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Rithrlich 9 Mar!. &elbj. 4 M. 50 P. vierteljährlich
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Hmilnier Anzeiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Die Ilpaltize Larmonäjri^ vd, deren Raum
10 Psg.
Die rspali. Zeile 20 Psg.
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M 174.
Montag den 29. Juli.
1878.
Amtliches.
Gefunden: Ein A-B-C Buch. Ein blau-seidener Sonnenschirm. Eine Brille. Eine Handsäge mit breitem Blatt.
Zugelaufen: Am 15. ds. Mts. im Stadtgraben bei Leisler's Fabrik eine junge Ente. Eine weiße Gans mit grauen Flecken. Eine Schildkröte.
Verloren: Ein Portemonnaie mit Geld.
Gelandet: Ein Nachen; Ewpfangnahme bei Herrn Badeanstalt- besitzer Dechert.
Hanau am 29. Juli 1878.
__Aus Königlichem Landrathsamt.___
Der gegen die Dienstmagd Theresia Modenbach von Rudolphs- Hahn unter dem 8. März v. Js. erlassene Steckbrief wird wiederholt erneuert.
Hanau, 16. Juli 1878.
Der Staats Anwalt
Sporleder. vt. Lucas.
Bekanntmachung.
Bei dem Postamte in Schweinsberg wird am 30 Juli eine Telegropbenanstalt mit Fernsprecher in Wirksamkeit treten.
Cassel, 26. Juli 1878.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector.
In Vertretung:
______Zur Li n d e.
Tagesschau.
— Potsdam, 26. Juli. Die „Cöln Ztg." schreibt: Das schönste Wetter begünstigte bis sitzt den Aufenthalt des Kaisers auf Schloß Babelsberg. Der hohe Patient verbringt den größten Theil des Toaes auf den Terrassen, namentlich hinter dem Schlosse, wo das dichte Laubdach der zum Theil von Voltaire gepflanzten und von Sans- souci nach Babelsberg übersetzten LmdrN die sengenden Sonnenstrahlen zurückhält und die erfrischende Kühlung bringt. Es ist ein reger Verkehr zum Schloß Babelsbei g und den Höfen vom Neuen Palais, von Groß- und Klein-Glienike. Seit mehreren Tagen sieht der Kaiser Mittags Gesellschaft bei sich, vorerst nur die Vertrauteren seines Hofes und Hauses, zwischen 14 bis 16 Personen, auch Damen. Von der Umgebung der Kaiserin sind die Gräfinnen Oriolla und Schimmelmann zurückgeblieben, um die Frau Großherzogm von Baden, in dem Bestreben, den Kaiser zu unterhalten und zu erheitern, zu unterstützen. Der Kaiser ißt allein und begibt sich erst nach beendeten Dmer zur Gesellschaft. Er nimmt an der Unterhaltung den regsten geistigen Antheil und fühlt sich davon erheitert und angemuthet, so daß in seiner Stimmung nichts von den traurigen Eindrücken zur Erscheinung kommt, welche die entsetzlichen Thaten auf ihu hervorbringen mußten. In den letzten Tagen empfing er auch mehrere Generäle. So meldete sich General von Böse aus Spanien zurück, und General Hann v. Wehhern kam, um für die allerhöchste Auszeichnung zu seinem 50jährigen Dienstjubiläum seinen Dank darzubringen. Bis jetzt hat der Kaiser jeden Abend größere Spazierfahrten im offenen Wagen entweder an der Seite der Kaiserin oder der Frau Großverzogin von Baden gemacht, und gewöhnlich wurde er bei feiner Rückkehr durch die heiteren Marfürr ythmen eines der Musikcorps der in Potsdam garnisonirenden Gard.-Regimenter überrascht. Bis spät in den Abend hinein deutet Heller Lichtschein den zu Fuß, zu Wagen oder zu Schiff nach Potsdam heimkehrenden Besuchern im hochliegenden Schlosse die Gemächer an, in Leuen der Kaiser sich befindet. Anfangs der nächsten Woche erfolgt die Abreise nach Teplitz. Die Reise wird von Babelsberg an bis T-plitz in sechs bis sieben Stunden zurückgelegt werden, eine Zeit die dem Kaiser &ine zu große Anstrengung auferlegt. Die Frau Großherzogm wird ihren Vater begleiten, dann einige Tage in Teplitz bleiben und von da nach Baden zurückgehen. Das G.folge des Kaisers wird ein in der Zahl beschränktes sein, da das Militär- und Civil-Cabinet dem Kronprinzen nach Homberg vor der Höhe folgen.
— Der „R. u. St.-A." Nr. 174 enthält: Erlaß, betreffend Ab
änderungen und Ergänzungen der Instruktion vom 2. September 1875 zur Ausführung des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden. Vom 11. Juli 1878.
