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sem, weil in der in Aussicht genommenen Manövergegend mit dem schwäbischen Jllertiffen als Centrum die Blattern in steigender Verbrei­tung herrschen; eine andere Manövergegend läßt sich aus militär-tech- r ischen Ursachen jedenfalls nicht mit einem Schlage beschaffen.

Wien, 6. Aug. Die heutigen Nachrichten aus Bosnien lau- ten nach derKöln. Ztg." günstiger. in der Herzegowina gelang es den österreichischen Truppen leicht, den Widerstand zu bewältigen und die Hauptstadt Mostar zu besetzen Desgleichen machten die Oesterreicher m Bosnien bei den Maglaj beherrschenden Stellungen gegen die Auf­ständischen bedeutende Fortschritte, so daß an einen ernsten Vormarsch ö^en Maglaj schon heute gedacht wird. Die Stimmung der Bevölke­rung ist ruhiger. Seltsamerweise erhält sich in auswärtigen Blättern die Nachricht, ein türkisch-österreichisches Abkommen werde abgeschlossen werden, doch muß ich dem wiederholt widersprechen. Die einzige Rück­sicht, w lche Andrassy zum Eingehen aus den türkischen Standpunkt hätte bewegen können, wäre Sicherheit gewesen, daß die Besetzung keine Men­schenopfer erfordern werde. Da heute aber von dieser Möglichkeit keine Rede mehr sein kann, da überdies die Türkei in Bosnien und der Herzegowina selbst machtlos ist, so entfällt für Andrassy jeder Anlaß, jetzt entgegenkommender zu sein als zur Zeit, wo er durch ein Entge­genkommen hoffen konnte, die Besetzung unblutig durchzusetzen.

Wien, 7. Aug. Die Wiener Zeitung veröffentlicht eine kai­serliche Verordnung vom 6. d. M., wodurch in Ergänzung der Ver­ordnung vom 29. v. M. auch die zeitweilige Verwendung der dalma- irischen Landwehr-Schützen Bataillone 79 und 80 außerhalb des Reichsgebiets gestattet wird.

P aris, 4. August. Wie der Constlutionel schreibt, wird die ^obilifirung gegenwärtig in Frankreich sehr eifrig studirt; alle darauf bezüglichen und auf einander folgenden Maßregeln werden bis in die geringsten Details vorgesehen; die me.sten davon werden bei den Trup- P nkorps und in den militärischen Anstalten jährlich mehrmals ausge- führt. Was aber bis jetzt noch nicht geschehen war, das ist die Ope­ration im Ganzen und nach einem größeren Maßstab. Der Kriegs­minister hat eben erst Befehle ertheilt, damit der Versuch dieses Jahr vom gesammten 1. Armeekorps bewerkstelligt werde. Die Mannschaft, die Pferde, die verschiedenen Dienste, das Material, sollen auf vollstän- digen Kriegsfuß gesetzt werden. Nachdem die Mobilisirung beendigt sein wird, soll das Armeekorps, wie dies im Kriegsfall geschähe, in 2 Abiheilungen getheilt werden, eine mobile, bestimmt auf offenem Felde zu operiren; die andere, ansäßig, bestimmt auf dem Territorium der Region zu verbleiben. Die ansäßige soll mit allen nothwendigen Ele­menten zu ihrem normalen Fungiren versehen werden; sie soll die De­pots, die Ersatztruppen, das Ersatzmaterml, die Dienste der Verprovian- tirung, der Eisenbahnen, der Etappen, die in Vertheidigungszustandver- setzung der festen Plätze, die Mobilisirung der Territoriata mee organi- firen. Die mobile Abtheilung wird sich im Westen von Paris konzen- triren und wüd dann etappenweise strategische Defensivpositionen hinter der letzten Krümmung der Marne, oberhalb des Zusammenflusses der­selben mit der Seine einnehmen. Die Gesammtzahl der mobilisirten Truppen soll wenigstens 35,000 Mann betragen.

