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sin ist der Markt überfüllt mit Reis und Korn, welches die Dampi-- schiffe hergeführt haben und welches für Schansi bestimmt ist, aber es gibt kein Mittel, es in die Hungerdistrikte zu schaffen, und so geht ein guter Theil davon zu Grunde Die Wege nach Schansi gehen über hohe und schwierige Bergpässe, die Straßen sind erbärmlich und plumpe Lastkarren, die kaum drei englische Meilen in der Stunde zurücklegen, find die einzigen Beförderungsmittel. Die Peking Gazette ist voll von Bittschriften an den Thron über den Gegenstand, ein ge in äußerst anschaulichen und herzzerreißenden Ausdrücken. Nach chinesischen Ansichten hält der Kaiser die Hungersnoth für eine Strafe des Himmels für die Sünden seiner Dynastie und seiner selbst und erläßt deßhalb immer wieder Edic'.e, in denen er sich demüthigt und reuig und bußfertig aus- drückt. Im Palast ist das Fleiichessen verboten, da das Todten von Thieren den Himmel beleidigen könnte, und die Mahlze.ten sind um die Hälfte vermindert. Wenn die Hungersnoth fortdauert, so wild das Volk auf den Gedanken kommen, daß der Himmel der Dynastie seine Gunst entzogen habe, und es wird Aufstände geben, die sich auf den Glauben stützen, daß der Himmel dem Kaiser seine göttliche Vollmacht entzogen habe.
Spezialtelegramme des „De uts chen Montags-B latt."
— Helgoland, 28. Juli, Nach« 1 Uhr 50 Min. Der Präsident Hofmann trifft Montag in Berlin ein und wird sofort daran gehen, die auf die Bekämpfung der Sozialdemokratie bezüglichen Vorlagen mit den Motiven im Druck fertig stellen zu lassen und dieselben den Bundesrathsmitgliedern trotz der Ferien behufs schleunigster In struirung zu übersenden. Der Bundesrath tritt Mitte August zusammen.
— Paris, 28. Juli, 2 Uhr Nachm. Man nimmt hier an, daß mit den umlaufenden Gerüchten über eine neue Dreikaiserzusammmkunft in Tepliy Oesterreich feiner Hoffnung auf das Nichtaufhören des Drer- kaiserbundes Ausdruck gibt.
— Pari s, 28. Juni. Beim großen internationalen Schachtur- ni r hat der Deutsche Zickertort den ersten Preis gewonnen.
Lokales.
Hanau, 29 Juli 1878.
— (Impfung zu Hanau.) Den31. Juli, Nachmittags 3 Uhr. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß viele Uteftanten aus dem Jahre 1876 und früher noch nicht geimpft sind und daß die Termine nun bald zu End: gehen. — Die Impfung geschieht mit frischer Kuh- lymphe.
JF. Die jüngst statt gefundene Sitzung des Central Comit6's für die Jahnieier erstreckte sich lediglich auf ine Berichterstattung der Spe- zial-Comitö's, wobei constatirt wurde, daß die Vorbereitungn zu einer würdigen Begehung der Feier erfreulichen Fortgang nehmen.
Die am Sonntag (11 August) in's Auge genommene Festrede wird nicht, wie ursprünglich projectirt, von dem Balcon des Rathhauses gehalten, es ist vielmehr für gut befunden worden, eine kleine Rednertribüne neb n dem Röhrbrunnen aufzustellen, da von dort aus der Redner bedeutend besser verstanden werden dürfte. Das Bier für das Wald- fest, bei welchem das Central-Comüö, unterstützt durch eine Anzahl erfahrener Turner, selbst die Wirthschaft führt, wird aus zwei hiesigen renomuten Brauereien bezogen und werden dieselben hoffentlich Alles aufbieten, den vorzüglichsten Stoff zu l efern. Demnächst erfolgt die Veröffentlichung des Programms.
— Die Delegirten-Versammlung zur Abnahme der 1877r Hanauer Pfarrer-Wittwen- und Waifenkasft-Rechnung findet Mittwoch den 31. d. M., Nachmittags 3 Uhr, in der Wohnung des Rechnung^führers statt.
