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Mit dem betreffen, tat Postaujschlaz. »e einzelne Num­mer 10 Psg.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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M 163. Dienstag den 16. Juli. M^

Amtliches.

Metzger Aron Strauß zu Wachenbuchen beabsichtigt die Ein­richtung einer Schlächterei in seine am s. g. Riibenberg belegenen Hof- raithe Karte M. Nr. 18/32 Brandversich-rung Nr. 45

Unter Bezugnahme auf §. 16 der Gewerbe-Ordnung vom 21. Juni 1869 wird dieses mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Pläne und Beschreibungen 14 Tage lang dabier offen liegen, während welcher Zeit etwaige Einwendungen bei Meidung der Ausschließung vorzubringen sind.

Hanau am 13. Juli 1878,

Gefunden: Bei Schweinhelm im Main (gelandet) ein Boden Bauholz (8---7 88 gezeichnet); Meldung bei Königlichem Amt zu Höchst. Ein kleines Portemonnaie mit etwas Geld. Eine Mütze von hellblauem Tuch. Ein Hunde Maulkorb. Zwei große neue Thürbänder. Ein Stück Spannkette. Ein Centimeter-Maaß.

Verloren: Ein schmales ledernes Cigarren-Etui. Ein Ge­werbe-Legitimationsschein; auf Sammeln von Knochen und Lumpen lautend. Ein wollener schwarzer Regenschirm.

Hanau am 16. Juli 1878.

_____________________Königliches Landrathsamt.

Bekanntmachung.

Bei dem Postamte in Oberaula wird am 15 Juli eine Tele­graphenanstalt mit Fernsprechern in Wirksamkeit fielen.

Cassel, 12. Juli 1878

Der Kaiserliche Ober-Postdirector.

Vahl

Tagesschau.

Der Berliner Vertrag.

R F. Nach zwanzig Sitzungen des Congresies, zu welchen die europäischen Großmächte nebst der Türkei wegen der Orientfrage in der deutschen Hauptstadt zusammengetreten waren, ist das Friedensinstrument vollständig fertig gestellt worden. Ein aus 58 Parag aphen bestehender Vertrag, abgeschlossen zwischen den sechs europäisch« n Großmächten und der Türkei, hat eine Neuordnung der Dinge im Orient festgesetzt und somit dem Eidtheil den Frieden gewahrt. Wenn es auch keinem ver­nünftigen Politiker einfallen kann, von dem eben abgeschlossenen Berliner Vertrage eine Aera des unbedingten Friedens zu erwarten, denn die Gegensätze im Staats- und Völkerleben können auch unsere besten Di­plomaten nicht bannen, so ist dech die Ruhe des Erdtheils durch den Friedensvertrag von Berlin positiv und relativ gesicherter als sie seit Jahren war. Ist doch schon das Zustandekommen des Friedenswerkes aus dem Berbner Congresse ein direkter Beweis für die früdlichen Wünsche der maßgebenden europäischen Staaten. Dann wurde «der auch durch den Abschluß des Berliner Friedersvertrages mehr als eine direkte Kriegsgefahr, die von Seiten der zunächst im Orient interessirten Staaten drohte, beseitigt, denn dieselben sind durch die Congreßbeschlüsse zufrieden gestellt worden. Ferner sind aber auch die Abmachungen der Großmächte, obwohl vielfach n cht tadellos, im Allgemeinen doch dazu angethan, den Orient zu beruhigen. Der Berliuer Vertrag hat also auch einen ungleich höheren Werth als der vor zwanzig Jahren wegen der Onentsrage zu Pcms abgeichlossene Traciat, wo bei weitem nicht die Uebereinstimmung wie zu Berlin erreicht wurde. Die europäische Diplomatie, welche früher nicht ohne Grund vielfach in einem schlechten Rufe stand, hat sich daher durch d,n in Berlin abgeschlossenen Friedens akt ohne Zweifel ein hervorragendes Verb enst erwerben und nicht der geringste Theil desselben fällt auf den erhabenen Staatsmann, der seit Jahren mit Me«st rhcnd die politi che Geschicke unseres Vaterlandes lenkt. Dieser Ruhm sei der bescheidene und uneigennützige Preis, wei­cht« das deutsche Reich, welches seine Gründer als ein Bollwerk des Frieder s ge>ühmt haben, für sich bevn'prucht Mit dem Resultate des CongresseS kann daher Emopa im Allgemeinen und auch jedes dabei Mete firte Land zufrieden sein, obwohl wir nicht vergessen wollen, daß üuch der Berliner Congreß unzufriedene Eltmente schuf und die vor

