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ier und fand nirgends verfälschte Waare vor. An demselben Morgen wurden bei 75 zur Stadt fahrenden Landleuten die Milch und der Rahm untersucht, aber bei keinem einzigen zeigte sich eine Verfälschung. Dies sind Zustände, deren sich wohl kaum eine andere Großstadt er- freuen bürste.
— Wien, 26. Juli, Mittags. (Köln. Ztg.) Dem Wien. Fremdtnbl. wird aus Brod vom 25. b. gemeldet: Der Obercowman- dirende der österreichischen Occupationstruppen, Feldzeugmeister Baron Philippovich, empfing heute eine türkische Deputation aus Dervint und Türkisch-Brod, welche anläßlich der bevorstehend- n £?ccupatwn den Gefühlen der Beunruhigung der mohawedanisch-n Bevölkerung für Leben und Eigenthum so wie für die Freihut ihrer Religion Ausdruck gab, zugleich aber auch ihre tiefste Ergebenheit gegen Oesterreich-Ungarn und fernen erhabenen Herr cher betheuerte. Baron Philippovich antwortete in der freundlichsten Weise und erklärte solche Befürchtungen für unbegründet. Die österreichisch!n T uppen kamen als Freunde, um die Sicherheit des Rechiszustondes m Bosnieu für alle Bewohner desselben zu schaffen und würden alte Culte und religiösen Gebrauche als gleichberechtigt schützen. Die Deputation verließ den Obereommandirenden Höchst befriedigt und versprach die Worte desselben möglichst zu verbreiten.
— Trieft, 25. Juli, Abends. Die amtliche Bekanntmachung der Seebehörde betreffend die Schließung des Hakens von Kiek und des Canats von Stagno Picolo mittels Setminen ist heute veröffentlicht worden.
— Paris, 25. Juli. Der Kriegt minister hat nach der „Köln. Ztg." bezüglich der Recrunrung eine Reihenfolge wichtiger, Beschlüsse gesaßt. Die Zahl des ersten Theiles des Conttugents wurde genau nach bin Bedürsn ssen der neuen Organisation ein für alle Mal auf 82,160 Mann festgesetzt. Die Zusammenberufung wird jährlich zwischen dem !. und 5. November für den ersten Theil und zwischen dem 10. und 15. Nov mber für den zweiten Theil Statt finden. Die Einübung beider Theile kann folglich zu gleicher Zeit geschehen; auch die der Freiwilligen wird um dieselbe Zeit beginnen.
— London, 25. Juli, Nachts. (Köln. Ztg.) Graf Beacons- steld theilte im Verlaufe der Sitzung des Oberhauses mit, der Hydrograph der Admiralität habe konstatirt, daß Saturn nur eine Bucht sei. kein Hafen, und daß der Linkerplotz nur Raum für drei Panzerschiffe biete. •— 26. Juli. Nubar Pafcka kommt heute behufs Besprechung mit leckenden Staarsmännern hieher; Ende nächster Woche wird er nach Kairo reffen.
— Bukarest, 26. Juli. (Köln Zig.) Die Regierung fragte vertraulich bei den Kabinetten an, ob die Anerkennung der Unabhängigkeit möglich fei, ohne för milche Abtretung Bessarabüns. Man hofft dies selbst in dem Falle, daß Rumänien seine Rechte an Bessarabien sich Vorbehalt.
Lokales.
Hau an, 27. Juli 1878.
— Auf seinem Gange durch den Puppenwald hörte Förster Simon vom Nenhof gestern Abend gegen 7 Uhr den Ruf „Zurück". Sich nach dem Rufenden umschaueud, .sieht er, wie der Betreffende auf ihn angelegt hat. Sofort gre st Simon nach seiner Büchse, enäit aber auch von dem Wilderer schon einen Schuß ins rechte dicke Bein, gibt hierauf auf feinen Gegner ebenfalls einen Schuß ab, trifft denselben, nimmt dessen Flinte an sich und sucht mit seiner Wunde heimzukommen. Später wurde mit einer Laterne nach dem Wilderer gesucht und derselbe als Leiche im Walde aufgefunden. Wie sich herausstellte ist der tödrlich Getroffene Wirth Wilhelm Klein von hier.
