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M 180.

Montag bett 5. August.

1878

Amtliches.

Bei der heutigen Ermittelung des Ergebnisses der Wahlen zum Reichstag bat eine absolute Stimmenmehrheit aller in dem 8. Wahl­kreis des Regierungsbezirks Cassel abgegebenen Stimmen sich nicht heraus­gestellt. Es ist daher eine engere Wahl unter den beiden Kandidaten, welche die meisten Stimmen erhalten haben, vorzunehm.

Es haben Stinimen erhalten die Herren:

1. vi'. HermannWeigel zuCassel8559 Stimmen.

2. Carl Mohme zu Bockenheim 5351

3. Wilhelm v. Trott zu Solz 4476

4) Dr. Weiß 2 Stimmen. 5) Windhorst 2 St. 6) Schulze 1 St. 7) Dr. Falk 1 St 8) Caplan Ney 1 St 9) Pohl 1 St. 10) v. Heyden 1 St. 11) Varrentrapp 1 St 12) Döll 1 St. 13) Appel 1 St. 14) Siebert 1 St. 15) Schopp 1 St.

Zur engeren Wahl kommen die Herrn Dr. Weigel und Frohme. Alle auf andere Kandidaten fallende Stimmen find ungültig. Die engere Wahl findet auf denselben Grundlagen und nach denselben Vor­schriften statt wie die erste. Es bleiben die Wahlbezirke, die Wahl­lokale und die Wahlvorsteher unverändert. Es sind dieselben Wähler­listen anzuwende". wie bei der ersten Wahlhandlung. Eine wiederholte Auslegung und Berichtigung der Listen findet nicht statt.

Die engere Wahl wird auf

Sonnabend den 10. August c. festgesetzt.

Die Ermittelung des Wahlergebnisses findet

Dienstag den 13. August c., Vormittags lO'/z Uhr, im Gasthof zum Riesen zu Hanau öffentlich statt.

Die Herrn Wahlvorsteher mache ich noch besonders darauf auf- merk am, daß nach §. 31 Satz 4 des Reglements zur Ausführung des Wahlgesetzes für den Reichstag vom 31. Mast 1869 die Bescheinigung darüber, daß die Bekanntmachungen in ortsüblicher Weise erfolgt sind, nicht auf der Wählerliste zu ertheilen, sondern von den Gemeindevor- ständen den Wahlvorstehern noch vor dem Wahltermin besonders ein- zureichen sind.

Hanau am 3. August 1878.

Der Wahlcommissarius für den 8. Wahlkreis:

Schrö tter, Landrath.

Während der Herbstübungen der Königlichen 21. Division werden die Städte und Gemeinden des Kreises mit Truppen belegt werden. Die Stärke und Zeit der Einquartierung, sowie der VerpflegungS- Modus wird den Herrn Ortsvorständen alsbald bekannt gegeben werden. Die angegebenen Stärk.n sind nur ungefähre, aber als Moxima zu be­trachten. Den Fourier-Osfizieren steht überall das Recht zu, innerhalb der einem und demselben Truppentheil zugewiesenen Orte kleine Aende­rungen nach Maaßgabe der lokalen Verhältnisse vorzunehmen.

Die Fourage wird während der Concentrativnen durch die Mili- iair-Verwallung geliefert werden, ebenso für die Marschquartiere soweit deren Nähe von ständigen Garnisonen dies erlaubt. In den übrigen Marsch quartieren, in denen die Fourage nach §. 5 des Naturalleistungs- Lesetzes vom 13. Febeuar 1875 sicher zu stellen ist, werden die bezüg­lichen Vereinbarungen zwischen der Königlichen Intendantur der 21. Di­vision und den betreffenden Gemeinden resp, dem Landrathsamte statt sink en.

Um Irrungen und Weiterungen zu vermeiden wird bemerkt, daß die erforderliche landesübliche Streu überall von Seiten der Quartier­geber zu vee abreichen ist.

Hanau am 3. August 1878.

Gefunden: An der Kinzigbrücke: Ein schwarzer Henkelkorb, dabei eine schwarze Orleanschürze. Ein Stück roth- und weiß-gestreifter Kattun, ähnlich einer Schürze. Ein Lappen dunkles Futter. Ein grauer Lüster-Frauenrock, in dessen Tasche ein Hausschlüssel. Eine Tasche von Tuch. Fünf Vorstecknadeln mit schwarzen Köpfen. Sämmtliche Gegen» |

stände waren halb durchnäßt. Am 2. d. M.: Ein goldener Ring mit hellblauem Steinchen. Ein Rechnenbuch.

Zugelaufen: Ein junger gelber Hahn.

