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HM bem betreffen» ^S* Postanffchlag. Mt einzelne Nuiw- awr 10 Pig.

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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Korrespondenz.

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Mittwoch den 3L Juli.

1^8.

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auf den

Hanauer Anzeiger"

für die Monate August und September werden von allen Po st­au st allen, sowie von der Expedition (Hammergasse 9) Waisenhaus entgegengenommen.

Amtliches.

Aufruf.

Am diesmaligen Pfingstfest hat das Christenvolk Preußens und Deutschlands einen allgemeinen Bußtag begangen. Zweimal binnen drei Wochen hat Frevlerhand auf das Leben Seiner Majestät unseres Kaisers und Königs einen Mordversuch gewagt In Schmach und Schmerz verhüllt das kaum geeinte deutsche Reich sein Haupt Wäh­rend die Waage zwischen Furcht und Hoffnung schwankt und aller Orten die Fürbitte von dem König aller Könige die Erhaltung des gelitten Monarchen erfleht, drängt es Tausende zur Errichtung einer sogenannten Votiv-, d. i. Dankes- und Gelöburbkuche in Berlin. Hrer in der Hauptstadt des Reichs, hier am Orte der doppelten MeucheWat und der doppelten Bewahrung durch Gottes Barmherzigkeit soll diese Gelödnißknäre stehen, eine Stätte des Dankes und Gebetes, ein Mahn­ruf aus Stein an vorüberwandrlnde Geschlechter.

Ohne daß wir andere und größere Unter,nehmungen, die vielleicht in diesen Tagen des Volkes patriotische Bewegung aussprechen werden, irgendwie beeinträchtigen wollen, ist es unser Wunsch, mit jenem Bau das Geiütd: erneuter treuer Hingabe auszusprechrn an das christliche Bekenntnis unserer Väter, an das Erbe unserer vaterländischen Ge­schichte, an das Haus Hohenzollern. D'.e Mit- und Nachwelt soll es wissen, wie in schreckensvollen Tagen, als wider göttliche und mensch­liche Ordnung ein Bbgrund voll Umsturzgedanken sich aufgethan, wir unsere Augen aufgehoben zu den Bergen, von denen uns Hülse kommt.

Der mitunterzeichnete Bm quier Loesche ist bereit, Gaben für diesen Zweck in Empfang zu nehmen. In den Provinzen müssen sich Sammelstätten hierfür bud n.

Laßt uns nicht säumen! Und Gott sehe das Unternehmen in Gnaden an!

Berlin, im Juni 1878.

v. Ollech, General der Infanterie; Graf Arnim - Boitzen- burg, OKer-Präsidcnt a. D.; D. Baur, Hof- und Domprediger; D. Brüstn er, Probst und Generalsuperintendent; Dr. Büchsel, Pastor und Generaisuperintendem; v. Bülow, KammergerichtS-Refe­rendar ; CurtiuS, Professor; Eichmann, Ober-PMident a. D., W. G. R.; D. Frhr. v. d. Goltz, Probst und Ober-Consistorialrath; C. Hoppe, Fabrikbesitzer; Dr. Kießling, Geh. Regierungsrath;

D. Kögel, Ober-Consistorralrath, Hof- und Tomprediger; Louis Krüger, British-Hoteldesitzer; v. Le Coq, Wirkt. Geh. Rath; Adolf Loesche, Banquier, Oranienburgerstr. 20; v. Rohr, Wirkt. Geh. Rarh und Ober-Tribunals-Vicepräsident; Sachsse, Oberpost- direltor; Schwartzkopss, Geh. Commerzienrath.

Bekanntmachung.

Die zum Schutze der Schauläden offener Geschäfte angebrachten Marquisen sind giöß'.entheils auf eine so geringe Höhe vom Niveau des Tiouous Heiabgelassen, baß hierdurch viel!ach der freie Verkehr gehindert und die Gefahr für Vorübergehende, sich zu beschädigen, nicht ausgeschlossen ist.

Mit Rücksicht auf das vorliegende öffentliche Interesse werden deßhalb die beteiligten Hausbesitzer bezw. Ladeninhaber hierdurch ver­anlaßt, bei Meidung des im Falle der Nichtbesolgung einzuleitenden Straf- und Zwangsverfahrens, sosort Vorkehrungen zu treffen, daß dem

erwähnten Mißstande vorgebeugt werde und der untere Rand der Mar­quisen mindestens zwei Meter vom Boden entfernt bleibe.