— Die geschmackvoll ausgesührte Fahne unseres Schützenvereins hat auf dem 6 deut chen Buudesfchießen durch ein letzten Dienstag über Düsseldorf hereingebroctenes Unwetter viel gelitten. Auf das Banner, welches neben anderen in der Festholle aufgestellt war, ergoß sich durch das nicht wetterfeste Dach der Halle der Regen in solcher Menge, daß die hübschen Farben gänzlich durcheinander gelaufen sind.
— Morgen beginnt wiederum der Unterricht in Königlicher Zeichen- Akademie.
Versteigerungs- und Verpachtungs -Kalender für Montag den 29. Juli.
Vormittags von 8 Uhr an sollen im Wirthslokal zur „Deutschen Einheit" in Klein-Steinheim: ein reichhaltiges Wckthichaftsmobiliar, zwei Leuchter, Wanduhr, Gläser, Geschirr, Löffel, Messer und Gabel und sonst hierzu gehörende Gegenstände, 9 große und 9 kleine Kegel nebst Kugeln, 3 Hühner und 1 Hahn gegen Baarzahlung verkauft werden.— Nachm. 2 Uhr vei steigert Herr Taxator W. Seiffert im Gasthaus „zum Elephanten dahier gegen Baarzahlung: eine Collection feiner Möbel, Bettweik, Leinengeräth, eisernen Kassaschrank, 3 eiserne Gartentische rc.
— Für heutet Turngemeinle, Turnverein und Turn- u. Fccht- Club: Abends 7 Uhr gemeinschaftliches Turnen auf d.m Plätze der Turngemeinde.
Wohin geben wir heute und morgen?
Vergnügungs-Anzeiger für Hanau und Umgegend.
Heute. „Caf^ Germania": Von 8 Uhr ab großes Garten-Concert mit Feuerwerk. — Zum „deutschen Schützen" : Concert der Hanau er Civilkopelle bei Feuerwerk und Ballonbeleuchtung.
Morgen. Von Vormittags 11 Uhr ab Promenaden-Concert der Müller'schen Kapelle im Altstädter Schloßgarten. — Nachm.: Eroß- auheimer Kirchweihe. — Wilhelmsbad (große Wirthschaft): Großes Militair-Coucert, ausgeführt von der ganzen Kapelle des Großh. Hess. Feld-Artillerie Regt. Nr. 25 aus Darmstadt. — „Zur Rosenau": Großes Concert. — „Centralhalle": Zur Einweihung der neu herge- r^teten Concerthalle: Abends 8 Uhr Großes Streich-Concert der ganzen Müller'ichen Civilkopelle bei brillanter Illumination der Halle. — „Gold'ner Löwe" (Vorstadt): Um dieselbe Zeit Großes Concert der Darmstädter Artillerie-Kapelle.
Waldfest. „Scharfe Eck": Morgen Srnntag; Abmarsch ^^ Uhr vom Friedberger Hof nach dem Lamboywald mit Mirsik.
— (Sehenswürdigkeiten) „Museum der Wetierauischen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet Sonntags von Vormittags 11 bis Nachm. 1 Uhr.
— Kassel. Der Ertrag der hiesigen Sammlungen für die Wil- belmsipeude belauft sich bis setzt nach dem „Tagebl." aus 7617 Mark 37 Pf.
— Marburg, 27. Juli. Das Ergebniß der Wilhelms-Spende in unserer Stadt beträgt überhaupt von 3724 Spendern 891 Mk. 68 Pf.
— Fulda, 26 Juli, Auf der Domaine Ziehecs ist, nach dem „H. V." die Lungenseuche unter dem Rindvieh ausgebrochen.
— Fulda, 26. Juli. Die „Wilhelms-Spende" in der Stadt Fulda betrug von 1533 Gebern rund die Summe von 378 Mk., welche heute an die Filiale der Darmstädter Bank für Handel und Industrie zu Frankfurt a. M. abgefendet wurden.
