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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Proviu-ial-Lorrespondenz.
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Donnerstag den 18. Juli.
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Amtliches.
Therese Hilgenberg saus Bockenheim ist als Hebamme für dasige Stadt vereidigt worden.
Hanau am 13. Juli 1878.
Zugelaufen: Zwei junge weiße Gänse.
Gefunden: Eine Blechkanne mit Erdöl. Ein weißes Taschentuch.
Hanau am 18. Juli 1878.
Aus Königlichem Landrathsamt.
Tagesschau.
— Berlin, 17. Juli. Fürst Bismarck istß heute früh nach Kissingen abgereist.
— Die „Post" schreibt: Wie von maßgebender Seite verlautet, liegt es in der Absicht der Reichsregierung, den Reichstag so spät als möglich einzuberufen. Der äußerste gesetzliche Termin würde der 9. oder 10. September sein, je nachdem man den Zeitraum von 90 Tagen, innerhalb dessen nach Auflösung des Reichstages der neug, wählte Reichstag nach §., 25 der Reisverfassung zusammentreten muß, vom Tage der Unterzeichnung des Auflösungsdecrets dmch den Kronprinzen oder der Veröffentlichung des Erlasses durch das Reichsgesetzblatt als maßgebend, bezw. rechtsverbindlich ansieht. Wie uns fernerhin mitgetheilt wird, hegt der Kaiser den dringenden Wunsch, wenn irgend möglich den Reichstag in Person eröffnen zu können. In wie weit die Absicht unseres kaiserlichen Herrn und sein anderweitiger Wunsch, auch den Manövern in Hessen beizuwohnen, sich verwirklichen wird, hängt selbstverständlich von dem Gesammtbefinden und der allseitig erwünschten Zunahme der Kräfte des Kaisers ab."
— Das Reichsschatzamt wird in den nächsten Monaten in's Leben treten und sich zunächst, wie bereits gemeldet, mit dem künftigen Reichshaushalt beschäftigen. Daß das Amt sich an den resormatorischen Arbeiten auf dem Gebiete der Zoll- und Steuer-Gesetzgebung zu betheiligen haben wird, ist selbstverständlich, und da diese Arbeiten ihre ,Unterlagen aus dem preußischen Finanzministerium erhalten, so ergibt sich schon daraus, daß ein gewisser Zusammenhang der beiden Ressorts unvermeidlich wird. In welchem Umfange diese Beziehungen des Finanzministeriums zu dem Schatzamt sich im allgemeinen gestalten werden, unterliegt für jetzt noch weiteren Erwägungen. Nachrichten, welche über Unterhandlungen mit hervorragenden Finanzcapacitäten aus Süddeutschland zu berichten wissen, begegnen berechtigten Zweifeln. (Trib.)
— Zu Mitgliedern der Tabakenquete-Commission sind, wie die Weser-Ztg. meldet, folgende Herren ernannt: Der kaiserliche General- director der Zölle und indirecten Steuern zu Straßburg, Herr Fabricius, als Vorsitzender; der kaiserliche Geheime Regierungsrathund Vortragender Rath im Reichskanzleromte, Herr Burchard; der königlich preußische Geheime Ober finanzrath und Vortragender Räch im königlich preußischen Finanzministerium, Herr Schomer; der königlich baierische Oberrechnungsrath, Herr Felser in München; der königlich sächsische Finanzrath, Herr Schnitz tn Dresden; der königlich Württembergische Obersteuerrach, Herr v. Moser in Stuttgart; der großherzoglich badische Finanzrath, Herr Scherer in Karlsruhe; der Vicepräsident der Handelskammer in Bremen, Herr Nebelthau; der Fabrikbesitzer, Herr Schöpplenburg zu Berlin; der Bürgermeister Heir Dr. Groß in Lambsheim; Herr Dr. Karl Diffenä in Mannheim. Die Commission tritt Donnerstag den 18. d. M. im Reichs kanzleramte zur ersten Sitzung zusammen.
— Briefsendungen rc. für S. M. S. „Nymphe" sind von heute ab bis auf Weiteres nach Plymouth zu dirigiren.
— Dortmund, 17. Juli. Wie die „Wests. Ztg." meldet, hat auf der benachbarten Zeche Neu-Jserlohn gestern eine Explosion durch schlagende Wetter stattgefund« n. Zur Zeit der Explosion waren in der Zeche 5 Arbeiter beschäftigt, von denen 2 gestern Abend todt zu Tage gefördert wurden. Die übrigen 3 Arbeiter sind noch nicht aufgefunden. Der Querschlag, in welchem 8 er Unfall geschah, ist zertrümmert.