— (Patent-Anmeldung.) Nc. 12021. Gebrüder Hopff, Bijouterie. Fabrikanten zu Hanau a. M. Halskettenschloß.
— Für heute. Abends S’/s Uhr: Wählcrversammlnng in der „Reichskrone". — Abends 9 Uhr: Spritze Nr. 4 in den „3 Schwa- nm" ; Nr. 5 im „gold'nen Herz".
V Birstein, 26. Juli. Am 22. fand am hiesigen Orte eine Lokckthierschau statt. Vom schönsten Wetter begünstigt verlief das herrliche laudwirthschaftliche Fest zur Befriedigung aller Theilnehmer. Die meisten Gemeinden des Vogelsberges waren vertreten und nach Tausenden zählten die Besucher des Festplatzes, der d/rrch die Fürsorge des Vorstandes auf's würdigste hergerichtet war, zumal was die künstlerisch ausgeführte Festhalle und die praktische Einrichtung zur Aufstellung der einzelnen Thiergattungen betraf.
Nach Beendigung der Thierschau folgte der Zug prächtig ausge- statteter Wagen und die einzelnen Gemeinden suchten sich hier in sinnreichen Erfindungen zu übertreffen Besonders gefielen verschiedene Erntewagen, eine Spinustube, ein Gemüsewagen, eine Feldschmiede rc. Die Sänger- und Kriegervereine der umliegenden Ortschaften verherrlichten durch ihre Mitwirkung das schöne Fest. So wurde nächst dem Nutzen, den die Thierschau ja vor Allem erstrebte, auch für die allgemeine Feststimmung Sorge getragen. Das Fest verlief ohne jegliche Störung und Unordnung und die Gäste werden diese« schönen Tage
Beschäftigung wieder aufnehmen, vergrößert sich. Es macht sich indessen noch immer eine gewisse Erregung bemerkbar; unter.den Strikenden und denjenigen, welche ihrer Beschäftigung nachgehen, herrscht große Unent- schlossenheit über das demnächst einzuschlagende Verhallen. In St. Chamont dauert der Strike zwar noch fort, jedoch ist die Ruhe daselbst bisher nicht gestört worden. Die Arbeiter wie die Arbeitgeber scheinen die Beendigung des Strikes zu wünschen.
— Paris, 26. Juli. Gambetta's Unterredung mit dem Gor» respondenten der Times macht die Runde durch alle hiesigen Blätter. Was uns an derselben am meisten interessiren könnte, ist das was Gambetta über das Dreikaiser-Bündniß gesagt hat: er meint, dasselbe sei als eine abgethane Sache zu betrachten; die Betheil'gten würden, ihren natürlichen Interessen folgend, andere Bahnen e-nschlagen! Das wird abzuwanen sein. Im klebrigen spiegelt sich in seinen Worten die alte Thrers'sche Idee von dem Parallebsmus der englischen, österreichischen und französischen Jnt-wessen im Orient wieder. Man vw- gesse indessen nicht, daß Gambetta in autwärtiger Politik sehr viel weniger Autorität hat als in inneren Angelegenheiten: seine Aeußerungen sind, soweit sie sich auf jene beziehen, die eines Mannes, der Weder die Regierung, noch die öffentliche Meinung engagirt. (Köln. Z.)
— Paris, 27. Juli. (Kön. Zkg ) Ueber die bevorstehenoen neuen Festlichkeiten in Paris erfahre ich, daß am 19. September internationale Wettrennen im Trage in dem LongchampS Statt finden, am 18. September wird die Pferdeausstellung auf der Esplanade der Invaliden eröffnet, am 19. September erfolgt die Preisvertheilung und bei dieser Gelegenheit ein Nationalfest mit großen Gesellschaften, die gleichzeitig von den verschiedenen Ministern gegeben werden Viele auswärtige fürstliche Personen haben für diese Zeit ihren Besuch zuge- sagt. — Der TempS veröffentlicht folgende Mittheilung: „Wir glauben melden zu dürfen, daß die französischen Panzerschiffe, die von Smyrna nach dem Piräeus fuhren, ohne irgend einen bestimmten Zweck nach den athenischen Gewässern geschickt wurden und daß der Marmeminister im Einvernehmen mit dem Minister des Auswärtigen diesen neuen Ankerplatz einzig und allein auSwählte, weil es natürlich schien, jetzt, nach der Initiative unserer Bevollmächtigten auf dem Gongreffe zu Gunsten Griechenlands, letzterem einen neuen Betons von Frankreichs Interesse zu geben. Das italienische Geschwader befindet sich in den Gewässern von Sa-onichi."