— H ü ufeld, 23. Jü!i. Die in den 70er Jahren stehende Wwe. Neumann dodier wurde heute Nachmittag in Folge eines Sonnenstichs als todt zu Hause gebracht. So viel wir hörten, ist Genannte noch immer in Lebensgefahr. ----------- (H. K.)
Aus der Umgegend.
— Der „Frankfurter Anzeiger" schreibt unterm 26. Juli aus Frankfurt am Main: Ein wohlhabender Bauer aus der Gegend von Gelnhausen kam gestern mit Heidelbeeren hausirend in ein Haus auf dem Er. Kornmarkt, woselbst er dem Hausherrn begegnete, der ihm den Rundgang von Stock zu Stock untersagte. Statt zu folgen erklärte er barsch, es habe ihm Niemand etwas zu befehlen, er habe seinen Hausirschein und könne machen, was er wolle. Als er trotzdem sich anschickte weiter zu gehen und den berechtigten Zinsprucherheber zur Seite schob, wurde ihn: ein „Halt" zugerufen, das der Bauer domrt beantwortete, daß er feine Butter mit Beeren abstellte und den Hausherrn am Hals packte. Dieser aber wehrte sich wacker und wurde bei dem Ringkampf der Marktschatz des Bauern umgeworfen und die Beeren auf dem Boden zerstreut. Der Bauer eilte nun sofort zur Polizei und holte sich Hilfe, die ihm auch — allerdings nicht in der von ihm gewünschrm Weise — wurde, denn erstens wurde ihm begreiflich gemacht, daß er wider Willen des Eig-urhümers nicht in einem Hause hausire« darf, ferner, daß er den. Flur von den zerquetschten Beeren zu reinigen hat und drittens, daß gegen ihn tot gen Hausfriedensbruch Strafantrag gestellt ist. ■— In letzter Zeit ist es häufig vorgekommen, daß das mit der Eisenbahn, gaez besonders aus Italien, hier ankommende lebende Geflügel in Körbe verpackt ist, die weder R-um haben, in welchem sich die Thiere bewege«' können, noch irgend welche Borrichtungen, um denselben Wasser oder Nahrungsmittel auf dem Transport zu verabreichen; es muß deshalb Wunder nehmen, daß die Thiere, wenn auch die meisten nur halb, aber doch immer noch lebend hier ankommen. Daß das Fleisch derselben dadurch nicht schmackhafter wird, braucht wohl nicht erwähnt zu werden. Dem Vernehmen nach hat der hiesige Thierschutz" verein die Sache in die Hand genommen und wird hoffentlich diesem Uebelstande abhelfen.
— Fried berg, 22. Juli. Jemehr die Ehrlichkeit und Redlichkeit heutzutage schwindet, umsomehr ist es Pflicht der Presse es ausdrücklich zu registriren, wenn sie von einem außerordentlichcn Falle von Redlichkeit hört. Zwei Kurgäste von Nauheim begegneten auf dem Wiesenwege einem Handwerksdu:scheu, den sie weiter gar nicht beachteten. Nach einiger Zeit kam Letzterer hinter Ersteren hergelaufen und fragte, ob nicht einer der Beiden sein Portemonnaie verloren habe. Beide sahen nach und einem der Fremden war wirklich wie er jetzt erst bemerkte, seine Börse mit 90 Mk abhanden gekommen. Der Har:d- Werksbursche hatte sie gefunden und durfte nun seinen entsprecheud-n Finderlohn freudig in Empfang nehmen.
— Gund er sheim, 25. Juli. Am 5. Juli d. Jahres werden in einer Pfuhlgrube der Beamtenwohnungen der Hess. Ludwigsbatzn in Darmstadt zwei weibliche Kinderleichen, dem Anscheine nach Zwillinge, aufgejunden. Die Mörderin, eine Rabenmutter, wurde gestern durch den hiesigen Gensdarm, Herrn Blüm, in Flomborn verhaftet.