— Wilhelm-! haven, 12. Julr. Einem zweiten Briefe aus
Folkestone entnehmen wir (der Wes.-Z. folgend) hinsichtlich der fortgesetzten Taucheruntersuchungen des Wracks vom Großen Kurfürsten zunächst Folgendes: In Rye, nicht weit von Folkestone, ist eine Barkäffe des Großen Kurfürsten angetrieben, die sofort in Reparatur gepommen ist, um sie sodann an Stelle des bei sehr stillem Wetter und ruhiger See nur schwer benutzbaren Kutters der Loreley zum Tauchen zu verwenden. Bis jetzt waren folgende Gegenstände an das Tageslicht gefördert: Ein großer kupferner Deckventilator, ein zerbrochener FlaggeN- stock, eine Sonnenfegelstütze, ein Bootsanker und kleinere Eisentheile. Diese Gegenstände, nebst den englischerseits früher aufgefischten Sachen (200 Mützen, Uniformstücke, Wäschegegenstände, Hängematten, Rettungsbojen, Korkwesten, Wassersösser rc ) sind hier bereits vom König Wilhelm abgeliefert. In der Zeit vom 30. Juni bis 7. Juli konnte der starken Strömung und des heftigen Seegangs wegen nicht getaucht werde« und ging die Loreley deshalb «ach Dover, woselbst sie sich an die Quaimauer festmachte. Da dieses das erste deutsche Kriegsschiff war, welches diesen Hafen längere Zeit besuchte, so war der Zudrang der engl. Bevölkerung, Zivil- und Militärpersonen, ein sehr starker. Dieselben kamen mit Frau und Kind neugierig an Bord. Dover ist eine lebhafte Stadt mit ungefähr 35,000 Einw., und liegt in einer Schlucht, welche von den berühmten Kreidefelsen gebildet wnd. Auf einem der Felsen liegt die Zitadelle, auf anderen liegen eine Menge Forts, welche alle des russisch-türkischen Krieges und seiner etwaigen Folgen wegen armirt sind und zwar mit 21-Centimeter-Armstronggeschützcn. Der Zustand der letzteren macht jedoch keinen besonders kriegerischen Eindruck, da unser Gewährsmann umsonst versuchte, selbst mit Hülfe des ihn he-, gleiterden engl. Kanin ers, die Kurbel des Verschlusses zu drehen; ähnlich stand eS mit der Bewegung der anderen Mechanismen. Während des achttägigen Aufenthaltes in Dover wurde die Besatzung noch zweimal nach Folkestone zum Begräbniß weiterer aufgefundener Leichen befördert. Die letzteren befanden sich jedoch bereits in sehr stark verwestem Zustande und wurden sofort, nachdem der Name fcstgestellt war in bereitstehende Särge gelegt, nach dem Begräbnißplatze gebracht tint dort ohne weitere große Zeremonien sofort in die Gruft gesenkt, W militärische Demonstrationen rc., wie bekannt, seit dem 22. Juni statt- gehabten Leichenbegängniß in Folge Ordre der engl. Admiralität aus Ansuchen des Folkestoner Town Cler! eingestellt worden sind. Die Einwrhner schicken aber nach wie vor ein Detachement der Coast Guard, alte gediente Leute, zu jedem Begräbniß; der engl. Prediger nebst Chorknaben hält ebenfalls noch stets eine kurze Andacht und die deutschen Matrosen geben 3 Salven ab. Die bereits früher erwähnte engl. Lady sendet noch immer Blumen zu den Begräbnissen, die theils von den Offizieren, theils von den Mannschaften in die Gruft gestreut werden. Jeder Sarg der bis jetzt auf dem Friedhofe zu Folkestone einge senkten 81 Leichen der Ertrunkenen trägt den Namen und den Todestag derselben. — Hier in Wilhelm? Haven brach gestern Abend zwischen 8 und 9 Uhr der Damm, welcher die Baugrube des neuen Ausrüstungshafens vom Kriegshafenkanal trennt, gegenüber dem Kohlenmagazine durch, so daß die Baugrube voll Wasser lief. Glücklicher Weise gelang es allen Arbeitern, welche zur Zeit des Durch! ruches in der Baugrube arbeiteten, sich zu retten. Im vor. Jahre brach derselbe Damm Ende Juli weiter westlich von der jetzigen Durchbruchstelle und es dauerte ca 6 Wochen, bis das Loch durch Spundwände geschloffen und das Wasser aus der Baugrube entfernt war. Auch in diesem Jahre werden die Arbeiten am Ausrüstungshafen durch diesen nochmaligen Durchbruch voraussichtlich 5— 8 Wochen verzögert werden.
— M ün chen, 14. Juli. Der „Schw. Merk." schreibt: Gestern feierte die königl. öffentliche Turuanstalt hier die Feier ihres 50jährigen Bestehens. Sie war im Frühjahr 1828 von dem nachmaligen Professor Dr. Hans Ferdinand Maßmann (dem im Garten desselben vor 2 Jahre« ein einfaches Denkmal errichtet worden ist), begründet worden. Unausgesetzt hat sie ihre Wirksamkeit entfaltet, ist auch von den ärgste« Stürmen der Reaktion unter dem berüchtigten Abelschen Regiment unberührt geblieben. Gestern Nachmittags und Abends fand bei verhält- nißmäßig leidlicher Witterung der erste Theil der durch ein Programm