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Stumm aus Neunkirchen bei Saarbrücken, Konsul H. H. Meyer aus Bremen, Königlich bayerischen Staatsrath von Schlör und Kaiserlichen Geheimen Ober-Regierungs-Rath Huber, sowie dem unter Genehmigung des Reichskanzlers als geschäftSführendeS Mitglied zugezogenen König­lich preußische« Geheimen Bergrath Dr. Wedding bestehende Kommission zur Untersuchung der Lage der deutschen Eisenindustrie am 8 und 9. Juli zusammengetreten war und den Gang der Geschäfte im Allgemei­nen geregelt hatte, sind nunmehr die Entwürfe für die Fragebogen, welche den als Sachverständigen zu hörenden Eisenindustriellen vorgelegt werden sollen, ausgearbeitet und mit einer Liste, aus welcher die Wahl dieser Sachverständigen erfolgen wird, an die einzelnen Mitglieder der Enquete-Kommission zu eingehender Prüfung versendet worden.

Die erforderlichen statistischen Uebersichten, welche den Sachveistän- digen ebenfalls zur Begutachtung vorgelegt werden sollen, werden gegen­wärtig in der Abtheilung für Berg-, Hütten- und Salinenwesen des preußischen Handels-Ministeriums bearbeitet, um bei dem nächsten Zu­sammentritt der Kommission, welcher mit der Eröffnung der Reichstags zusammenfallen dürfte, als Grundlage für weitere Berathungen dienen zu können.

(Der Besuch des Kronprinzen in Hannover, Mon­tag den 29. Juli.) Die von dem Präsidcnten der Ausstellungskommis- sion v. Alten außerhalb der Eingangspforte an den Kronprinzen gerich­tete Empfangsrede hatte etwa folgenden Inhalt: Kaiserliche Hoheit haben die weite Reise nicht gescheut, um ein Werk zu besichtigen, das in trüber Zeit geplant und in Angriff genommen wurde; in einer Zeit, in der Handel, Gewerbe und Industrie darniederlagen und Kriegswolken den politischen Horizont drohend umzogen! Das Werk ist vollendet und durch die Weisheit der Regierungen sind die Kriegsbefürchtungen dem Frieden gewichen; Industrie, Handel und Gewerbe beginnen wieder aufzuleben, sie heben sich und können einer besseren Zukunft beruhigt entgegensehen! Wir haben stets vertraut auf den starken Schutz Deutsch­lands, wir haben mit Stolz und Vertrauen hingeblickt auf die Stützen unseres Vaterlandes, die herrliche Armee und deren erprobten siegge­wohnten Führer und Feldherrn! Kaiserliche Hoheit beehren heute die Gewerbeausstellung, das Werk einer ganzen Provinz durch HöchstJhre Gegenwart, und diese Thatsache wird ihren Nachhall finden nicht nur in den Grenzen unserer Provinz, sondern weit über dieselben hinaus! Darum, Ka serliche Hoheit, treten Sie jetzt ein durch die offene Pforte! Die Fahrt des Kronprinzlichen Wagenzuges nach dem Residenzfchwsse erfolgte durch die Langelaube, Escher-, Lützow-, Reuter-, Schiller- und Bucgstraße, überall hatten Tausende Stunden lang ausgeharrt, um den hohen Herrn zu sehen und durch jubelnden Zuruf begrüßen zu können. Um S1^ Uhr wurde im Schlosse gespeist; Präs. v. Alten war zur Ta­fel geladen. Ferner hatten außer dem Minister Grasen zu Eulenburg, dem Oberpräsidenten, Polizeipräsidenten, den G-neralen v. Voigts-Rhetz, v. Barby, v. Strubberg, Graf Waldersee, der Hofmarschall Graf Schu- lenburg-Wolfsburg, die beiden persönlichen Adjutanten Rittmeister v. Ni venheim und v. Pfuhlstein, Einladungen empfangen. Um 11 Uhr Nachts fuhr Se. Kaiser! H. mit seinem persönlichen Gefolge nach dem pro nsorischen Bahnhöfe und bestieg dort unter den Hochrufen der Spa­lier bildenden Menge den Salonwagen, der ihn um 1 Uhr 49 Min. weiter, und zwar nach Homburg führte, um nach den ermattenden An­strengungen der Ruhe pflegen zu können. Der Minister des Innern, Graf zu Eulenburg, weilte noch einige Stunden bei dem Oberpräsiden­ten v. Leipziger und trat um 2 Uhr Nachts die Rückreise nach Berlin an. (Hann. Kur.)