P aris, 6. Aug. Die Arbeitseinstellungen der Grubenarbeiter im Departement des Nord haben diesen Morgen von Neuem begonnen: in den Gruben von Denain wird nicht mehr gearbeitet. In Hericourt haben die Weber zu feiern begonnen; auch die Fabrikarbeiter in den Werken von Anieux im Departement der Loire haben Strike erklärt. In Paris ist der Widerstand der Kutscher noch nicht allgemein, von 11,000 Kutschern fahren noch 34000. Die Kutscher verhalten sich im Uebrigen sehr ruhig; Unordnungen kamen bisher kaum noch vor, verhaftet wurden nur erst ungefähr 15 Kutscher. Die Sydikatskammer der Kutscher trat diesen Morgen zusammen und beschloß, ein Gesuch an den Polizeipräfecten zu richten, daß die Kutscher zu einer Generalver­sammlung zusammenberufen und Delegirte gewählt werden dürften, wel­chen die Aufgabe ertheilt werde, mit den Wagenbesitzern über die Be­schwerden der Kutscher zu unterhandeln. Das Publicum, das durch den Mangel an Fahrgelegenheit sehr belästigt wird, steht bis jetzt im Gan­zen noch auf Seiten der Kutscher.

Paris, 7. August. DasJournal i offiziell" publizirt die Verordnung, betreffend die weitere Emission der neuen 3prozentigen amortisirbaren Rente, welche zur Beschaffung eines Betrages von 414 Millionen erforderlich ist. Die Emission soll nicht mehr durch die Ver­mittelung von Wechselagenten, sondern durch die Beamten des Staats­schatzes erfolgen. Der Emissionscours ist kein fest bestimmter.

Frankreich. DasAmtsblatt" theilt eine im Marineministe­rium eingelaufene Depesche aus Neucaledonien mit, welche den Aufstand der dortigen Eingeborenen nunmehr alserstickt" meldet. Die repu­blikanischen Blätter sind jedoch mit dieser kurzen Mittheilung nicht zu­frieden, wollen die Ursachen des Aufstandes kennen, der so vielen Franzo­sen das Leben kostete, und hören, welche Vorkehrungen die Regierung treffen werde, um endlich das Leben und Eigenthum in dieser Colonie definitiv zu sichern.

Die Const. Vorst.-Ztg. schreibt: Der Aufstand in Mostar hat

offenbar einen schr ernsten Charakter, denn er begann mit der Ermor­dung zweier Würdenträger und ein Theil der Truppen schloß sich ihm an. Die Bewegung ist, wie in Serajewo, religiösen Charakters, denn ein Ulema wurde in Mostar zum Gouverneur ausgerufen Die Ent­flammung des konfessionellen Fanatismus trägt jetzt ihre Früchte. Un­sere Truppen müssen sich schon ganz nahe bei Mostar befinden und die Frechheit der Aufständischen tritt dadurch in das rechte Licht. Wir glauben übrigens noch immer nicht, daß die türkischen Regierungsmän« ner daran ganz unbetheiligt seien. Unzweifelhaft werden unsere tapferen Truppen der Bewegung Herr werden, allein welche Opfer vielleicht bis dahin noch werden gebracht werden müssen, daran kann man nicht ohne schwere Besorgnisse denken. Uns wird aus Zara gemeldet, daß den letzten von Mostar daselbst eingelaufenen Nachrichten zufolge der Auf­stand in den Gebirgsdistrikten im Wachsen sei. Eine 2000 -3000 Mann starke Jnsurgentenbande lagert angeblich im Vidusagebirge, ebenso sollen Ansammlungen in dem Romania- und Libusagebirge stattfinden. An der bosnisch-serbischen Grenze soll es in der Ortschaft Zeva zu einem blutigen Exzeß der Insurgenten gekommen sein. Aus Serbien und Montenegro kommen angeblich Viele, um mit den Aufständischen gegen Oestreich gemeinsame Sache zu machen.