Hanau am 30. Juli 1878.

Die Geschälte des Standesbeamten in Hochstadt hat der jetzige Bürgermeister Johannes Weber 3r übernommen.

Hanau am 30. Juli 1878.

Der Landrath.

Bekanntmachung.

Ber den Postämtern in Nentershausen, Rhoden in Waldeck und Bieber, Kreis Gelnhausen, werden am 30. d. Mts. Telegraphenanstalten in Wirksamkeit treten.

Lasset, 29. Juli 1878.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector.

Wahl.

Tagesschau.

Italien und der Orient.

(A. d. Schw. Merk.)

Berlin, 26. Juli. Während sich die Parteien in Frankreich das Wort gegeben zu haben scheinen, den Freudenrausch der Ausstellung sich durch keine Hintergedanken über die englische Onentpolitik stören zu lassen, findet der Ausaeng des Berliner Kongresses in Italien einen immer stärker werbenden Nachhall. Seltsam genug aber wendet sich die öffenkl. Aufregung viel weniger nach der Seite einer wirklichen und ernstlichen Gefahr welche für das Land aus der neuesten Entwicklung der Orientfrage entspringt, als geg,u eine eingebildete, die sich an ge­läufigere nationale Vorurtheile anklammert. Daß Italien schwerwie­gende Jmeress n seiner wirthschaftlichm Zukunft im Orient zu vertreten hat und daß diese Interessen durch das ru's Unabsehbare sich steigernde englische Uedergewicht in den Küstenländern der Levante empfindlicher Schädigung ausgesetzt sind, wird von keinem einsichtigen Italiener ver­kannt. Und wer sonst etwa im Vertrauen auf die von England hoch­gehaltene Freiheit desgroßen Taaschverkehrs unter den" Nationen" daran zweifeln wollte, mag sich nur aus den einen hinreichend auffälli­gen Vorgang aus dem letzten Herbste besinnen, als der englische Bor- fRaster, in Konstantinopel bei den türkischen Behörden die Beschlagnahme zweier italienischer Schiffe veranlaßte, welche im Vertrauen auf einen nur von den englischen Fanatikern deL Seebeuterechts bestrittenen völ­kerrechtlichen Grundsatz arglos in's goldene Horn eingelaufen waren, nachd m es ihnen geglückt, sich der fiktiven Blokade der russischen Häfen des Schwarpn Meeres zu entziehen, während thatsächlich gegen ange­messenes Backschisch oder sonst aus Nachsicht englische und griechische Schiffe ungestört aus- und einliefen. Indeß der unter allem rhetorischen Getöse meist recht realistische Italiener ist so vollständig von dem Ge­fühl der eigenm Ohnmacht gegenüber derherrschenden Briteunia" durchdl ringen, daß er, so lange ihm nicht zuverlässige Allianzen zur Seite stehen werden, sich gerne bescheidet, die Faust in der Tasche zu machen. Gerade eine der nächstliegenden und bei ehrlich nüchterner Po- Utik von italienischer Seite zuverlässigsten Allianzen ist die augenblicklich populäre Agitation gegen denLänderschacher" des Kongresses auf dem besten Wege zu verscherzen. Wenn Italien sich entschließen könnte, das iftrische und dalmatinische Küstenland enbgiltig als östreichischen Besitz anzusehen, und mit einem Lande, welches vom Meere zu verdrängen doch eine sinnlose Illusion ist, die Herrschaft über das adriatrsche Meer zu theilen, so könnte man unmöglich in der östreichisches Okkupation von Bosnien und Her-egowina, die doch eben im besten Fall nur den gegenwärtigen Küstenbesch sichern kann, eine Gefährdung italienischer Jnterrsfin entdecken. Und wenn endlich in den diplomatischen Kreisen in Rom, in welchen der Korr. der Nat.-Z. so gut zu Hause ist, für aus gemacht gilt, daß der Okkupation jener Landschaften die Besetzung von Pidanienmit innerer Nothwendigkeit" folgen müsse, so gibt es vegen diese Gefahr kein besseres Mittel, als die von dem gegenwärtigen Äabinet auf dem Berliner Kongreß bereits wohl angedeutete Politik, das hellenische Element auf der Balkanhalbinsel zu einem selbsistöndigen