Der Cabinetsdienst ist für die Dauer der Abwesenheit des Kronprinzen ganz so eingerichtet, wie er bisher bei Reisen des Kaisers gehandhabt worden ist. Allabendlich reist ein eignet Cabinetsbote mit den am Tage eingegangenen Schriftstücken u. s. w nach Homburg, und jeden Morgen kehrt ein solcher von dort mit den erledigten Sachen nach Berlin zurück Obgleich der Kaiser die Regierungsgeschäfte noch nicht wieder übernommen hat, ist es doch sehr erfreulich, daß auch nach Teplitz allabendlich ein Bote des Cabinets reist, so daß der Kaiser die für ign speciell bestimmten Gegenstände empfängt und erledigt. Das Civil- und Militär Cabinet hat sich bekanntlich mit dem Kronprinzen nach Homburg begeben (Trib.)

Zum ersten Male seit Beendigung des letzten Feldzuges werden nach der Trib. Preußische Officiere an den französischen Herbstma- nöoern Theil nehnten. Dieselben begeben sich im nächsten Monat unter Führung des General-Majors von See, Commandeurs der 3. Garde- Cavallerie-Brigade, auf Einladung der französischen Regierung nach Paris. An den preußischen Manövern haben sich bekanntlich schon seit Jahren französische Officieie betheiligt.

Der Nationat-Zeitung zufolge wird maßgebenderseits davon gesprochen, daß der Reichstag nunmehr bestimmt am Montag den 9. September einberufen und die Eröffnung durch den Stellvertreter des R ichskanzlers, Grafen Stolberg erfolgen solle.

DieKöln. Zig" schreibt: Die von einer hiesigen lithogra- phirten Correspondenz verbreitete Nachricht, daß der Kronprinz noch vor seiner Abreise das gegen Hödel ausgesprochene Todesurtheil bestätigt

habe, ist unrichtig. Bis zur Abreise des Kronprinzen lag ihm bai TodeSurtheil noch gar nicht vor; der Bericht des StaatsministeriumS dürfte aber inzwischen nach Homburg gelangt sein.

Wie diePost" hört, wird die Reichsregierung nach erfolgte! Auswechslung der Ratifikationen der Berliner Vertrages die Sitzung-- protocolle des Songreffes veröffentlichen; auch erfolgt alsdann die for­melle UnabhängigkeitSerklärung von Rumänien, Serbien und Montenegro

Hamburg. Zu der letzten Donnerstag zusammengetretenen Generalversammlung bei Vereins deutscher Eisenbahnen sind nahezu 200 Delegirte und Gäste eingetroffen; dieselben wurden vom Bürger­meister im Namen der Stadt begrüßt. Die westholsteinische Bahn, die niederösterreichischen Südwestbahnen, die Prinz Heinrichs-Bahn fanden Aufnahme in den Verein, außerdem faßte die Generalversamm­lung mehrere Beschlüsse über inner Vereinsinteressen.

Crefeld, 28. Juli. Als heute Morgen in der Frühe unser Mitbürger, der Rentner Scheidges, einen Gang zur Kirche gemacht hatte und sich auf dem Heimwege befand, stürzte ein Mensch, welcher sich eine Zeit lang hinter einem Hause versteckt gehalten, auf ihn zu und gab mehrere Revolverschüsse auf ihn ab. Der Angegriffene sprang beim ersten Schusse auf die Seite, wodurch die Kugel ihr Ziel verfehlte und in einen Baum fuhr. Ein zweiter Schuß traf die rechte Hand, woraus ein dritter und vierter krachte, glücklicherweise jedoch fehlgingen. Die Verwegenheit des Thäters ist unbegreiflich, da die That auf einem freien Platze am Hellen Tage geschah, in der Nähe einer großen An­zahl Personen, welche sich auf den Kerl warfen und ihn so lange fest« hielten, bis er der Polizei übergeben werden konnte. Wie wir hören, hat ein gegen Herrn Scheidges verlorener Prozeß den Attentäter zu sei­ner Rachethat getrieben.