— Athen, 26 Juli. Das ministerielle Organ „Ethnikon Pneuma" veröffentlicht, im Widerspruch zu den Behauptungen anderer griechischer Blätter, eine Mittheilung, wonach die Pforte geneigt f in soll die Wünsche Griechenlands in Bezug auf die Grenzrektifikation entgegenzu- nehmen und diese Angelegenheit in Gemüt heit der einstimmigen Wünsche der Kougreßmächte in friedlicher Weise zum Abschluß zu bringen.
— Gin officiöfes Telegramm aus Madrid vom heutigen Tage berichtet: „Der König, dessen Gesundheit vortrefflich ist, beschäftigt sich mehr als je mit Staatsgeschästen. Er bereitet die Herbstmanöver der Nordarmee vor, die er selbst leiten will; auch wird er Aragonien, Na- Varra und Castiiien besuchen und gegen Ende Oktober nach Madrid zurückkehren, um die Kammern zu eröffnen. In ganz Span en herrscht die größte Ruhe."
— Ueber die Hungersnoth in China schreibt der englische Gonful in Wahn (Stadt am Flusse Dang Tege, dem Fremdenverkehr geöffnet in Folge des Vertrags von Cyefoo) n^ der „Köln. Ztg." wie folgt: Die Hungersnoth ist fast noch schlimmer, als sie in den Zeitungen geschildert wurde. Ich sah neulich hier einige Flüchtlinge, die an 500 englische Meilen gewandert und nur noch Haut und Knochen waren. Der Taotai (oberster Mandarin des Besirks) sagte mir gestern, es habe zwei Tage lang gut geregnet, aber es fei jetzt zu spät zum Säen und es müsse den Sommer über Unterstützung gegeben werden. Selbst wenn man jetzt säen könnte, so habe man weder Saatkorn noch Thiere, um den Pflug zu ziehen. Alles ist bereits aufgezehrc. Vermuthlich ist die rücksichtslose Ausrottung der Bäume Ursache der Dürre; die chinesischen Bauern sind tödtliche Feinde aller Bäume, sie hauen sie um, theils des Brandholzes wegen, mehr aber noch um Boden zu gewinnen. Die Bevölkerung ist so zahlreich und dicht, daß in einigen Provinzen mehr als 600 Köpfe auf der Quadrotmeile (englisch) wohnen, und das Land ist so werthvoll, daß weder Gärten noch Bäume geduldet werden, und Störungen in dem Gleichgewichte zwischen der Bevölkerung und den Nahrungsmittelvorräthen bringen die schrecklichsten Nothstände herbei. Glücklicherweise ist Schansi, die Provinz, wo die Hungersnoth am schlimmsten ist, nicht so dicht bevölkert, aber große Theile derselben sind gebirgig, reich an Kohlen und Eisen, und ni$t brauchbar für den Ackerbau. Die Mimn werden aber nicht ordentlich bearbeitet und so ist die Bevölkerung doch wesentlich auf den Ackerbau angewies-n. Da die Chr- nesen die Kohlenminen vernachlässigen, so werden die Wälder abgeholzt, um Brandholz zu gewinnen. Würde dem Mmenbetneve alle Freiheit gewährt, so würde den armen Leuten Beschäftigung gegeben und die Wälder würden geschont. Wenn ich mich nicht irre, so wird diese Hungersnoth den chinesischen Staatsmännern die Augen öffnen in Bezug auf Eisenbahnen und Ausdehnung des Fremdenverkehrs. Zu Tient-