— Die Euauetekommission für die Baumwoll- und Leinenindustrie ist am 24. Juli im Reichskanzler-Amt unter dem Vorsitz des Unter- Staatssekretärs im Reichskansier-Amt für Elsaß-Lothringen, Herzog, zusammen,-etreten.
— Mit dem 25. d. Mts. hat die Uebersiedelung des Berliner Ka- dettenhauses in die Central-Kadetünanstalt bei Lichterfelde stattge- funden.
— In den deutschen Münzstätten sind bis zum 20. Juli 1878 geprägt worden, an Goldmünzen: 1,224,383,420 Mark Doppelkronen, 365,296,020 Mark Kronen, 27,969,845 Mark halbe Kronen; hiervon auf Privatrechnung: 298,178,760 Mark; an Silbermünzen: 71,652,4'5 Mark 5-Markstücke, 98,223,710 Mark 2-Markstücke, 148,847,743 Mark 1-Markstücke, 71,486,388 Mark 50-Pfennigstücke, 35,717,718 Mk. 20 Pf. 20-Pfennigstücke. Die Gesammtausprügung an Goldmünzen betrug: 1,617,629,285 Mark; an Silbermünzen: 425,927,974 Mark 20 Pf.
— Augsburg, 27. Juli, Morgens. Nach einer Mittheilung der „Allgem. Ztg." erfolgte die Reise des Minister-Präsidenten v. Pfretzsch- ner nach Kissingen im Auftraae des Königs von Bayern, um dem Reichskanzler die Glückwünsche des Königs zu dem großen Erfolge zu überbringen, welchen der Fürst durch das Gelingen des Friedenswerkes des Kongresses errungen hat.
— Stuttgart. 27. Juli. Dem „Merkur" wird vom Main geschrieben: Gegenüber den Zweifeln der National-Zeitung halten wir die Mitlheilung bezüglich der Heidelberger Ministerbesprechung aufrecht. Es handelt sich bei der Zu'ammenkunft der größeren Zahl der deutschen Finanzminister um vertrauliche Besprechungen der Finanzlage des Reiches und der größeren BundeSstaaten. Der Tabaksteuerfrage wird dadurch nicht vorgegriffen.
— Karlsruhe, 26. Juli. In vergangener Nacht wurde die Regimentskasse des 1. bad. Feldartillerieregiments Nr. 14 um eine bedeutende Summe (man spricht von 50,000 Mark) bestohlen. Der That verdächtig sind 2 Kanoniere, welche heute früh in verschiedenen Läden bedeutende Einkäufe, z. B. an Zvilkleidung rc., machten und seitdem verschwunden sind. (Mannh. Tgbl.)
— Mannheim, 19. Juli. (St. Anz. f. Württ.) Die elfte Generalversammlung des Verbandes deutscher Müller, welche im Saalbau dahier vom 14. bis 17. Juli abgehalten wurde, war von etwa 500 Müllern und Mühleninteressenten aus ganz Deutschland besucht; namentlich waren die Bayern, Württemberger und Badener stark vec- treten. Den Vorsitz führte Herr Wyngaert aus Berlin. Gegenstand der Berathung war hauptsächlich das Verlangen der Müller nach ein m Einfuhrzoll auf Mehl. Frankreich erhebt einen solchen, während nach Deutschland Mehl unverzollt eingeführt werden darf. Es wurde beschlossen, an den Re chstag eine bezügliche Bitte zu richten. Ferner kamen noch die Assekuranzvehhältnisse zur Verhandlung.
— Die Königlich italienische Regierung hat, nach dem „R. u. St.-A.", am 19. Juni d Js einen Beschluß des VerwaltungSraths der Römischen Eisenbahn genehmigt, wonach den Inhabern derjenigen Livorneser und Central-ToLcanischen Eisenbahn-Obligationen, wtlche vor länger als fünf Jahren auSgeloost worden sind, aus Billigkeitsgründen und ohne Anerkennung eines den Aktionären irgendwie zustehenden Rechtsanspruches, der Betrag jener Obligationen nach dem Tagescourse der letzteren, jedoch abzüglich der Summe, welche für die nach erfolgter Ausloosung der Obligationen eingelösten Coupons zur Ungebühr entrichtet worden ist, ausgezahlt werden soll.
— Paris, 26 Juli. (R. u. St -A.) Die Kommission für die Weltausstellung hat die Zahl der zu vertheilenden Preise auf 150 Ehrenpreise und 2500 goldene Medaillen festgesetzt. — Die allgemeine Lage in den strikenden Kohlenbezirken ist, aus Valenciennes eingegangenen Nachrichten zufolge, unverändert; die Zahl der Arbeiter, welche ihre