapp aus Osnabrück halten.

Au s Elsaß- Lothringen den 15. Aug. Wie aus dem eben erschienenen Protokoll über die am 10. d. M. stattgehabte Schlutz- sitzung des Landesausschuffes hervorgeht, nahm der letztere folgenben Antrag des Mitgliedes Schneegans einstimmig an: Es möge Elsaß- Lothringen eine eigene Verfassung als Bundesstaat mit dem Sitze der Regierung in Straßburg und der Vertretung im Bundesrathe bewilligt werden. Dieser Antrag ist in ähnlicher Form schon mehrmals vom LandesauSschuß gestellt worden, wohl aber noch nie mit weniger Aus­sicht auf Erfolg als gegenwärtig. Dem Landesausschuß und wohl jedem Einsichtigen muß von vornherein klar sein, daß das Reich an bte Frage der Bewilligung weiterer Zugeständnisse in autvnomistifchem Sinne erst dann näher herantreten kann, wenn die Regierung überzeugt ist, daß bie überwiegende Mehrheit der Bevölkerung b;e mehr oder minder offenen Bestrebungen der Protestpartei entschieden verwirft und offen und ehr­lich im engen Anschlüsse an Deutschland die Zukunft des Landes erblick:. Daß dies aber noch nicht der Fall ist, haben die letzten Wahlen: 10 Protestier gegen 4 Autonomisten gezeigt, von btnen die ersteren J 3 die letzteren nur Vs abgegebener Stimmen auf sich vereinigten. Wenn auch die Zahl der Protestier im Abnehmen (1877: 149248, 1878: 130726 Stimmen), die der gemäßigten Elemente dagegen in Zunahme (18/7; 55251, 187 8: 72959 Stimmen) begriffen finb, so werden doch noch mehrere Jahre vergehen, bis letztere die Oberhand gewinnen. (Schw -1)

Paris, 16. August. Der heutigen ersten Sitzung der inter­nationalen Münzconferenz wohnten alle Delegirten der Staaten bei, welche ihren Beitritt zur Konferenz erklärt haben. Der Delegrrte der Vereinigten Staaten von Nordamerika unterbreitete der Konferenz eine Vortage, wonach ein allgemeines Verhältniß zwischen Gold und Silber hergestellt und die Freiheit der Ausprägung ausgesprochen werden soll. Von der Conferenz wurde beschlossen, eine nochmalige Einladung an d.e