Kurzem bekannt gewordene englisch-türkische Convention wegen Cyperns und des englischen Protektorates in Türkifch-Kleinasten einen gewissen Mißton in baS europäische Concert, was auf dem Berliner Congreß perfekt erschien, gebracht hat. Diese politischen Schattenseiten sind aber glücklicher Weise durchaus nicht dazu angethan, um das Fried«nswerk des Congresies zu beeinträchtigen. Es bleibt nun noch übrig, der Handhabung der Executive Erwähnung zu thun, nach welcher die ein­zelnen Paragraphen des Berliner Vertrages in Ausführung gebracht werden sollen Die Art dieser Ex cutive ist bereits im Congresse und zwar nach dem Vorschläge des Fürsten Bismarck dahin bestimmt worden, daß nicht sämmtliche Vertragsmächte gemeinschaftlich die Ausführung ihrer Beschlüsse vollzi-hen, sondern daß jede einzelne Wacht den ihr in Gemäßheit ihrer Orientinteressen zufollenden Theil der Congreßbeschlüsse möglichst im Einvernehmen mit der Türkei zur Durchführung zu bringen hat. Es ist dies offenbar eine weife Oppvrtunitäiswaßiegel, nach web cher den Staaten Rußland, Oesterreich und England in erster und Griechenland, Rumänien, Serbien und Montenegro in zweiter Linie die Aufgabe zufällt, die Paragraphen des Berliner Congresies der Türkei gegenüber in Ausführung zu bringen.

Berlin, 15. Juli. DieNordd. Allg. Zig." schreibt: Die vom Fürsten Reichskanzler beim Schluß des Congresies gesprochenen Worte werden überall in Europa, wo man irgend Werth auf die Er­haltung des Friedens legt, mit aufrichtiger Genugthuung gelesen wer= den Das mehrwöchentbche peisönliche Zusammenwuken der europäischen Staatsmänner, der zwischen ihnen bestandene und den Congreß über­dauernde freundschaftliche Verkehr gewähren so außerordentliche Bürg­schaften, wie sie dem Welttheil in der zweiten fte des Jahrhunderts wohl noch nicht geboten worden sind. In ganz besonderer Weise haben neben dem Grafen Schuwalow die Vertreter der im Orient nicht un­mittelbar betheiligten Möchte Frankreich und Italien, Herr Woddington und Graf Corti, sich hohes Verdienst um die erzielte Vereinbarung er­worben, ein Verdienst, welches Hoffenilich in ihren Heimathländern und Seitens der politischen Parteien derselben eben so gewmdigt werden wird, wie es Seitens der Vertreter aller anberen europäischen Mächte aufrichtig und dankbar anerkannt worden ist.

Wie unser Wiener Korrespondent die Stimmung, die dermalen in parlamentarischen Kreisen herrscht, beurtheilen zu können glaubt, wird es beim Wiederzusammentiiit des Reichrraths heftige Stürme im Abge­ordnetenhaus? geben. Tonangebende Persönlichkeiten, wie Herbst, Giskra, Plener, Brestl, D<mel tadeln das hitzige, planlose Vorgehen Andrussys in der Okkupationssrage in schärfster Weise.Wir werden zwischen zwei Stühlen sitzen. Die Okkupation wird dem Hader nur neue Nah­rung zusühre« und im besten Falle gewinnen Wir zwei Provinzen, die Wir erha'ten müssen, die also nur einen Verlust für uns bedeuten." So äutzerje sich vorige Woche Herbst, der einflußreichste Angehörige der Verfassungspartei zu einem österreichischen Minister. Kopfichüttelnd nahm van auch allgemein die Betleihung der Geheimrathswürde an den Prä- fibmten des Abgeordnetenhauses, Dr. Rechbauer, auf, der bei allen Parteien des Hauses gründlich mißbeliebt ist und erst unlängst für sein unstatthaftes Vorgehen in einer Frage sich eine Zurechtweisung gefallen lassen mußte. Der Geheimrathstitel ist wohl ein Pflästeichen für die Wunde, welche Rechbauer durch die Nicht Wiederwahl die schon als ausgemacht gilt zum Präsidenten zugefügt werden wird.

(Deutsch. Mont.-Blajh)

Der volkswirthschaftliche Kongreß wird in diesem Jahre vom 2. bis 5. September in Posen abgehalten werden. Bekanntlich kann Jedermann gegen Lösung einer Karte für 10 Mark Mitglied der Ge- fellschast werden. Die Tagesordnung des Kongresses ist folgende: a. Entgegennahme etwaiger neuer Anträge von Mitgliedern, dergleichen statutenmäßig nur vor oder bei der Eröffnung des Kongr-ssis gestellt werden können; b. Berathungen über folgende Gegenpände: I. Diffe- renzialzölle und Recht der meistbegünstigten Nation. Referenten: Broe- mel (Stettin), Frhr. v. Kübrck (Wien), Dr. Hertzka (Wien). II. Die zweckmäßigste Art der Vornahme von Enqueten in volkSwirthfchaftlichen