Ueber Athen, 6. August. (Polit. Korresp) Die legislative Versammlung auf Samos hat beschlossen, die Eidesformel dahin abzu- ändern, daß dem Sultan nicht mehr Treue, sondern Vertheidigung der Interessen des Vaterlandes geschworen werden soll. Gleichzeitig wurde beschlossen, eine Deputation nach Konstantinopel zu senden, welche die Wiederherstellung der aufgehobenen Privilegien fordern soll.

Rom, 7. Aug. (Köln. Ztg.i Jacobini wird vor seiner Reise nach Rom zur Uebernahme des Proficretariats des Staates die mit Rußland obschwebenden Fragen regeln und sich von dem Nuncius zu München über die Einzelheiten seiner Verhandlungen mit dem deut­schen Reichskanzler Bericht erstatten lassen. Der Papst leidet an einer Magenentzündung.

Die Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Birma, Man- dalay am Jrawaddr, wurde Mitte Juni von einer furchtbaren Feuers- brunst heimgesucht, die bei 2300 Häuser in Asche legte. Die Feuers­brunst dauerte mehrere Tage und es konnte derselben, da fast gar keine Löschmittel vorhanden waren, nur wenig gesteuert werden Unter den zerstörten Gebäuden befanden sich auch mehrere Tempel mit Götzenbil­dern aus Gold und Silber, die ebenfalls total zerstört wurden. Seit hundert Jahren ungefähr ist dies schon die dritte Residenzstadt Birmas, die so ein naurigeS Ende nimmt, da Ava, die ursprüngliche Residenz, 1782 ebenfalls durch eine Feuersbrunst und die nächstfolgende Residenz­stadt Amarapura 1839 durch ein Erdbeben zerstört wurde. Seit letz­terem Jahre war Mandalay die Residenz.

L o k a l e s.

Hanau, 8. August 1878.

Obgleich von amtlicher Stelle zur Genüge bekannt gemacht wurde, wie sich bei der Stichwahl zu Verhalten, so glauben wir es gebo­ten, auch an dieser Stelle nochmals zu erwähnen, daß nur Stimmen, die entweder für Herrn Dr. W eigel z u Kassel oder Hrn. Carl Frohme zu Bwckenheiin abgegeben werden, Gültig­keit haben, alle auf andere Namen lautenden Stimmen sind u n- gültig.

Seitens des Feuerwehrvorstandes wurde der auch vom Stadt­rath genehmigte dankenswerthe Beschluß gefaßt, nächsten Sonntag Nach­mittag, weil bei günstiger Witterung vermuthlich Alles dem Waldfeste zuströmen wird, zu größerer Sicherheit ebenso wie am 13. Juni eine Abtheilung der Feuerlöschmannschaft im Rathhause zu stationiren.

Vorgestern wurde bei Seckbach ein Jsraelite, der in trunkenem Zustande die Nacht auf dem Felde liegend zubrachte, todt aufgefunden. Allem Vermuthen nach hat ein Schlaganfall seinem Leben ein Ende ge­macht.

Gestern brächte man einen Taglöhner von Oberkalbach, der in Wachenbuchen vom Scheuergerüst stürzte, in's hiesige Landkrankenhaus. Hier wurde ein Schenkelbruch und eine Prellung des rechten Armes constatirt. Außerdem klagt der Bedauernswerthe noch über Schmerzen auf der rechten Seite der Brust

Versteigerungs- und Verpachtungs-Kalender für Freitag den 9. August.

Vormittags 8V2 Uhr Termin zur Expropriation der zum Bau der Friedberg-Hanauer Bahn nöthig gewordenen Grundstücke hiesiger Ge­markung, und zwar der unter Nr. 4171 in Nr. 174 desHanauer Anzeiger" nufgeführten. Zusammenkunft am Nürnbergerthor oder an dem ^ibetr. Grundstück (s. Nr. 174Han. Anz.b

Für heute. Abends 9 Uhr: Spritze Nr. 2 imKönig von Schweden"; Nr. 3 bei Beck.

Gestern Mittag fand man zu Dietesheim einen jungen, in gu­ten Verhältnissen lebenden Burschen von etwa 22 Jahren in der Scheuer erhängt.