Entlaufen: Zwei Stück Enten.

Hanau am 5. August 1878.

_____________ Aus Königlichem Landrathsamt. _____

Tagesscharr.

Teplitz, 3. Aug. Die Großherzogin und die Punzessin Victoria von Baden nahmen nebst den Gefolge des Kaisers an der heute früh 8 Uhr auf der Königshöhe zum Gedächtniß des Geburtstages des hochseligen Königs Friedrich Wilhelm III. veranstalteten Feier Theil. Das Monument war mit Kränzen, Blumen und preußischen Fahnen auf das reichste geschmückt. Die Großherzogin sprach dem Bürgermeister, dem Gesangverein und dem Pastor ihren Dank für die Abhaltung der Feier aus, welcher Vertreter der Regierung, des Stadtraths, der Schützen und die Mannschaften aus den preußischen und sächsi chen Militär- Badehäusern so wie eine sehr große Anzahl von Curgästen bewohnten. Das Befinden des Kaisers Wilhelm ist auch heute ein vollkommen zu­friedenstellendes.

Teplitz. 4. August. (D. Mont.-Blatt) Das Befinden Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm, welcher gestern das zweite Vollbad ge­nommen hat, fährt fort, ein zufriedenstellendes zu sein, die Beweglich­keit und Elastizität des rechten Armes ist im Zunehmen. Gestern Abend nach der Verabschiedung von dem sächsischen Köni^spaar (dasselbe war bereits Nachmittags 1 Uhr angekommen. D. Red.) unternahm der Kai­ser noch eine Spazierfahrt nach Doppelburg und verweilte daselbst ei­nige Zeit. Die Großherzogin von Baden hat gestern den Bürger­meister von Teplitz in längerer Audienz empfangen und demselben den Dank des Kaisers für den von Seiten der Einwohner begleiteten her,- lichen Empfang und für die Ehrenwache in der huldvollsten Weise aue- gesprochen.

Berlin, 3. August. <R. u. St.-A) Die Auswechslung der Ratifikationsurkunden des am 13. Juli d. J. in Berlin geschlossenen Vertrages hat nach Ablauf der in Art. 64 für diesen Akt bestimmten Frist, am heutigen Tage zwischen den Bevollmächtigten von Deutsck- land, Oesterreich-Ungarn, Frankreich, Großbritanien und Rußland im Palais d s Reichskanzlers hier stattgefunden. Seitens der Türkei sino die betreffenden Dokumente nicht rechtzeitig eingetrrffen, der türkische Botschafter hat indessen die Erklärung zu Protokoll gegeben, daß Se. Majestät der Sultan die Ratifikationen vollzogen habe und den Bei­trag als vom heutigen Tage an in Gültigkeit getreten auerkenne. Die spätere Auswechslung der türkischen Urkunde ist vorbehalten geblieben.

Das über diesen Akt aufgenommene Protokoll ist für Deutschland unterzeichnet von dem Kaiserlichen Gesandten, Geheimen Legations-Rath von Radowitz, für Oesterreich Ungarn von dem derzeitigen Geschäfts­träger, Botschafts-Rath Freiherr von Mohr, für F ankreich von dem Geschäftsträger Grafen von Mouy, für Großbritannien von dem Bot­schafter Lord Odo Russell, für Italien von dem Botschafter Grafen von Launoy, für Rußland von dem Geschäftsträger, Wirklichen Staats - rath von Arapoff, für die Türkei von dem Botschafter Sadoullah Bey.

(Zur Tabaks-Enquete.) Nach dem Beschlusse des ®mr deSrathS wegen Ausführung des Gesetzes über die TatakS-Enquele hur die Hauptkommission zunächst ein Programm auszuarbeiten und ferner örtliche Erhebungen durch Vermittlung der Landesbehörden und durch von ihr im Einvernehmen mit den Land sregierungen zu bestellende Kommissionen und Kommissarien zu verunstalten. Auf diese beiden ersten Aufgaben beschränken sich die jetzigen Arbeiten der Euquetekommission. Für die örtlichen Erhebungen werden Fragebogen ausgestellt und zwar je einen für den Tabakbau, den Tabakhandel und die Tabakfabrikation. Mit der vorläufigen Berathung der beiden ersten ist die Kommission fertig; die Berathung deS von der Subkommission aukgearbeiteten Fragebogens für die Tabakfabrikation hat begonnen. Neben diesen Be­rathungen gehen die Berathungen über daS ArbeitSprogramm ihren Gang. Festzustellen, an welchen Orten Spezialkommissionen, oder wie der offizielle Titel lautet, BezirkSkommissionen zu bilden und wie die-