In diesen Tagen ist seitens der Kgl. württembergischrn Post­direktion auf Basis ihres Girocontos bei der Rüchsbank-Hauptstelle Stuttgart eine Neuerung eingeführt worden, die in ihren Consequenzen auf die gesammte Geldcirculation von wesentlichem Einfluß werden dürfte und somit gewiß geeignet ist, der allgemeinen Beachtung empfoh­len zu werden. Die Königlich württembergische Postdirektion hat näm­lich, wie man derB. Bcs-Ztg." mittheilt, in richtiger Erkenntniß der finanzpolitischen Bedeutung des Giroverkehrs und seines engen dies­bezüglichen Zusammenhanges mit dem Postverkehr den Entschluß ge­faßt, Postanweisungen für die Folge denjenigen Adressaten, die sich da­mit einverstanden erklären, nicht mehr in baarem Gelde, sondern in Checks auf die Reichsbank auszuzahlen. Diese Einrichtung wird natur­gemäß eine allmähliche Abnahme des theilweise lästigen und kostspieligen Geldumlaufes zum Segen der Gesammtheit des Landes herbeiführen. Die Verkehrserleichterung ist um so größer, als die Checks behufs ihrer Begebung nicht girirt zu werden brauchen, sondern wie Papiergeld jeden Inhaber als solchen schon zur Präsentation berechtigen.

Vom Main, 1. August. Die Einladung zu den Konferenzen der deutschen Finanzminister in Heidelberg ist von dem Präs. der R.K A., Staatsminister Hofmann unterzeichnet und es werden derselben nicht blos die Minister von Bayern, Württemberg und Baden, sondern ebenso die Herren Hobrecht von Berlin, Könneritz von Dresden, Thon von Weimar, Bülow von Schwerin, Folge leisten. Auch haben, wie man hört, noch weitere Minister einzelner Staaten in Heidelberg bereits Quartier bestellt. (Schw Merk.)

Wien, 2 Aug. (Köln. Ztq.) Nach einer Meldung der Presse" aus Derber.t vom 30. Juli werden die österreichischen Truppen von den Spitzen der dortigen Behörden überaus freundlich empfangen. Von Seiten der Bevölkerung sind vielfach Anerbietungen zur Aufnahme kranker Soldaten gemacht worden. Der Kaimakam Suleiman Effendi und der Vali sind in ihren Aemtern bestätigt worden Die türkischen Soldaten der Gran ,wache haben ihre Waffen abgeliefert. Durch einen gestern veröff ntlichten Erlaß des Finanzministers wi d das Pferde­ausfuhrverbot aufgehoben. DiePresse" berichtet aus Ragusa vom 1. d.:Die Begs halten in Mostar und Trawnik fortwährend Zusam­menkünfte, angeblich um den Widerstand gegen die Besetzung zu orga-- nisiren. Viele fahnenflüchtige Redifs sollen sich ihnen beigesellt haben, doch dürften die österreichischen Truppen, welche heute die Gränze über­schreiten, Mostar erreich n, ehe die Organisation des Widerstandes be­gonnen hat."

Haag, 30. Juli. Man trifft hier bereits Vorkehrungen zu den glänzenden F stlichkeiten, welche den wahrscheinlich am 28. August stattfindenden feierlichen Einzug des Prinzen Heinrich und der Prinzessin Marie in die Residenzstadt begleiten sollen. U. A. wird eine allge­meine Illumination veranstaltet werden. Der Gemeinderath hat gestern eine ansehnliche Summe für die Empfangsfeierlichkeit angewiesen.

Brüssel, 1. August. Die Repräsentantenkammer hat heute wie dies in einer am 24. v. M. von der Linken abgehaltenen Vor- versammlung vorgeschlagen worden war Rogier zum Präsidenten und Guillery (Brüssel) und Dewael (Antwerpen) zu Vize-Präsidenten gewählt.

Jtalien. Von Msgr. Luigi Tripepi, Chefredactenr der katholischen RevuePapato", wird ein vom 24. Juli datirtes Circular